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Gymondo im neuen (femininen) Look

Gymondo Bildmarke, Quelle: Gymondo
Gymondo Bildmarke, Quelle: Gymondo

Gymondo Bildmarke, Quelle: Gymondo

Gymondo, ein 2013 gegründetes Fitness-Onlineangebot, hat sich einen neuen Look verpasst. Die Zielgruppe, auf die es Gymondo abgesehen hat, ist dem neuen Markenaufritt deutlich anzusehen.

Gymondo bezeichnet sich selbst als Deutschlands führende Online-Fitness- und Ernährungsplattform. Als Alternative zu klassischen Fitness-Studios kann man bei Gymondo Videokurse buchen, um sie in den eigenen vier Wänden durchzuführen. Workouts-Anleitungen für zuhause also. Hinter Gymondo steht ProSiebenSat.1 Media.

Gymondo Logo – vorher und nachher
Gymondo Logo – vorher und nachher

Dass Gymondo vorrangig weibliche Kunden ansprechen will, ist nach erfolgtem Redesign mehr denn je zu erkennen. Mit Aprikose (Coral) als neuer Hausfarbe und einem entsprechend gestalteten Logo – ein geschwungenes/verschnörkelte „G“ – hofft man, die Attraktivität der Marke zu steigern. Realisiert wurde das Redesign inhouse.

Kommentar

Femmondo. Auf die weibliche Kundschaft hin optisch ausgerichtet, ohne dabei in allzu platte Klischees zu verfallen. Die Formgebung des sanft-geschwungenen „G“ würde ich als zum Markenprofil passend einstufen. Die visuellen Anleihen bei Airbnb sind freilich nicht zu übersehen.

Ich hab mir vorgenommen das Thema Gender Design noch einmal gesondert in einem entsprechenden Beitrag anzugehen, statt, wie schon öfters, immer nur in Form eines Kommentars. Hierzu in den kommenden Tagen mehr.

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Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 39 Kommentare

  1. Ich hab die Nase auch gestrichen voll von diesen Gender-Klieschees. Sorry @violator, aber diese “Präferenzen” kommen sehr wohl durch Sozialisierung und Erziehung und nicht weil das in den Genen liegen würde. Bis etwas zum ersten Weltkrieg war es so, dass rosa die Jungs-Farbe war und blau die für Mädchen. Alleine das zeigt, dass das alles medien- und menschengemachte Stereotypen sind, die man als Kind lernt und verinnerlicht. Ich finde wir als Designer sollten uns dieser Schubladen sehr bewusst sein, aber darüber stehen. Wir haben eine besondere Verantwortung damit umzugehen und sollten die Dinge kritisch und mit Abstand betrachten.

    Klar hat das Logo hier einen femininen Touch, z.B. ausgehend davon was wir gegenwärtig als feminin betrachten (in ein paar Jahren sind wir hoffentlich etwas weiter), aber hier wurde sich nun ja wirklich nicht am klischeehaften “Mädchen-Pink” bedient, sondern an einem warmen, angenehmen, pastelligen Orange-Ton, der am rosa/pink nur mal vorbeigelaufen ist.

      1. Ich stimme deinem letzten Absatz voll und ganz zu! Feminismus bedeute für mich auch, dass jede Frau und jeder Mensch genau das machen darf, was sie/er will – losgelöst von Klischees und Stereotypen. Ich hoffe nicht, dass du das Gefühl hattest ich unterstelle dir etwas. LG

  2. Für Achim:
    https://www.shz.de/deutschland-welt/starke-krieger-suesse-puppen-eine-kinderwelt-in-rosa-und-blau-id12928056.html

    Als richtige Jungen noch Rosa trugen:

    Historiker: Bis in die 40er-Jahre war Blau die Farbe der kleinen Mädchen

    Die Vorliebe kleiner Mädchen für die Farbe Rosa gilt heutzutage als naturgegeben. Dabei war Rosa jahrhundertelang im westlichen Kulturkreis die Farbe der kleinen Jungen. Dagegen war Blau, das heute den Jungen vorbehalten ist, die Farbe der kleinen Mädchen. Rosa wurde auch das “kleine Rot” genannt, und weil Rot als Signalfarbe der Männlichkeit galt, ordnete man Rosa folgerichtig den Knaben zu. Mädchen zog man blau an, weil Blau die Farbe der Jungfrau Maria war.

    “Die heutigen Farbwerte sind laut Paoletti entstanden, weil Kleiderhersteller und Warenhausketten glaubten, damit auf Kundenwünsche einzugehen, sagte sie dem Magazin der Smithsonian-Museen. Doch die Kunden schwankten lange. Die Professorin meint: “Es hätte auch umgekehrt kommen können.”

    Quelle: aus einem Artikel in der WELT, 2011, Autor Matthias Heine, Farbgeschichte

  3. Gender-Klischees hin oder her, den Anspruch einen kompletten gesellschaftlichen Wandel einem profitorientierten Wirtschaftsunternehmen aufbürden zu wollen finde ich etwas unfair. Hier sollte die Politik – besonders die Bildungspolitik – ansetzen um zukünftigen Generationen die Chance zu geben solche Klischees hinter sich zu lassen.
    Das Unternehmen hat nun einmal eine Zielgruppe und in diesem Fall sind es eben Frauen, in einem gewissen Alter, die bereits ihr Leben lang auf eben diese Klischees geprägt wurden. Wenn ein Unternehmen nun die Wahl bekommt, zwischen einem Konzept, welches für ihre Zielgruppe funktioniert und einem das vermutlich nicht funktioniert aber ein schönes Zeichen setzt … hat es da wirklich eine Wahl?

    1. TimBob,
      genau das ist das Dilemma von Kommunikation & Massenwerbung:
      Sie bestätigen und bekräftigen Klischees, sie spielen damit.
      Es macht sie aus. Daraus besteht sogar einzig ihre Existenz.

      Es funktioniert für diese freilich nicht, bereits “gelernte” Farben, Formen und Begriffe nicht zu verwenden.

    2. Ja, man kann sich natürlich darauf ausruhen und weiterhin die Klischees bedienen. Das ist die einfache Variante.

      Aber gerade Kreative sollten schon ein wenig mehr draufhaben als Klischees. Es gibt so viele verschiedene Ansätze die man nutzen könnte, von sachlich bis überdreht, man kann sogar Klischees aufgreifen sie dann aber vielleicht auch ad absurdum führen.

      Gymondo hat sich nun für diesen Weg entschieden. Trotzdem, oder genau deshalb muss und darf man dieses Thema jetzt aber auch ansprechen.

      1. Genau das meinte ich mit “spielen”.

        Woher es kommt, dass jemand, der auf das Dilemma hinweist, als jemand interpretiert wird, der sich darauf ausruht, ist mir nicht verständlich.

  4. Ich bin selbst Nutzer von Gymondo (und btw. ein Mann).
    In der Smartphone App und auf der Website ist der neue Look schon eine Weile im Einsatz. Mir ist allerdings nicht in den Sinn gekommen, es würde “femininer” wirken (wollen). Haben die Verantwortlichen irgendwo kommuniziert, dass das ihr Ziel war oder ist das eine Schlussfolgerung deinerseits?

    Während Ladezeiten ist das “G” innerhalb der App übrigens animiert und verwandelt sich in unterschiedliche Fitness-Geräten wie Springseilen oder Schlingentrainer. Ich finde die Idee sehr witzig.
    Leider wurde das Redesign bisher aber noch nicht für die Apple TV-App vorgenommen, aber das folgt sicherlich auch noch.

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