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Französische Polizei präsentiert neues Fahrzeugdesign, und verwendet im Schriftzug fortan einen Google-Font

France Police Car Design, Quelle: Peugeot
France Police Car Design, Quelle: Peugeot

Im vergangenen Jahr hat das französische Parlament die Erneuerung der Polizei- und Gendarmerie-Flotte beschlossen und die erforderlichen Investitionen in Höhe von 75 Millionen Euro freigegeben. Mittlerweile werden die ersten Fahrzeuge, die gleichzeitig ein neues Design erhalten haben, an die Behörden ausgeliefert. Dass die französische Polizeibehörde beim neuen Design auf einen Google-Font setzt, ist vor dem Hintergrund politisch-wirtschaftlicher Interessenkonflikte zwischen der Regierung und Google überraschend.

Die im letzten Herbst beschlossene Modernisierung der Fahrzeugflotte wird von Seiten des französischen Innenministeriums als „historisch“ bezeichnet. Die Investition beinhaltet den Kauf von 1.335 Peugeot 5008, 1.263 Elektrofahrzeugen sowie 1.500 Elektrofahrrädern. Dies entspreche rund einem Viertel der Fahrzeuge der französischen Sicherheitskräfte, wie es in der offiziellen Pressemeldung heißt. Im Rahmen eines Auswahlverfahrens hatte sich Peugeot mit seinem Angebot durchgesetzt. Alle Fahrzeuge seien, wie das Innenministerium betont, französischer Herstellung. Dabei sind alle 5008-Modelle ausschließlich mit Verbrennungsmotor ausgestattet.

Im vergangenen Jahr hat das französische Parlament die Erneuerung der Polizei- und Gendarmerie-Flotte beschlossen und die erforderlichen Investitionen in Höhe von 75 Millionen Euro freigegeben. Mittlerweile werden die ersten Fahrzeuge, die gleichzeitig ein neues Design erhalten haben, an die Behörden ausgeliefert. Dass die französische Polizeibehörde beim neuen Design auf einen Google-Font setzt, ist vor dem Hintergrund politisch-wirtschaftlicher Interessenkonflikte zwischen der Regierung und Google überraschend.

Die im letzten Herbst beschlossene Modernisierung der Fahrzeugflotte wird von Seiten des französischen Innenministeriums als „historisch“ bezeichnet. Die Investition beinhaltet den Kauf von 1.335 Peugeot 5008, 1.263 Elektrofahrzeugen sowie 1.500 Elektrofahrrädern. Dies entspreche rund einem Viertel der Fahrzeuge der französischen Sicherheitskräfte, wie es in der offiziellen Pressemeldung heißt. Im Rahmen eines Auswahlverfahrens hatte sich Peugeot mit seinem Angebot durchgesetzt. Alle Fahrzeuge seien, wie das Innenministerium betont, französischer Herstellung. Dabei sind alle 5008-Modelle ausschließlich mit Verbrennungsmotor ausgestattet.

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 20 Kommentare

  1. Schrecklich, jede Playmobil oder Lego-Polizei ist besser gestaltet. Eine ärgerliche Verschandelung des öffentlichen Raums – glücklicherweise wohne ich in Österreich, hier kann ich täglich professionell gebrandeten Polizeiautos bewundern.

  2. Mich wundert ein wenig das Google-Bashing. Auch Ikea nutzt jetzt einen, wenn nicht sogar DEN Google-Font: https://www.designtagebuch.de/wie-sich-ikea-in-sachen-branding-neu-eingerichtet-hat/ Während es sich dort um eine gute Nachricht zu handeln scheint, gibt derselbe Umstand hier Anlass zur Herabwürdigung? Das neue französische Polizei-CD halte ich für einen GAU; die reine Herkunft der eingesetzten Schrifttypen taugt, gegenüber anderen Kriterien, aber gerade nicht als Beleg dafür.

    1. Google-Bashing? Im Artikel wird sicherlich kein Google-Bashing oder Herabwürdigung (von Google-Fonts) betrieben. Ich schätze nicht nur das Angebot von Google-Font im allgemeinen, ich bin auch überzeugt von der Qualität der dort verfügbaren Fonts, zumindest der meisten. Mir scheint, dass Du da etwas missverstanden hast Johannes. Die Bezeichnung „Google-Font“ ist meinerseits beschreibend und wertfrei gemeint und so zu verstehen.

      Wenn im Artikel eine Verwunderung zum Ausdruck gebracht wird, dann darüber, dass ausgerechnet die französische Regierung, die in den letzten Jahren scheinbar keine Möglichkeit ausgelassen hat gegen Google gerichtlich vorzugehen, nun das Open-Source-Angebot von Google an höchst prominenter Stelle nutzt. Das hat schon Geschmäckle. Zumal die Gestaltung ja nicht etwa das Ergebnis einer Kooperation ist, so a la: Schaut her! Wir streiten zwar hart in der Sache, kooperieren jedoch an anderer Stelle, um gemeinsam das Bestmögliche zu erreichen.

      Zwischen dem Redesign von IKEA und dem hier besprochene Redesign der französischen Polizeifahrzeuge gibt es, meiner Ansicht nach, erhebliche Qualitätsunterschiede. Während bei IKEA das Erscheinungsbild mit Hilfe insbesondere typographischer Mittel und dank der Noto signifikant verbessert wurde – im Vergleich zu einer Verdana in gedruckter Form ist fast jede Type besser ;-) –, hat sich das Erscheinungsbild der französischen Polizeifahrzeuge im Zuge des Redesigns verschlechtert. Und zwar nicht etwa deshalb, weil die Polizeibehörde auf einen Google-Font gesetzt hätte, sondern weil den Verantwortlichen offenkundig jegliches Gespür für Gestaltung, für Farben und Typographie fehlt. Abgesehen davon ist die „Noto IKEA“ das Ergebnis einer Kooperation zwischen, IKEA, Google und Monotype. Eine solche Kollaboration sowie Ideen und Impulse von Außen hätten der französischen Regierung auch gut gestanden.

  3. Dass Exo und Noto nicht in derselben Liga spielen, steht, denke ich, außer Frage. Darüber, dass die französische Polizei aka die französische Regierung sich eher an kostengünstigen Lösungen gütlich tut, kann ich mich nicht wirklich aufregen. Auch hierzulande fehlt offziellen Stellen häufig jegliches Urteilsvermögen zum Stichwort Qualität. Kleiner Show-Fact am Rande: Die von Dir verlinkte Dokumentation zum Font Marianne enthält außerdem einen Hinweis auf die Spectral “” tadaaaa! ein Google-Font ;-). Ich war nur darüber gestolpert, dass die Eigenschaft als “ºGoogle-Font“¹, und nicht als “ºFont von geringer Qualität“¹ an mindestens zwei Stellen prominent zur Geltung kommt.

  4. Die Polizei als Verkörperung des staatlichen Gewaltmonopols bedarf eines entsprechenden Auftretens und Auftritts. Der durch das Design der Fahrzeuge vermittelte Auftritt hingegen soll und will wohl sagen: “Wir sind gar nicht so, wie ihr denkt – wir sind lieb!”. Bunt ist die Welt, bunt sind die Fahrzeuge – Auftrag verfehlt!
    Kleine Frage: Wie wird das Ganze eigentlich von französischen Designern beurteilt?
    Viele Grüße
    Fritz Baur

  5. Das kann doch nur ein schlechter Scherz sein. Selbst wenn man die fürchterlichen Fehlentscheidungen in Sachen Font mal außen vor lässt.
    Wo bleibt denn bitte die Signalwirkung der Einsatzfahrzeuge? Die war meines Erachtens vorher schon sehr dezent. Aber nun sind sie ja gar nicht mehr als Einsatzfahrzeuge mit Hoheits- und Sonderrechten auszumachen! Kein Wunder, dass die französische Polizei (nicht nur in Komödien) belächelt und verunglimpft wird. So kann man nicht ernst genommen werden, ich würde mich schämen als Polizist.
    Das Fahrzeugdesign würde auch in der Carwrappingszene als kläglicher und billiger Versuch durchfallen. Einziger Vorteil, man kann die Streifenwagen auch für Undercover-Missionen einsetzen.

  6. Ach je. Naja, meinem 3 Jährigen Sohnemann wird das Design sicher gefallen ;-)
    Aber im Ernst, mir würde glatt diese Schrift gefallen: sie prangt am Haus der “Gendarmerie Nationale” – wie man es gut aus Filmen von Louis De Funes kennt, z.B. der Gendarm aus St. Tropez. Was ist das eigentlich für eine Schriftart?

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