Neuer Markenauftritt für Bolivien

Bolivia Logo

Bolivien bekommt einen neuen Markenauftritt. Eine neue visuelle Identität soll dazu beitragen, das Image des Landes zu verbessern. Hilfe holte sich das Ministerium für Kultur und Tourismus von Bolivien bei der Agentur Futurebrand, die im Bereich Nation Branding bereits für das Nachbarland Peru wie auch für Costa Rica tätig gewesen ist.

Ziel des vor wenigen Tagen präsentierten neuen Erscheinungsbildes ist es, die Attraktivität Boliviens sowohl gegenüber Besuchern wie auch Investoren zu steigern. Anders als bislang ist die Marke Bolivien nunmehr eingebettet in ein ganzheitliches Nation-Branding-Konzept.

Im Rahmen einer dem Rebranding vorgestellten Studie wurden vier Säulen identifiziert: Investitionen; Herstellung; Kultur und Tourismus; sowie Internationale Beziehungen. Darauf aufbauend wurden Markenwerte definiert, die Bolivien auszeichnen. Nach Auffassung der Verantwortlichen sind dies „Mutter Erde“, „Gleichheit für alle“, „Lebendes Wesen“ und „Exemplarität für die Welt“. Im Mittelpunkt des neuen visuellen Konzeptes, das diese Werte widerspiegelt, steht die Verschiedenartigkeit der einzelnen Gemeinden, Städte und Regionen. Bolivien, so Präsident Evo Morales anlässlich der Präsentation in La Paz, sei ein einzigartiges Land mit großer, bereichernder Vielfalt. Fortan wirbt das Land mit dem Claim „Bolivien, Herz des Südens“ („Corazón del sur“). Die neue visuelle Identität solle helfen, die im Image der Menschen verankerten Stereotype aufzulösen.

Bolivia Logo-Herleitung

An die Stelle der bisherigen Wort-Bildmarke samt Tucan-Darstellung rückt ein Logo, dessen Farben den jeweiligen Landesregionen sowie unterschiedlichen Werten zugeordnet sind: Rot steht hierbei für Altiplano/Produktivität/Export, Gelb repräsentiert Valle/Mineralreichtum/Wirtschaft, Grün steht für Anden/Biodiversität/Kultur und Tourismus und Blau verkörpert nach Auffassung der Verantwortlichen die Transparenz internationaler Beziehungen. Die Formen des Logos basieren auf den traditionellen Stoffen der verschiedenen Kulturen.

Bolivia Stationery

Kommentar

Gefällt mir gut, auch das neue Logo. Ganz sicherlich weniger Klischee-behaftet als die Tucan-Wortmarke, die einseitig auf den Tourismusbereich ausgerichtet gewesen ist. Die neue Außendarstellung lässt erkennen, dass Bolivien offenbar mehr als nur ein Reiseziel ist. Die Schwächen des Logos liegen aufgrund der Komplexität freilich im Bereich der Memorierbarkeit. Ein derart vielteiliges Logo aus dem Gedächtnis nachzeichnen ist quasi unmöglich. Aber das ist auch innerhalb eines solchen Nation-Branding-Konzepts eher von geringer Bedeutung. Eine Marke, die als Markenwerte „Mutter Erde“ und „Gleichheit für alle“ beinhaltet, muss man einfach sympathisch finden (auch wenn letzterer eine Utopie beschreibt, denn den tatsächlichen Ist-Zustand). Ein sowohl konzeptionell wie auch visuell anspruchsvolles Design.

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10 Kommentare zu “Neuer Markenauftritt für Bolivien

    • Oder es dürften die Ornamente für „Andes“ im Süden ziemlich griechisch sein (liegen aber auch nur 2 Länder dawzischen, ohne Ironie :

      Auch Kelims bedienen sich ähnlicher Ornamentik.

      Ich denke: Vereinfachte Ornamente der Volkskunst, die ähnlich sind, da kann man überall auf der Welt welche finden, wenn man will.
      In der Folkmusik weltweit lassen sich ebenfalls Ähnlichkeiten in typischen Tonabfolgen finden. Das hat wohl zu tun mit grundsätzlichen, universalen Gestaltdingen.

      So einzigartig ist dann genau besehen die jeweilige Landesornamentik der einzelnen, auf ihre typische Volkskunst stolzen Länder gar nicht. Zumindest nicht, wenn sie im Design sehr vereinfacht dargestellt ist.

    • Hakenkreuz-Alarm!!!!1

      Ich finde es sehr faszinierend, wie manche Motive, Muster, Formen etc. über die Welt verteilt immer wieder auftauchen. Die Swastika ist ein gutes Beispiel dafür. Auch der Kreis scheint ja die Menschen schon sehr früh fasziniert zu haben.
      Achim, du willst nicht zufällig eine kleine dt-Exkursion in die Frühgeschichte mit uns Lesern machen? :-P
      Wäre sicherlich Stoff für einen spannenden Artikel!

    • Dein Recht dies hier zu erwähnen, jedoch finde ich es nicht als angebracht. Dann müsstest du es bei vielen „ivi-Kombinationen“ in Sans Versalien empfinden. Oder du schaust dir gerne grausame Typo bei freefontseiten an, die komischen Ms haben :D

    • Ein wütendes Herz? Ô_o
      Manchmal bin ich neidisch auf die Kreativität mancher Menschen. In deinem Fall bin ich mir nicht ganz sicher. :-D

      Den Punkt mit dem unruhigen verstehe ich grundsätzlich, würde es aber eher als „lebendig“, „pulsierend“ bezeichnen. Bolivien ist eben Bolivien, nicht Kleve.

    • Musste tatsächlich auch an das Logo des weltbekannten Berliner-Untergrundrappers King Organsmus One denken:

      Ansonsten gefällt mir die Herleitung, Umsetzung und Typo. Auch wenn ich noch nie dort war, passt es gefühlt zu Bolivien.

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