Nachdem Teil 1 der Wahlplakatbesprechung bereits Ende Juli veröffentlicht wurde, folgt heute nun der zweite Teil mit den Plakaten der SPD, der CDU und der FDP. Viel wurde bereits vor allem über die SPD-Plakate mit Angela Merkel als „Testimonial“ geschrieben, also keine lange Vorrede. Ich werde versuchen, die Dinge aus der Perspektive der visuellen Kommunikation heraus zu sortieren. Für reichlich Gesprächsstoff ist gesorgt.
SPD

„Wir wollen den modernsten Wahlkampf aller Parteien in Deutschland machen“, so formulierte Generalsekretärin Andrea Nahles anlässlich der Vorstellung der Plakate in Berlin die an die Kampagne gerichteten Ziele. Offenbar ist die SPD-Spitze der Ansicht, Negative campaigning sei Ausdruck einer modernen Gesellschaft, und so schießt sich die SPD in drei Motiven der Bundestagswahlkampagne auf den politischen (Haupt)Gegner ein.
Kanzlerkandidat Peer Steinbrück möchte Angela Merkel mit Hilfe der Plakate „vorführen“, wie er im Rahmen der Presseveranstaltung die anwesenden Gäste unumwunden wissen ließ …
Nachdem Teil 1 der Wahlplakatbesprechung bereits Ende Juli veröffentlicht wurde, folgt heute nun der zweite Teil mit den Plakaten der SPD, der CDU und der FDP. Viel wurde bereits vor allem über die SPD-Plakate mit Angela Merkel als „Testimonial“ geschrieben, also keine lange Vorrede. Ich werde versuchen, die Dinge aus der Perspektive der visuellen Kommunikation heraus zu sortieren. Für reichlich Gesprächsstoff ist gesorgt.
SPD

„Wir wollen den modernsten Wahlkampf aller Parteien in Deutschland machen“, so formulierte Generalsekretärin Andrea Nahles anlässlich der Vorstellung der Plakate in Berlin die an die Kampagne gerichteten Ziele. Offenbar ist die SPD-Spitze der Ansicht, Negative campaigning sei Ausdruck einer modernen Gesellschaft, und so schießt sich die SPD in drei Motiven der Bundestagswahlkampagne auf den politischen (Haupt)Gegner ein.
Kanzlerkandidat Peer Steinbrück möchte Angela Merkel mit Hilfe der Plakate „vorführen“, wie er im Rahmen der Presseveranstaltung die anwesenden Gäste unumwunden wissen ließ …
Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.
Mich würd dann doch interessieren, was den Autor (und viele Kommentierende) dazu bewogen hat, bei der SPD ausführlichst über „Merkel-Bashing“ und „negative Campaigning“ zu klagen, gleichzeitg aber die Grünen-Kampagne schon fast als vorbildlich hinzustellen. Grad das „Bashing“ ist doch bei den Grünen deutlich dumpfer und deshalb eher als „bashing“ auch zu bezeichnen als die doch deutlich intelligentere SPD-Variante. Auch das „negative-Campaigning“ ist bei den Grünen mindestens gleich ausgeprägt.
Bleibt zu erwähnen, daß es eben Aufgabe der Oppsosition einfach ist, das Handeln der Exekutive zu kontrollieren. Daß diese Kontrollfunktion auch auf Wahlkämpfe Auswirkungen hat ist nicht nur verständlich sondern auch eine demokratische wie wahlkampftaktische Notwendigkeit.
Natürlich muß die Aufgabe der Opposition auch sein vermeintliches wie tatsächliches Fehlverhalten der Regierenden aufzuzeigen. Warum davon das Medium Plakat ausgeschlossen sein soll versteh ich grad nicht.
@koni Richtig ist, dass auch die Grünen Negativkampagne machen. Anders als bei den Grünen, stehen bei der SPD die Merkel-Motive im Mittelpunkt der Auftaktkampagne. Meinen Informationen zufolge werden die schwarzweißen Motive der Grünen zudem weniger häufig plakatiert als die Merkel-Motive der SPD.
@ koni
“Natürlich muß die Aufgabe der Opposition auch sein vermeintliches wie tatsächliches Fehlverhalten der Regierenden aufzuzeigen. Warum davon das Medium Plakat ausgeschlossen sein soll versteh ich grad nicht.”
Ich auch nicht. Zumindest nicht generell.
Wenn es bei der Sache bleibt und nicht süffisant gegen Personen geht (ad personam nennt man das).
Ad personam kann ins Auge gehen. Ist rhetorisch unredlich, wenn es nicht Satire sein soll, sondern ein Wahlplakat. Wobei ich mich schwertu, nicht überall in der Politik Realsatire zu entdecken…
Hätte also nicht zwingend ihr Schlummerbild sein müssen ;- ) und auch nicht ihr Herumkramen in der Handtasche, so sehr einen dieses ad personam als Titanic-Fan auch jucken würde : -)
Was die Plakat-Angriffe der SPD gegen Merkel betrifft, da seh ich also schon einen taktischen Strickfehler. Ist ad personam. Kann psychologisch gesehen sehr kontraproduktiv sein, denn das Volk liebt zwar zur Gänze ihre Politik nicht, aber ihre Person. Zumindest um die 65 %, was eine ganze Menge ist.
„und auch nicht ihr Herumkramen in der Handtasche“
Gerade das Motiv find ich so richtig gelungen. Weil die Kombination aus Bild und Text erst die rasch wirkende Aussage bewirkt. Da ist das Bild nicht die bloße illustartion einer Aussage, nein sie ist Teil davon. Vergleichbares seh ich sonst bei keiner Partei. Dort bleibt man überall recht nah an der Oberfläche und nutzt nirgends diese gegenseitige Befruchtung von Text- und Bildelementen. Wirkt alles eher hilflos gequählt dann. Daß man bei den Grünen dann bei den „negative-campaigning“ zudem die quietschbunte Stilistik der eigenen Kampagne verläßt und ein optisch düsteres Bild zeichnet unterstützt nur diesen oberflächlichen Eindruck. Ist einfach zu durchsichtig. Bei der SPD bleibt ma da ganz selbstbewußt bei der grafischen Linie animiert den Betrachter zur Reflektion durch kluge, weil klare, prägnante und sich genseitig bedingende Bild- Textkombinationen.
Und grad weil die wirklichen oder kolportierten Sympahiewerte der Frau Merkel scheinbar im deutlichen Mißverhältnis zu den Werten ihrer Politik stehen ist es natürlich auch klug, die Person zu entlarven.
koni
Gelungen oder nicht.
Um das gehts nicht. Bin auch Titanic-Fan, da sind solche lustigen Anti-Merkel-Motive massenhaft drin.
Es ist ad personam.
Damit tut sich die SPD keinen Gefallen, das ist unsympathisch, taktisch unklug für eine Partei, für ein Plakat. Gerade bei einem Kanzlerkandidaten, der sich schwertut, nicht ausschließlich besserwisserisch rüberzukommen.
Der Bürger wählt zwar den Kanzler nicht direkt, doch da ist der Bürger empfindlich und verteidigt innerlich den direkt-persönlich Angegriffenen. Egal wie lustig es war.
Gut daß wir die Vroni haben. Auch wenn ich Unwissender wohl immer noch nicht weiß um was es geht, ich weiß jetzt schonmal um was es nicht geht.
(psst, an alle Mitlesenden, nichts der Mutti verraten: ich persönlich bin immer noch fürs gelingen. Mags nur nicht wieder so laut sagen sonst staucht sie mich wieder zusammen)
koni
https://de.wikipedia.org/wiki/Argumentum_ad_hominem
https://de.wikipedia.org/wiki/Argumentum_ad_hominem#argumentum_ad_personam
Ein kurzer Hinweis zu den Facebook-Zahlen: da liegt die Piratenpartei mit derzeit knapp 80.000 Likes noch weit vor AfD und SPD.