Linktipp: Markenlogos großer Unternehmen aus der Erinnerung gezeichnet

Wie exakt können wir uns an die Farb- und Formgebung berühmter Markenlogos erinnern? 156 US-Amerikaner wurden gebeten, die Logos zehn berühmter Marken aus dem Kopf zu zeichnen. IKEA dürfte sich über das Ergebnis freuen, Starbucks weniger.
Große Unternehmen investieren Millionen in Werbekampagnen, damit sich ihre Logos und Markenzeichen bei den Menschen einbrennen. Wie genau sieht das aber eigentlich aus, was sich da bei uns einbrennt? Die Macher des Werbemittelportals signs.com sind dieser Frage nachgegangen und haben insgesamt 156 US-Amerikaner gebeten, die Logos von Apple, Adidas, Burger King, Starbucks, Ikea, Foot Locker, Domino’s, 7 Eleven, Walmart und Target aus der Erinnerung zu zeichnen.

Das Ergebnis ist zwar weniger wissenschaftlich tiefgründig, dafür aber unterhaltsam. Immerhin einige konkrete Aussagen erlaubt die sehr schön aufbereitete Studie:
- Jüngere Menschen können die Logos der zehn aufgeführten Marken/Unternehmen exakter wiedergeben als ältere.
- Das Logo von IKEA konnte mit der größten Genauigkeit nachgezeichnet werden. Ein Indiz also für die Prägnanz und Einfachheit der Forgebung.
- Das Logo von Starbucks ließ sich hingegen nur von sehr wenigen Menschen exakt nachzeichnen. Angesichts der Komplexität der Bildmarke, die zuletzt 2011 redesignt wurde, ist dies wenig überraschend.
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Es gab auch mal eine Studie “Lass Leute aus dem Gedächtnis heraus ein Fahrrad zeichnen” – auf das, was dabei teilweise herauskam, würde sich niemand setzen wollen.
Auch nach meiner Erfahrung sind die Menschen SEHR verschieden, wenn es um das Einprägen und zeichnerische Wiedergeben von Formen, Objekten und Logos geht.
Ich finde nicht, dass sich diese (in der Tat sehr hübsch aufbereitete) Studie dafür eignet, die Logos in ihrer Funktion zu bewerten. Entscheidend ist doch nicht die Wiedergabe-Fähigkeit der Logos, sondern ihr Wiedererkennungswert. Und dazu sagt die Studie wenig aus. Ebenso denke ich nicht, dass einfache Logos einen höheren Wiedererkennungswert als komplexe Logos haben – auch wenn man bei einem 10-Eck nicht die Ecken einzeln zählt und nachträglich genau benennen kann, kann man es trotzdem (auch im Gedächtnis) deutlich von einem 5-Eck unterscheiden.
Manche der aufbereiteten Zeichenversuche finde ich hübscher als die Originale!
Die Studie sagt eher das aus, was man sich eh denken konnte, nur halt schön umgesetzt. Nämlich dass komplizierte Logos schwerer zu merken sind, als einfache Logos. Und dass Bilder besser gemerkt werden als Texte. Das Target-Logo hatten fast alle eigentlich richtig, aber die haben fast alle immer den Text weggelassen, wodurch sie dann doch durchgefallen sind. Auch sieht man gut, dass neue Logos nicht sofort im Kopf sind, sondern teils Jahrzehnte brauchen, bis sie gelernt werden, siehe Burger King, wo die meisten das Logo aus den 60-90ern gemalt haben.
Aber genau hier stellt sich doch die Frage, was man unter “merken” versteht: Wie Worn auch schon schrieb, muss ein Logo ja nicht aus dem Nichts aufgemalt (aktiv) werden können, sondern vielmehr wiedererkannt (passiv) werden.
Klar, einfache Formen lassen sich leichter merken und wiedergeben. Wenn man aber eine solche Studie anhand von Logos aufbaut, schwingt zumindest eine implizierte Bewertung derselben mit.
Dass die Leute aber mitunter tatsächlich die Logos aus vergangenen Jahrzehnten zeichnen hat mich allerdings auch amüsiert. Überrascht hat mich, dass diese alten Logos häufig vergleichsweise originalgetreu bleiben.
Interessant wäre noch das McDonald’s Logo gewesen. Hier hätte es bestimmt eine Trefferquote von 70%+ gegeben.
Habe die Studie vor einiger Zeit entdeckt. Ich finde es amüsant zu sehen wie Menschen doch sehr bekannte Logos nachzeichnen =D.
Das Ergebnis hängt sehr strakt mit kognitiven Mechanismen zusammen. Etwas wiederzuerkennen ist leicht und macht auch Spaß. Hingegen etwas wiederzugeben, egal ob das jetzt ein Logo oder Lernstoff in der Schule ist, ist mit Aufwand verbunden. Und ein Logo prägen sich die meisten Menschen natürlich nicht in allen Einzelheiten ein.