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Logo-Update bei Cleveland Cavaliers

Cleveland Cavaliers Primary Logo
Cleveland Cavaliers Primary Logo, Quelle: Cleveland Cavaliers

Die Cleveland Cavaliers, ein 1970 gegründetes US-Franchise der Basketball-Profiliga NBA, haben ihre Markenidentität aufgefrischt und ihrem Logo ein Update verpasst. Für die Franchise, die seit dem Weggang ihres großen Stars vor vier Jahren in der sportlichen Bedeutungslosigkeit abgesunken ist, beginne nunmehr eine neue Ära, so die offizielle Erklärung der „Cavs“ im Rahmen der Vorstellung.

Während derzeit die NBA-Finals zwischen den Golden State Warriors und den Boston Celtics ausgespielt werden, hat man in Cleveland die Off-Season dazu genutzt das visuelle Erscheinungsbild der Franchise zu aktualisieren. Seit dem Abgang von LeBron James 2018 gehören die Cavs zu den Teams mit den wenigsten Siegen in der NBA. Mit jungen Spielern will man in der kommenden Saison wieder angreifen. „Die Zukunft ist aufregend und unsere Stadt und unsere Fangemeinde haben diese neue Generation unglaublich talentierter Spieler angenommen. Da wir in eine neue Ära des Cavs-Basketballs eintreten, ist es an der Zeit, ihnen einen eigenen Stempel aufzudrücken“, so Cavaliers Creative Director Daniel Arsham. Zur kommenden Spielzeit 2022/2023 erhalten die Cavaliers eine neue Markenidentität.

Anknüpfend an die 1980er-Jahre und die Ära in den Jahren 2003–2010 werden die Franchise-Farben wieder auf Weinrot, Gold und Schwarz umgestellt. Blau verschwindet damit aus dem Erscheinungsbild. Auch die unterschiedlichen Logos (primary, secondary, wordmark) wurden im Rahmen des Rebrandings angepasst. Das neue Logo-Set sei in der Geschichte der Cavaliers verwurzelt. Indem im neuen Design die Signets der verschiedenen Epochen zitiert werden und gleichzeitig eine zeitgemäße Formensprache beinhalten, werde der Spirit der Cavs aus der Vergangenheit in die Zukunft übertragen, so die offizielle Erklärung.

Cleveland Cavaliers Logo – vorher und nachher
Cleveland Cavaliers Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Cleveland Cavaliers, Bildmontage: dt

Während die Schildform des Emblems (Badge) grundsätzlich erhalten bleibt, ändern sich Farbgebung und zum Teil auch der Aufbau. Auffälligste Veränderung: das senkrecht dargestellte Schwert wurde entfernt. Von 2003–2022 nutzten die Cavaliers unterschiedliche Logos, in denen jeweils ein Schwert enthalten ist. Bereits im Ursprungslogo ist ein Schwert (samt „Kavallerist“) enthalten. Auch sprachlich ist das Schwert ein identitätsstiftendes Element der NBA-Franchise aus Cleveland (siehe Fear the Sword).

Die Umstellung auf die veränderte Markenidentität werde zu Beginn der Saison 2022-23 abgeschlossen sein. Fans können im Sinne einer Preview seit wenigen Tagen unter Cavs.com/shop erste Markenartikel von Cavaliers erhalten, darunter eine Auswahl an Hemden, Hüten, Polos und Neuheiten.

Kommentar

Kraftvoll und energetisch wirkt die neue Farbgebung nicht eben. Im direkten Vergleich mit dem bisherigen Emblem ist das neue Zeichen ziemlich kontrastarm. Auf den ersten Merchandising-Artikeln geht das „Gold“ hingegen, wie bisher auch, stark in Richtung leuchtendes Gelb. Was die Farbwerte von Gold und Weinrot anbelangt verstehe ich offen gesagt nicht so recht das Konzept seitens der Franchise. Auch wenn das neue Design erst im Laufe des Jahres voll implementiert wird, würde man schon erwarten, dass die Farbwerte in den ersten Visuals/Anwendungen nicht so stark variieren. Auf mich wirkt der Farbwert eher wie Sand, nicht wie Gold.

Die Entfernung der Schwertdarstellung scheint den Fans nicht sonderlich aufzustoßen. Zwar wird das Schwert von einigen vermisst, echter Widerstand regt sich auf Facebook jedoch nicht. Inwieweit hierbei Überlegungen in Bezug auf politische Korrektheit eine Rolle gespielt haben mögen – eine Kriegswaffe als Teil der Markenidentität – vermag ich nicht zu sagen. Aufgrund jüngster Entwicklungen im US-Sport (siehe Cleveland Indians, Washington Commanders) ist davon auszugehen, dass US-Franchises in Bezug auf die Außenwirkung von derlei Redesigns sensibilisierter sind als noch vor einigen Jahren.

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Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Tja, ein weiteres Franchise macht sein Logo klinischer und langweiliger. Vor Allem Cs gibt es im Amerikanischen Sport so viele, dass das Schwert als Unterscheidungsmerkmal wichtig war. Das wird in ein paar Jahren alles zurückgedreht werden müssen, denke ich.

  2. Mir kommt es so vor, als wenn alles krumm und schief wäre. Keine Parallelen, die Kurven wirken unsauber und alles irgendwie nicht richtig rund. Also rein handwerklich kein neuer Lebensabschnitt.

  3. Ab und zu wundere ich mich dann schon, wie amateurhaft diese Multimillionen-Dollar-Unternehmen mit ihren Erscheinungsbildern umgehen. Klar, sie agieren keineswegs frei, da Traditionen gewahrt werden müssen aber wieso man trotzdem zu so unterwältigenden Ergebnissen kommt ist schon bemerkenswert.

    Die Punkte, die mir da ins Auge fallen ist zuallererst die Farbe: Gold und Weinrot mag eine schöne, klassische Kombination sein, insbesondere auf realen Produkten, wie z.B. Trikots. Aber man muss bei Gold eben eine Entsprechung finden, die auch ohne Metallic-Effekt funktioniert und die am Ende, wie hier in den Beispielen nicht wie eine uninspirierte Mischung aus Ocker, Sand oder einfach schmutzig-braun aussieht und einen deutlich zu schwachen Kontrast zum Weinrot bietet. Die Kollegen von den Lakers erklären einfach ihr leuchtendes Sonnengelb zu “Gold” – das ist überall da visuell überzeugender, wo sich “Gold” eben nicht realistisch abbilden lässt…

    Aber erschreckender finde ich eigentlich noch, die Kombination der Elemente, die mit dem Holzhammer zusammengeklöppelt scheint. Wir haben ein “C”, wir haben einen Schriftzug, das muss jetzt eben irgendwie in diese Wappenform, egal ob oder wie es passt – und das soll das Logo sein? Oder weiß man selbst schon dass das doof aussieht und schafft sich noch gleich zwei alternative Signets an, die visuell gleich ganz woanders herkommen?

    Vielleicht ist die Tradition und Marke dieser Sportclubs so stark, dass man visuell machen kann was man will, ohne die Marke zu schwächen – ich seh aber oft nicht ein, wieso man diese Chance so leichtfertig auslässt (wo eine starke Umsetzung doch unterstellt nicht mehr kosten würde?)

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