JvM kreiert Logodublette
Die folgende Geschichte fällt in die Kategorie: Kann passieren, sollte aber nicht. Der Darmstädter Energieversorger HSE beauftragte Jung von Matt mit der Kreation seines zukünftigen Erscheinungsbildes. Als Ergebnis kam eine 1A-Logodublette heraus. Die Recherche muss bei dem Projekt hinten runter gefallen sein, denn sonst hätten die Kreativen der renommierten Agentur bemerkt, dass die Henningsdorfer Stahlfirma gleichen Namens ein Logo verwendet, das dem finalen Entwurf von JvM (Abb. rechts) äußerst nah kommt.

Wer bei Google mit den Begriffen “HSE LOGO” die Bildersuche ausführt, erhält bereits auf Seite 1 das Logo der Stahlfirma (Abb. links). Der Fauxpas wurde erst bemerkt, nachdem der Entwurf von den Darmstädtern verabschiedet wurde. JvM ist, wie man liest, untröstlich und verzichtet auf 50% des Honorars, in Summe 200.000 Euro. Trotz der Zustimmung zum neuen Firmenlogo heißt es jedoch seitens HSE: „Wir werden die Zusammenarbeit mit der Agentur einstellen, sehen das schon als Schönheitsfehler”, so Dieter Weirich, Leiter der Konzernkommunikation von HSE.
So geht der Energieversorger mit einem Schönheitsfehler in das bevorstehende Redesign. Eigentlich vollzieht man ja ein Redesign unter anderem auch deshalb, um Schönheitsfehler auszumerzen. Eine sehr unglückliche Geschichte also. Nicht nur für die Beteiligten eine lehrreiche Erfahrung, auch für andere Kreative ist dies ein Beispiel, das die Notwendigkeit einer Recherche VOR der Entwurfsphase verdeutlicht.






den kennt ihr zum thema doubletten ja sicher schon:
https://www.youtube.com/watch?v=4ZtgyicLMHo&feature=player_embedded#!
Das Honorar fürs Logo beträgt 80.000 EUR, die 400.000 EUR sind das gesamte Auftragsvolumen. Folglich haben sich JvM und die HSE auch nur auf die Halbierung der 80.000 EUR geeinigt.
Jetzt hat es diese Nachricht auch zu SpiegelOnline geschafft.
https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,714004,00.html#ref=rss
und der spruch ist auch “kopiert”, weiß
https://vossyline.blogspot.com/2010/08/das-peinliche-logo.html
[…] noch einen erstklassigen Filmgeschmack zuschreiben aber das Resultat ist mindestens so peinlich wie das kopierte Logo, das Jung von Matt vor wenigen Tagen verbrochen […]
Mir fiele dazu noch “envia” ein:
https://www.enviam.de/enviam_gruppe/envia_netz.html
Ist zwar blau das Logo und seitenverkehrt, aber doch äußerst ähnlich. Eigentlich Grund genug, von der Form Abstand zu nehmen, wenn die Aufgabe lautet, ein “neues” Logo zu gestalten…
shit happens…ich glaub hier lachen nur praktikanten der rest fühlt mit…da muss die ganze abteilung sich ein neuen job suchen! Die Headline sollte so aussehen: Artdirektion von Praktikanten torpediert: Trainee schädigt Medienagentur durch unterlassene Recherche – Abteilung gefeuert, Schaden ca. 250.000 €! Praktikant meint: er habe sehr viel gelernt bei diesem Projekt :D
Wenn der Auftraggeber bereit ist, 400.000€ für ein Logo zu bezahlen, dann ist diesem auch nicht mehr zu helfen…