Skip to content

Reebok kehrt zum klassischen „Vector“-Logo zurück

Reebok Logo (2019), Quelle: Reebok
Reebok Logo (2019), Quelle: Reebok

Gerade einmal fünf Jahre ist es her, dass sich Reebok ein neues Markenzeichen zugelegt hatte. Nun kehrt der US-amerikanische Sportartikelhersteller zum traditionellen Erkennungszeichen, dem „Vector“-Logo, zurück.

2014 stellte Reebok vor dem Hintergrund des damaligen Erfolges seiner Crossfit-Produktsparte das Erscheinungsbild sowohl der Marke wie auch des Unternehmens auf ein neues Symbol um, dem sogenannten Delta-Logo (dt berichtete). Vor wenigen Tagen vollzog der Sportartikelhersteller, der seit 2006 Teil der Adidas-Gruppe ist, eine Kehrtwende und setzt nun wieder in Sachen Branding auf das traditionelle „Vector-“Zeichen. Allerdings erfuhr das Zeichen, das erstmals 1992 Anwendung fand, ein dezentes Redesign: die Form wurde neu gezeichnet und begradigt.

Matt O’Toole, seit 2007 Präsident von Reebok, erklärte im Zuge der Vorstellung des neuen alten Logos, dass er mit Reebok anstrebe, die beste Fitnessmarke der Welt zu werden. „Wir leben an der Schnittstelle von Fitness und Mode, und unsere Produkte spiegeln dieser Verbindung wider.“ Um die Präsenz der Marke zu erhöhen, will man ab sofort das Erscheinungsbild vereinheitlichen. „Während wir uns weiter differenzieren, verwischen wir die Grenzen zwischen unserem gesamten Portfolio an Performance- und Lifestyle-Produkten, um unserer Marke eine einheitliche Präsenz und Stimme zu verleihen“, so O’Toole.

Auszug der Pressemeldung

“Under a unified banner, all of our products and experiences will tell a single story that is clear and consistent,“ said Karen Reuther, VP of Creative Direction. “The Vector was created as a logo version of the iconic Reebok side stripes and cross-check design that dates back more than fifty years. It’s compelling, dynamic and powerfully linked to some of our greatest cultural moments“. The Vector logo was first introduced in 1992 and has been used in various forms since, most recently on Reebok heritage and lifestyle products. The new Vector logo is an updated, subtle modern evolution of the original.

Reebok Logo – vorher und nachher
Reebok Logo – vorher und nachher

Mit dem Wechsel zum Vector-Signet kehrt Reebok auch zum klassischen Schriftzug mit charakteristischem nach unten hängendem R zurück („drop-R“-Wortmarke). Die Form des Vector-Zeichens wurde modifiziert: Ober- und Unterkanten schließen nun in einer Horizontalen ab (siehe Detailansicht).

Wie es seitens des Unternehmens heißt, werde das bisherige Delta-Logo auf ausgewählten Produkten der Crossfit-Sparte auch weiterhin zu sehen sein. Als Absender des Unternehmens wird das Delta-Logo jedoch nicht mehr zum Einsatz kommen.

Kommentar

Die Retro-Welle im Bereich Logogestaltung hält an. Pizza Hut, Beyerdynamic, Bahlsen, Art Directors Club Deutschland, Volkswagen – alles Marken, die sich bei ihrem jüngsten Rebranding an einem früheren Logo orientiert bzw. dieses sogar reaktiviert haben. Auch Reebok geht diesen Weg und setzt auf ein bekanntes Zeichen, um auf diese Weise mehr Vertrauen zu stiften. In einer immer unübersichtlicher und lauter gewordenen Medienwelt (Stichwort Fake News), so eine mögliche Erklärung, sehnen sich Menschen nach Verlässlichkeit und Authentizität. Immer mehr Unternehmen kehren zu alten Logos zurück, um diesem Wunsch nachzukommen und das Bedürfnis zu befriedigen.

Es gab Bewegung in den letzten Jahren bei Adidas. Seit dem Beitrag über das Adidas-Marken-Universum, 2013 veröffentlicht, gab es mannigfaltige strategische Veränderungen, die auch Auswirkungen auch auf das Branding der Adidas-Marken hatten. Eine Markendivision „adidas Sport Style“, 2002 eingeführt, gibt es in dieser Form nicht mehr, zumindest nach Außen hin nicht. Gleiches gilt für das in diesem Zusammenhang verwendete Divisionsdachlogo, dem „adidas“-Schriftzug mit vorgestellten drei Streifen. Eingeführt wurde hingegen das Segment „Adidas Athletics“ (2016). Die TaylorMade-Golfsparte wurde 2017 verkauft. Das Erscheinungsbild auch der Unternehmensgruppe hat sich verändert: seit drei Jahren nutzt das Unternehmen lediglich die „adidas“-Wortmarke als Absender, ohne des Zusatz „Group“. Man könnte sagen Großreinemachen bei Adidas. Dass Adidas irgendwann einmal zum Dreiblatt als alleinigen Absender der Marke zurückkehren wird, erscheint aufgrund der Unternehmensstruktur und dem nach wie vor vielgliedrigem Markenportfolio jedoch höchst unwahrscheinlich.

Mediengalerie

Weiterführende Links

Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 17 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Die Netiquette ist zu beachten. Vor dem Hintergrund einer transparenten, sachlich-fairen Debatte wird die Nutzung eines Klarnamens empfohlen.

Folgende HTML-Elemente können verwendet werden: <b> <i> <img src="bildurl"> <a> <blockquote>

An den Anfang scrollen