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Fans haben abgestimmt: Aston Villa bekommt ein neues Logo

Aston Villa Logo / Crest (2022), Quelle: Aston Villa
Aston Villa Logo / Crest (2022), Quelle: Aston Villa

Der englische Fußballverein Aston Villa, 1874 in Birmingham gegründet, bekommt, dank Fan-Votum, ein neues Logo. Eine große Mehrheit der Mitglieder sprach sich im Rahmen einer Befragung für ein neues Design aus. Bis das neue Logo in Aktion tritt, wird es allerdings noch eine Weile dauern.

Im Sommer dieses Jahres hatte Aston Villa – offiziell „Aston Villa Football Club“ – einen Prozess begonnen, um, wie es von offizieller Stelle heißt, die visuelle Identität des Clubs zu überprüfen und die Neugestaltung des Clubwappens zu hinterfragen. Nach 3 Jahren Abstinenz spielt der Club seit 2019/20 wieder in der Premier League. Anfang November 2022 übernahm Unai Emery des Posten als Cheftrainer.

Derzeit ist Aston Villa im Besitz der NSWE-Gruppe, einem Unternehmen des ägyptischen Milliardärs Nassef Sawiris und des amerikanischen Milliardärs Wes Edens. Mit einem modernen visuellen Auftritt will der Club seine sportlichen Ambitionen unterstreichen. Aston Villa ist, gemessen an der Summe der Titel in den einheimischen Wettbewerben, mit 20 Trophäen der vierterfolgreichste Verein in der englischen Fußballgeschichte. Die letzte Meisterschaft liegt mittlerweile allerdings mehr als 40 Jahre zurück.

Grundlage für die bevorstehende Änderung des Vereinswappen bildet eine Befragung der Mitglieder und Dauerkarteninhaber hinsichtlich der Gestaltung und dem Aussehen des aktuellen Logos. Auf Basis des Ergebnisses wurden in Koordination mit einer sogenannten „Fan Consultation Group“ sowie in Kooperation mit einem professionellen Designer-Team zwei Entwurfslinien entwickelt, zwischen denen Fans in einem abschließenden Voting entscheiden konnten. 77 % der Befragten entschieden sich dabei für einen Entwurf, bei dem das traditionelle Erkennungszeichen des Clubs, der Löwe, wieder von einem Kreis umschlossen ist. Bereits in den 1970er- und 1980er-Jahren verwendete der Club ein kreisrundes Logo (siehe Logo-Evolution). Über 21.500 Fans hatten an der Abstimmung teilgenommen. Laut Verein war dies die größte Online-Mitgliederbefragung in der Geschichte des Clubs. Lediglich 8 % stimmten dafür, das aktuelle Wappen beizubehalten.

Das aktuelle Wappen wird für den Rest der Saison 2022/23 bestehen bleiben. Das neue Logo wird im Zuge der Planung für die Saison 2023/24 eingeführt werden, so auch auf den Trikots, allen Merchandising-Artikeln und auch an bei allen anderen Anwendungen. Die Neugestaltung des Wappens werde für den Club zum Anlass genommen, auch den Rest der visuellen Identität weiterzuentwickeln. Unter der URL avfc.co.uk/crest-vote/ wird der gesamte Designprozess rund um die Erneuerung von Logo und visueller Identität seitens des Vereins kommuniziert.

Aston Villa Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Aston Villa, Bildmontage: dt
Aston Villa Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Aston Villa, Bildmontage: dt

Die letzte Anpassung am Logo wurde bei Aston Villa 2016 vorgenommen (dt berichtete). Die nun vorgestellte Überarbeitung ist im Vergleich dazu deutlich umfassender. Zwar bleiben die Vereinsfarben – Weinrot und Himmelblau – erhalten, davon abgesehen ändert sich der Look des Logos spürbar. So wird zukünftig anstelle der Abkürzung „AVFC“ der Name des Clubs ausgeschrieben und als umlaufende Schrift (Panier) im kreisrunden Emblem abgebildet. Mit in das Logo aufgenommen wurde zudem das Jahr der Gründung – beides in Gelb gesetzt. Wobei der Gelbton fortan über einen höheren Rotanteil verfügt und einem Sonnengelb entspricht.

Das zentrale Erkennungszeichen, der aufrecht stehende, Krallen zeigende Löwe, ist nun nach rechts gerichtet. (Info: Links, rechts, vorwärts, rückwärts, positiv, negativ – über die Wahrnehmung von Zeichen und Logos). Dabei wurde die Linienführung des Löwen evolutionär modifiziert: Mähne, Krallen und Beine sind nun stärker mittels Einkerbungen bzw. zusätzlicher Binnenräume dargestellt.

Kommentar

Offenkundig ein gelungener partizipativer Prozess, der ein Design hervorgebracht hat, das sowohl modernen technisch-funktionalen Ansprüchen gerecht wird und das auch im Hinblick auf formal-ästhetische Kriterien überzeugen kann.

Gleichwohl war die bisherige Schildform, vom Club in Anlehnung an die Geschichte der Stadt als „gas lamp“ bezeichnet, eigenständiger als die kreisrunde Form. In der Premier League wird Aston Villa im kommenden Jahr dann das sechste Team sein, das ein kreisrundes Emblem verwendet. Wer Formenvielfalt und Eigenständigkeit schätzt, wird dies womöglich bedauern. Ausschlaggebender dürfte für Fans bei ihrem Votum eher der Umstand sein, dass der bislang größte sportliche Erfolg des Clubs auf europäischer Bühne, der Gewinn des Europapokals der Landesmeister 1982, mit einem kreisrunden Vereinslogo verbunden ist. Konträr dazu haftet dem aktuellen Logo, der „gas lamp“, tendenziell der Makel der Zweitklassigkeit an. Und diese gilt es freilich aus der Perspektive der Fans wie auch der Clubverantwortlichen abzuschütteln.

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Dieser Beitrag hat 5 Kommentare

    1. Ja, die Ähnlichkeit ist mir auch schon aufgefallen und ich finde es schade, dass die runde Version gewonnen hat. Wie aus dem Beitrag hervorgeht, hätte es ja auch eine optimierte Schild-Version gegeben, die aber offenbar weniger gut ankam.

  1. Sehr gelungen mit einer schönen Farbwahl. Auch, dass sich jemand mit typografischem Vorwissen über den Löwen hergemacht hat, sehr begrüßenswert.

    Was mir allerdings gleich ins Auge stieß… Der Löwe taumelt nach hinten. Gemerkt hatte ich es erst, als ich mir das Bild mit den Kleidungs-Applikationen angesehen habe (da ist die gehobene Tatze horizontal). Das wäre eigentlich der richtige Dreh für den Löwen gewesen. Hat dann auch mehr Drang nach vorne.

    Und… der Stern für den Europapokalsieg 1982. Für einen zweiten Stern ist da kein Platz mehr. Spricht nicht so sehr für die Ambitionen des Clubs für die Zukunft.

  2. Das mag ja alles stimmig und handwerklich sauber sein, aber im Kontext versagt es völlig.
    Das Logo wird wie eine weinrot-himmelblaue Variante des Chelsea-Logos, die Assoziation ist sofort da, wenn man sich auf nur ein bisschen für Fußball interessiert (was in diesen Tagen immer schwerer fällt, aber das ist ein anderes Thema).

    Erster Anspruch an ein Vereinslogo wäre für mich Eigenständigkeit. Die ist hier nicht mehr gegeben.

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