Stadt Wels positioniert sich als Marke, und lässt die Bürger über das zukünftige Design abstimmen
Apropos Demokratie im Design. In Wels, der achtgrößten Stadt Österreichs, verfolgt die dortige Stadtverwaltung seit Ende letzten Jahres einen Prozess zur Neupositionierung als Marke. Das letzte Wort haben nunmehr die Bürger, die über die zwei zur finalen Abstimmung stehenden Designkonzepte entscheiden dürfen.
Wie es auf der entsprechenden Projektseite auf Wels.at heißt, wurden unter Einbeziehung von mehr als 200 Bürgervorschlägen sowohl eine neue Markenstrategie als auch Maßnahmen zur künftigen inhaltlichen Positionierung der Stadt erarbeitet. Darauf hin wurden zehn Agenturen eingeladen entsprechende Ideen zu entwickeln. Bis zum 13. Juli 2016 können nun die Bürger zwischen den beiden vom eigens eingerichteten Markenbeirat ausgewählten Favoriten wählen, um per Stimmzettel oder E-Mail den Siegerentwurf zu küren.
Geplant ist, das neue Erscheinungsbild im Herbst im Rahmen der Welser Herbstmesse zu präsentieren. Es ist dies dann gleichzeitig der Zeitpunkt, an dem das bisherige blaue Stadtlogo abgelöst wird. Hinsichtlich der Honorare bzw. Aufwandsentschädigungen der beteiligten Agenturen gibt sich die Stadtverwaltung wenig auskunftsfreudig. Von Seiten der Stabstelle Öffentlichkeitsarbeit erhalte ich auf Anfrage die Antwort: „Da es sich um eine laufende Ausschreibung handelt, können derzeit keine Auskünfte zu den Honoraren erteilt werden.“ Sollte die ein oder andere beteiligte Agentur hier mitlesen, wäre es spannend zu erfahren, ob eine solche Aufwandsentschädigung gezahlt wurde. Hierzu der Hinweis: im dt können Kommentare auch in anonymisierter Form verfasst werden.
In einer dt-Umfrage können Leser am Ende des Artikels den ihrer Meinung nach besten Entwurf bestimmen.
Vorschlag A

Vorschlag B

Welches Designkonzept sollte das Rennen machen?
- Vorschlag A (78%, 1.352 Stimmen)
- Vorschlag B (22%, 377 Stimmen)
Abgegebene Stimmen: 1.729








das von Q2 finde ich auch nicht schlecht!
a) ist, wie schon von vielen geschrieben, eher beliebig, und b) – ichweissesnicht, “komisch”… Aber aus Folgekostensicht (Vielfarbigkeit!) ist b) (und das von Q2) deutlich entspannter als die quasi erzwungene 4c-Variante a) (siehe Werbemittel, Notizbloecke, Kulis etc – 1-2c ist nunmal deutlich guenstiger als 4c…
Oder denke ich da zu kundenfreundlich?
Ich frage mich was hier einige Möchtegern-Typografen an dem „we“ so schlecht finden. Ich kann da keine handwerklichen Schwächen erkennen. Ich sehe nur charakteristische Besonderheiten, was für Logo nicht gerade schlecht ist. Da wird mal wieder ohne echte Begründungen die Keule ausgepackt.
Den Entwurf der Werbeagentur Q2 finde ich noch besser, als Vorschlag B. Der Claim ist toll, die Farben lassen sofort auf Österreich schließen und das Logo den historischen Charakter der Stadt erahnen.
Das hier ist einfach bis jetzt beste Arbeit.
ähh, nein.
Hier findet man auch noch einen Entwurf: https://m.facebook.com/pApersWerbeagentur/
von denen die ich bis jetzt gesehen habe ist das mein persönlicher Favorit
Hier der Post:
https://www.facebook.com/pApersWerbeagentur/posts/1011301238925368
https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=1164097266984686&id=642023302525421
https://www.facebook.com/pApersWerbeagentur/posts/1011301238925368
https://www.facebook.com/Q2Werbeagentur/posts/10154894816458265
Das sind Entwürfe für die Endrunde nicht die andere zwei. Ich verstehe das Welt nicht mehr.
Alles im Vorhinein wahrscheinlich schon entschieden gewesen, wer diesen Wettbewerb gewinnen wird ( Hausagentur der welser Stadtmarketing).
Ich gratuliere dem Bürgermeister. Das Logo gab es um 5 Euro im Shutterstock zum kaufen.
“Das Logo gab es um 5 Euro im Shutterstock zum kaufen.”
Danke für den Beitrag.
Eine ehemalige Königsdisziplin wird zur Massenware.
Hab dort nix gefunden. Aber das muss nix heißen.
Doch ähnliche gefällige Macharten gibt es, zugegeben.
Wir können ja mal (an Achim gerichtet) einen Beitrag überlegen über diese Stock-Logos und deren explosionsartige Vermehrung wie Bonbons, Kamelle im Karneval.
(Liegt es an der explosionsartigen Vermehrung von nicht gar so schlechten Designern? Bitte nicht hauen, aua.)
Viele Logos (nicht alle natürlich) sind sogar ebenfalls nicht einmal richtig schlecht. Sogar gut.
Das ist allmählich ein echtes Problem für den ehemalig eltären Einkaufs-Wert von Design, seine vorgebliche Königsdisziplin und Uniqueness – und für engagierte Designer, die bemerken, dass ihre Entwürfe, die wirklich selbst mit Hirnschweiß ausgesonnen (soll es ja noch geben, solche Idealisten), uupsi in Stocks zahlreich schon vorhanden sind. What the heck. Ich würd’ hinschmeißen.
Für faule Designer ist das natürlich kein Problem und auch nicht für manche Firmen.
Noch unique Logos zu formulieren, die noch nicht existieren, wird zur Herausforderung an Mehrarbeit der Recherche, die noch gar nicht recht akkountiert und gegenüber Kundschaft verargumentiert werden kann.
Wird Höllenarbeit, Höllenritt. Und im Fall von Pech fliegt man auch noch wegen Bedenkenträgerei aus dem Auftrag ;-(
Weil noch kein Bewusstsein dafür da ist. Es gibt anscheinend bei vieler Kundschaft noch kein Bewusstsein dafür, für die Rechercheaufgaben, die da anstehen. Wie will man da noch ein einzigartiges Logo anmelden? Wenn man keine Spendigns hat für die Rechercheaufgaben, die da ständig zu wachsen scheinen. Und von der Elite der Superdesigner im Lande wird das Problem anscheinend tot geschwiegen.
Dabei ist Logodesign doch vorgeblich die Königsdisziplin.
https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=1421909434492733&id=1073526355997711
Jetzt ist fix.
Dank Dir für den Hinweis!
In beiden Fällen, der offiziellen Abstimmung (55%) und der dt-Wahl (79%), hat sich jeweils das bunte W durchgesetzt.