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Lamborghini erneuert Markenauftritt

Lamborghini Logo, Quelle: Lamborghini
Lamborghini Logo, Quelle: Lamborghini

Lamborghini, ein italienischer Hersteller von Sportwagen, präsentiert sich mit neuem Markenauftritt. Im Rahmen der Aktualisierung des visuellen Auftritts erfährt auch das Markenzeichen ein Makeover.

Der Automobilhersteller Lamborghini wurde 1963 von Ferruccio Lamborghini in Sant’Agata Bolognese (Emilia-Romagna) gegründet. Lamborghini ist seit 1998 ein Unternehmen des Volkswagen-Konzerns. Gemeinsam mit Audi, Bentley und Ducati ist Lamborghini innerhalb des VW-Konzerns Teil der Markengruppe „Progressive“. Seit 2020 ist Stephan Winkelmann CEO von Lamborghini; schon in den Jahren zwischen 2005 bis 2016 hatte Winkelmann diesen Posten inne. Derzeit sind bei Lamborghini rund 2.300 Mitarbeiter beschäftigt.

Im Jahr 2023 hatte Lamborghini über 184 Händler in 54 Ländern insgesamt 10.014 Fahrzeuge ausgeliefert – so viele wie nie zuvor in einem Jahr (zum Vergleich: Volkswagen produziert in 70 Werken weltweit rund 40.000 Autos pro Tag). Auf Basis eines im Jahr 2021 vorgestellten Plans, in dem die Elektrifizierung der gesamten Produktpalette vorgesehen ist, sollen die Modelle Revuelto, Urus, Huracán bis Ende 2024 als Hybridfahrzeuge angeboten werden. Anfang 2024 wurden die damit verbundenen Ziele im Strategiepapier „Direzione Cor Tauri“ konkretisiert: bis 2030 will Lamborghini pro Fahrzeug 40 % an Emissionen reduzieren. Nun hat Lamborghini angekündigt im Zuge des umfassenden Transformationsprozesses auch seinen Markenauftritt zu erneuern.

Lamborghini brand design visual, Quelle: Lamborghini
Lamborghini brand design visual

Auszug der Pressemeldung

In Zeiten des rasanten und permanenten Wandels wappnet sich Automobili Lamborghini mit einem neu gestalteten Logo, das Innovation und Entschlossenheit verkörpert, für die Zukunft. Die Weiterentwicklung des Unternehmensauftritts fügt sich nahtlos in den ganzheitlichen Veränderungsansatz ein, der „Direzione Cor Tauri“, die den neuen auf Nachhaltigkeit und Dekarbonisierung ausgerichteten Kurs des Unternehmens definiert. Dieser Nachhaltigkeitsansatz läutet eine neue Phase in der Positionierung des Unternehmens ein.

Lamborghini Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Lamborghini, Bildmontage: dt
Lamborghini Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Lamborghini, Bildmontage: dt

Mehr als 20 Jahre nach der letzten Aktualisierung erneuert Automobili Lamborghini sein Logo ein weiteres Mal. Das Markensignet wurde auf eine vereinfachte Darstellung (flat design) umgestellt – auf Farbverläufe und Glanzeffekte wird zukünftig verzichtet. Das Logo kann, je nach Anwendungskontext, entweder in weiß, in schwarz oder in einem Goldton abgebildet werden.

Auch am Stier, seit je her das visuelle Erkennungszeichen der Sportwagenmarke Lamborghini, wurde Hand angelegt. Die charakteristische zum Angriff gebeugte Haltung des Tieres bleibt bestehen – allerdings wurde die Darstellung auf eine verlaufsfreie Konturzeichnung umgestellt. Die Linienführung des Stiers wurde dezent modifiziert: insbesondere die Hörner heben sich nun stärker vom Umfeld ab. Ein Novum für die Marke Lamborghini: fortan tritt der Stier, im Anwendungskontext digitaler Medien, losgelöst von der sonst umgebenden Schildform in Erscheinung. Auf diese Weise solle das Tier noch stärker in den Vordergrund rücken.

Zusätzlich zum neugestalteten Markenzeichen und einem weiterentwickelten Farbkonzept mit Schwarz als Primärfarbe und Weiß sowie Gold als Akzentfarben gehört auch eine eigens für Lamborghini entwickelte Hausschrift namens „Lambo“ zum veränderten Outfit. Der neue Corporate-Font greife in „unmissverständlicher Weise die Kanten und Linien der Fahrzeuge auf und stehe im vollkommenen Einklang mit der Designsprache des Autobauers aus Sant’Agata Bolognese“, so das Unternehmen.

Kommentar

Packen wir den Stier einmal bei seinen Hörnern. Formvollendet ist er nicht, war er noch nie so recht, wie die Logoevolution der Marke Lamborghini zeigt. Frühere Logoversionen wie auch das nun präsentierte Logo enthalten mehrere eigenartig wirkende Details und Elemente. Details, die handwerkliche Präzision vermissen lassen. Bemerkenswert für eine Marke, die Attribute wie Exzellenz, Leistung und eben auch herausragende Designqualität für sich in Anspruch nimmt.

Im Zuge der Umstellung von einer Darstellung mit Farben/Farbverläufen hin zu einer Positiv-Negativ-Kontur nimmt die Stierform Gestalt an, wird aus dem bislang indifferenten goldenen, Nugget-gleichen Klumpen eine kontrastreiche Form. Einige Details, wie etwa die Gesichtspartie, treten erst jetzt so richtig in den Vordergrund. Die Gesichtspartie beinhaltet nun eine durchgängige Verbindungslinie zwischen Auge und Nüster. Doch in letzter Konsequenz überzeugend – ausdefiniert – erscheint dieses grafische Spiel aus Licht/Positiv und Schatten/Negativ nicht. Auch spiegelt die Linienführung der Stierbildmarke die typische kantige Optik der Lamborghini-Modelle nicht wider.

Über eine ausgefeilte(re) Positiv-Negativ-Kontur verfügt beispielsweise das WWF-Logo: das in der Panda-Bildmarke gezeigte Formenspiel aus schwarzer Fläche und offenen weißen Räumen, das erst von unserem Auge imaginär zu einem Ganzen komplettiert wird, ist herausragend. Eine Form- und Designqualität, an die der Lambo-Stier nicht heranreicht. Mehr noch als an der Silhouette des Stiers stört mich als Betrachter der Umstand, dass das Tier im Schild nicht zentrisch platziert ist. Der Lambo-Stier ist nicht ausbalanciert – er droht, bildlich gesprochen, rechts aus dem Schild auszubrechen. Was auch daran liegt, dass der Stier um die Hüfte herum breiter geworden ist. Der Freiraum linksseitig des Tieres ist nun deutlich größer als vorher. Der goldglänzende Anstrich hat diese Unwucht bislang halbwegs kaschiert. Es sind vor allem die unausgewogen Zwischenräume, die das Gesamtkonstrukt als nicht zu Ende gedacht und gezeichnet erscheinen lassen.

Ungeachtet dessen ist der Schritt als solcher, das Profil als Marke zu schärfen, richtig. Nachvollziehbarer als die letzte Logoumstellung bei Peugeot ist die Maßnahme ohnehin. In der Gegenüberstellung mit dem artverwandten Lamborghini-Logo wird deutlich, welche Idee man bei Peugeot im Sinn hatte respektive hat.

Ein Gedanke zum Thema Elektrifizierung. „Plug-in-Hybrid“ und „Lamborghini“ – in dieser Kombination ein doch recht ungewöhnliches, unerwartetes Wortpaar, im Hinblick auf die Authentizität der Marke Lamborghini. Wohl auch deshalb bezeichnet das Unternehmen selbst sein im letzten Jahr eingeführtes Modell Revuelto als „HPEV“, was für „High Performance Electrified Vehicle“ steht, und schmissiger klingt. Kurios bei diesem „HPEV“: die Reichweite beträgt, sofern rein elektrisch betrieben, laut einschlägiger Fahrberichte zwischen 10 und 13 Kilometer. Es ist dies kein Tippfehler. So ist es nachvollziehbar, wenn der Hersteller lieber den Wert 1015 PS in den technischen Daten hervorhebt, als die Angabe 13 Kilometer Reichweite.

Ob die Umstellung auf hybride Antriebstechnik mehr als ein Feigenblatt, ein Ablenkungsmanöver, eine PR-Maßnahme ist, kann und möchte ich nicht beurteilen. Was auffällt: im Gegensatz zu Lamborghini sind Porsche, Jaguar, Maserati, u.a. in der E-Rennserie „FIA Formula E“ aktiv – dort sind diese als Rennsportmarke präsent und sichtbar -> Image. Viele sehen in E-Rennserien einen Zukunftsmarkt. Einen Markt und Image-Träger, den offenbar auch Lamborghini stärker erschließen bzw. für sich nutzen möchte? Der Wirtschaftswissenschaftler Ferdinand Dudenhöffer sieht hingegen in der Elektrifizierung von Fahrzeugen in Gänze einen Irrweg. Der Autoexperte hält Wasserstoff und E-Fuels für die zukunftsfähigeren Technologien. In diesem Spannungsfeld als Automobilhersteller heutzutage Markenkommunikation zu betreiben und sich im Visuellen passend zur strategischen Ausrichtung aufzustellen, ist in jeder Hinsicht herausfordernd.

Ein Satz zum Wording: Lamborghini selbst spricht im Rahmen der Pressemeldung von einer Anpassung des „Unternehmensauftritts“, gleichzeitig von einer Erneuerung der „visuellen Identität der Marke“. Sprachlich ein Kuddelmuddel. Anders als etwa Volkswagen differenziert Lamborghini offenkundig nicht zwischen Marke (B2C) und Unternehmen (B2B) – so ist in diesem konkreten Fall die Bezeichnung „Unternehmensauftritt“ synonym zu „Markenauftritt“ zu verstehen.

Last but not least erscheint der Zeitpunkt der Veröffentlichung etwas unglücklich und unkoordiniert. Erst vor zehn Tagen hat Lamborghini erstmals in São Paulo (Brasilien) einen Showroom eröffnet, und zwar noch im alten Markenauftritt. Was die Vermutung nahe legt, dass das Redesign des Markenzeichens eher nicht von langer Hand geplant wurde.

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Dieser Beitrag hat 13 Kommentare

  1. Da hat Lambo aber 3-4 Jahre verschlafen, aber das haben sie ja eh. Finde es leider recht günstig / fast billig. Das neue „Gold“ wirkt sehr dreckig und wenig hochwertig. Wäre ich klassisch 80er Gold-Digger geblieben, wie die Autos. Aber gut, müssen die wissen … 🤝🏻

  2. Was ist das denn für ein schäbiges Brand Design!?
    Die Bildmarke ist zwar eine deutliche Verbesserung, aber kann man da vielleicht einen anständigen Illustrator ranlassen? Ich kann mir kaum vorstellen, dass Lambo das Werbebudget dafür fehlt.

    Das Brand Design könnte nicht gesichtsloser sein.
    Eine pure Enttäuschung, nicht nur für einen Gestalter, wie mich!

  3. Joa, vor 10 Jahren wär das ziemlich modern und cool gewesen. Jetzt eher öde, oft gesehen und mit wenig eigener Identität. Mit ein bisschen Mut und grafischem Geschick hätte man daraus was wirklich einmaliges machen können. So aber eher meh.

  4. Mich würde interessieren, warum sich der Stier in der schwarzen Variante so stark von der goldenen und weißen Variante unterscheidet.

    Klar muss man beim Kopf auf die Outline achten und auch beim Schwanz aufpassen, aber bei den anderen Flächen erschließt sich mir die komplett schwarze Variante nicht ganz. Vielleicht kann mich ja jemand erleuchten :)

    1. Du bist nicht der einzige, lieber Axel, dem sich die von Dir beschriebene unterschiedliche Darstellungsform nicht so ganz erschließt. Danke für Deinen Kommentar und Deine Frage.

      Die Bildmarke wechselt mit der Umkehrung von einer Negativdarstellung hin zu einer Positivdarstellung nicht nur ihre Farbgebung, sondern, was höchst ungewöhnlich ist, es ändert sich auch die Linienführung. Dass sich bei der Positivform und Negativform eines Logos die Linienführung unterscheidet, und zwar nicht etwa im Sinne eines Kontrastausgleiches, sondern stilistisch, ist fern heutiger Praxis.

      Bei drucktechnisch hergestellten Medien wird zum Teil eine Angleichung der Linienstärke vorgenommen. Denn im Druck gehen sehr dünne Linien und sehr kleine Flächen und Innenräume, auch Punzen von Schriftzeichen, mitunter verloren, je nach Größe des Druckwerks und je nach Papierart (u.a. Faktoren). „Subt weg“, habe ich den ein oder anderen Drucktechniker sagen hören, bezogen auf „Substanz verlieren“.

      Viele Unternehmen, darunter Volkswagen, besaßen früher – streng genommen – nicht nur EIN Logo, sondern, je nach Anwendungskontext, gleich mehrere Logovarianten. Das Ergebnis war ein unbeherrschbares Corporate-Design-Vorgaben-Monstrum. Denn ein solches CD, das zusätzlich zu den Dateiformaten (EPS, PNG, SVG, JPEG, etc.) sowie Farbversionen (CMYK, RGB, Graustufen, Schwarzweiß) auch noch obendrein Größenvarianten für Logos beinhaltet, ist schlichtweg nicht praktikabel. Schnell sind dann 30, 40 und mehr Logodateien im Einsatz und zu pflegen. Ein solches CD-System ist viel zu fehleranfällig. Wohl auch deshalb hat Volkswagen vor Jahren ein schlichteres Logo und ein damit verbundenes übersichtlicheres CD-System eingeführt. So wie viele andere Unternehmen auch. Gerade heute sind einfache, klare Kommunikationslösungen gefragt.

      Konkret zurück zu Lambo. Eine Kontext-bezogene Angleichung der Linienstärke ist es ja nicht, die hier zu sehen ist. Bei der Positivform und Negativform des neuen Logos handelt es sich um völlig unterschiedliche Zeichen. Die Gestaltung ist meines Erachtens die Folge eines Denkfehlers, eines konzeptionellen. Die Gestaltung fußt offenbar auf der Annahme, es bräuchte beide Formen, eine positive und eine negative. Wie im Grunde so viele Unternehmens- und Markenlogos heutzutage scheinbar einem Automatismus folgend sowohl als Positivform wie auch als Negativform angelegt und definiert, und ganz selbstverständlich eingesetzt werden, teilweise sogar nebeneinander. Doch die Annahme ist falsch. Ein Logo muss nicht, in vielen Fällen sollte es nicht, sowohl als Positivform als auch als Negativform angelegt sein.

      Das WWF-Logo gibt es nur als Positivform. Auch Continental (Reifen) nutzt meines Wissens ausschließlich eine Positivform. Wohingegen das Känguru im Qantas-Logo nur als Negativform existiert, immer nur in weiß auf rot bzw. auf schwarz. Und zwar aus gutem Grund! Würde man die Farben umkehren, ginge der Charakter, der gewünschte Ausdruck und in vielen Fällen auch der Sinn verloren.

      Adrian Frutiger beschreibt in seinem Buch „Der Mensch und seine Zeichen“ diesen veränderten Ausdruck mit dem Begriff „Erscheinung“.

      Das positive Zeichen, irgendeiner Form, auf weißem Grund gesetzt, besitzt einen unabhängigen Ausdruck im Gegensatz zu dem Zeichen, das negativ auf einem Grund erscheint. Denn der Grund selbst besitzt eine formale Limitierung. […] Zwei genau identische Zeichen, einmal in schwarz auf weißem Grund, einmal in weiß auf schwarzem Grund, ergeben nicht dieselbe Erscheinung. Das weiße Zeichen wird immer größer und dicker erscheinen als das positive Zeichen. Der Grund ist die größere Ausstrahlungskraft des weißen Lichtes gegenüber der schwarzen Abdeckung.

      Mit einer Farbumkehrung von Positiv auf Negativ (Invertierung) verändert sich also die Wirkung und die Wahrnehmung eines Zeichens. Aus dem Pandabären würde eine Art Geisterfigur werden. Damit ein Panda als Panda erkennbar ist, und die damit verbundene Wirkung erzeugen kann, braucht es die für dieses Tier so typische Zeichnung im Bereich der Augen in schwarzer Farbe, nicht in weißer. Aus dieser Notwendigkeit heraus leiten sich ganz klar umrissene Gestaltungsregeln ab: das Logo steht stets in schwarz vor weißem Hintergrund. Klingt dogmatisch und heutzutage ungewohnt einengend, schafft jedoch Klarheit und sorgt für Wiedererkennbarkeit.

      Auch das Rote-Kreuz-Logo ist, solitär abgebildet, nur als Positivform als solches verständlich, kann nur in dieser Gestalt Bezug zur Identität herstellen. Als Negativform (weiß auf rot) wird das Zeichen als Schweizer Kreuz interpretiert. Weshalb es richtig ist, ein invertiertes Rote-Kreuz-Logo, so ist es auch im DRK-Styleguide definiert, nur in absoluten Ausnahmen und in „unvermeidlichen Fällen“ einzusetzen.

      Die Positivform bei Lamborghini – schwarzer Stier auf weißem Grund – halte ich tatsächlich für unnötig, auch da es den Charakter der Marke verfälscht und den Ausdruck des Tieres verändert, es ist dies freilich eine subjektive Sicht. Zumindest würde ich den weißen Stier auf schwarzem Grund klar als „primary logo“ definieren. Anhand der von Lamborghini veröffentlichen Medien ist eine Priorisierung nicht ablesbar, lediglich eine Kontextualisierung. Beides ist jedoch wichtig.

      Die unterschiedliche Linienführung von Positivform und Negativform werte ich als Versuch, um abschließend die Frage zu beantworten, beide Zeichen auf ihren Ausdruck hin anzugleichen. Offenbar wollte man den Kopf, die Hörner und die nach rechts gerichtete Flanke betonen -> Bewegung nach rechts = Dynamik/Vorwärts. Bei einer reinen Farbumkehrung der Negativform in eine Positivform geht diese Betonung jedoch verloren; der Kopf ist dann weiß, was hol/leer wirkt; dieser verliert dadurch an Wucht. Doch das Vorgehen ist insgesamt, wie gesagt, fern der Praxis – ich würde das Ergebnis als halbgar bezeichnen.

      1. Wow, Achim, vielen Dank für diese ausführliche Antwort. Sehr interessant und fast schon ein eigenes Thema, allein von der Länge her. :D Merci

      2. Ich denke die bei der Umkehrung wurde versucht die Schattierung wo immer möglich als dunkle Fläche beizubehalten und gleichzeitig dennoch Konturen vor dem Hintergrund zu haben. Hoffe auch dass das nur ein sekundärer usecase bleibt weil die Darstellung auf schwarz deutlich dynamischer und dreidimensionaler wirkt.

  5. Sehr guter Beitrag, ich würde jedoch anmerken zu folgenden Punkt und dem Vergleich mit Peugeot: “Auch spiegelt die Linienführung der Stierbildmarke die typische kantige Optik der Lamborghini-Modelle nicht wider.”

    Ja, eine kantigere Gestaltung wäre hinsichtlich der Fahrzeuge sicherlich möglich, aber verglichen mit Peugeot ist eine Marke wie Lamborghini stärker im historischen Kontext zu betrachten und weniger ein “Lifestyle/Consumer”-Produkt wie Peugeot, wo man sich immer wieder neu erfinden kann und muss, da der Durchschnittskäufer kaum wert auf die Historie der Marke legt, sondern ob diese einfach dem aktuellen Zeitgeist entspricht.

    Ganz anders bei Lamborghini. Diese Bildmarke hat Tradition und das Design der Fahrzeuge kann(!) sich in den nächsten Jahren verändern (auch hinsichtlich anderer Antriebsformen) und dann würde das Logo wieder nicht passen, zumal man sich evtl. auch schon an der Designsprache “satt” gesehen hat. Der Stier bleibt jedoch immer gleich. Es käme schließlich auch keiner auf die Idee das “Prancing Horse” bei Ferrari zu verändern. Da bleibt einem dann wohl nur der Weg die Gestaltung bei Typo und Co. anzupassen – wo, und da stimme ich zu, auch mehr drin gewesen wäre.

    1. Danke Robert.

      verglichen mit Peugeot ist eine Marke wie Lamborghini stärker im historischen Kontext zu betrachten

      Vielleicht magst Du ausführen, weshalb dies Deiner Ansicht nach so ist. Peugeot, 1810 (als Eisengießerei) gegründet, gehört zu den ältesten Automarken überhaupt: 1891 nahm Peugeot die Auto-Serienproduktion auf. Lamborghini wurde 57 Jahre später gegründet; zunächst wurden unter diesem Namen Traktoren produziert; erst ab 1963 wurden Sportwagen gebaut. Warum ist bei einer vergleichsweise so jungen Marke der historische Kontext, wie Du sagst, stärker zu beachten? Und welche Konsequenzen leiten sich daraus auf das Branding ab?

      1. Ich denke, gemeint ist eher das Ikonische an der Marke Lamborghini. Die Marke hat aufgrund ihrer Marktposition etwas Ikonisches, das man natürlich erhalten will, auch bei einem Rebranding.
        Peugeot als “Volumenhersteller” ist da wohl flexibler und kann sich eher erlauben, sich von den Autos in Technik-Museen zu distanzieren.

        Ähnlich ist es wohl mit Designelementen bei Porsche oder Mercedes, die schon fast krampfhaft in das Design moderner Autos integriert werden, auch wenn es eigentlich gar nicht mehr in die heutige Zeit passt.

        PS: Hat Lamborghini nicht mit Nähmaschinen angefangen?

        1. Ja, genau Worn. So war das von mir auch gemeint.

          Peugeot existiert natürlich länger als Marke und persönlich würde ich dem auch zustimmen, dass Peugeot mehr Historie und auch mehr zur Automobilwelt beigetragen hat als Lamborghini aber wie du schon richtig sagst man könnte es bei Lamborghini wohl ikonisch nennen.
          Der historische Kontext muss bei Lamborghini und Co. natürlich nicht stärker beachtet werden aber er wird in den Köpfen der Kundschaft stärker zelebriert. Gründe dafür sind natürlich Exklusivität, Motorsport, Fahrzeugdesign. Alles Punkte die sich stärker von einem Volumenhersteller wie Peugeot abgrenzen.
          Bzw. mit anderen Worten der Käufer eines Lambo Huracan bewundert mit Sicherheit einen Countach aus den 70ern oder andere ältere Modelle die dann auch noch durch Popkultur unsterblich wurden, dessen Bildmarke bei manchen alleine schon Ehrfurcht und Bewunderung auslösen.

          Der durchschnittliche Peugeot Käufer hingegen weiß wahrscheinlich nicht einmal, dass Peugeot auch im Motorsport eine Zeit lang durchaus erfolgreich war. Die Marke ist dafür einfach viel zu sehr vom Mainstream “betroffen”. Außerdem hatte Peugeot in seinen 100 Jahren nicht einen einzigen Sportwagen in Serienproduktion. Höchstens sportliche Ableger eines 0815-Modells. Natürlich wird es aber auch Puristen geben die sich wohl beim Peugeot Rebranding gesagt haben, dass das nicht mehr Ihre Marke sei aber bei so hohen Absatzzahlen ist das absolut zu verschmerzen.

          Ich könnte noch hunderte Seiten dazu schreiben aber ich denke meine Ansicht sollte jetzt klar sein. Ein Statement aus gestalterischer Sicht zu einem Rebranding muss immer aus der Sicht der Kundschaft erfolgen und das ist jetzt keine Kritik an dich Achim und ich will dir nicht zu Nahe treten oder Expertise aberkennen aber vermutlich sind Fahrzeuge nicht deine größte Leidenschaft, um den Sachverhalt auf Anhieb zu erkennen.

          Man stelle sich nur vor wie das Rebranding ausgefallen wäre (wenn Vorstand und Co. keine Mitsprache hätten), hätte man einen genialen CD an das Design gelassen für den aber ein Fahrzeug “nur” ein Fortbewegungsmittel wäre. Vermutlich wären Logo, Typo und Formsprache im Einklang aber der Aufschrei bei der Kundschaft riesengroß und der Shitstorm vorprogrammiert.

          Ach und das mit den Nähmaschinen war Opel.

          1. Hab ganz herzlich Dank, Robert, dass Du Dir die Zeit genommen hast, Deine Gedanken nochmals auszuformulieren.
            Ich teile einige Deiner Einschätzungen die Marken Peugeot und Lamborghini betreffend.

            Ein Statement aus gestalterischer Sicht zu einem Rebranding muss immer aus der Sicht der Kundschaft erfolgen

            Die Perspektive aus Sicht des Kunden spielt in der Beurteilung eines Markendesigns / Brandings ganz sicherlich die zentrale Rolle. Im Kontext UI/UX ist ein User-zentrischer Ansatz und die damit verbundene Sichtweise unabdingbar. Ebenso wichtig ist es allerdings, im Rahmen einer Beurteilung/Kritik hier in einem Fachblog zum Thema Markenkommunikation, die Innensicht (Unternehmen) und die damit verbundenen ZIELE, wie auch die INTENTION zu berücksichtigen, diese zu hinterfragen und zu diskutieren. Es wäre zu kurz gegriffen, die Dinge, in diesem Fall die Gestaltung, rein aus der Sicht der Kundschaft zu bewerten.

            Ginge es nach den Kunden, würden Wagen, in Anlehnung an ein Zitat, das Henry Ford zugeschrieben wird, von Pferden gezogen, lediglich von schnelleren ;-)

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