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Fiat ändert Markenzeichen und setzt verstärkt auf Subbranding

Fiat Tipo Life Front (2020), Quelle: Fiat
Fiat Tipo Life Front (2020), Quelle: Fiat

Nachdem in den vergangenen Jahren zahlreiche Autohersteller ihren Automarkenzeichen ein Redesign spendiert und diese auf eine einfarbige Darstellung hin optimiert haben, geht nun auch Fiat diesen Weg, allerdings weniger konsequent als andere.

Der zum FCA-Konzern gehörende italienische Autohersteller Fiat ist derzeit dabei, ohne dass dies bislang seitens des Unternehmens kommuniziert worden wäre, auf ein neues Markenzeichen umzustellen. An immer mehr und prominenteren Stellen setzt Fiat mittlerweile auf eine neu gezeichnete vereinfachte Wortmarke, die sowohl im Branding wie auch innerhalb des automobilen Designs zur Anwendung kommt.

Der „heimliche“ Umstellungsprozess ist bereits seit gut einem Jahr in gang und betrifft neben dem Fiat-Markenzeichen auch andere Eigenmarken, die in der Außendarstellung zunehmend an Bedeutung gewinnen. Im dt wird erklärt, welche Bereiche, Anwendungen und Marken von der Umstellung betroffen sind.

Fiat Logo, Quelle: Fiat

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 22 Kommentare

  1. Ich fand den Schriftzug im roten FIAT-Emblem leider noch nie sehr ansprechend und hätte bei einem zeitgemäßen Logo-Update eher auf die schrägen Linien zurück gegriffen, die in der Vergangenheit auch mal verwendet wurden:

    Der neue Schriftzug wirkt viel zu groß, damit etwas plump und leider auch billig.

  2. Moin zusammen,
    musste ne Weile nachdenken und bin auf die Ursprungsfrage zurückgeworfen worden, welchen Mehrwert Brands eigentich haben. Natürlich sollen sie Wiedererkennungswert schaffen ein Image tragen und transportieren. Es steckt viel Arbeit drin. Aber was ist, wenn das Image schlecht ist? Und nur das eines Produktes gut?

    FIAT hat außerhalb Italiens doch eher das Image des “Fehler-in-allen-Teilen” oder des Billigautos Europas mit dem Panda bzw. die billigere Version des Minis, den 500er.
    In Italien selber braucht es die klare Dachmake weniger zur Positionierung.

    Mit Subbrands lassen sich gute von schlechten Teilen trennen. Der 500er mit seinem leicht nostalgischem Image und guten Platzierung in Deutschland wird prominenter und vielfältige. (eben wie der Mini). Die Zielgruppe wird größer oder das Auto wächst mit (Single-Mini –> Family-Mini).
    Es wäre doch schon fast fahrlässig den 500er in der Langeweile der Tipo-Reihe zu belassen, nur um der Dachmarke FIAT gerecht zu werden.

    Da hat sich etwas verselbstständigt und der FLOW wird logischerweise aufgegriffen. Was passiert, wenn die Dachmarke dabei nicht mehr gekannt wird oder zumindest unter geht? Bei denen FIAT ablehnen entsteht eine Brücke, bei denen die FIAt zuordnen können spielt es keine Rolle.

    Letztendlich soll doch verkauft werden. Die Kosten für Branding & Co. sind Investitionen die sich dadurch decken müssen.

    In 5 Jahren sieht die Welt wieder anders aus.

    Der Schriftzug ist m.E. nicht plump. Er ist kräftg und stabil. Scheint als sollte sich hier der EIndruck auch ändern von der kleinen süßlich-runden, roten, nadelstreifen-Brosche zu einem markanten Auftritt. In Zeiten von SUVs und Elektroautos eine nachvollziehbare Änderung.

  3. Da schlaegt das Pendel jetzt halt in die andere Richtung, in spaetestens 4 Jahren geht es dann wieder zurueck (wenn es Fiat dann noch gibt). Eine Zeitlang sahen alle Autos an der Front gleich aus um Markenzugehoerigkeit zu symbolisieren, jetzt gibt es Eigenstaendigkeit, die die Hauptmarke verwaessert und das wird man in ein paar Jahren merken und dann auch die 500 wieder zurueckholen. Fuer mich ist das hier vorgestellte Logo allerdings ein non-logo, so eine Typographie only variante passt einfach nicht.

  4. Den schon längst nicht mehr kurzweiligen Trend, dass eine Automarke ein einheitliches Design für ALLE seine Modelle einführt, finde ich eine der schlimmsten Entwicklungen hinsichtlich Fahrzeugdesign (Audi-Gesicht, VW-Lätzchen). Ich fände es begrüßenswert, wenn die Modelle optisch mehr Eigenständigkeit entwickeln würden (“ein Golf” statt “ein VW”). Dafür müssten die Designer den Mut/die Erlaubnis haben, auch innerhalb einer Marke mehr eigene Wege zu gehen. Im Fahrzeugdesign! Die Unterscheidung Seat-Cupra bringt doch nichts, wenn außer einem Diffusor und mehr Lufteinlass keine optischen Änderungen erkennbar sind. Wie wäre es denn mit völlig eigenen Scheinwerfern? Es gibt an Autos sooo viel, was man designen könnte, wo man sich ausleben könnte – dank moderner Fertigung und Materialien mehr denn je. Man muss doch nicht eine Linienführung finden und sie dann – mal schlank, mal lang, mal hoch – auf alle Autoklassen anwenden.
    So gesehen begrüße ich den Schritt zu mehr Eigenständigkeit der einzelnen Modelle. Eigene Logos einzuführen, halte ich jedoch eher für zweitrangig und für zu wenig.

    Die Gefahr einer Verwässerung der Marke sehe ich da nicht. Dagegen wird schon immer der Blick unter der Motorhaube sorgen. Die Markenidentität wird auch durch gemeinsame Fachwerkstätten und Autohäuser, Angebote wie Mobi-Garantie, geschlossenes Auftreten auf Messen gewährleistet.

  5. Fiat hatte eigentlich eine ziemlich klare Markenstrategie. Die Hauptmarke steht für eher pragmatische (Klein-)Wagen, Lancia für luxuriöse Wagen und Alfa für sportliche Wagen.
    Lancia ist außerhalb Italiens mangels Erfolg weggefallen, während Fiat mit seiner Hauptmarke bisher gut gefahren ist. In Europa und Südamerika gehört man seit jeher zu den Marktführern im A Segment und hat damit im Gegensatz zu anderen Marken sogar Gewinne eingefahren.
    Das akute Problem in Europa ist nun aber, dass das Hauptgeschäft wegen den neuen CO2 Grenzwerten, die die eigentlich saubereren Kleinwagen überproportional treffen, wegfällt. Viele anderen Hersteller haben ihre Kleinwagen inzwischen eingestellt oder dies zumindest angekündigt. Der Verkauf lohnt sich einfach nicht mehr. Panda und 500er müssen politisch gewollt also wegfallen. Der einzigen Strohhalm, der Fiat noch bleibt, ist den 500er als Elektromodell zu verkaufen und daraus eine größere Fahrzeugfamilie zu stricken. Da dies, zumindest momentan, nur sehr viel hochpreisiger möglich ist, muss schnell ein hochwertigeres Image her. Mit der 500er Marke ist das eventuell möglich. Mit der Fiat Marke in so kurzer Zeit wohl kaum. Man denke nur daran, wie lange Skoda gebraucht hat, sein Billig Image loszuwerden. Die Fiat Marke braucht es trotzdem weiterhin, zumindest für Südeuropa, wo ja mit hoher Wahrscheinlichkeit zukünftig umgebadge PSA Modelle als Fiat verkauft werden. Ähnlich wie es VW mit Seat macht.

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