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JvM kreiert Logodublette

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HSE Logo

Die folgende Geschichte fällt in die Kategorie: Kann passieren, sollte aber nicht. Der Darmstädter Energieversorger HSE beauftragte Jung von Matt mit der Kreation seines zukünftigen Erscheinungsbildes. Als Ergebnis kam eine 1A-Logodublette heraus (rechts im Bild). Die Recherche muss bei dem Projekt hinten runter gefallen sein, denn sonst hätten die Kreativen der renommierten Agentur bemerkt, dass die Henningsdorfer Stahlfirma gleichen Namens ein Logo verwendet, das dem finalen Entwurf von JvM äußerst nah kommt (links im Bild).

Wer bei Google mit den Begriffen “HSE LOGO” die Bildersuche ausführt, erhält bereits auf Seite 1 das Logo der Stahlfirma. Der Fauxpas wurde erst bemerkt, nachdem der Entwurf von den Darmstädtern verabschiedet wurde. JvM ist, wie man liest, untröstlich und verzichtet auf 50% des Honorars,  in Summe 200.000 Euro. Trotz der Zustimmung zum neuen Firmenlogo heißt es jedoch seitens HSE: „Wir werden die Zusammenarbeit mit der Agentur einstellen, sehen das schon als Schönheitsfehler”, so Dieter Weirich, Leiter der Konzernkommunikation von HSE.

So geht der Energieversorger mit einem Schönheitsfehler in das bevorstehende Redesign. Eigentlich vollzieht man ja ein Redesign unter anderem auch deshalb, um Schönheitsfehler auszumerzen. Eine sehr unglückliche Geschichte also. Nicht nur für die Beteiligten eine lehrreiche Erfahrung, auch für andere Kreative ist dies ein Beispiel, das die Notwendigkeit einer Recherche VOR der Entwurfsphase verdeutlicht.

111 Kommentare

  1. In der Tat peinlich, dazu noch weil es die selbe Abkürzung trägt. Andererseits trägt natürlich der gestalterische Zeitgeist eines möglichst reduzierten, simplifizierten Signets auch dazu bei, daß Logos sich immer mehr ähneln – und diese Yin-Yang-look-a-like-Logos hab ich nun schon dutzendfach in allen möglichen Variationen gesehen. Wobei ich hier allerdings nicht nur die Agentur, sondern auch den Kunden in der Pflicht sehe: Die tragen den Namen ja schon eine Weile länger und werden auch in der Vergangenheit schon über ihre Namensvetter gestolpert sein, z.B. bei der Wahl des Domainnamens.Wie auch immer, wie du bereits sagtest, alles sehr lehrreich.

  2. Zum Logo: sonderlich originell ist es nicht – gerade bei einer “Institution” wie JvM darf man, auch in Anbetracht der finanziellen Seite, wohl etwas mehr erwarten.

    Bei so renommierten Agenturen sollte man beim Betrachten eines Logos nicht gleich den Satz “Wenn der Designer nix weiss, dann macht er ´nen Kreis” im Kopf haben.

    Das Logo der Stahlfirma hat vermutlich nicht mal ein Tausendstel des JvM-Preises gekostet.

  3. Die ganze Sache ist inklusive des Logos unfassbar. Häme ist unangebracht, immerhin werden einige Kollegen sich eine neue Wirkungsstätte suchen müssen.
    Die Höhe des Honorars steht allerdings auch in keinem Verhältnis zur Qualität des Entwurfs.
    Für nahezu eine halbe Million Euro darf die Originalität etwas höher ausfallen, auch die Behandlung des Kürzels ist nicht ganz zeitgemäß. Extreme Breite, Abrundung – das verweist in die späten 90er.
    JvM muss sich fragen lassen, wie das passieren konnte.

  4. Ein typisches Beispiel, wie Dinge schieflaufen können.

    Abgesehen von der Qualität des Logos – wobei dieses ja auch immer ein Stück auf das Briefing und die Wünsche des Kunden zurückzuführen ist – sehe ich den größten Image-Schaden in der Veröffentlichung des Budgets. Gerade in Zeiten, in denen im Energieumfeld viel über Kosten, Preiserhöhungen usw. diskutiert wird, ist es sicherlich für den Endverbraucher nicht nachvollziehbar, warum eine Logoentwicklung in einer solchen Größenordnung beauftragt wird.

    Design-GAU, PR-Super-GAU…

  5. … ist doch schön, dass sowas auch einer Heldenagentur wie JvM mal passiert.

    Ich frage mich jedoch, wie es passieren kann, das Name UND Design komplett gleich sind! Eines von beiden – OK. Aber BEIDES?

    Und zu den 400.000 Euro: es ist doch jedesmal dasselbe. Da wird ein Corporate Design beauftragt, zu dem AUCH ein Logo gehört – und die ganze Welt schreit auf, warum das Logo jetzt 400.000 Euro kostet. Der Großteil ist doch die Arbeit im Hintergrund: Gestaltungsraster erstellen, Templates erstellen, Designguides erstellen, etc. etc…. Langsam regt’s mich auf, dass Designer und Werber durch solche unvollständigen Interpretationen (v.a. in der Presse) immer als geldgeile Abzocker hingestellt werden. Informiert euch, Schreiberlinge! (Damit meine ich nicht dich, Achim! :))

  6. Nunja, 400.000 EUR ist trotzdem mal ein Wort. Aber auch kein Ding, kleinere Agenturen schaffen von der Qualität/Umfang vergleichbares zu einem Brauchteil der Kosten. Bei JvM kauft man eben auch den Namen mit und den Projektverantwortlichen auf Kundenseite auch das gute Gefühl, eine gute Agentur beauftragt zu haben. Die hocken ja auch auf heissen Kohlen und müssen das intern rechtfertigen – in diesem Fall gings wohl gehörig schief und der Projektverantwortliche bei HSE hätte mal lieber eine regionale Agentur mit 20 Köpfen und 100.000 EUR Budget beauftragt. Kein PR-Gau, kleinere Kosten, [...], Profit.

  7. Jahrelang habe ich bei der Ausgestaltung des alten HSE-Corporate Designs mitgewirkt. Die ursprüngliche Agentur hatte den Gedanken der Fusion zweier Ursprungs-Konzerne und deren energetische Grundausrichtung durch das »Fusions/Energie-E« symbolisiert. Trotz des mangelnden Kontrastes zwischen Gelb und HSE-Rot — was des öfteren zu Lesbarkeitsproblemen beitrug — fand ich das Signet und das daraus resultierende Logo treffend. Ein Facelift wäre meines Erachtens sinnvoll — und gut möglich gewesen.
    Die HSE entschied sich jedoch nach der Zusammenarbeit mit kleineren Agenturen, aufgrund einer kompletten Neuausrichtung des Konzerns und der positiven Erfahrung mit Metadesign (für die Tochterfirma »entega«), zur Zusammenarbeit mit einem Platzhirschen. Ich habe das Gefühl, dass bei JvM das Budget für den HSE-Auftrag als »kleiner Fisch« gesehen wurde — und damit die Chance für einen Junior-Designer (=Praktikant) eröffnet wurde. Mir geht es hier nicht um die peinliche Doublette, sondern rein um die konzeptionell-grafische Ausführung des Logos, die weder den »revolutionären«, nachhaltigen Ansatz der neuen HSE interpretiert, noch den Versorgungsauftrag, noch die typische Süddeutsche Mentalität (Kantigkeit).
    Den Preis von 400K finde ich zwar recht hoch — aber das galt sicher für das gesamte Rebranding und ist wahrscheinlich der Preis für das Schmücken mit dem Namen »JvM«.
    Der Geschäftsbericht hingegen zeigt welches Potenzial dann doch in einer großen Agentur steckt. Sicher wurde auch hier (leider) das Rad nicht neu erfunden, aber immerhin ist es eine saubere, typografische Arbeit. Die meines Erachtens nach etwas zu runden Flächen sind für Insider etwas zu nah am Corporate Design des Mutterkonzerns »HEAG« — aber das ist eben die Konsequenz aus dem Logo.
    Unabhängig davon finde ich den Schritt des HSE-Konzerns nicht nachvollziehbar, dieses Logo abzusegnen (unabhängig der Doublette) — hier wäre ein professioneller Einspruch der Konzernkommunikation sinnvoll — und ein bedachter Umgang mit dem bisherigen Logo besser gewesen.

  8. Autsch. Als ich den Beitrag nur durch Blick auf das Bild geöffnet habe, war ich noch von einem typischen Neuentwurf ausgegangen. Umso überraschter musste ich die ersten Zeilen lesen. Fehler passieren das lässt sich nicht schön reden. Aber mit regionaler Nähe und derartiger Ideenlosigkeit ist das wirklich ein grober Schnitzer.
    Ich gehe davon aus dass ein Logo alleine, allen Exklusivrechten zum Trotze kaum so teuer sein dürfte, oder?

  9. Ich verlinkten Beitrag zum Echo kannst du lesen dass die HSE an diesem Logo festhällt, da es keine rechlichen Folgen nach sich zieht und die Konzernkommunikation vom Desgin überzeugt ist.

  10. Bin mal gespannt, wann JvM anfängt, die Logos diverser Online-Portfolios zu „recyclen“.

    Und die Erklärung von HSE finde ich soooo putzig: „Die Firma hat Ihr Logo nicht angemeldet. Demzufolge sind wir rechtlich auf der sicheren Seite“.

    Jawohl, man klaut’s einfach und zahlt bei JvM nur die Hälfte. Nicht schlecht.

    Aber es ist asoszial und rechtlich nicht auf der sicheren Seite. Denn JvM hat das Logo kopiert, egal ob sie es wußten oder nicht. Und HSE kauft ein Plagiat. Ergo: Kauf von Diebesgut. Die Original-HSE kann die Firma verklagen, da sich nachweislich deren Logo seit Jahren im Umlauf befindet.

    Zudem, als Minipunkt hintenangefügt: Das neue ist gestalterisch von der Stange.

  11. Ja, schon peinlich. Mich beschäftigt bei so etwas aber immer die Frage, wie man wirklich umfassend recherchieren kann; die von Achim skizzierte Methode ist ja nicht wirklich verbindlich, auch wenn sie in diesem Falle das Schlimmste verhindert hätte.
    Wie können wir wirklich 100%ig ausschließen, dass es bestimmte Ideen oder Formen noch nicht irgendwo im Lande bereits gibt?

  12. @Ich: Bitte nicht von Dingen faseln, von denen man keine Ahnung hat. Hier kommen Urheber- und Wettbewerbsrechte zum tragen. Im Urheberrecht wird die Original-HSE vermutlich an der Schöpfungshöhe scheitern, im Wettbewerbsrecht dürfen sie einen jahrelangen Rechtsstreit mit unbekannten Ausgang ausfechten, der erstmal nur Kosten produziert und zweifelsfall gar verloren wird. Keine Rechtsberatung, nur meine Erfahrung in über 10 Jahren Selbstständigkeit.

  13. Hm, korrigiert mich, falls ich mich irre, aber entsteht rein urheberrechtlich nicht das Urheberrecht auf ein Gewerk mit der »Schaffung des Werks«? Das würde bedeuten, dass es völlig wurscht ist, ob die »andere« HSE ihr Zeichen angemeldet hat oder nicht. *amkopfkratz*

    Jedenfalls sei nun mal wieder bewiesen, dass es sich durchaus lohnt, ein wenig zu recherchieren … ;-)

  14. Ich glaub manche Leute hier sollten sich wenigsten ein wenig mit Markenrechten beschäftigen.
    Das Logo der HSE Stahlbau ist natürlich geschützt schon alleine weil es “zuerst” da war.
    Die Geschäftsbereiche der beiden HSEs unterscheidet sich aber dermaßen das sich die Logos in den verschiedenen Nizza Klasse überhaupt nicht über den weglaufen. Deswegen besteht auch keinerlei Rechtsanspruch seitens der HSE Stahlbau.

  15. Hoppla! Schon blöd, dass so etwas passiert. Jetzt könnte man glatt Schadenfreude entwickeln, wenn ich als ehemaliger JvMler nicht ganz genau wüsste, dass die auch nur mit Wasser kochen.
    So etwas sollte natürlich nicht passieren, aber bei den Myriaden an Logos, die mittlerweile auf dem Markt sind, kann das schon mal vorkommen und keiner der hier Anwesenden kann mir glaubhaft versichern, dass er eine allumfassende alle Doubletten ausschließende Recherche betreiben kann.
    So ein Fauxpas macht JvM irgendwie schon wieder etwas menschlicher. Man kann nur hoffen, dass der arme Tropf, dem das Missgeschick passiert ist, nicht einen fürchterlichen Einlauf bekommen hat. Denn bei so einer Sache sind sie alle in der Pflicht.
    @ Klaas und Co.: Ihr habt aber dennoch Recht, dass CD und CI nicht gerade JvMs große Stärken sind. Wenn meine Agentur Logos entwickelt und der Kunde zufällig auch einen Folder oder eine Anzeige benötigt und den/die auch von uns haben möchte, dann machen wir das natürlich auch (ich war ja schließlich nicht umsonst bei JvM ;-))

    Gruß,
    Jan

  16. Ein sonniges Hallo.

    Wenn ich ehrlich bin, gefällt mir die Art und Weise, wie aller Orten über so ein Fauxpas berichtet wird, nicht. Stellvertretend möchte ich das hier mal begründen.

    1. Wir kennen die Verträge nicht.
    2. Wir wissen nichts über den Umfang der Leistung.
    3. Wir wissen nichts darüber, wer für Markenrecherche und -rechte zuständig war.
    4. Viele Beiträge und Kommentare die ich überall lesen konnte, entbehren offenbar die Kenntnisse um die Vergütung von Designleistungen und deren Nutzung.
    5. Mancherorts werden sogar Beispielrechnungen präsentiert. Z.B. auf Basis des VTV (AGD Vergütungstarifvertrag). Leider offenbar ohne Kenntnis der Punkte 1. bis 3. und leider auch ohne Kenntnis, wie der VTV funktioniert.

    Die Erkenntnisse Vieler sind schnell gefasst: Viel zu teuer, schlecht, kann ich auch.

    Sicher. JvM hat sich hier nicht mit Ruhm bekleckert.
    Das wissen die Entscheider dort selbst, wie man an dem Entgegenkommen ablesen kann.

    Kurios ist die Entscheidung des Auftraggebers, das gelieferte Design zu verwenden schon.
    Denn so gesichert erscheinen mir die Rechte nicht.
    Zudem könnten pfiffige Anwälte darauf abstellen, daß es sich hierbei um kein urheberrechtlich schützenswertes Design handelt, fehlt doch ganz offenbar die entsprechende Schöpfungshöhe.

    Mein Tipp an den Auftraggeber wäre: Gebt den Stahlwerkern 200.000,- für die Unterlassung der weiteren Nutzung ihres Signets. Dann könnten die sich ein gelungenes Redesign leisten.
    Wir stehen gern zur Verfügung.

    Zugegeben. Die JvM Arbeit war kein großer Wurf. Diese Kreisbögen gibt es gefühlt tausendfach. Aber, am Ende wird sich jeder an dieses Logo erinnern. Dafür sorgen die vielen aufschreienden Beiträge auf allen Social Media Kanälen.

    Schmunzelnd vom sonnigen Elbstrand
    Oliver Schuh | agd | die gebrauchsgrafiker

  17. @Dennis (17):

    Danke für Deine Einwände. Aber ich wäre Dir sehr verbunden, mich nicht als Dummkopf darzustellen. Ein einfaches „Darf ich Deine Informationen erweitern bzw. korrigieren?“ hätte es besser getan. Insofern liegt es mir jetzt sehr weit, Deine Ausführungen annehmen zu wollen.

    Hochachtungsvoll.

  18. Das scheint kein Einzelfall bei den Kollegen von JvM zu sein. Ich habe von einem ähnlichen Vorfall mit einem anderen Logoentwurf gehört, wo das Logo (mit ziemlich berühmtem Look-A-Like) auch wesentlich detailreicher war als im hier gezeigten Beispiel. Das wurde allerdings zum Glück für den Kunden von einer dritten Partei erkannt und ist somit nicht ans Licht der Öffentlichkeit geraten.

  19. Wow, wie kann denn durch Zufall ein fast exakt gleiches Logo entstehen? Wie geht sowas? Ich meine, es handelt sich nicht um ärgerliche Ähnlichkeiten wo man sich denkt “Mist.”. Sondern es ist fast eine 1:1-Kopie.
    JvM, hat man da etwa mal bei anderen Logos über den Zaun gespickt? Alles in allem ein unfassbarer Fehler. Nicht nur die Initialen sind gleich, sondern auch die markantesten Stellen im Logo!

  20. Wegen der guten Erfahrung mit Metadesign (also quasi den Profis für Corporate Design) ist man also zu Jung von Matt gegangen (also gerade eben nicht den Profis für Corporate Design)…. Ist ja eine interessante Vorgehensweise.

  21. Das ist nicht gut gelaufen ;-) Aber was ich am schlimmsten finde, ist die erneute Diskussion um Honorare. Wenn man mal kurz einen Blick auf die Echo Online Kommentare wirft, dürften wir anscheinend bald garnichts mehr verdienen. Das Problem an Logos ist, das man ihnen die Arbeit die dahintersteckt meist nicht ansieht. (Nicht unbedingt auf das HSE Logo bezogen) Und danke an die CI/CD’ler ;-) Das ist nicht mal eben was für nebenbei. Der Bereich ist eine Kunst für sich!

    Mit den besten Grüßen
    Nils

  22. @26: Ich hab dich nicht als Dummkopf tituliert, aber wer hier mit einer selbstgefälligen Art von Urheberechten schwadroniert, der sollte zumindestens die Basics kennen oder eben fragen und nicht behaupten. Serious business.

  23. Ein sehr, sehr peinliches “Versehen” der Designer. Aber das kann doch eigentlich kein Versehen gewesen sein, da es ja aussieht wie 1 zu 1 nachgemacht. Vielleicht doch eher abgekupfert?

    Ich finde man hätte das Logo gar nicht erst nehmen dürfen und die Agentur nicht bezahlen sollen. Auch die Firma hätte recherchieren können und müssen, bevor sie so etwas veröffentlicht.

  24. Auch wenn das Logo keine 1:1-Kopie wäre, wäre es trotzdem unglaublich schlecht. Ich weiß nicht wie oft man schon bei Baufirma “Hinz und Kunz” diese Schwünge in einem Logodesign gesehn hat. Jung von Matt macht tolle Werbung, sind mir aber schon des öfteren durch richtig mieses Design aufgefallen (inkl. der eigenen Webseite). Da wäre der Kunde bei Metadesign besser aufgehoben gewesen.

    Und das Honorar ist in dem Fall auch vollkommen überzogen. Klar steckt hinter einem Logo bzw. Corporate Design mehr Arbeit, als das fertige Ergebnis vermuten lässt, nur bezweifle ich dass sich hier jemand nur die geringste Mühe gemacht hat. Für ein paar Hundert Tausend Euronen kann man schon erwarten, das man ein klein wenig recherchiert. Wie schon erwähnt: die Eingabe “HSE Logo” hätte in der Google Bildersuche bereits auf der ersten Seite den entscheidenden Treffer gehabt.

    Einfach nur sehr sehr sehr schlechtes Design.

  25. @Achim (23 [>17]): Klar, Google/Bing-Suche und DPMA; auch letztere hilft aber nur weiter, wenn zufällig eine Firma auch noch den selben Namen hat. Keine Frage, beschämend, dass das in diesem Falle – insbesondere von so einer Agentur – nicht gemacht wurde.
    Damit sind aber noch keine Formenplagiate oder -übereinstimmungen recherchiert. M.E. gibt es keine verlässliche Recherchemethode außer dem eigenen photografischen Gedächtnis, der Erfahrung, etc. Oder Markenanwälten, die alle eingetragenen Marken Deutschlands, Europas, der Welt präsent haben und deren Eigenständigkeit und Gestaltungshöhe für ein atemberaubendes Honorar beurteilen können. Signetentwurf ist – wenn man ehrlich ist – mittlerweile ein Schuß in den Wald und der Versuch, dabei keine Bäume zu treffen.
    Noch ein Beispiel dazu: Das Logo der Hochschule Ostwestfalen-Lippe. Es gibt in Deutschland 238 staatliche Hochschulen plus unzählige private Einrichtungen. Wieviele staatliche Hochschulen es in Europa gibt? – keine Ahnung. Alles davon zu recherchieren? – unmöglich. Und dann würde eine solche Recherche auch nur diese Branche betreffen … also eigentlich kein Wunder, dass irgend eine portugiesische Hochschule ähnlich ausieht.
    Nicht falsch verstehen: ich möchte die Leistung bzw. Fehlleistung von JvM nicht schönreden. Aber wir sollten generell etwas defensiver sein, wenn es um den Vorwurf der fehlenden Recherche geht.

  26. @ Dennis (33)

    Zitat: „Ich hab dich nicht als Dummkopf tituliert, aber wer hier mit einer selbstgefälligen Art von Urheberechten schwadroniert, der sollte zumindestens die Basics kennen oder eben fragen und nicht behaupten. Serious business.“

    „schwadroniert“, „selbstgefällig“ etc. … Wer schwadroniert hier eigentlich in einer selbstgefälligen Art? Echt Dennis, ich bitte Sie, antworten nicht mehr auf meine Kommentare. Vielen Dank und leben Sie wohl.

    P.S. Sind Ihnen die Hunde etwa zu Kopf gestiegen?

  27. Nicht nur das Logo ist »geklaut«, der aktuelle Geschäftsbericht bedient sich 1:1 an dem grundlegenden Gestaltungsprinzip von Kraussmaffei. Wenn der Geschäftsbericht die zukünftig grundlegende Gestaltung der HSE vorweg nimmt, ist ein Großteil des CorporateDesigns, was JvM verkauft hat geklaut/entlehnt/abgeschaut.

    Was JvM hier abzieht ist echt das Allerletzte!

  28. Vor etlichen Jahren wurde in einer Designagentur, in der ich gearbeitet habe, ein „Schwünge”-Verbot für Logoentwürfe ausgesprochen. Das war Anfang der Neunziger, als der Markt geradezu inflationär mit Schwüngen und Bögen zugeschmissen wurde und alle paar Wochen ein Nike-Klon das Licht der Öffentlichkeit erblickte.

    Es ist natürlich alles andere als leicht, wirklich neue Sachen zu entwickeln, aber in den Preisen für die Entwicklung eines Corporate Designs ist bei den großen Design-Agenturen eigentlich immer eine umfassende Recherche des Mitbewerber-Umfeldes mit drin. Da werden nicht nur Namen gegengecheckt sondern eben auch Farben, Schriften und Gestaltungselemente. Für uns Designer war das manchmal ordentlich frustrierend, wenn rauskam, dass der eigene, echt coole Entwurf leider von jemand anderem schon früher erfunden wurde. Dank der guten Recherche-Abteilung kam es aber zum Glück immer rechtzeitig raus, dass heißt, bevor der Kunde die Entwürfe überhaupt zu Gesicht bekam.

    Die JvM-Kollegen sind in dieser Angelegenheit wahrlich nicht zu beneiden …

  29. Nochmal zum Thema Recherche und damit auch auf Thias Kommentar #37 eingehend. Auf GazoPa kann man Bilder hochladen und nach ähnlichen Motiven suchen lassen. Ich habe einfach mal das HSE-Logo hochgeladen. Hier die Trefferliste
    Zugegeben, auch dieses Tool ist lediglich ein kleiner Baustein in der Recherche. Es spielt zudem so gut wie keine Rolle, ob etwa ein Recycling-Betrieb in Kanada ein ähnliches Logo einsetzt. Absolute Sicherheit gibt es ebenso wenig, wie es DAS einzigartige Signet gibt.

  30. Hallo Achim,

    wenn ich auf Deinen Link „Trefferliste“ klicke, dann erscheint folgende Meldung:

    Your search – – did not match any images.
    Suggestions:
    Make sure all words are spelled correctly.
    Try different keywords.
    Try more general keywords.
    Try fewer keywords.

    Wolltest Du das zeigen, oder gab es Treffer und der Link zeigt es falsch an?

  31. Hui. Schlimmer Fehler. Und auch die Qualität des Designs an sich lässt zu wünschen übrig.

    Wie es besser geht, haben die Stadtwerke Neuwied Anfang des Jahres gezeigt: Auch rund, auch mit Schwüngen, auch mit YinYang-Anlehnung, aber trotzdem eigenständig, mit Bezug zum Thema – mit einer Agentur vor Ort umgesetzt und viel viel viel viel günstiger eingekauft!

  32. Ich möchte hier einmal den „ist doch gar nicht so schlimm“-Standpunkt vertreten. Sicherlich wirkt die Parallele besonders wegen der Namensgleichheit auf den ersten Blick etwas unangenehm, allerdings haben wir hier keine Warengruppen- oder sonstigen Überschneidungen, die diese Parallele verbieten. Hier in den Kommentaren wird meist urheberrechtlich argumentiert, aber das Markenrecht setzt andere Maßstäbe an und lässt bei nicht gegebener Verwechslungsgefahr (hierzu ist in der Regel ein Wettbewerbsverhältnis erforderlich) solche Parallelen bewusst zu.

    Und das mit gutem Grund: Wer sucht, wird noch Tausende solcher Parallelen finden – der Trend zu einfachen Formen führt nun einmal statistisch dazu, dass es so ziemlich jede Lösung mittlerweile schon einmal gab. Wie gesagt, meines Erachtens nicht so schlimm, solange man, wie in diesem Fall, nur auf Logos von bestenfalls lokaler Bedeutung trifft, die sich zudem noch in einem anderen Warensegment tummeln.

    Ich nehme einmal an, dass bei dem genannten Budget (zu dem der Auftragsumfang gar nicht dargestellt wird, wie Oliver Schuh richtig anmerkt) eine entsprechende Markenrecherche inklusive war. Dumm nur: sie hat bzw. hätte – selbst wenn man auf die Idde gekommen wäre, nach den parallel verwendeten Buchstaben „HSE“ zu suchen – in diesem Falle gar nicht weitergeholfen, da das „Original“-Logo (laut kurzer DPMA-Recherche) gar keine eingetragene Bildmarke ist. Im Gegensatz zum JvM-Logo, übrigens.

  33. Da bei einem Redesign das neue Logo ja schon meist auf der Basis des halten erstellt wird würde ich hier einfach von einem Übermittlungsfehler ausgehen. Da soll ein Grafiker auf Zuruf “mal was fertig machen”, wenn er dann nach einer Vorlage fragt bekommt er dann “Google halt mal nach HSE und schau’s dir auf der Webseite an” zur Antwort.

  34. Ich sehe das so.

    1. Das Logo, ein No-go. Google Bildersuche dauert 5 min. Das ist für jeden Designer Pflicht und hat nichts mit “Recherche” zu tun.

    2. Fast eine halbe Million Euro für ein 08/15 Corporate Design, das schon in den 90ern langweilig und identitätslos gewesen wäre. omg. Wenn man bedenkt das in Deutschland Heere von freelancenden Grafikdesignern und kleinen Büros (die den Job alle besser machen würden) täglich am Existenzminimum vorbeischrammen.

    3. Es ist eine Frechheit, für ein offensichtliches Plagiat auch noch 200.000 Euro zu verlangen, diesen “epic fail” auf den Markt zu drücken und zu behaupten “rechtlich wäre alles geklärt” nur weil man finanziell und juristisch am längeren Hebel sitzt.

    (Aber beim Thema Plagiat immer auf die Chinesen zeigen …)

    4. Das Argument “in der heutigen Zeit ist es so gut wie unmöglich unverbrauchte Logos zu gestalten” ist eigentlich ein Armutszeugnis das versucht Einfallslosigkeit zu rechtfertigen. Wie kann man so etwas behaupten und sich dabei “kreativ” nennen? Formensprache kann man nicht begrenzen, nur das eigene Denken.

    5. Wenn sich JvM bei einem 400.000 Euro Job so wenig Mühe gibt. Wieviel Etat bekommen die bei “wichtigen” Aufträgen? In welcher Welt leben die (wir) eigentlich?

    6. Diese ganze Geschichte ist eigentlich ein Zeichen dafür, dass die Zeit der ganz großen Werbeagenturen abzulaufen scheint. Vor allem sehr peinlich für den Auftraggeber HSE. Die fühlen sich sicher komplett verarscht, haben aber kein Budget (oder Mut) mehr für ein neues CD mit neuer Agentur.

    ——
    Manchmal passiert es das man sich Dinge aneignet und später vergisst woher die Quelle stammt. Ich kann mir vorstellen, das der Designer bei JvM das Original-Logo ganz am Anfang entdeckt hat und später wieder vergessen. Ab und zu verdrängt man Dinge im kreativen Prozess auch sehr schnell und gerne wenn man nicht aufpasst …

  35. “Das Logo, ein No-go. Google Bildersuche dauert 5 min.”

    Nach was soll man denn bitte bei Google suchen? “rotes kreisförmiges Logo mit Schwung”? Der findet ja nur Dateinamen. In dem Fall wärs auch nur möglich, weil der Name der Firma mit gleichem Logo zufällig auch derselbe war.

  36. Ich freue mich ja schon auf den Tag, an dem die besten (bösesten) Kommentare in der nächsten ganzseitigen Anzeige für JvM präsentiert werden. Mit einem richtigen guten Claim dazu wird dann das Ganze als Viral entlarvt. Practice what you preach — liebe Kollegen …

  37. Zitat von Jan:
    “…Wenn man bedenkt das in Deutschland Heere von freelancenden Grafikdesignern und kleinen Büros (die den Job alle besser machen würden) täglich am Existenzminimum vorbeischrammen. ”

    Wenn die am Existenzminimum vorbeischrammen machen die was falsch. Wer richtig gut ist, wird immer gut verdienen.

    “…Wenn sich JvM bei einem 400.000 Euro Job so wenig Mühe gibt. Wieviel Etat bekommen die bei “wichtigen” Aufträgen? In welcher Welt leben die (wir) eigentlich?”

    In diesem Fall verständlich. Sonst ist das Honorar in Ordnung. Diese Agentur bewegt sich nunmal zu Recht in einer anderen Preisklasse.

  38. @38: Ob ich dir antworte, entscheide grundsätzlich erstmal ich *g* und zu deinem Nackenschlag:
    “Sind Ihnen die Hunde etwa zu Kopf gestiegen?” – die Frage verstehe ich nicht, was hat das bitte mit deiner Fehleinschätzung bezüglich des Urheberrechtes zu tun? Vielleicht auch einfachmal über den eigenen Schatten springen und zugeben, das man unüberlegt und uninformiert drauf los gesabbelt hat.

  39. Um der Diskussion mal etwas konstruktiveres abzugewinnen, Stelle ich mal die Frage in den Raum, wie die zahllosen freelancer, die das alles besser können, ihre Recherchen vornehmen. Ich persönlich halte mich, zuallererst an google, Brands of the World und ähnliche Archive durchsuche ich zuweilen auch. Allerdings muss ich viel zu oft darauf vertrauen das meine Kreation individuell genug ist um solche Unglücke wie oben zu vermeiden. Die Möglichkeit nach Formen statt Namen zu suchen ist leider noch sher eingeschränkt. Solange das nicht. Wirklich geht muss ich auf Individualität und die Merkfähigkeit meiner Kollegen vertrauen (“kommt mir bekannt vor…”). Oder gibt es da draußen noch recherchetools von denen ich ( und jvm) bisher nichts weiß?

  40. @ Nils

    “Wer richtig gut ist, wird immer gut verdienen.”

    Das ist leider eine Illusion, gerade im Kreativbereich. Keine Branche arbeitet so häufig für umsonst wie die Grafikdesigner. Unbezahlte Pitches sind heute etwas völlig normales. Preisdrückerei und alles was dazugehört ebenso. Auch große Marken spielen ihren Status gern aus (Ihr dürft für fast umsonst für uns arbeiten, dann habt ihr was für’s Portfolio …)

    “Diese Agentur bewegt sich nunmal zu Recht in einer anderen Preisklasse.”

    Wieso zu Recht? Eine Agentur die so etwas abliefert, hat eben kein Recht dazu. Da stimmt was nicht im Preis-Leistungsverhältnis …

  41. @Jan: Ich bin ebenfalls der Meinung das sich Qualifikation, gepaart mit etwas Geschäftssinn, durchaus auszahlt. Es bleibt eine frei Entscheidung bei unbezahlten Pitches mitzumachen oder sich von Kunden “drücken” zu lassen. Die Kollegen mit denen ich eng zusammenarbeite und ich machen so etwas grundsätzlich nicht. Für umsonst mach ich nur Dinge die mir “privat” Spass machen, meinen Beruf übe ich ausschließlich gegen eine adäquate (!) Bezahlung aus. Ich verdien zwar vermutlich nicht so viel wie ein AD bei JvM (Was kriegt man denn da so? :-), allerdings bin ich auch weit entfernt vom Hungertuch und hab, in meinen Augen, ein angemessenes Auskommen.

    Und die Kategorie “Recht” ist hier, glaube ich, fehl am Platz, es geht einzig und alleine darum ob man Kunden findet die den angesetzten Preis bezahlen wollen. Womit sich dieser Preis dann begründet ist wiederum eine ganz individuelle Sache zwischen Kunden und Dienstleister.

  42. @Dennis (55), Wauzikontor

    Um das das ganze nochmal besser zu beenden, weil mir Ihr kindisches Gezank ehrlich auf den Nerv geht: Ich habe nirgends behauptet, etwas besser zu wissen und in meiner ersten Antwort darauf hingewiesen, daß eine höflichere Form der Korrektur, die ja ein Eingeständnis eines Fehlers beinhaltet, angemessener gewesen wäre. Wenn Sie lesen könnten bzw. ein höflicher Mensch wären, hätten Sie die Botschaft auch verstanden. Aber da dem wohl nicht ist und ich ja Ihrer Meinung nach „herumsabbele“, bleibt es bei meiner Antipathie gegenüber Ihnen und Ihrer Aussage. OK?

    P.S. Sie tun sich nicht gerade einen Gefallen, wenn Sie Ihren Hundebedarfversand promoten, obwohl Sie eigentlich Ihre Werbeagentur im Namenslink führen sollten. Man bekommt ja wirklich wauzige Eindrücke hier vermittelt. Nachher kommt noch Porno-Klaus vorbei und will mir was von Branding erzählen und ist in Wahrheit Chef von JvM persönlich.

    P.P.S. Ihre eigentliche Arbeit sieht ja ganz nett aus. Also was soll die Rechthaberei? Wenn Sie es besser wissen, gut, aber bleiben Sie in Zukunft bitte sachlich.

  43. Hallo allerseits,

    auch ich finde es angeischts der gleichen Buchstabenkombi und der damit verbunden schnellen Auffindbarkeit einen äußerst unangenehmen Faux-Pas. Bei “HSE”, das u.a. auch ein TV-Shopping-Kanal ist/war und sehr häufig vorkommen dürfte, ist eine entsprechende Suchanfrage in meinen Augen sinnvoll. Ob nun je nach persönlichem Kreativ-Gusto *vor* oder *nach* dem Entwurf (aber in jedem Fall *vor* der Weiterverarbeitung in einem CD) ist dabei unerheblich.

    Zum Glück sind wir Designer/innen alle keine Ärztinnen und Ärzte und können drum mit unseren möglichst minimierten, aber existenten Fehlerquoten vermutlich entspannter leben, als jene oder ähnliche Berufsgruppen. Wer möchte derzeit zum Crowd Manager umschulen?

    Fehler gehören zum Leben, auch einfache mit großen Auswirkungen. Da stolpert ein hochbezahlter Bundesliga-Torwart über den Rückpass und der Club kommt nicht ins internationale Geschäft, weil ihm die 2 Punkte fehlen. Das passiert in der Kreisklasse vielleicht 5x öfter im Jahr und in der Verbandsliga immer noch 3x…

    Ich find’s gut, von so einem Faux-Pas bei den oberen 10.000 … ähm … Top 10 zu hören, weil es mich zum einen an die eigenen Workflow-Listen erinnert und zum anderen mich im Umgang mit meinen Kunden entspannt, wenn mir mal ein Fehler unterläuft. Vielleicht stolpere ich nicht über einen Rückpass, unterlaufe dafür aber demnächst mal eine Flanke… oder verschieße einen Elfmeter. Über einen (beruflichen) Fehlpass im vorderen Mittelfeld kann ich heute nach dieser jedenfalls entspannt lächeln und lauf halt wieder nach hinten und hol mir die Pille zurück.

    Zum Glück lässt sich das Leben mit Fußball hervorragend erklären.

    Also: immer den Ball flach halten.

    liqui

  44. Wir wissen doch alle wie das läuft. JvM hat jede Menge Praktikanten. Was glauben JvMs Kunden denn, an wessen Projekten diese Praktis arbeiten? An den A-Kunden sicher nicht. Ist ein kleiner lokaler Energieversorger für JvM ein A-Kunde? Sicher nicht. Was macht der Praktikant, wenn ihm nichts einfällt und die Deadline naht? Google-Bildersuche.

    Ich frage mich, wie HSE überhaupt auf die Idee kam, dass JvM sie wirklich ernst nehmen könnte. Für 400k hätte sich jede kleinere Agentur sämtliche Beine ausgerissen.

    Es würde mich ausserdem interessieren, wie JvM das Original-Logo vor dem Debakel bewertet hätte.

  45. Liebes ich #59 (das klingt jetzt seltsam):

    ich beziehe mich auf dein Posting:
    “Aber es ist asoszial und rechtlich nicht auf der sicheren Seite. Denn JvM hat das Logo kopiert, egal ob sie es wußten oder nicht. Und HSE kauft ein Plagiat. Ergo: Kauf von Diebesgut. Die Original-HSE kann die Firma verklagen, da sich nachweislich deren Logo seit Jahren im Umlauf befindet.”

    Sorry, da hilft halt auch alles auf freundlich pochen nichts, es bleibt eben Unsinn. Da kannst du meinen Namen auch noch so lange googeln und mir Dinge an den Kopf werfen. Unsinn bleibt Unsinn. Kann man drehen wie man will.

  46. Die Form ist so beliebig und tausendfach dagewesen, da fragt man sicht von wem HSE 1 das “geklaut” hat. Und ob wer das erste Unternehmen war, dass sich HSE nannte, Home Shopping Europe vielleicht ;)

  47. @achim

    ich fände es super wenn du mal eine diskussion über gehälter und preise anstoßen würdest, vielleicht mit einem anonymen poll.

    ich kenne kaum eine branche, in der die gehälter in den letzten jahren so stark gesunken sind…

  48. ich würde das nur als ein teil dessen sehen. sinkende gehälter sind das eine, aber wie hier schon angesprochen wurde, werden pitches für lau verlangt, große kunden drücken die preise und sagen, schluckt es oder wir vergeben den etat anderweitig. man könnte eine ganze serie mit mehreren finanziellen aspekten daraus machen.

    ich hab vor kurzem eine stellenanzeige gesehen, in der ein grafiker mit fh-abschluss gesucht wurde – für 1000 euro brutto. mal ehrlich, selbst als einstiegsgehalt ist das unter aller kanone.

    eine bekannte hat mir letztens gesagt, dass ein ziemlich großer verlag vor einiger zeit seinen freien illustratoren die preise genannt hat, die sie nun bereit wären zu zahlen. da sind einige abgesprungen weil sie das einfach nicht einsehen.

    ich hab in einer agentur gearbeitet die unter anderem mit künstlern zusammenarbeitet. die künstler sind teilweise nichtmal mehr bereit, geld für einen vernünftigen fotografen auszugeben, obwohl das gesicht der leute das ist, worüber sich auftritte und co verkaufen.

    die oben genannten 400k scheinen hier so manchen emotional zu berühren. ich kann dir nicht genau sagen was man aus dem thema alles machen kann, sollte nur eine anregung sein, vielleicht fällt dir oder jemand anderem hier etwas gutes dazu ein. ich weiß aber natürlich auch, das geld immer ein heikles thema ist, schließlich lässt sich niemand gern in die karten schauen, aber vielleicht kann man trotzdem was daraus machen.

  49. doublette hin oder her. ich denke, viel wichtiger als die grundform ist doch am ende die formale ausarbeitung. wenn es gut gestaltet ist kann man jeder beliebigen form die nötige individualität verleihen. leider haben jvm auch das ein bisschen verfehlt.

  50. @andre:
    Angestoßen durch eine spannende Diskussion im Fontblog, hat der BDG im Februar 2010 eine aufschlussreiche Blitzumfrage zu den Gehältern gemacht.
    Das Ergebnis war, wie nicht anders zu erwarten, niederschmetternd: »Sexy und arm – erschreckende Ergebnisse einer BDG- Umfrage zum Einkommen von Kommunikationsdesignern«

  51. autsch! das tut richtig weh!
    ich muss da auch zustimmen, dieses ying yang zeugs ist schon mehr als abgedroschen, und einem büro wie JvM nicht würdig… aber nur so anbei: warum glaubt ihr alle das 400 € viel ist für ein logo? wenn man als grafiker arbeitet und sich damit seine brötchen verdient, ist 400€ nach abzug der steuern nichts! ich bin eigentlich eher erstaunt wie wenig sie verlangen…

  52. @christopher: Wenn eine kleine Darmstädter Klitsche das Logo für 400 € gemacht hätte, wär die Sache sicher kaum der Rede wert. Aber du hast drei Nullen übersehen, als Auftragsvolumen waren 400.000 € genannt, jedoch sicherlich inkl. Umsetzung, Druck, Schaltung.
    @andre und Achim: zum Thema Pitches empfehle ich als praktische Argumentationshilfe und Leitfaden die Pitch-Broschüre des SDSt.

  53. @ich (#59, #67 etc.): dieses kindische Getrolle ist ja unerträglich!
    Du lehnst dich mit deiner Wortwahl aus dem Fenster (“asolzial” (sic!), “soooo putzig”, “Kauf von Diebesgut”) und bist dann ganz irritiert, wenn dich jemand zurechtweist.
    Auf die in meinen Augen ganz entspannte Antwort von Dennis (“Bitte nicht von Dingen faseln, von denen man keine Ahnung hat.”) gibt’s von deiner Seite ein 1A-Armutszeugnis (#26).
    Bitte tu mir einen Gefallen und versuche, dich bei deinen nächsten Postings wieder auf das Thema zu konzentrieren. Bitte.

  54. Ich möchte dann doch jetzt gerne mal die “Reißleine ziehen”. Ich denke, Termini wie “asozial” gehören hier nicht hin. Dieser war mit Auslöser für die etwas kleinteilig geratene Nebendiskussion. Ich habe zudem den letzten Kommentar von “ich” gelöscht. Irgendwann sollte es mal gut. Jeder hat seinen Standpunkt ausreichend dargelegt. Ich fänds schön, wenn wir tatsächlich nicht weiter abschweifen würden. Das vorgestellte Thema ist doch spannend genug. Besten Dank.

  55. Dann hätten Sie so konsequent sein sollen, Herr Schaffrina, und den vorhergehenden Kommentar ebenso löschen. Den lassen Sie nun stehen. Na vielen Dank.

    Das hier ist mir zu anstrengend, wenn man schon nicht „Asozial“ sagen darf, und permanent wegen seiner Meinung und Aussagen genervt wird.

    *******************************
    dt-Anmerkung
    “anstrengend” trifft es ganz gut. Zumindest hier sind wir einer Meinung. Wer “Kollegen” als asozial tituliert – und das trifft in Deinem Fall zu –, muss damit rechnen, dass Andere ihn darauf hinweisen, dass man sich vergallopiert hat. Ebenso damit, dass mit Ermangelung eines Mindestmaßes an Fairness, der Admin seine Kommentare entfernt. Trotz verständlicher Emotionalität sollte diese Fairness möglich sein. Zur Erinnerung hier die Netiquette.
    *******************************

  56. Weiter oben wurde ja darüber spekuliert, ob die Zeit der großen Agenturen nun abgelaufen ist. Das kann ich nicht weiter beurteilen, ich denke aber, es wird für das Pulk an Freiberuflern einen Vorteil haben:

    In Zukunft werden (hoffentlich) die “großen” Agenturen öfters die Unterstützung von freien Mitarbeiten (=den wahren Experten auf ihrem Gebiet) einkaufen und vielleicht weniger ausschließlich auf ihre internen Ressourcen vertrauen.

    Denn, ein Freiberufler, der sich so einen Schnitzer leistet, der ist “verbrannt” – über einen internen Mitarbeiter wird das Deckmäntelchen des Schweigens (von Seiten JvM) gelegt werden – er/sie hat zumindest keinen (eigenen) Namen zu verlieren (höchstens seinen Job). Hätte beispielsweise ein David P. aus unserem helvetischen Nachbarland diesen Pixelsalat angemischt, wäre es sicherlich seine letzte Creation gewesen…

    Neben den oben genannten Recherche-Mitteln schaue ich auch immer wieder gerne bei logopond und brandstack vorbei.

  57. Es ist ja in Ordnung, dass einige hier aus Angst vor sich etablierenden Dumpingpreisen hohe Agenturrechnungen verteidigen.
    Selbst wenn es hier nicht nur um das Logo, sondern das komplette CD geht, finde ich das unglaublich. Durch ein geniales Arbeitsergebnis kann der Preis schon mal auf keinen Fall zustande gekommen sein. Aber was rechtfertigt den Preis sonst? Ein sechsstelliger Euro-Betrag für den guten Namen JvM? Haben die Manager der Südhessischen Energie AG große Träume geträumt und wollen sich wie die ganz großen Jungs fühlen? Was solls, ein Energiekonzern erhöht mal eben die Preise und gut ist´s.

  58. Herr Schaffrina, jetzt reicht es aber langsam mal mit Ihrer Netiquette. Ich betrachte JvM nicht als Kollegen und wenn „Kollegen“ Logos abmalen, klauen oder entlehnen oder einfach nur zu dumm sind, eine ordentliche Recherche zu tätigen, und das dann auch noch für 400.000 Euro verkaufen, finde ich das asozial. Genauso die Reaktion von HSE II hochmütig zu postulieren, daß ja deren Version bereits rechtlich geschützt sei etc. das ist eine saumäßige Einstellung. Denn normalerweise sollte man sich entschuldigen und ein neues Logo entwerfen. Doch leider ist das verpönt.

    Und wenn Sie immernoch nicht lesen können, sowenig wie alle anderen hier, wenn ich schreibe, daß ich eine höflichere Form der Korrektur bevorzuge (wahrscheinlich haben Sie meine Postings eh nicht gelesen), was ja keine Ablehnung von Dennis’ Hinweis beinhaltet – im Gegenteil, kann ich Ihnen leider auch nicht helfen. Nur sein immerwährender Anspruch auf Rechthaben ging mir gehörig auf den Sack. Und seine Unflätigkeit ebenso. Aber ich denke, hier werden Stammkunden geschützt.

    Ich bin seit 11 Jahren CD, davor 4 Jahre AD und habe verschiedene Großkunden bereits bedient. Und eine große Firma bzw. die betreuende Agentur muß darauf achten, daß die Recherche EINWANDFREI ist, und das man nicht ein Logo verkauft bzw kauft, welches in mannigfaltiger Variationsausführung klick und klar bei Google-Imagesearch auffindbar ist. Ich kann auch nicht hingehen und das Deutsche-Bank-Logo nachmalen.

    Also hören Sie und andere bitte auf mir erzählen zu wollen, was ich zu meinen habe. Wenn ich das Recht bemühen muß, hole ich mir Anwälte und keinen Dennis von Wauzikontor, denn der kann genausogut danebenliegen. Und zweitens ist das hier ist ein Blog und man sollte das Recht haben, seine Meinung so zu äußern wie man es will. Es ist nämlich meine Meinung – ob die rechtlich richtig oder falsch ist, ist trivial.

    Gute Nacht.

  59. Und für die Zukunft lernt man daraus noch folgendes: eine Abkürzung ist eben kein einzigartiger Name. Schon allein die Wahl des Domainnamens stellt sich als Problem dar. Ähnlichkeiten mit bestehenden Unternehmen (auch in unterschiedlichen Markenklassen/Schutzbereichen) bleiben wie hier nicht aus.

  60. Wie Ben (#12) ja schon erwähnte, wurde auch der Geschäftsbericht von JvM konzipiert, gestaltet und gesetzt. Gehört diese Arbeit nun auch zu den immer zitierten 400.000 €? Wenn jemand von den KommentatorInnen, die sich über diesen Betrag ereifern, Informationen haben, woraus sich das Honorar zusammensetzt, bitte ich um Mitteilung.

  61. #84
    irgendwie muss ich beim Lesen deiner Postings immer mehr an so manche Charaktere aus britischen Sitcoms (Alan Partridge, David Brent in “The Office” etc) denken. Der trendige deutsche Begriff “Fremdschämen” passt in diesem Zusammenhang auch ganz gut.
    Ich wünsche dir ebenfalls eine Gute Nacht.

  62. Das Honorar fürs Logo beträgt 80.000 EUR, die 400.000 EUR sind das gesamte Auftragsvolumen. Folglich haben sich JvM und die HSE auch nur auf die Halbierung der 80.000 EUR geeinigt.

  63. shit happens…ich glaub hier lachen nur praktikanten der rest fühlt mit…da muss die ganze abteilung sich ein neuen job suchen! Die Headline sollte so aussehen: Artdirektion von Praktikanten torpediert: Trainee schädigt Medienagentur durch unterlassene Recherche – Abteilung gefeuert, Schaden ca. 250.000 €! Praktikant meint: er habe sehr viel gelernt bei diesem Projekt :D

  64. Geschieht JvM ganz recht.Einfach deswegen, weil das “Logo” so einfallslos und alles andere als einzigartig ist, dass die Wahrscheinlichkeit sehr hoch sein MUSSTE, auf vorhandene Doubletten zu stossen.Ich sag nur Thema “swoosh logos” – einfach mal googeln.Kommt davon wenn man lazy als das neue minimal verkaufen will.Ist schon beim Quark Logo so passiert und wird immer wieder passieren, wenn Agenturen glauben, selbst die simpelsten Grundlagen bei Logos ausser acht lassen zu können und Ihren Kunden Fliessbandware als den “new shit” zu verkaufen.

    Ach ja: Selbstverständlich ist der Energieversorger alles andere als auf der sicheren rechtlichen Seite.Markenrecht generiert sich nicht primär durch eine Anmeldung.Urheberrecht schon mal erst garnicht.

    Völlig unverständlich übrigends das Angebot von JvM, “nur” die Hälfte des Honorars zu verlangen – entweder ein Logo ist unbrauchbar (z.b. weil es eine andere Firma schon verwendet) oder nicht.Falls ja, hilft auch kein Rabatt – schliesslich sind auch 100 EUR zu viel für ein Logo, dass man nicht wirklich verwenden kann.

    Sehr merkwürdiges Verständnis von Corporate Design, was JvM damit an den Tag legt.

    Falls sich noch jemand erinnern kann: Ein Logo sollte einzigartig sein, u.a. um die jeweilige Firma visuell zu IDENTIFIZIEREN.Geht nicht, wenn 2 Firmen das selbe Logo verwenden/teilen.Eigentlich most basic Logo 101.

  65. Übrigens: Dieses Thema wurde weder von Bloggern, noch vom Darmstädter Echo, sondern bereits am 2. August von der Frankfurter Rundschau aufgedeckt. Der Artikel ist nur leider nicht mehr online, sonst würde ich auch verlinken.

  66. Reden wir nicht drumrum: Die gleiche Abkürzung? Die gleichen Bögen? Zufall?! Entschuldigung, das glaubt ihr doch wohl selbst nicht. Ich denke, die Frage ist nicht, OB hier Recherche stattgefunden hat, sondern WANN.

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