C&A will mit neuem Store Design Kundenerlebnis verbessern

C&A Solingen – Store Design Schriftzug, Quelle: C&A

Nach umfangreichen Umbaumaßnahmen hat das Bekleidungsunternehmen C&A vor wenigen Tagen in Solingen eine Filiale wiedereröffnet. Das Unternehmen verspricht, mit Hilfe zahlreiche „Design- und Servicefeatures“ ein neues „In-Store-Erlebnis“ bieten zu können. Auch in Sachen Branding präsentiert sich C&A verändert.

Begleitet von lauter Musik und rhythmischem Klatschen der Mitarbeiter wurde die Filiale am Neumarkt nach monatelangen Renovierungsarbeiten eröffnet. Beim Store Design geht C&A hier zum Teil neue Wege, wie sich auch an dem veränderten Markenlogo ablesen lässt, bei dem erstmals auf das bekannte Oval in Kragenform verzichtet wurde.

Das Shopping-Erlebnis soll „einfacher, inspirierender und attraktiver“ sein, so C&A. „Wir modernisieren unsere Filialen laufend und probieren Dinge aus. Die Verbindung von Online und Offline ist ein Riesenthema für uns“, wie Unternehmenssprecher Jens Völmicke gegenüber RP-Online erklärt.

Zu den Neuheiten zählen unter anderem eine Änderungsschneiderei, eine Kaffeebar, Selbstscanner-Kassen sowie eine sogenannte „DruckBar“, bei der Kunden selbst gewählte Designs auf T-Shirts und Taschen drucken lassen können. Seit einigen Wochen bietet Ikea in vielen Filialen ein ganz ähnliches Angebot mit Druck- bzw- Stick-Stationen. Umkleidekabinen in der Solinger C&A-Filiale sind zudem mit iPods ausgestattet, über die ein Verkäufer gerufen oder eine andere Größe bestellt werden kann.

C&A Solingen – Store Design, Quelle: C&A

C&A Solingen – Store Design, Quelle: C&A

Die Neuerungen gehen über das Store Design hinaus, wie ein Blick auf das veränderte C&A-Markenlogo zeigt. In Weiß und ohne die typische ovale Umrandung präsentiert sich in Solingen das C&A-Logo – ein Novum. Auch die Lettern „C&A“ wurden in diesem Zuge neu gesetzt. Das Kaufmanns-Und wurde verkleinert und die Lettern „C“ und „A“ näher einander gerückt. Auf Nachfrage teilte das Unternehmen mit, dass es sich hierbei keinesfalls um ein generelles Redesign handele. „In Solingen wurde im Rahmen der Modernisierung lediglich ein anderer Umgang mit dem C&A Schriftzug beim architektonischen Einsatz getestet. Das bekannte Logo hat auch weiterhin seine Gültigkeit.“ Eine externe Agentur sei an der Bearbeitung nicht beteiligt gewesen.

Seit dem letzten Redesign, das vor drei Jahren am (C&A-Logo vorgenommen wurde), hat sich der Umgang mit dem Logo noch einmal spürbar verändert. Schon länger nutzt C&A in der Werbung eine einfarbige Negativversion als Logo. Die Entwicklung hin zur Vereinfachung ist jedenfalls unübersehbar (siehe C&A-Logo-Evolution). Für den Verzicht auf die Umrandung spräche, dass die ovale und gewellte Form an einen mit Rüschen besetzten Kragen oder an eine Spitzen-Bordüre erinnert, was schon ein wenig aus der Zeit gefallen ist. Auf ein derart bekanntes und prägnantes visuelles Element zu verzichten, wäre für das Unternehmen allerdings ein ziemlicher Einschnitt. Gut möglich, dass C&A in Solingen nicht nur ein neues Store Design testet, sondern auch einen neuen Markenauftritt, um zu schauen, ob dies für die Marke insgesamt ein gangbarer Weg ist.

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17 Kommentare zu “C&A will mit neuem Store Design Kundenerlebnis verbessern

  1. Nun habe ich öfters mal draufgesehen und bin unschlüssig. Das C&A Logo finde ich gar nicht mal so verkehrt, zwar sitzen mir alle drei Zeichen zu eng nebeneinander, aber an sich finde ich das kleine Facelift gut, denn das et-Zeichen greift oben die Linie der C-Serife auf und nutzt als Grundlinie den A-Querstrich. Das räumt einiges auf und wirkt dennoch vertraut. Auf eine Form die alles zusammenfasst zu verzichten, macht es ein wenig beliebig. Es fehlt die optische Verbindung den C und A haben einfach eine komplett verschiedene Grundform. Da hat es etwa H&M schon etwas „einfacher“ …

    Das Storedesign ist auf jeden Fall aufgeräumter und cleaner als gewohnt, die Deckengestaltugn/-beleuchtung finde ich fast schon schick. Ich sehr schöne Ansätze wie ein Sofa vor einer grünen Wand (wie auch immer die nach zwei Jahren aussehen mag). Aber im Großen und Ganzen ist das schon alles arg grau und ein wenig tot. Klar, bringen Kunden und Artikel Leben ins Bild, aber ein bisschen mehr Emotion darf schon sein. Nicht dass ich cleanes Design nicht mag, aber das müsste dann schon echt hochwertige Materialien haben, dass es nicht nach dunkler Lagerhalle aussieht. Aber es ist eine sehr gute Basis die noch ein paar gekonnte optische Highlights vertragen kann. Spannend auch, dass keine externe Agentur tätig war, das finde ich dann schon bemerkenswert und Hut ab vor dieser Leistung von „innen heraus“.

  2. Ist ja ganz schick, aber mal im Ernst: C&A ist aus gutem Grund als Fast-schon-Billigmarke bekannt und hat auch kein besonders junges Image, der Stil soll ja am ehesten die sparsamen, etwas konservativen „Muttis“ ansprechen. Die Sachen taugen nicht viel und kosten entsprechend wenig, die Kunden erwarten also aktuell das, was sie im Storedesign sehen. Wenn ich in so einen Laden wie den in Solingen treten würde, würde ich mehr erwarten. Ist das wirklich der richtige Weg? Werden da nicht zwangsläufig Kunden enttäuscht?

    • Lieber Laura,
      dein Kommentar bestätigt was ich denke: C&A ist ein unterschätzter Laden. Ich kaufe immer wieder und sehr gerne dort ein. Denn über den „Mutti“-Bereich hinaus gibt es regelmäßig neue Hemden, Blusen und Hosen. Ja, es ist so günstig wie H&M (oft auch günstiger), die Qualität ist aber definitiv besser. Auch der Jugend-Bereich „Clockhouse“ ist immer auf dem aktuellsten Stand und entspricht dem Geldbeutel der Teens.
      Und das ist doch grundsätzlich mal nicht falsch, oder? Vielleicht soll das Storedesign genau das machen – darauf hinweisen, dass sie mehr zu bieten haben als man denken würde…

      [PS: Nein, ich werde weder bezahlt, noch habe ich etwas mit C&A zu tun.]

      • Hallo „noname“,
        bei der Voraussetzung würde ich auf jeden Fall zustimmen. Aber meine persönliche Erfahrung deckt sich nicht damit, weder bei Clockhouse noch im „normalen“ Bereich der Kollektion. Ich bin absolut dagegen, Qualität mit hohen Preisen gleichzusetzen (denn wir wissen ja alle, wie oft man nur für den Namen bezahlt und wie viele augenscheinliche Edelmarken billigste und unter furchtbaren Bedingungen vernähte Materialien nutzen), aber bei C&A hatte ich leider bisher nie ein besonders langlebiges Teil dabei, obwohl ich dort auch regelmäßig „Basics“ geholt habe.
        Es ist sicherlich richtig, dass ich damit meine eigene Erfahrung pauschalisiert habe, was immer der falsche Weg ist. Ein „meiner Erfahrung nach…“ hätte meinem Kommentar gut getan.
        Danke für die Antwort!

    • C&A ist für mich etwas angestaubt, die Qualität ist tatsächlich besser als erwartet, zumindest was ich so kenne, leider sind Schnitte und Passform für mich häufig nicht ideal. Aber vielleicht kenne ich C&A auch zu wenig …

      Aber ist das wirklich der richtige Weg? Auf diese Frage kann ich nur mit einem ABSOLUT antworten! Bestandkunden kennen und lieben die Marke, alle anderen lockt man nun in den Laden und diese werden zumindest mal überrascht sein. Würden alle nur immer das tun, was erwartet wird, dann würden Marken sich ja nie weiterentwickeln. Oder anders gesagt, hätte Apple das erste iPhone wie erwartet gebaut, hätte es ausgesehen wie ein iPod mit click wheel. Wobei man sicherlich sagen kann, dass sicherlich auch einige Menschen vom ersten iPhone enttäuscht waren, aber das ist eine andere Geschichte …

    • @Laura
      Genau das war auch mein Gedanke.
      Hier wird Anmutung von hochwertigen, exklusiven Waren vermittelt. Das verbinde ich nicht mit C&A. Vielleicht irre ich mich aber auch; war ewig nicht mehr da.

    • Kann ich nicht nachvollziehen Ihre Bewertung der Qualität. H&M und die ganzen anderen Bangladesh Ramschbuden heißen haben teilweise deutlich schlechtere Qualität, wenn man nur mal ein Basic Shirt vergleicht, aber diese Läden dürfen dann deutlich besser von der Innenarchitektur aussehen? Klingt ein bisschen widersprüchlich….

      • Davon war aber nicht die Rede. Ich glaube nicht, dass DB damit meinte, dass z.B. H&M sich mit hochwertiger Innenarchitektur präsentieren sollte, sondern eher Läden mit echter Qualität.

        C&A ist aber – unabhängig vom Qualitätsempfinden – definitiv auch eine dieser „Bangladesch-Ramschbuden“. Im Etikett wird sich kaum etwas anderes finden und weder Materialien noch Arbeitsbedingungen heben sich von den Teenie-Shops ab.

  3. Ich muss sagen, mich erinnert es an Primark. Der Laden in dem ich ein einziges mal war, war ebenfalls in diversen Grautönen. Deshalb bekomme ich direkt ein Gefühl von schlechter Qualität wenn ich mir die Bilder ansehe. Ein paar tolle Pastelltöne hätten sicherlich ganz gut getan. Der Industrial-Look ist doch schon vor einigen Jahren auf seinem Hoch gewesen. Für mich ist C&A hier leider zu spät dran.

  4. Gelungen, gerade die Verbindung mit der Stadt macht den Einkauf noch „persönlicher“ (vor Ort). Auch wenn ich bei C&A nicht einkaufe, gefällt mir besser als diese „Bruchbuden“ mit mieser Qualität woe Zara (völlig überbewertet), H&M (gibs die noch? ;-) und Primarl & Co.

  5. Typografisch gesehen finde ich die Kombination aus den Zeichen ‚C‘ ‚und‘ ‚A‘ sehr schwierig.
    Habe schon oft darüber nachgedacht, wie man die drei Zeichen am idealsten setzen könnte/sollte.
    Bislang ohne erfolg. Darüberhinaus gefällt mir auch die Font nicht.
    Habe das Gefühl, dass es langsam zu altbacken ausschaut.
    Ich bin mir sicher, dass ein Redesign auch dem Image der Marke helfen würde,
    denn das Logo mit dem Kranz drum geht meiner Meinung nach gar nicht mehr.
    LG
    Hizli

  6. Die Nennung des Städtenamen im Logo erinnert mich an Penny, die das seit ein paar Jahren auch bei ihren Märkten machen.
    Finde ich sinnlos. Ich weiß selber in welcher Stadt und welchem Stadtteil ich bin.

    • Mmh, in diesem Fall geht es weniger um Information als vielmehr um den Versuch Identifikation zu stiften – als handele es sich hierbei um eine regionale Marke. Regionalisierung und Personalisierung sind schon seit längerem zwei große branchenübergreifende Entwicklungen.

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