85 Kommentare zu “Imagekampagne: Magdeburg ist jetzt ottostadt

  1. Otto? Welcher Otto?
    Hätte ich mal im ZDF bei „Die Deutschen“ besser aufgepasst. :-C

    Otto-Dix-Stadt Gera gibt es schon. König Otto, Kaiser Otto, wenn sich die Stadt mal nicht zum Otto macht.

    Schöne Farben und schönes Konzept auf dem Namen konnte aber auch nur einer aus der Stadtverwaltung kommen. In wie Weit da von Scholz und Fiends beraten wurde, vermag ich hier nicht zu sagen.

  2. Von den zuletzt hier vorgestellten Neuentwicklungen in Sachen Stadt-CI finde ich dieses von der Bildmarke her noch am überzeugensten. Das Naming ‘Ottostadt’ finde ich dabei irgendwie irreführend…. da sicherlich die meisten den Zusammenhang nicht erkennen werden. Aber vielleicht bietet genau diese Unwissenheit vielen als Ansporn sich näher mit der Stadt und generell deutscher Geschichte auseinander zusetzen. Der Name ‘Ottostadt’ könnte sich daher durchaus identitätsstiftend auf die Einwohner Magedburgs auswirken.
    Allerdings gefallen mir die Farben in der Umsetzung der Kampagne nicht so sehr. Das ist schon arg retro :)

  3. Nachdem ich den Beitrag jetzt viermal gelesen und mir die Illustrationen ausführlich angesehen habe, komme ich leider immer noch nicht von meinem ersten Eindruck weg. Ich schreibe deswegen leider, weil ich die Bildmarke und deren Farbkombinationen wirklich ansprechend und schön finde. Und ich auf der einen Seite nach dem Lesen des Begleittextes durchaus den Otto nachvollziehen kann. Aber genau darin liegt für mich der große, große Fehler der Kampagne.
    Nicht nur, dass ich Otto wohl mit so einigem assoziiere (Versandkatalog, Musikpreis einer Teenie-Zeitschrift, Persönlichkeiten der Geschichte ohne Bezug zu Magdeburg) – aber ganz sicher nicht mit der Stadt Magdeburg. Nach dem Lesen der Erklärung bin ich wohl in der Lage, die Verbindung nachzuvollziehen; eine tatsächliche Verknüpfung entsteht in meinem Kopf deswegen noch lange nicht. Das ganze Konzept wirkt hanebüchen konstruiert um eine Assoziation, die sich bei von mir geschätzten 85-90 Prozent aller Betrachter nicht einstellt. Es ist eine winzige, abgeschlossene Nische, die man mit dieser Kampagne leider besetzt, und das größte Problem daran ist, dass ich mir als Nicht-Geschichtsinteressierter leider keinerlei “Eselsbrücken” zur Erklärung bilden kann. Wenn ich den Hintergrund nicht kenne, verstehe ich die Kampagne nicht, und falls tatsächlich 85-90 % der Betrachter die Kampagne überhaupt nicht verstehen, ist die Kampagne – ich muss es leider so drastisch sagen – Mist.
    Kein Investor begeistert sich für eine Stadt, bei der er erst einmal googeln muss, um ihr Marketing zu verstehen. Versteht mich nicht falsch, ich bin durchaus ein Fan von Kampagnen, bei denen man die grauen Zellen etwas in Gang bringen muss, um sie zu durchschauen. Aber das Entscheidende daran ist, dass ich überhaupt die Möglichkeit habe, die Kampagne zu durchschauen – das habe ich hier ganz einfach nicht, wenn mir das historische Wissen fehlt.
    Außerdem stößt mir am Begriff der Ottostadt noch auf, dass der Begriff “Otto”, zumindest in meinem Alter und Sprachraum, alles andere als positiv besetzt ist. Jemanden zum Otto machen heißt ganz einfach jemanden zum Idioten machen. Ein Otto ist ein etwas Zurückgebliebener, beeinflusst von spießiger Kleingeistigkeit; jemand, der mitläuft und sich dabei zum Deppen macht. Klar, das ist meine persönliche Assoziation aus dem Sprachgebrauch meines Umfeldes – aber nichtsdestotrotz nicht gerade ein charakterliches Aushängeschild für eine Stadt.
    Noch kurz zur Gestaltung der Wortmarke: Ich finde sie ebenfalls zu dünn, zu beliebig, zu kraftlos für eine Stadt, die groß rauskommen will. Sicher, es mag schick aussehen, aber es fehlt mir dabei die Substanz. Ich denke an: Schöne Fassade, nichts dahinter.

  4. ich hab alles mögliche versucht hinein zu interpretieren; leider kam außer verwirrung nichts dabei heraus. ohne erklärung erschließt sich nicht von selbst, was da gemeint ist.

    1. assoziation: ottofindichgutstadt magdeburg – mist, kann schlecht sein, nächster versuch:
    2. assoziation: Mottostadt magdeburg – vielleicht gehört das m aus der bildmarke ja dazu. aber moment, warum dann nicht auch m-agdeburg? muss komplizierter sein. achjaa vielleicht der hier:
    3. assoziation: ottomotorstadt magdeburg – vielleicht kam herr otto ja daher… aber hey, wenn schon mit mehr ps, warum dann das pferd im logo?

    – dann hab ich angefangen den text zu lesen

    gruß und einen schönen start in die woche!

  5. Mit dem Stadtmarketing ist es aber auch nicht leicht. Die meisten Slogans sind nun mal unfassbar beliebig und austauschbar, das konnte man erst vor kurzem bei der Zeit sehen. “Ottostadt” ist wenigstens ein Versuch etwas einzigartiges zu entwickeln. Wie geglückt das Ergebnis ist steht dann auf einem anderen Blatt.

    Apropos: da wir letzthin eine Diskussion zu dem Thema hatten – wie steht das Designtagebuch eigentlich zur Selbstdarstellung seiner Heimatstadt Hannover?

  6. Rein visuell sieht die Marke und das drumherum doch interessant aus, auch wenn die Kombination aus Braun und Orange mich irgendwie an die 70er erinnert.
    Der Zusatz ottostadt? Dachte zuerst an den Versanhändler und fragte mich spontan, ob der tatsächlich in Magdeburg seinen Stammsitz hat. Die jeweiligen Sprüche sind auch nicht gerade hilfreich, gerade das “otto forscht” könnte man ja auch perfekt auf den Versandhändler ummünzen- auch wenn ich nicht wüsste, worüber die forschen könnten :).
    Kann mich also nur meinen Vorschreibern anschließen: schlechte Wahl.

  7. “ich denke nur, das es schon eine sehr hohe Transferleistung vom Betrachter erfordert, dass er „otto“ nun auf die Stadt Magdeburg beziehen soll.”

    So schlimm wird’s wohl doch nicht sein.

  8. Für mich funktioniert “ottostadt” mit der Bildmarke, da hier ein Kaiser zu Pferde zu sehen ist und der historische Bezug daher augenfällig ist. Nicht gut ist allerdings die zugehörige Otto-Kamapgne – aus den schon genannten Gründen. Was mich hingegen bei der Bildmarke stört ist der “abgeschnittene” Pferdeschwanz – für mich drängte sich zunächst der Eindruck auf, dass es sich hier um eine Kombination von “H” und “m” handelt – und somit um die “Hansestadt Magdeburg”.

  9. wurde die diarrhö bei pferden zum ersten mal in magdeburg festgestellt?
    Das war meine erste Assoziation. Ich denk auch, dass der “Otto”-Slogan noch zu sehr von den Werbekampagnen des Versandhändlers besetzt ist, als das eine Stadt dies positiv nutzen kann.

  10. Bei dem Bilderset mit den Plakaten habe ich bedingt durch die fette Type glatt unter »otto« für den Bruchteil einer Sekunde in Gedanken ein »find’ ich gut« dazugetextet, bis ich fertig gelesen und geschaltet habe, dass es nicht um das Versandhaus geht ;)

  11. Die grassierende Seuche der Namenszusätze ist ein echtes Phänomen (Dokumentastadt Kassel, Brüder-Grimm-Stadt Hanau, Friedenststadt Osnabrück etc.) und führt sogar zu Auswüchsen, das tatsächlich einige Wittenberger glauben ihre Stadt hieße Lutherstadt. Insgesamt find ich das ganze eher lästig, aber die “Ottostadt” schlägt dem Fass den Boden aus. Mir kamen einige Ottos in den Sinn, der Waalkes aus Emden, der Versand aus Hamburg, das Sendermaskottchen vom HR, der Otto mit dem Motor und der von Habsburg. An den großen Kaiser hab ich gerade mal nicht gedacht (da hilft auch der Gekrönte Herr auf dem Zossen mit Durchfall nicht) und von dem Diplomaten hab ich noch nie gehört. Ich fürchte dem Otto Normalverbraucher geht das recht ähnlich wie mir. Die Gestaltung ist mir jetzt mal egal – Ottostadt ist einfach daneben.

  12. Ich finde die Idee gut. Besonders die Bilder mit den Menschen, die sich total mit ihrer Ottostadt identifizieren. Man hätte vielleicht noch einen Quoten-Migraten dazu nehmen sollen, um die PR-Heuchelei abzurunden. Aber ansonsten… Spitze!

  13. Sehr schöne Bildmarke. Dax? Naja ist gerade modern. Ottostadt? Beim ersten betrahten dachte ich erst einmal an den Otto Versand und war recht verwundert, dass dieser dort eine Niederlassung haben soll und diese in dieser Stadtkampagne verwurstet worden ist. Dass es dort historische Bezüge gibt ist sicherlich nicht mal dem Magdeburger geläufig. Aber wie schon irgendwer meinte könnte es durch die entstandene Verwirrung dazu kommen, dass der Betrachter das recherchiert. Also iPhone an und los gehts.

    Die Bildwelt gefällt mir persönlich sehr gut. Gut das ein oder andere “Testimonial” ist nicht wirklich aussagekräftig. Witzig wären hier doch eher Tokio Hotel. Aber scheinbar wollten die nicht für ihre Stadt vor die Linse.

  14. Die Kampagne wird genauso nach hinten losgehen wie alle bisherigen Kampagnen. Anstelle sich regionale Profis zu holen die die Stadt und ihre Menschen kennen wurde stattdessen Scholz & Friends engagiert. Die haben sich übrigens bereits für Braunschweig “Stadt Heinrichs des Löwen” einfallen lassen. Na, fällt jemandem was auf? ;-)

  15. Man muss bedenken, dass die Kampagne in mehrere Teile aufgeteilt ist. Die aktuelle – erste – Phase ist ersteinmal rein lokal in Magdeburg für die Sensibilisierung der Magdeburger Bevölkerung gedacht. Die erwartete Transferleistung ist damit noch nicht so furchtbar groß, da Magdeburger ja schon mit Ihren beiden Ottos besser etwas anzufangen wissen.
    Interessant wird es, wenn die Kampagne in der nächsten Phase hinaus nach Deutschland getragen wird. Dort wird man das mit dem “Otto” nicht so sehr auf die leichte Schulter nehmen können.

    Ich hoffe Magdeburg macht sich mit der Kampagne nicht zum Otto. Oder damit dafür 1,5M€ ausgegeben zu haben.

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