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Škoda vollzieht Rebranding

Skoda Logo, Quelle: Skoda
Skoda Logo, Quelle: Skoda

Der Autobauer Škoda, seit 30 Jahren Teil des Volkswagen Konzerns, hat gestern im Rahmen einer Veranstaltung ein umfassendes Rebranding angekündigt und damit einhergehend einen Ausblick auf die zukünftige Designsprache der tschechischen Automarke präsentiert.

Auf Basis der bereits im vergangenen Jahr vorgestellten „NEXT LEVEL – ŠKODA STRATEGY 2030“ wurde gestern am Firmensitz von Škoda (Mladá Boleslav) ein Update der Corporate Identity vorgestellt. Im aktuellen Jahrzehnt vollziehe die Autobranche einen so großen Wandel, wie in den vorherigen fünf Jahrzehnt zusammen, so Vorstandsvorsitzender Klaus Zellmer.

Škoda stehe vor einer fundamentalen Veränderung und beschleunige die Entwicklung in Richtung E-Mobilität, Software-unterstützter Fahrzeuge und kundenorientierten Lösungen. Bis 2026 werde Škoda drei neue reine E-Modelle auf den Markt bringen. Die Konzeptstudie VISION 7S gebe einen konkreten Ausblick auf eines dieser Modelle und verkörpere als Vorreiter die zukünftige Designsprache.

Skoda New Corporate Design, Quelle: Skoda
Skoda New Corporate Design, Quelle: Skoda

Vor dem Hintergrund der veränderten Unternehmensstrategie sowie aufbauend auf der zukünftigen Designsprache der Modelle wird zugleich die Markenidentität von Škoda angepasst. Das Logo wie auch alle anderen Gestaltungselemente wie Farben und Typographie werden in diesem Zuge modifiziert. Škoda vollziehe die umfassendste Veränderung am visuellen Erscheinungsbild seit 30 Jahren, so das Unternehmen.

Auszug der Pressemeldung

„Mit unserer neuen Corporate Identity heben wir den gesamten Markenauftritt auf das nächste Level. Nicht nur unser Modellportfolio entwickelt sich weiter, unsere Kunden tun es auch. Für uns ist das die perfekte Gelegenheit, um unsere Marke fit zu machen für das Jahrzehnt der Transformation und das ‚Look and Feel‘ an die Bedürfnisse und Erwartungen unserer Kunden anzupassen. Unsere Corporate Identity zeichnet sich durch ein modernes, unverwechselbares Design aus und bringt unseren Digital-First-Ansatz klar zum Ausdruck“, so Martin Jahn, ŠKODA AUTO Vorstand für Vertrieb und Marketing.

Skoda Logo – vorher und nachher
Skoda Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Skoda, Bildmontage: dt

Auch das Markenzeichen von Škoda, ein geflügelter Pfeil im Kreis, erfährt ein Redesign. Zuletzt wurde das Markenzeichen 2011 modifiziert, und zwar gleich mehrfach, wie im dt berichtet wurde. Während das bisherige Logo mit Farbverläufen ausgestattet ist und so Plastizität und chrom-glänzende Materialität suggeriert, ist das neue Logo einfarbig grün. Mit der veränderten schlichteren Formgeben trage Škoda der immer stärkeren Verlagerung der Marketing- und Kommunikationsaktivitäten von Print zu Online Rechnung, so das Unternehmen.

An der Ausarbeitung der neuen Corporate Identity und des Corporate Designs waren unter Leitung der Marketingabteilung Mitarbeiter aus verschiedenen Unternehmensbereichen beteiligt. Im Zuge des Designprozesses wurden 2.200 Personen aus sechs Schlüsselmärkten (Deutschland, Indien, Israel, Italien, Norwegen und Tschechien) zu ausgewählten Versionen des Logos interviewt, wie es in der offiziellen Pressemeldung heißt. Insgesamt seien 165 Versionen entstanden.

Wie Škoda ankündigt soll die neu gestaltete Wortmarke, in der symmetrische Formen mit Rundungen und Kanten kombiniert wurden, innerhalb der Marketingkommunikation künftig deutlich häufiger verwendet werden als die Bildmarke. Eine Herausforderung sei es gewesen, den Haken über dem ,S‘, der sogenannte Háček, welcher auf das historische tschechische Erbe von Škoda verweist, in die Wortmarke zu integrieren. Umfragen hätten ergeben, dass die typographische Wortmarke einen höheren Wiedererkennungswert biete und höhere Identifikationswerte erziele.

Farblich setzt man bei Škoda Auto nun auf zwei verschiedene Grüntöne: ein dunkles Smaragdgrün und ein hell leuchtendes „Elektrogrün“. Mit den neu gewählten Farben möchte man die Themen Ökologie, Nachhaltigkeit und Elektromobilität betonen. Das veränderte Corporate Design soll schrittweise ab dem nächsten Jahr eingeführt werden.

Kommentar

Ein lang erwartetes und wohl auch längst überfälliges Redesign. Man bedenke: Marken wie Mini, Audi, und im Nachgang viele andere Autobauer, haben einen solch Schritt hin zur Vereinfachung (Flat Design) bereits vor sechs/sieben Jahren eingeleitet.

Sollte bei Škoda das Markenzeichen standardmäßig tatsächlich in dem gewählten hellgrünen RGB-Wert vor dunkelgrünem Hintergrund dargestellt sein, wäre dies ein deutliches Differenzierungsmerkmal gegenüber den meisten anderen Automarken, die in ihrer Kommunikation in der Regel auf eine einfarbig schwarze bzw. einfarbig weiße Darstellung setzen. Ich bin gespannt wie lange Škoda dies durchhält. Auf mich wirkt der Farbwert modisch und alles andere als zeitlos. Der Vorteil bei einer in dieser Weise vereinfachten Formgebung des Logos ist sicherlich: sollte man des Hellgrüns überdrüssig sein, lässt sich das Logo leicht auf beispielsweise eine weiße Darstellung umstellen.

Die neu geschaffene Wortmarke vermittelt Technikbezug, meiner Ansicht nach allerdings nicht wirklich den zur Elektromobilität. Wohingegen das Hellgrün Elektromobilität deutlich besser transportiert. Die Typo mit ihrer Betonung auf senkrechte und waagerechte Linien wirkt tendenziell statisch, wenig agil und zudem streng, bei weitem jedoch nicht so brachial wie das neue Dacia-Signet. Die Kombination aus traditioneller Bildmarke und neuer, „glatt geschliffener“ Wortmarke funktioniert im Zusammenspiel überraschend gut, wie ich finde.

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Dieser Beitrag hat 17 Kommentare

  1. Man möge mir meinen unsachlichen Kommentar verzeihen, aber dieser hässliche „Gockel“ ist für mich seit jeher DAS No-Go, einen Škoda zu kaufen!

    Ich bin sehr autoaffin, bin seit ich fahren kann der VAG-Gruppe verbunden und fahre einen Seat/Cupra. Škoda hat dabei oft die besseren Ausstattungsoptionen und cleveren Detaillösungen im gesamten Konzern. Aber leider hat Skoda oftmals und unberechtigter weise noch immer dieses Ostblock-Image, über welches man erst einmal hinwegsehen muss beim Kauf. In Abwägung hatte ich manchmal mit dem Gedanken gespielt aber ich mag einfach dieses Emblem auf den Autos nicht. In den letzten Jahren sind sie ja Schritt für Schritt davon abgegangen und das Emblem wurde an vielen Stellen durch den Schriftzug ersetzt – jetzt nun endlich endgültig.

    Ich habe darin nie einen geflügelten Pfeil gesehen. Für mich war es immer ein Gockel (-Kopf). Fürchterlich! Schade dass sie es nicht geschafft haben dieses Logo zu modernisieren. Nun ist der Spagat zwischen dem restlichen CD noch größer. Dieses finde ich tatsächlich gelungen.
    Auch die Integration des Hatschek finde ich gelungen. Für mich steht es außer Frage, dass es nicht weggelassen (oder gar vergessen) wurde, sondern stilistisch ins „S“ integriert ist. Ich glaube man erkennt schon anhand der restlichen Lettern, dass es sich nicht um ein „S“ sondern um ein „Š“ handelt. Sehr gut gelöst wie ich finde, somit hat „Škoda“ im Logo (Wortmarke) und im CD keine Oberlänge. Das müsste man nämlich optisch auch immer ausgleichen bei der Platzierung und Gestaltung.

    Insgesamt ein frischer Wind, was die Marke für mich jedenfalls um einiges attraktiver macht. Um so weniger ich dann die Bildmarke sehen muss, umso besser ;)

    1. Das Unternehmen besteht seit dem Ende des 19. Jahrhunderts, das Emblem der Firma wurde 1925 eingeführt. Der „Ostblock“ entstand erst nach 1945 als Folge der von den Nazis ungewollt ins Rollen gebrachten Einflussnahme der Sowjets in Mitteleuropa. Das Ende des „Ostblocks“ wurde jedenfalls vor über drei Jahrzehnten vollzogen. Höchste Zeit also, sich von derlei Vorurteilen zu lösen.

  2. Generell bin ich kein Škoda-Fan, da ich desöfteren im osteuropäischen Raum unterwegs bin und die zahlreichen Škoda-Fahrer dort als sehr aggressiv in Erinnerung habe, zumindest trifft dies für mich auf die neueren Modelle zu… Trotzdem finde ich die Überarbeitung der Marke sehr interessant.

    Das Š mit integriertem Hatschek hat für mich Potential für eine zuküftige alleinige Bildmarke. Vielleicht ist Škoda selbst nicht mehr von dem fragwürdigen Etwas im Kreis überzeugt und so könnte dies eine Übergangsphase darstellen. Die Größenänderung Bild- zu Wortmarke und die häufigere Verwendung des Schriftzuges im CI und selbst auf dem Fahrzeug-Prototyp verstärken diesen Eindruck.

    Škoda ist längst nicht mehr rundlich und nur im Billigsegment angesiedelt, wozu die bisherige Bildmarke vielleicht noch passte. Zu dem kantigen, teils aggressiven Design passt die neue Wortmarke viel besser und auch das Š alleine könnte sich gut machen.

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