Das neue Erscheinungsbild der Lufthansa

Lufthansa Logo

Dass bei der Lufthansa im Hintergrund am Design gefeilt wird, war bekannt. Seit Wochen wird in der Aviation-Szene spekuliert, welchen Look Lufthansa ihren Maschinen verpassen wird. Nun gibt es von Europas größter Fluggesellschaft einen ersten kleinen Ausblick auf die neue visuelle Identität, und auch die Medienwelt reagiert elektrisiert. Im dt wird exklusives Bildmaterial gezeigt, und es wird erklärt, was sich bei Lufthansa ändert.

Wenn Lufthansa sein Design ändert, erregt dies Aufmerksamkeit weit über die Designszene hinaus. Das berühmte Kranich-Logo von Europas größter Fluggesellschaft stellt eine Art nationaler Ikone dar, die besonders kritisch beäugt wird, nicht nur von Gestaltern. Denn der Name Lufthansa hat im Design einen besonderen Klang, nicht zuletzt dank Otl Aicher, Mitbegründer und Dozent an der Hochschule für Gestaltung in Ulm. Das unter Aichers Leitung entwickelte visuelle Erscheinungsbild, das seitdem Sicherheit, Zuverlässigkeit und Kompetenz ausstrahlt, gilt als eine der wegweisenden Corporate-Design-Lösungen des 20. Jahrhunderts. Viele der in den 1960er-Jahren entwickelten Gestaltungsregeln haben respektive hatten bis zuletzt Bestand. Denn das Corporate Design der Lufthansa wird sich ändern.

Lufthansa 747 im neuen Design

Den 100. Geburtstag des Kranich-Markensymbols nahm Lufthansa zum Anlass, um zu überprüfen, ob das Erscheinungsbild heutzutage noch zeitgemäß ist, ob designtechnisch transportiert wird, wofür die Marke heute steht. Otto Firle hatte das Kranich-Symbol 1918 entworfen; zunächst fungierte es als Erkennungszeichen der Deutschen Luft-Reederei DLR (Vorläuferunternehmen der Lufthansa). Die letzte Anpassung des Kranichs liegt immerhin 29 Jahre zurück, sie erfolgte 1989.

Der digitale Wandel und die veränderten Erwartungen der Menschen machten es erforderlich, darauf „nicht nur produktseitig, sondern auch im Design zu reagieren“, wie es in einer Firmeninformation an die eigenen Mitarbeiter heißt, die dem dt vorliegt. Die Anpassungen, die vorgenommen werden, seien eine behutsame, zeitgemäße Weiterentwicklung. Eine Evolution, keine Revolution. Eine Ikone ändere man weder leichtfertig noch radikal, wie betont wird.

Lufthansa Kranich Logo

Lufthansa Kranich Logo – vorher und nachher

Im direkten Vergleich (siehe animierte Darstellung oben) lassen sich die Änderungen am Kranich-Symbol gut ablesen. Der Kranich umschließende Ring ist sichtlich schlanker geworden. Begründet wird diese Maßnahme damit, dass der Vogel nun optisch stärker in den Vordergrund rücke. Auch die Darstellung des Vogels wurde modifiziert. Der Kranich ist filigraner und der Raum zwischen den einzelnen Federn der Schwingen größer geworden. In kleinen Größen und auf digitalen Medien bis hin zur Smart Watch werde der Kranich dadurch sauberer dargestellt. Die Form des Schnabels ist spitzer, wirke nun leichter und eleganter.

Angesichts dieser Veränderungen wird deutlich, dass die Lufthansa kein gänzlich „neues Logo“ bekommt, wie es aktuelle Schlagzeilen in Boulevardmedien suggerieren. Vielmehr wurde das berühmte Markenzeichen an verschiedenen Stellen feinjustiert, bleibt jedoch weiterhin im Wesentlichen erhalten. Zusammenfassend kann man sagen: der Kranich ist nun filigraner denn je.

Lufthansa Heckflosse Design – vorher und nachher

Offensichtlicher als die subtile Modifikation des Kranichs ist hingegen die Anpassung in Bezug auf die Lackierung der Flugzeuge (siehe Abb. oben). Bislang war auf dem Leitwerk der Lufthansa-Flugzeuge der blaue Kranich auf einer gelben Scheibe zu sehen. Da die häufig auch als „Spiegelei“ titulierte Logoscheibe nirgendwo sonst im Erscheinungsbild der Lufthansa eingesetzt wurde, entschied man sich das Design zu ändern.

Das Leitwerk zeigt nun einen weißen Kranich auf dunkelblauem Grund. Dunkelblau steigt damit zugleich zur neuen Primärfarbe der Lufthansa auf. „Ein edler Farbton mit viel Tiefe, der das Premiumverständnis von Lufthansa perfekt zum Ausdruck bringt“, wie es seitens des Unternehmens heißt. Die Lufthansa geht davon aus, dass es sieben Jahre dauern wird, bis alle Flugzeuge der Flotte im neuen Design fliegen. Ende 2018 sollen ca. 40 Flugzeuge auf das neue Design umgestellt sein.

Lufthansa Design

Das typische Gelb bleibt erhalten, tritt allerdings im Sinne einer Sekundärfarbe nunmehr akzentuierend in Erscheinung. „Das Gelb wird zwar quantitativ zurückgenommen, aber qualitativ aufgewertet: Es bleibt unsere Herzensfarbe“ so Lufthansa-Designchef Ronald Wild. „Gelb dient künftig der Orientierung, Aktivierung, Differenzierung und setzt besondere emotionale Momente.“

Lufthansa Corporate Type

Lufthansa Corporate Type, Quelle: Lufthansa

Neues gibt es auch in Sachen Typographie zu berichten. Mit der Lufthansa Corporate Type bekommt Lufthansa eine neue Hausschrift. Die Lufthansa Corporate Type folgt damit auf die Lufthansa Head und Lufthansa Text. Bei der Entwicklung des neuen Corporate Fonts, für die der Schriftentwerfer Hannes von Döhren verantwortlich zeichnet, habe man viel Wert auf eine optimale Lesbarkeit, Flexibilität und Funktionalität gelegt.

Die neue visuelle Identität entstand unter der Leitung von Lufthansa-Designchef Ronald Wild in Zusammenarbeit mit der Agentur Martin et Karczinski. Seit Ende 2013 betreut die Münchener Agentur die Lufthansa im Bereich Corporate Design. Die offizielle Vorstellung des neuen Erscheinungsbildes erfolgt am 7. Februar im Rahmen einer Festveranstaltung am Frankfurter Flughafen. Im Netz feiert die Lufthansa den Meilenstein vorab unter dem Hashtag #ExploreTheNew. Beim zugehörigen Webspecial explorethenew.com greifen allerdings noch die alten Gestaltungsregeln.

Kommentar

Auch Design-Ikonen ändern sich. Und das ist, sofern es behutsam geschieht wie in diesem Fall, auch gut so. Dass sich das Farb- und Formempfinden der Menschen ändert, lässt sich im Modedesign gut beobachten. Auch Kommunikationsdesign unterliegt modischen Strömungen. Und vor allem hat sich Kommunikationsdesign im Zuge des digitalen Wandels verändert. Deshalb ist es wichtig und richtig, die Identität einer Marke und die Form eines Markenzeichens regelmäßig zu hinterfragen und im Bedarfsfall anzupassen.

Die Verschlankung des Rings ist nachvollziehbar, ebenso die Vergrößerung der Flügelzwischenräume. Das Gesamtlogo wirkt nun, da die Linienstärken auf einander abgestimmt sind, wie aus einem Guss. Auch weiterhin fliegt der Kranich im Umfeld der Medien nach links.

Das neue Design des Leitwerks empfinde ich als gewöhnungsbedürftig. Das liegt natürlich daran, dass die bisherige Primärfarbe Gelb fehlt. Wenn aus der Entfernung der Kranich schon nicht mehr erkennbar ist, lässt sich aufgrund des gelben Punktes auf blauer Heckflosse ein Flugzeug als eines von Lufthansa identifizieren. Dieses Merkmal fehlt zukünftig. Gewöhnungsbedürftig ist das Design auch deshalb, da aufgrund der Erweiterung der Blaufläche vom Leitwerk nach unten der Eindruck entsteht, das Leitwerk habe an Gewicht zugelegt. De facto ist dies auch so, denn mehr Farbe auf dem Flugzeug bedeutet nicht nur mehr Kosten für die zusätzliche Lackierung, sondern auch mehr Gewicht des Jets. Interessant und ungewöhnlich: die vordere Kante des Leitwerks ist nicht dunkelblau sondern weiß. Diese Aussparung käme meines Erachtens besser zu Geltung, würde man auf die Erweiterung des Blautons nach unten verzichten.

Die ExploreTheNew-Website wäre eigentlich ein schöner Rahmen gewesen, um tatsächlich die neue Lufthansa zu präsentieren. Mit Hilfe alter Gestaltungsprinzipien wird man allerdings kaum „Lufthansa neu erleben“ können. Statt im Format einer Vorankündigung erschiene mir ein Special, das zeitgleich mit der Präsentation in Frankfurt ins Netz gestellt würde, sinnvoller.

Ein Fazit zu ziehen, ist zum jetzigen Zeitpunkt schwierig möglich. Dafür geben die wenigen Anwendungsbeispiele zu wenig her. Eine Tendenz, eine Richtung ist erkennbar. Wenn man bedenkt, dass das Kranich-Markenzeichen allein an Bord einer 747 rund 45.000 mal vorhanden ist, kann man sich ausmalen, dass es Jahre wenn nicht Jahrzehnte dauern wird, bis das neue Design vollständig implementiert ist. Ich bin sehr gespannt auf die Reise, die die Lufthansa nun vor sich hat, ebenso auf die Reaktionen der dt-Leser.

Lufthansa Design

Update 08.02.2018: Nachdem gestern die offizielle Vorstellung des neuen Designs in Frankfurt über die Bühne gegangen ist, erscheint nun auch die ExploreTheNew-Website im neuen Gewand (Screenshot). Die Website ist technisch wie optisch absolut überzeugend und sehenswert. Mehr Premium und Exzellenz im Umfeld digitaler Medien geht kaum. In mehreren Videos werden die Hintergründe zum Design erläutert. Schön zu sehen, dass die Lufthansa ihre Kunden bei diesem Prozess mitnimmt. Der Mediengalerie wurden zudem neue Bilder hinzugefügt, die von der Lufthansa im Rahmen einer Pressemeldung veröffentlicht wurden.

Auch die Süddeutsche Zeitung berichtet über das neue Design. Der Artikel „Der Kranich verliert seine Farbe“ (PDF) enthält auch eine Einschätzung meinerseits.

Update 11.05.2018:
Wenige Wochen nach Vorstellung des Designs wurde seitens Lufthansa bekanntgegeben, dass hinsichtlich des Blautons noch einmal nachgebessert werde. Weitere Test hätte ergeben, das der ursprüngliche neue Blauton insbesondere bei bewölkter Witterung zu dunkel erscheint. Am 11. Mai wurde schließlich der neue Blauton präsentiert (siehe Kommentar). In diesem Zuge wurde auch noch einmal das Logo wie auch die Position/Proportionen auf dem Seitenleitwerk angepasst.

Lufthansa Design Corporate Colors

Mediengalerie

Weiterführende Links

128 Kommentare zu “Das neue Erscheinungsbild der Lufthansa

  1. Also, mehr Lack als vorher wird’s vermutlich nicht sein – bisher grau lackierte Flächen bleiben nun weiß. Jedes Kilo Lack kostet Sprit, da hat’s bestimmt eine Ansage “von oben” gegeben :-)

    Den Kranich finde ich gut und behutsam modernisiert (das allein würde dem Normalflieger wohl kaum auffallen), das Leitwerk ohne seinen gelben Punkt hat dagegen eindeutig an Wiedererkennung verloren. Dass dieser in der restlichen Kommunikation nirgendwo verwendet wird, hat bestimmt auch kaum jemand gewusst, so präsent ist diese Logovariante. Das Blau mit den Verläufen (stellt das irgendwas dar, das ich nicht erkenne?) wirkt auf den ersten Blick für mich doch arg generisch; im direkten Vergleich wirkt das Spiegelei aber tatsächlich ziemlich altbacken. Ich muss das ganze also noch mal sacken lassen…
    Mich würde interessieren, ob es auch Entwürfe gegeben hat, die den gelben Kreis mit ins 21. Jahrhundert transportiert haben – oder ob es von vornherein klar war, dass der definitiv weg muss.

    • Genau! Piloten, ihr habt gefälligst zu fliegen und nicht zu designen oder die Flugzeuge zu lackieren!

      Episode 34 der Reihe “herrlich falsch verwendete Sprichwörter”

    • Genau mein Assoziation beim ersten Sehen des Leitwerkes: NIVEA
      Die Anpassung des Kranichs finde ich sehr gelungen, die Reduktion von Gelb/Orange weniger.

    • Genau, NIVEA! Und als Nürnberger erinnert mich das auch an die „neue“ NÜRNBERGER. Elegant, aber sooo charakterlos und austauschbar … neuer Kranich, klar! Aber Heckflosse, gähn!

  2. Die Wiedererkennung für den nicht designorientierten “Normalflieger” ist tatsächlich deutlich schlechter. Auf einem großen internationalen Flughafen werden die Flugzeuge nicht mehr herausstechen. Mir wird der gelbe Kreis fehlen und eine moderne Variante mit gelb hätte mich sehr interessiert. Darüber hinaus finde ich es schade, dass der “graue Bauch” der Flugzeuge verschwindet – genau dieser hat die Flugzeuge wertiger erscheinen lassen, als die alpinweiße Konkurrenz. Nichtsdestotrotz kann ich mich mit dem neuen blau sehr gut anfreunden.

  3. Zweifellos ein gutes , wenn auch etwas langweiliges, neues Erscheinungsbild. Das die Air France Tochter JOON schneller war mag einiges Kopfzerbrechen bei den Lufthanseaten hervor gerufen haben.
    https://www.underconsideration.com/brandnew/archives/new_logo_and_livery_for_joon.php
    Die Helvetica für die neue corporate design Schrift aufzugeben ist dann wohl mehr Geschmacksache. Für Versalien mag das gehen. In der reinen Textversion sind bekanntermassen Antiqua Schriften wegen der verbindenden Serifen lesbarer. Aber wer liest noch lange Texte?

  4. Die Modifizierung des Kranichs finde ich persönlich sehr gelungen!
    So eine Ikone anzufassen zeigt viel Mut und insbesondere in kleinen Darstellungen ist der Kranich besser zu erkennen als vorher.

    Die Lackierung hingegen finde ich etwas langweilig. Der Vergleich zu Nivea von Armin ist schon passend. Mir gefällt, dass die blaue Fläche das Leitwerk optisch mit dem Rumpf verbindet, allerdings hätte ich mir hier etwas mehr Mut gewünscht.
    Den grauen Bauch werde ich allerdings nicht vermissen, das Grau war mir immer eigentlich zu hell und wirkte eher wie Schmutz als wie ein “edles Alleinstellungsmerkmal”.
    Der Gelbe Punkt wird mir ebenfalls fehlen, insbesondere vom Boden waren damit Lufthansa-Flugzeuge schnell erkennbar, das fehlt in der neuen Lackierung etwas.

    Alles in allem lassen mich die bisherigen Anwendungsbeispiele hoffen! Ich finde die Anpassungen gelungen und der Schritt Gelb zur Sekundärfarbe zu machen passt zu meinem Premium-Empfinden der Marke Lufthansa.

  5. Ich finde es auch sehr schade, dass die gelbe Farbe bei der grafischen Gestaltung aufgegeben wurde.

    Ich hätte dazu folgenden Vorschlag:

    Lufthansa Logo Entwurf

    Lufthansa Logo Lackierung

  6. Und die Ähnlichkeit zu Joon … die “verlängerte Heckflosse” wird so häufig als Gestaltungselement verwendet, da dürfte das Kopfzerbrechen nicht allzu lang ausgefallen sein. Zumal das Blau doch abweichend ist sowie Kranich und “Joon” Schriftzug auch nicht gerade ähnlich sind.
    Weitere Beispiele für “verlängerte Heckflossen” – vom Premium-Carrier bis zum Cargo-Flieger:
    Qantas

    Iberia

    Alaska Airlines

    Avianca

    Atlas Air

    und auch Airbus selbst:

  7. ja wenn alle die verlängerte Heckflosse haben. Man will nicht auffallen, nichts besonderes sein? Eine Fluggesellschaft wie jede andere. Jetzt stellt sich nur die Frage, wie man dann eine Marke sein kann? Ich glaube das jeder Teil einer Markenwelt nur so von Kraft und Selbstvertrauen strotzen sollte. Vornehme Zurückhaltung ist keine Kunst.

    • Ich hab ‘ne leichte Rot-Grün-Schwäche und bin vermutlich etwas älter, aber DEN Zusammenhang musst Du schon mal genauer erklären.

  8. Mich würde mal interessieren, warum der Kranich in der Abbildung auf zweidimensionalen Medien den Flug in die Vergangenheit antritt? Bei der Heckflosse kann ich ja noch nachvollziehen, dass er links wie rechts jeweils der reellen Flugrichtung folgt aber sonst würde es doch mehr Sinn machen, nach Rechts zu starten.

    • So so, Kraniche fliegen also nur in eine Richtung? Und den Zusammenhang zwischen nach links fliegen und in die Vergangenheit fliegen, muss man auch erst einmal nachvollziehen können…

      • Der inhaltliche Wert von Kommentaren, die mit “So so” beginnen… – aber lassen wir das:
        In Kulturen die eine Leserichtung von links nach rechts haben, gibt diese auch die Blickrichtung “in die Zukunft” an.
        Dies gilt generell für die visuelle Wahrnehmung und lässt sich etwa auch dadurch belegen, dass Menschen tendenziell die Pupillen nach rechts ausrichten (von sich aus gesehen), wenn sie “vorausschauend” denken.
        Die allermeisten Logos und Signets berücksichtigen diesen Umstand. Es gilt hier natürlich diesen Effekt mit der Tradition des Logos abzuwägen.

    • Da unsere Leserichtung bekanntlich von Links nach Rechts geht, erzeugt es mehr Dynamik, ein Symbol, das eine Bewegung andeutet, nach Links zeigend darzustellen. Alte Designer-Weisheit.

    • Da sich die Lufthansa in den (Wieder-) Anfängen nach dem Krieg vor allem in Richtung Nordamerika ausrichtete, flog der Kranich von Ost nach West, auf der Karte also von rechts nach links.

      Daher kommt das.

    • Soweit ich weiß, war die Blickrichtung nach links gerichtet, um den Flug nach Westen und die Verbindung zu den amerikanischen Kontinenten zu verdeutlichen.

  9. Der schlankere Kranich und die geänderte Schrift würde vermutlich keine große Aufregung verursachen, in den 1990er Jahren war das Blau fast ausgestorben und von der Bordkarte bis zum Sesselpolster alles grau mit gelben Kranichen. Das neue Leitwerk finde ich allerdings optisch fade und optisch problematisch. Auf den Renderings wird das silberne Signet von den Lichtreflektionen verwaschen und die Schwingen des Kranichs konkurrieren mit den Schwingen des Flugzeugs. Einsteigende Passagiere sehen das Leitwerk mit sehr ausgeprägter Fluchtpunkt-Verzerrung und eine Heckflosse ist auch kein idealer geometischer Körper, sondern hat viele Buckel und Dellen, die Kanten und Scharniere der Seitenruder. Der massive goldene Speedbird der letzten BOAC-Lackierung oder eben das Spiegelei funktionieren auf einer solchen Fläche meiner Meinung nach besser als eine filigrane Figur, die für die Darstellung auf einer Smartwatch optimiert wurde.
    Der Metallic-Effekt aus den Renderings kommt auf dem Foto aus Hamburg überhaupt nicht zur Geltung, dafür war mein erster Gedankte hier: Kondolenzkranich für Trauerfälle.

  10. schade, dass man damals dem vorschlag von otl aicher nicht gefolgt ist.
    der kranich ist unnötig und vor allem passt er von der ausformung nicht zu den flugzeugen, auf denen er prangt. das fällt in der neuen reduzierteren farbvariante erst recht auf.

    mich würde mal interessieren, obs auch vorschläge gab, den kranich auf den flügel zu reduzieren.

  11. Schade, das gelbe Logo sah man beim Start und Landung hier in München immer super vom Boden aus und konnte auch in mehreren tausend Metern recht schnell erkennen, dass das eine Lufthansa Maschine ist. Nun geht sie in weiß-blau gänzlich im diffusen Airline-Wolkenhimmel unter.

  12. Wieso ändert man ein so bekanntes Logo (Spiegelei), welches auf jedem Flughafen schon aus großer Entfernung als Lufthansa auszumachen ist? Das heutige Logo “Spiegelei” sticht bereits aus großer Entfernung von den Logos anderer Airlines stark ab. Das neue Logo erkennt man sicherlich erst bei näherem Hinsehen.

  13. “Willkommen bei der Airline mit der Gabel am Heck” – Reinhard Mey

    Ich fand das Logo der Lufthansa nie gelungen. Die schematische Darstellung des Kranich kam bei mir nie an – der Kopf zu unscheinbar, der Flügel zu dominant, die Federschwingen unpassend angedeutet, weil zu kantig und gradlinig; und als typische Kranich-Silhouette würde ich das auch nicht bezeichnen.
    Gegen eine stärkere Veränderung und Anpassung in Richtung “als Vogel erkennbar” hätte ich gar nichts gehabt. Leider bleibt es bei subtilen Modulationen.

    Mir gefällt der Wegfall des grauen Bauches an den Flugzeugen gut. Ebenso wie beim Wegfall der schwarzen Nase wird sich hier einer unschönen Altlast ursprünglicher Flugzeuglackierungen aus den 60ern entledigt.
    Die neuen Lackierungen mit dem verlängerten Seitenruder sind jedoch zu konträr zur Formensprache der Flugzeuge, als dass sie mir gefallen könnte.
    Durch die bloße Konzentration auf das Seitenruder für die Logodarstellung wirken Flugzeuge immer so hecklastig, und die Fläche des Ruders ist nicht mal optimal beschaffen für eine flächige Darstellung. Warum nimmt man nicht mal auch andere Bereiche des Flugzeugs in die Pflicht; außer der Unterbrechung durch die Fensterreihen bieten sich die kompletten Seiten hervorragend an, nicht nur für den Schriftzug.
    Ich weiß außerdem nicht, wie es auf mich wirken soll, wenn das Lufthansa-Gelb zwar im CorporateDesign weiterhin vertreten sein soll, auf den Flugzeugen selber aber komplett wegfällt… Wenn es selbst am Manschettenknopfloch-Saum der Stewards dezent verwendet wird, sollte man doch auch am Flugzeug etwas finden, wo man es dezent verspielt anbringen kann – wenn es schon nicht im Logo sein soll (zB den von Blau ausgesparten Bereich am Seitenruder..?).

  14. Stefan Wildegans hat ja bereits Joon erwähnt, die Linie gibt es seit 1. 12. 2017 und dort sieht die Livree so aus:

    Zum Vergleich:

    FedEx sollte auch nicht unerwähnt bleiben.

    Eine Punktlandung der Lufthansa, meiner Meinung nach, aber am falschen Punkt. Lediglich typografisch, scheint es, wurde ganz gut gearbeitet.

    PS: Die neue Innenausstattung müsste ich in echt sehen um sie zu beurteilen, meiner erster Eindruck ist aber etwas trübe. Erinnert mich an einen Flug mit der AUA nach Wien, dezent fröhliche Farben und gute Laune. Rückflug, gleicher Flugzeugtyp mit der LH, depressiv! Inzwischen trifft das leider auch auf die neue Austria-Kabine zu – und das sage ich, der im Auto innen am liebsten alles schwarz hat.

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