Redesign der Tourismusmarke Argentinien

Argentina Logo

Seit kurzem präsentiert sich Argentinien mit einem minimalistischen „A“ als Logo. Die Regierung verspricht sich von dem erneuten Tourismusmarkenauftritt einen Wachstumsimpuls, der den Tourismus und den Export fördern und Investitionen ausländischer Unternehmen steigern solle.

Die Tourismusmarke Argentinien, immerhin das acht größte Land der Welt, ist noch vergleichsweise jung. Seit 2008 verfügt das Land über ein Markenkonzept, mit dem sich Argentinien als Reiseland positioniert. Nach nunmehr 13 Jahren ändert sich das Gesicht der Landesmarke signifikant. Das zuletzt 2013 überarbeitete Logo mit wellenförmigen Bändern weicht einer Kreisfläche, die den Großbuchstaben A umschließt. Erhalten bleibt hingegen Cyan-Blau als Primärfarbe.

Argentina Brand Design Billboard

Argentina Brand Design Billboard, Quelle: brandemia.org

Argentina Brand Design

Das visuelle Konzept, für das die Agentur FutureBrand verantwortlich zeichnet, wurde auf Basis umfangreicher Marktforschungsergebnisse entwickelt, wie es in einem Kommuniqué heißt. Auch Interviews mit Persönlichkeiten aus Politik, Kultur, Sport, Wirtschaft und anderen Vertretern der Zivilgesellschaft seien bei der Entwicklung der neuen Landesmarkenstrategie berücksichtigt worden. Der offizielle Webauftritt des Landes – argentina.travel – wurde bereits auf das neue visuelle Erscheinungsbild umgestellt.

Kommentar

A wie Autostadt. Das zumindest war meine erste Assoziation. Ein A im Kreis ist jetzt sicherlich nicht das raffinierteste aller denkbaren Zeichen. Die Frage ist, was man daraus macht. Sehr schön ist etwa, wie die im Logo enthaltene Kreisfläche auch als Bildschablone genutzt wird (Beispiel).

Eine so simple Form wie einen Kreis als zentrales Gestaltungselement zu deklarieren, wird im Hinblick auf die Markenauftritte anderer Süd- und Lateinamerikanischen Ländern wie Peru, Bolivien oder El Salvador nachvollziehbar. Denn während sich diese (und viele anderen) Länder visuell vielfarbig, dekorativ und zum Teil verspielt präsentieren, zeigt sich Argentinien von einer farb- und form-reduzierten Seite. Im Kontext Nation-Branding verfügt der simple Kreis also durchaus über vergleichsweise hohe Differenzierungsqualität.

Im Netz wird die unterstellte große Ähnlichkeit des neuen Argentinien-Logos mit der Nachrichten-Marke Mashable diskutiert und kritisiert. Nun ja – Profilbilder auf YouTube, Twitter, Pinterest, Google+, etc. sind nun einmal kreisrund. Da braucht es nicht mehr als einen ähnlichen Farbton, um Ähnlichkeiten entstehen zu lassen. Entscheidender ist, ob das visuelle Konzept einer Marke im jeweiligen Kontext/Markt – hier Tourismus – über ausreichend Eigenständigkeit verfügt. Das scheint mir in diesem Fall gegeben.

Und dennoch gefällt mir ein Tourismusmarkenzeichen wie das von Peru besser, da es über die Formgebung Einzigartigkeit verkörpert und weil es darüber hinaus Geschichten zu erzählen scheint.

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25 Kommentare zu “Redesign der Tourismusmarke Argentinien

  1. Einfach nur schön. Einzig die Outline-Variante sagt mir nicht zu. In weiß auf dunklem Grund funktioniert sie noch, aber in schwarz oder blau auf weiß leider gar nicht.

  2. A wie Arial Rounded… Ja, ist natürlich nicht dieser Font, aber meine spontane erste Reaktion… leider!

    Grundsätzlich mag ich es, wenn einfache Formen zum Einsatz kommen. Auch der Hintergedanke mit der Platzierung des A auf der südlichen Erdkugel ist nicht schlecht. In diesem Fall stört mich einfach die rundlich, weichgespülte Schriftart. Wäre diese etwas gewagter oder spezieller, wäre es nicht so austauschbar. Habe übrigens auch wie Florian den Eindruck, das A sollte ein Pixelchen weiter links sein obwohl es wohl exakt mittig steht, vielleicht haben wir beide den selben Augenfehler. ;-)

  3. Wundert mich, dass hier noch keiner mit Aral angekommen ist. ;)

    Als Tourismuslogo find ichs auch etwas sehr nüchtern und uninspirierend. Landestypisches sieht man darin auch nicht.

  4. Hallo. Die Anmerkungen „Aral“ und „mittig“ sind bereits angesprochen worden. Einfach mal die früheren Kommentare lesen, könnte helfen. ;-)

  5. Stimmt, das A steht nicht mittig. Es gibt eine optische und eine gemessene Mitte .-)
    Ich würde mich dabei immer auf die optische Mitte verlassen. Passt meistens.

  6. Naja, anscheinend ist die „optische Mitte“ nicht sehr passend, wenn allen Betrachtern hier direkt auffällt, dass das Gegenteil der Fall ist. Finde es sogar so krass, dass ich auf den ersten Blick dachte, das A soll gar nicht mittig ausgerichtet aussehen

    • da habe ich mich wohl missverständlich ausgedrückt…
      Meine Vermutung ist, dass die Agentur das „A“ wohl in die rechnerische Mitte gesetzt hat, und es deswegen optisch nicht wirklich mittig wirkt. Geht mir beim Entwerfen auch oft so, dass ich etwas an der Mittelachse ausrichte, über die Ausrichten-Funktion im Programm. Oft wirkt es dann ganz leicht versetzt, also für das Auge nicht mittig, obwohl es natürlich von den Werten her absolut mittig sitzt. Ich schiebe es dann einfach händisch, nach Augenmaß, hin und her, bis es mir mittig erscheint. Das meinte ich mit optischer Mitte….

      • interessant. Danke für deine Grafik. Dann weiß ich auch nicht, woran sie sich orientiert haben.-)
        Vielleicht soll es ja absichtlich etwas irritierend wirken…

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