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Stadt Friedrichsdorf erhält neues Corporate Design

Stadt Friedrichsdorf Logo, Quelle: Provinzglück
Stadt Friedrichsdorf Logo, Quelle: Provinzglück

Die Stadt Friedrichsdorf, im hessischen Hochtaunuskreis gelegen, ist derzeit dabei ihr visuelles Erscheinungsbild auf ein neues Corporate Design umzustellen. Das Stadtlogo wurde in diesem Zuge von Grund auf erneuert, wie es seitens der Stadtverwaltung heißt, um die heutigen Ansprüche hinsichtlich digitaler Kommunikation zu erfüllen.

Die Stadtverwaltung Friedrichsdorf hat Ende letzten Jahres mit der Implementierung eines neuen Corporate Designs begonnen. Das neue Design solle mehr Einheitlichkeit bringen und der Stadt ein modernes Profil verleihen. In diesem Zuge wird das vor über 20 Jahren eingeführte Stadtlogo ausgetauscht, da es aufgrund seines kleinteiligen Aufbaus für digitale Anwendungen nur eingeschränkt nutzbar sei, so die offizielle Erklärung seitens der Stadtverwaltung.

„Für eine professionelle Außendarstellung ist ein ansprechendes, modernes Corporate Design – auch vor dem Hintergrund des interkommunalen Standortwettbewerbs – heutzutage dringend notwendig“, sagt Bürgermeister Lars Keitel. „Das alte Logo ist nicht mehr zeitgemäß. Wir möchten uns weiterentwickeln und uns als Stadt zukunftsfähig aufstellen“.

Der eigentlichen Kreationsphase vorausgegangen war ein Beteiligungsprozess, bei dem unterschiedliche Interessengruppen aus den Kreisen der Bürgerschaft, Stadtverwaltung, Wirtschaft und Stadtpolitik einbezogen wurden. Im Rahmen von Informationsveranstaltungen und Workshops wurden Anregungen und Ideen zur Identität von Friedrichsdorf eingeholt, um diese in die Neugestaltung miteinfließen zu lassen, wie es in der Pressemeldung heißt. Die damit verbundene inklusive Vorgehensweise habe es ermöglicht, ein breites Verständnis und eine große Akzeptanz für das neue Corporate Design zu schaffen.

Stadt Friedrichsdorf Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Stadtverwaltung Friedrichsdorf, Bildmontage: dt
Stadt Friedrichsdorf Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Stadtverwaltung Friedrichsdorf, Bildmontage: dt

Das neue Stadtlogo besteht aus einem mehrfarbigen, stark abstrahierten „F“ als Bildmarke und einer rechtsseitig davon platzierten dunkelgrauen und in Versalien gesetzten Wortmarke. Die Wortmarke erstreckt sich über vier Zeilen und wird aus den Namensbestandteilen „STADT FRIED RICHS DORF“ gebildet. Auf Bindestriche wird innerhalb dieses Wordings verzichtet.

Auch die F-Bildmarke besteht aus vier Segmenten. Die vier grafischen Segmente stehen, so die Idee, symbolisch für die vier Stadtteile von Friedrichsdorf. Ergänzt werden kann das Logo, je nach Anwendungskontext, durch ein Signet in Siegeloptik, das sich an das Stadtwappen anlehnt, um so einen Bezug zur Geschichte der Stadt herzustellen.

Das neue Corporate Design basiere auf dem Selbstverständnis der Stadt Friedrichsdorf, das durch Attribute wie die Nähe zur Natur, die besondere Lage zwischen Urbanität und Ländlichkeit, Innovationsgeist, wirtschaftliches Potenzial, exzellente Infrastruktur, Familienfreundlichkeit, ein vielfältiges Kultur- und Sportangebot sowie Gastfreundschaft geprägt ist.

In den kommenden Wochen und Monaten werde das neue Corporate Design schrittweise in die Innen- und Außenauftritte der Stadt Friedrichsdorf eingeführt, so die Stadtverwaltung. Vorrang habe zunächst die interne Umstellung (Geschäftsausstattung, Printmedien). Das neue Corporate Design diene darüber hinaus als Basis für die Überarbeitung der städtischen Website; ein Relaunch sei derzeit in Arbeit.

Verantwortlich sowohl für die Entwicklung des Corporate Designs wie auch für die Durchführung/Moderation des Beteiligungsprozesses zeichnet die Agentur Provinzglück (Gladenbach). Provinzglück konnte sich im Rahmen der Ausschreibung gegen sechs andere Agenturen durchsetzen.

Kommentar

Nicht, wie so oft, ein evolutionärer Schritt, sondern ein revolutionärer. Dieser war auch notwendig. Wie auch der Relaunch der städtischen Website dringend notwendig ist. Eine Stadt, aus dem Schneewittchenschlaf erwacht, so scheints. Friedrichsdorf präsentiert sich zukünftig mit einem zeitgemäßen, modernen und frischen visuellen Erscheinungsbild.

Das neue Logo ist maximal kompakt, und es entspricht in Aufbau und Form, anders als das bisherige vielteilige Konstrukt, heute geltenden Anforderungen hinsichtlich Variabilität, Flexibilität, Skalierbarkeit. Darüber hinaus hält mit dem neuen Design eine völlig andere Ästhetik Einzug in die hessische Gemeinde, eine optisch deutlich ansprechendere, wie ich finde.

Die Nachbarstadt Bad Homburg hatte sich Ende 2021 ein neues CD zugelegt (dt berichtete). Friedrichsdorf scheint den „Wettbewerb“ angenommen zu haben, und modernisiert ebenfalls die städtische Außendarstellung.

Wortmarken, bei denen die Namensbestandteile, teils eben auch die Silben, auf mehrere Zeilen angelegt werden, sind nach wie vor ein beliebtes Stilmittel. Warum ist das so? Die kompaktere Form sorgt für mehr Prägnanz, für eine bessere Sichtbarkeit. Der quadratische Aufbau hat sich im Zuge der Digitalisierung für Logos als Best Practice herausgebildet, da ein so dimensioniertes Zeichen für gedruckte Medien wie auch für digitalen Anwendungen, seien es Apps oder Social-Media-Accounts, gleichermaßen funktioniert. Quadratisch praktisch also. Logos, die über eine große horizontale Ausdehnung verfügen, sind ungünstig, oftmals problematisch. Deshalb wurde auch „Bad Waldsee“ jüngst auf diese Weise verdichtet.

Eine gute Entscheidung ist zudem, innerhalb der Wortmarke auf Bindestriche zu verzichten. In einem Logo muss weder die Rechtsform des Namens abgebildet sein, noch muss die Schreibweise im Logo im orthografischen Sinne korrekt sein. Mehr zu diesem Thema unter: „Schreibweise des Markennamens“.

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Dieser Beitrag hat 15 Kommentare

  1. Solide Sache. Zuerst fand ich das Logo nicht so spannend, aber im Vergleich zum alten Logo ist es eine Verbesserung um mehrere hundert prozent. Und die Umsetzung in den verschiedenen Layouts gefällt mir auch gut. Nichts weltbewegendes, aber wie gesagt, ne solide Lösung.

    Was mir aber den Morgen versüßt hat, ist der “Schneewittchenschlaf” :))
    Habe gleich im Geiste weitere Rekombinationsmöglichkeiten von Grimms Märchen ausprobiert, aber das will ich hier nicht vertiefen.

    1. Wo ist der “Like-Button”?! Perfekter Kommentar! :-)

      Ich kann mich mit solchen Worttrennungen einfach nicht anfreunden. Vielleicht mal als einmalige, projektbezogene Designidee, aber nicht für das Logo oder die Marke selbst!

  2. Sehr gute Neugestaltung. Aufgrund des „evolutionären Schritts” sollte man hier nicht mit der Lupe nach vermeintlichen Fehlern suchen.

  3. Hui! Das gefällt mir richtig gut. Sowohl Farbgebung, Logo-Idee und -umsetzung als auch Bildsprache, Fontauswahl und Key-Visual-Einsatz: das erscheint mir alles sehr durchdacht, freundlich, erfrischend und doch mit dem Potential einer längeren Halbwertszeit.
    Einziger winziger Kritikpunkt: Die Schattenlinie und der lineare Pictogramm-Stil im Siegel will nicht so recht zum flächig-klaren Stil der restlichen Gestaltung passen, finde ich.

  4. Richtig gut geworden, fast schon chic! Gerade auch die Plakate sind toll umgesetzt, finde ich. Neben dem Grafik-Friedhof, der das vorherige Logo war, merkt man direkt, wie das Auge aufatmet. Allerdings frisst sich meins am Abstand vom blauen Punkt zum gelben Balken. Der erscheint mir kleiner zu sein als der Abstand vom blauen zum schwarzen Punkt. Stört mich irgendwie.

  5. Eine riesige Verbesserung. Der – ich zitiere Axel-Stern: Grafik-Friedhof – ist zum Glück Vergangenheit. Alles als das ist besser.
    Typografie: ist OK, zeitgemäß – habe es meiner Frau gezeigt, die hat auch frittiert reich gedacht, Dorf hat sie stutzig gemacht. Aber das liegt nun wirklich am Namen.
    Gestaltung ist auch OK, aber etwas generisch. Nichts, was die Stadt symbolisiert. Habe nicht gegoogelt, kenne nicht die Größe und die Geschichte, aber das Logo sagt auch nichts drüber aus. Richtig, muss auch nicht.
    Ich finde es trotzdem nett gemacht, wobei das nett keineswegs die kleine Schwester von … ist.

  6. Wenn die Rechtsform im Logo nicht enthalten sein muss, wieso ist dieses Logo dann mit “Stadt” überschrieben? Ich hätte es weggelassen, stattdessen zwei Kreise in der Dicke der Typografie als Andeutung von Bindestrichen und in den Farben der grafischen Elemente auf der gleichen Zeile platziert, um Bündigkeit und Gemeinschaftlichkeit auch einen Platz in einem Logo zu geben, welches ansonsten so aussieht, als wären noch zwei Parkplätze frei – schließlich war der Prozess, der zu dieser Gestaltung geführt hat, doch vollständig von Gemeinschaftlichkeit geprägt.

    Die Doppelung von Logo und Siegel auf der gleichen Seite ist das einzige, was ich an dem CD zu kritisieren hätte; aber auch nur, weil der Namenszug “Stadt Friedrichsdorf” zweimal auf einer Seite vorkommt. Das Wappen der Stadt sieht nämlich wahrlich nicht so schlecht aus, dass man es durch ein Siegel ersetzen müsste. Als historisches Präge-Wappen mit einem Spruchband, auf dem die Worte “VIVAM ET INVENTIVUM” (lebendig und erfindungsreich) stehen, die auch je nach Kontext in andere Sprachen übersetzt werden können, hätte es Friedrichsdorfs Offenheit und Geschichte unterstreichen können. In einer Broschüre über die französisch-reformierte Kirche würde der Bandspruch “vivant et inventif” lauten; eine Einladung für den Besuch des in der Nähe stationierten US-Militärs ändert den Bandspruch auf “lively and ingenious”, und so weiter.

    Der frühere Slogan der Stadt hätte in dieser Offenheit weiterleben können. Stattdessen zeigt sich das dichte, gedrungene Siegel nicht nur in Redundanz zum Logo, sondern auch verschlossen. Eben wie eine richtige Gated Community.

  7. Bin etwas zwiegespalten. Irgendwie erinnert mich das an ein altes Bahnsignal. Aber zugegeben … meine Assoziation ist vermutlich nicht mehr relevant. Ich komme halt aus einer älteren Generation, die solche analogen Anlagen noch kennt. Inzwischen sind die im Rahmen der Digitalisierung nahezu vollständig verschwunden.

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