85 Kommentare zu “Imagekampagne: Magdeburg ist jetzt ottostadt

  1. Einige Magdeburger haben sich hier ja schon zu Wort gemeldet und einen guten Einblick in die Namensproblematik gegeben. Bleibt zu erwähnen, dass man schon seit langer Zeit bei der Einfahrt in die Stadt mit den Worten: “Willkommen in der Ottostadt Magdeburg” begrüßt wird. Mir scheint, dass hier eine Vorgabe von Seiten der Stadt bestand.

  2. Der verlinkte Film von meinem Vor-Vorredner (ich möchte kein ottostädter sein) ist wirklich toll. So eine Emotionalität und Authentitzität bekommt eine externe Agentur nie im Leben hin. Schön!

  3. Ich war ja so gespannt, wie Magdeburger “ihre” Imagekampagne aufnehmen.
    Daher habe ich die Meinungen der Magdeburger wirklich gerne gelesen.
    Ich bekam einen schönen Einblick in die Relevanz von Otto, Pferden und die Identität der Stadt.

    Vor allem die Betrachtung von m. (37) empfand ich als sehr gelungen, weil ich glaube das er zu 99% all die Gedanken hatte, die sich die Beteiligten von der Agentur und der Stadt garantiert auch gemacht haben.
    Ich bin mir auch sicher, das es wie immer keine leichte Geburt war und das Ergebnis ist so Mutig, das klar war das die Gemüter sich erhitzen.

    Vielen Dank an alle Magedeburger!

  4. Hilfe, Otto kommt!!! Ach nee, der ist ja Ostfriese.

    Mein erster Eindruck war eigentlich ganz positiv, die Gestaltung, Farbgebung und Typo sauber und modern, fand ich ganz ansprechend. Dann fiel mir jedoch der Städtezusatz auf: Ottostadt

    Als Nicht-Magdeburger kam ich trotz Interesse für Geschichte nicht gleich auf den richtigen Otto. Es gibt ja viele Städte der gleichen Größenordnung, die einen Namenszusatz mit Bezug zu den Eigenschaften der Stadt für ihr Marketing einsetzen. Da haben wir schon viele Beispiele gelesen: Autostadt Wolfsburg, documentastadt Kassel, oder weitere wie Lutterstadt Wittenberg, Bundesstadt Bonn, etc. Diese Städte wollen natürlich der Bedeutungslosigkeit entgehen und tun was dagegen. Ist auch richtig so. Aber diese Zusätze haben auch immer einen provinziellen Beigeschmack.
    Würde man denn andersherum auf die Stadt schließen können? Welche ist die documenta-Stadt, die Autostadt. Das würden viele noch auf die Reihe bekommen. Aber Ottostadt?
    Dann vielleicht Domstadt. Das können zwar viele andere Städte auch sein, aber so ein Dom prägt das Stadtbild enorm.
    Am Beispiel Magdeburg wurde in der Geschichte gekramt und versucht, das stärkste Bild hervorzuholen. Das mag mit Otto d. Gr. auch stimmen, das alleine reicht jedoch nicht, finde ich. Ohne den Städtezusatz und vielleicht eine Erweiterung des Logos mit dem Dom hätte das schon gereicht. Für den Betrachter kommt es aufs Gleiche raus: aha, es handelt sich hierbei um eine Stadt mit historischer Bedeutung.
    Dann würde natürlich nicht mehr die Otto-Kampagne funktionieren. Da müsste man sich was anderes überlegen.

    Bin mal gespannt, wie sich die Ottostadt bei der Bevölkerung entwickelt.

  5. @ m: Vielen Dank für deinen Kommentar. Ich muss gestehen, dass ich zu den von dir genannten Menschen gehöre, die gerade noch wissen, dass Magdeburg “irgendwo im Osten” ist, aber das war’s auch schon. Dass diese – ich nenne es mal so – vorurteilsbehaftete Sicht aufs eigene Land einen davon abhält, Schönes zu entdecken, durfte ich erst letzten Sommer wieder selbst erfahren. Ich war durch Zufall einige Tage in Halle und lernte eine schöne, lebendige, bunte Stadt kennen und welche wunderschöne Architektur sie bietet (und was für himmlische Mietpreise, bei denen Stuttgartern wie mir die Augen tränen vor Neid…). Vielleicht verhält es sich mit Magdeburg ja genauso.
    Gerade deswegen finde ich es ja schade, wenn ein historischer Zusammenhang konstruiert wird, den man als Nicht-Magdeburger nicht zwangsweise nachvollziehen können muss. Du schreibst, Magdeburg sei nun leider “für nichts bekannt” – aber anstatt Magdeburg mit etwas Neuem bekannt zu machen, indem man die Bewegung, das Erwachen aus der Lethargie für die Kampagne nutzt, vollzieht man einen Rückschritt ins Historische. Das finde ich leider für eine zukunftsorientierte Stadt, die anscheinend gerade dabei ist, einen neuen “Spirit” zu entwickeln, ziemlich verfehlt. Natürlich kann man sagen: Bevor wir etwas ganz Neues machen, das gar keiner kennt, nehmen wir lieber das Zeug aus dem Stadtarchiv, das kennen wenigstens noch ein paar Leute. Ist aber meiner Meinung nach kein zukunftsorientierter Schritt.
    Ich möchte noch kurz auf das Argument eingehen, das von einigen kam, nämlich dass die gezeigte Kampagne für Magdeburg selbst sein soll, und erst im späteren Verlauf – in veränderter Form? – auch außerhalb für Touristen und Investoren wirken soll. Da stellt sich mir ganz einfach die Sinnfrage dieser Kampagne. Man nutzt Geschichtliches, das die meisten Magdeburger verstehen, um den Magdeburgern klarzumachen, dass sie Magdeburger – respektive jetzt Ottostädter – sind? Was soll das bringen? Soll das identitätsstiftend wirken, wenn jemand kommt und einem in der eigenen Stadt eine Kampagne aufdrückt, wie man jetzt zu heißen hat, unter Zuhilfenahme von Motiven, die fast jeder Bürger kennt? Und für eine Kampagne, die sich (so äußern sich hier ja manche) nur an die Bürger der Stadt selbst richtet, sind 1,5 Mio wirklich eine Frechheit. Wenn die Kampagne aber doch noch “nach außen” geht, sind wir meines Erachtens beim Problem, das ich in meinem ersten Beitrag ausführlich erläutert habe – nämlich dass kein Berliner, Stuttgarter, Kölner usw. der die Ottos nicht kennt (und das scheinen doch einige zu sein) die Kampagne verstehen kann.

  6. Die kolportierten 1.5 Millionen sind wohl für die gesamte dreistufige Kampagne. Dass man zunächst Magdeburg-intern die Kampagne startet, liegt wohl darin begründet, dass man – wie auch einige hier schrieben – zunächst in der Stadt selbst die Identität verankern möchte, bevor man sie nach außen trägt.

    Inwiefern das nun sinnvoll ist, sei mal dahingestellt.

  7. Otto find ich gut! (siehe auch 38 Mike)

    Genau das ist mir auch sofort eingefallen. Ich finde es auch sehr schwer, wenn man sich nur auf den Vornamen beschränkt. Was erwarten denn nun die Magdeburger, dass die japanischen Touristen ganz interessiert fragen, wo man denn dieses Otto kaufen kann, oder was?

    Ich habe bei diesen Zusatzbezeichnungen immer den Verdacht, dass man das nur macht, weil mal jemand aus dem Stadtrat Zug gefahren ist und sowas wie “Hannover, die Messestadt” gesehen hat. Das wollen wir auch, heißt es dann. Sag’ mal den Marketingfuzzis Bescheid, wir haben doch auch was, das die anderen nicht haben.

    PS: Was macht denn jetzt Emden? Die sind ja schon länger “Ottostadt” … klagen?
    ;)

  8. ich find’, die kampagne funktioniert prima…demnächst fährt sicherlich die halbe leserschaft vom dt mal nach magdeburg, um sich vor ort ein bild zu machen…voilà, schon hats gefruchtet :-)

    also, kommt und erkundet den osten, hier ist ne ganze menge los.
    und die münchner unter euch kennen ich ja mit dem ottokaiser eh schon gut aus (hab ich grad gefunden: http://kaiserotto.de)…da wäre doch ne partnerschaft denkbar…denn die LÖWENSTADT braunschweig (merkt ihr was?) sitzt schon im magdeburger städtpartnerboot…http://www.braunschweig.de

    viele grüße aus der goethe- und schillerstadt (na, das funktioniert doch sogar ohne stadtname, oder???)

  9. Schön fotografierte Plakatkampagne für das Versandhaus.
    Ein Bekannter von mir ist CD auf dem entsprechenden Etat – eigentlich lässt er lieber hübsche Frauen fotografieren, das war für mich die von S&F gewünschte Irritations-Transfer der mein Interesse an der Stadt Magdeburg wecken sollte – kreative Werbung wirkt!
    Aber was schreibe ich hier?

    Die Grafik des Ganzen finde ich schön, auch das Logo. Aber was hier wem wie kommuniziert werden soll kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen.

  10. Wenn schon dieser deutliche historische Bezug, warum dann ausgerechnet eine derartige Modeschrift, und nicht eine, die ein bisschen Tradition rüberbringt? Das würde doch zu der 1205-jährigen Geschichte der Stadt besser passen. Magdeburg ist doch geschichtsträchtig, das Ganze wirkt aber eher, als ob sich eine eher unbekannte Stadt wie Hamm, Ludwigshafen oder Frankfurt (Oder) an irgendeine historische Person klammert, um auf Teufel komm raus einen Beinamen zu bekommen.
    Und musste man wirklich so weit gehen, die Leute auf den Plakaten so zu postieren, dass sie nach Kleiderwerbung aussehen? Wenn ich einen freundlichen, alten Mann im Anzug mit den Schriftzug “Otto hält zusammen” sehe, denke ich selbstverständlich an den Otto-Katalog. Seltsam.

  11. Die machen sich zum Otto, das stimmt.
    War schon mal einer da? Es ist wirklich nicht so schön und anziehend, so jedenfalls meine Meinung. Da hilft kein Erfinder, Kaiser, Ostfriese oder Otto-Motor

    Mir gehen die Image Kampagnen von Städten aber generell auf den Nerv.
    Was brauchen wir noch:
    Bellevue Buxtehude?
    Bad Oeynhausen Vegas?

    In meiner Mundart: immer schön die Kirche im Dorf lassen und sich nicht zu wichtig nehmen. Ein paar mehr Plätze und Bäume hier und da und die Leute werden schon merken ob es schön ist oder nicht.

  12. Als Magdeburger kann ich der Kampagne nichts abgewinnen. “Otto” ist und bleibt keine deutschlandweite Marke. Zwar sind innerhalb der Stadt Kaiser Otto und Otto-von-Guericke sehr wohl bekannt, als nachträglich identitätsstiftend wirkt diese Kampagne auf mich zumindest aber nicht. Die Strahlkraft nach außen kann ich nur schätzen, die obigen Kommentare scheinen meine Skepsis aber zu stützen.

    Die Bildsprache finde ich katastrophal. Wenn ich schon für eine Stadt werbe, sollten diese oder ihre Vorzüge im Vordergrund stehen. Relativ unbekannte Testimonials zu nutzen erscheint mir genauso sinnvoll wie mit Liegestühlen Werbung für eine Landmaschine zu machen – auch wenn die werbenden C-Promis aus Magdeburg stammen.
    Am schlimmsten jedoch erachte ich jedoch die auf mich wirkende Suggestion. Ich hielt das Ganze für eine Zigarettenwerbung. Grund: Die Farbgebung (warme Braun- und Rottöne) und der Textblock in Form und Gestaltung einer Zigarettenschachtel. Auch die Bildaufteilung passt im Großen und Ganzen eher zu einer Tabak- oder Katalogwerbung. Erst bei genauem Hinsehen und Nachlesen – man muss ganz nah herangehen, um den erklärenden Text zu lesen – was im Übrigen nicht vorteilhaft für eine flüchtige Bannerwerbung ist – verstand ich, worum es ging. Als Magdeburger!

    Als PR- und Marketingmensch muss ich jedoch vor allem kritisieren, dass man hier seitens der Stadtverantwortlichen reinen nichtsbringenden Aktionismus feiert, der mit teurem Geld erkauft wird.
    Weder ist mir die Zielgruppe klar noch wird mir erklärt, was mir als Rezipienten das beworbene Produkt an Vorteilen verspricht. Soll die Werbung Unternehmen ansprechen, um die Wirtschaftsansiedlung zu forcieren? Dann ist sie völlig falsch angesetzt. Besser wäre es hier, erst die tatsächlichen, leider sehr schwachen Rahmenbedingungen für Unternehmen in der Stadt zu verbessern und erst dann, bei gelungener Implementierung, eine gute PR-Kampagne dafür zu fahren.
    Oder soll es um Touristen gehen? Tja, dann kann ich nur sagen, sorry, ich bin Magdeburger, die Stadt hat bestimmt sehr schöne Ecken, aber Urlaub will ich hier nicht machen. Da hilft auch keine Imagekampagne. Braunschweig macht ja auch keine Werbung wegen seiner “schönen” Innenstadt.
    Oder geht es darum, die Einheimischen von ihrer Stadt zu überzeugen? Quasi als Selbstbestätigung. Das hielte ich für am verwerflichsten. Statt das Geld zu nehmen und die Infrastruktur, Kinderbetreuung, Arbeitsplatzsicherung etc. auszubauen, wird ein Riesenbudget für Werbung an die eigenen Leute verbraten. Und im Sommer werden wieder die Schwimmbäder geschlossen, weil kein Geld da ist. Super!

    Schlussendlich sieht man, das hier seelenlose Werbung ohne Kenntnis des Produktes betrieben wurde. Schlecht, weil gedankenlos und holzschnittartig umgesetzt von Scholz&Friends, und schlecht von Seiten der Stadt, weil man mal wieder bewiesen hat, dass Till Eulenspiegel auch heute noch kommen und die Stadträte an der Nase herumführen könnte. Schildbürgerstadt.

    PS: Das oben zurecht häufig kritisierte “Stadtlogo”, das Pferd und ‘M’ verbindet, ist angelehnt an ein Denkmal der Stadt, den Magdeburger Reiter, welcher Otto den Ersten auf einem Pferd sitzend zeigt. Das kapiert natürlich auch niemand außerhalb der Stadt. Warum man das Wappen nicht benutzt hat, ist mir persönlich ein Rätsel. Aber es passt wohl nicht zur DAX ;)

  13. Ich bin erst jetzt auf diese Kampagne gestossen und dachte natürlich sponatn auch erst an Otto aus Hamburg, jener Firma, die von meiner Frau gern frequentiert wird. Im Ernst, die Assoziationskette zur geschichtlichen Person des “Otto” ist schon arg weit hergeholt und mir bis dato auch nicht geläufig. Wurde denn da vorab kein Pre-Test gefahren oder waren die Entscheider so geblendet vom Glamour des Agenturlebens, dass diese Kampagne Wirklichkeit werden konnte. Eines hat sie nun aber tatsächlich erreicht, die Aufmerksamkeit ist ihr gewiss.

  14. Hat mal wer die Plakate gelesen? Ich gebe zu, dass ich mich auf dem Weg Hassel->Heimat, dazu bereiterklärt hatte und damit sowieso eher für die lustigen Seiten des Lebens zu haben war.

    So oft, wie das Wort “Otto” im Text zu lesen war bei der Dame unten Rechts. Ottomotor, Otto-Normalverbraucher – alles Otto…

    Ich gebe zu, dass man sich generell nicht so ernst nehmen sollte, aber das ist schon lächerlich.

    Dann lieber “wo die Kaiser sich zu Hause fühlten!”

  15. wie vielel vor mir geschrieben haben, fiel mir auch zuerst das Unternehmen “Otto” ein.

    Erst nach lesen des Textes klarte sich das Bild auf.. So richtig gelungen finde ich die Kampagne gerade deswegen nicht! Und wieviele Mitbürgerinnen und Mitbürger kennen schon die Geschichte von Otto aus Madgedurg? Da finde ich andere Kampagnen wie bspw. heute auf N-TV gesehen (“wir finden andere Dinge erotisch” – für das Land Niedersachsen”) zwar plumber, aber einleuchtender.

    Schade, hat bestimmt gut Geld gekostet…

  16. Visuell durchaus nicht ohne Durchschlagskraft. Gerade wenn man bedenkt, wie viele Städte überhaupt eine Außendarstellung mit einem gewissen Anspruch haben. Wenn ich da an Köln denke …

    Das Wording mit “otto” ist natürlich schwach. Im ersten Moment denkt man wirklich: Eine Stadt verkauft sich an ein Versandhaus und wird zur gesponsorten City. Dieser Eindruck wird auf der Website “otto online” noch verstärkt.

    Die Wortbildmarke selbst finde ich zu kompliziert. Das Prinzip funktioniert beim Brandenburger Tor, bei einer Vermischung von Buchstabe und Bild wirkt das ganze doch zu gewollt. So als ob man sich bei einem Action-Film ständig Gedanken über die Kamerafahrt macht – und darüber von der Handlung abgelenkt wird.

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