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RTL Nachrichten im neuen Design

RTl Aktuell Design (2022), Quelle: RTL/CapeRock
RTl Aktuell Design (2022), Quelle: RTL/CapeRock

Die Nachrichtensendungen von RTL haben ein neues Design erhalten. Ab diesem September senden „RTL Aktuell“, „RTL Nachtjournal“, „Punkt 6/7/8“ sowie „Punkt 12“ zudem aus einem neuen Studio. Das nunmehr wieder reale Studio-Set sei nahbarer und eindringlicher, wie der Kölner Privatsender anlässlich der Umstellung auf das neue Design erklärt.

Seit Sonntag den 4. September werden die Nachrichten bei „RTL Aktuell“ aus einem neuen Studio gesendet. Das frisch bezogene „360-Grad-Studio“ setze technische Maßstäbe und werde dabei unterstützen News aus aller Welt nahbarer und verständlicher zu machen, so RTL. Bislang wurde das gesamte On-Air-Design in dem seit 2010 verwendeten Greenbox-Studio virtuell eingespielt.

„Das neue Nachrichtenstudio ist das modernste, das es im Moment in Europa gibt“, so Stephan Schmitter, Geschäftsführer RTL NEWS und Chief Journalistic Content Officer RTL Deutschland. Eine Investition in unabhängigen Journalismus. „Für uns steht die Nachricht, die Geschichte oder der Gast im Fokus und dafür schafft das neue Studio in jeder Situation die optimale Atmosphäre“, ergänzt Schmitter.

RTL Aktuell Studio – vorher und nachher, Bildquelle: RTL, CapeRock, Bildmontage: dt
RTL Aktuell Studio – vorher und nachher, Bildquelle: RTL, CapeRock, Bildmontage: dt

Großformatige LED-Bildschirme sollen für Variabilität sorgen, und sich das Studio-Setting an die verschiedenen Sendungen und Tageszeiten anpassen lassen. Zusammenhänge ließen sich mit Hilfe der neuen Technik und des neuen Designs noch besser erklären und Dinge übersichtlicher aufbereiten und einordnen, seien es Studien, Umfragen, Interviews oder Schalten vor Ort. Die Vermittlung von Nachrichten aus aller Welt werde so nahbarer und eindringlicher.

Premiere feierten das neue Studio und On-Air-Design am 4. September im Rahmen der „RTL Aktuell“-Sendung. Ab dem 5. September wird auch das „RTL Nachtjournal“ im neuen Design gesendet. Die RTL-Magazine „Punkt 6/7/8“ und „Punkt 12“ sollen am Montag den 19. September starten.

Geplant und realisiert wurde das neue Studio gemeinsam mit dem Architektur- und Designstudio Veech x Veech (Wien), das bereits Studios für ORF, BTV oder Al Jazeera gestaltet hat. Für die Konzeption und Kreation des neuen Designs zeichnet CapeRock (Amsterdam) verantwortlich. Im Detail übernahm CapeRock die Neugestaltung des Nachrichtendesigns, des Motion-Systems, der On-Air-Grafiken sowie die Choreografie der Studio.Grafiken auf den verschiedenen LED-Bildschirmen.

Kommentar

Wie das Leben, so schwingt auch das Form- und Farbempfinden der Menschen gleich einem Pendel, hin und her (frei nach Schopenhauer). Unter dem Eindruck von Technikbegeisterung statten ZDF und RTL (u.v.a.) in den Jahren 2009 und 2010 ihre Studios mit Greenbox-Technik aus, um fortan Nachrichten aus virtuellen Räumen zu senden. Die Virtualität erlaubt größtmögliche Freiheit, aber sie vergrößert auch die Distanz zwischen Nachrichtensprechern / Moderatorinnen und Zuschauern. Die neu geschaffene künstliche Räumlichkeit lässt den Menschen allzu oft, wie im alten ZDF-Nachrichtenstudio, klein und wie diesem Universum entrückt erscheinen oder, wie im BRISANT-Studio, wie ein Fremdkörper oder Staffage.

Mit dem nun erfolgten Umbau des Nachrichtenstudios vollzieht RTL die Bewegung zurück zum physisch existenten, begeh- und greifbaren Raum. „Greifbarer“ und nahbarer sind somit auch das Team rund um Chefmoderator Peter Kloeppel, auch da man nun bei der Kameraführung offenkundig mehr auf Frontalansicht setzt, statt auf Schwenks aus der Totalen. Der Raum wird so dichter. Als Zuschauer rückt man näher an die Moderatorin / den Sprecher heran. Ein Gestaltungskonzept, das sich wohltuend von dem doch arg unruhig und effekthascherisch wirkenden Studiodesign der erst vor zwei Jahren erneuerten RTL-Magazine unterscheidet. Welch ein Kontrastprogramm.

Das neue Sounddesign der Nachrichtensendung RTL Aktuell hätte nach meinem Dafürhalten hingegen stärker das visuell-räumliche Konzept von „Echtheit“ und Nahbarkeit aufgreifen dürfen. Insbesondere die identitätsstiftende Fanfare wirkt dank der nach wie vor schrill klingenden Synthie-Bläser und Trommelwirbel abgehoben und artifiziell. Hier wäre, in Anlehnung an den nunmehr matten, dunklen Studioboden, auch ein satteres, von tiefen Bässen begleitetes Soundbranding denkbar. Digitalität und eine „am Puls der Zeit“-Mentalität vermittelt das neue Sounddesign zudem so rein gar nicht.

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Dieser Beitrag hat 5 Kommentare

  1. RTL hat sich bereits im Jahr 2000 vom realen Studio verabschiedet und somit schon bei den letzten drei Designs, oder anders gesagt: 22 Jahre lang, aus einem virtuellen Studio gesendet. Daher passt der Einstieg in den Kommentar und das Gleichsetzen mit der Technikbegeisterung (die bei RTL ja lustigerweise insbesondere jetzt beim neuen realen Studio grassiert) des ZDF nicht wirklich, Achim.

  2. Für mich modern und ästhetisch, aber zugleich auch herzlos und kalt. Design für Designer und Sterilität im Selbstzweck. Diese Art von Ästhetik nutzt mehr den schaffenden, als den Konsumenten.

  3. Oha, auf den ersten Blick wirkt das Studio regelrecht altmodisch, aber je länger man es wirken lässt, desto mehr erkennt man, dass es im hier und jetzt angekommen ist, in dem sich Menschen wieder mehr nach Authentizität sehnen. Nachdem eh jeder den ganzen Tag auf Bildschirme starrt, ist „weniger“ hier mal wieder „mehr“. Glückwunsch, das sieht gut aus und transportiert den Anspruch von RTL, seriöser zu werden, glaubhaft.

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