56 Kommentare zu “Stadt Würzburg führt neues Logo ein

  1. Es gibt immer viel zu kritisieren.

    Positiv: Würzburg hat sich entschieden ein neues Logo entwerfen zu lassen.

    Negativ: Was soll das? Als ehemaliger Würzburger muss ich sagen: da ist noch viel luft nach oben, oder? Man sollte nicht zwingend alle Würzburger über ein Logo der Stadt entscheiden lassen. Mitspracherecht ist ok, allerdings hätte man dann auch 3 unterschiedlichere Logos zur Abstimmung bringen können.

    Herr Rosenthal muss natürlich im Video in diesem Sinne von „etwas frischer“ reden. Wäre sonst ja auch unglaubhaft und nicht nachvollziehbar, wenn ein Bürgermeister ein Logo kritisieren würde. Sehr schön finde ich aber „etwas frischer“, was die Vermutung nahe legt, dass es nicht das frischeste logo ist, das Würzburg verdient hätte.

    Monumente sind natürlich für Würzburg sehr naheliegend und durchaus angebracht. Aber wieso wird versucht alle Denkmäler, etc. in einem logo unterzubringen? „Less is more“? Ganz ehrlich, die Festung hätte es vollkommen getan. Den Gedanken der Spiegelung hat glaube ich keiner zu Ende gedacht. Das regt mich so sehr auf. Meiner Meinung nach ist das lustiger Grafiker-Jargon, der definitiv über das Ziel hinausschiesst.

    Wie erschrocken wäre ich, wenn ich am Ufer des Mains stehen würde, jemand macht ein Foto von mir und nun das: mein Spiegelbild bin nicht ich, sondern ein anderer. Hä? Ja, ja, man könnte jetzt mit freier Interpretation des Grafikers argumentieren. Damit kann man alle zum Schweigen bringen. Aus meiner Sicht wäre es sinnvoller gewesen, wenn schon Silhouette (völlig ausgelutschtes Thema), dieser auch den nötigen Raum im Logo zu geben (breiter). Vielleicht wäre es dann auch keine orientalische Anmutung mehr. Aber nur aus Platzmangel die Festung als „Spiegelung“ unten zu platzieren deutet für mich auch auf die wahrscheinliche Verzweifelung eines Grafikers hin, der an den massigen Vorgaben seines Auftraggebers zu ersticken droht.

    Die Trennlinie sitzt völlig deplatziert an ihrem Ort, an keinerlei Linie ausgerichtet, oder doch? Aber wahrscheinlich diente hier als Argument die Dynamik. Prima. Der Schriftzug ist definitiv zu hell. Hey Würzburg, ihr müsst euch doch nicht verstecken. ran ans Selbstbewusstsein. Dieses kann auch grafisch ausgedrückt werden. Vielleicht beim nächsten Mal.

    Ich bin unendlich traurig, da ich mir doch etwas mehr von einem neuen Logo und für Würzburg erhofft habe.

  2. Liebe Stadt Würzburg,

    wenn ich ein Wappen mit mir rumtrage, warum verstecke ichs dann? Warum nimmt das Stadtlogo nicht einen Pinselstrich darauf Bezug?

    Klar sind Dom, Neumünster, Grafeneckart, Marienkapelle und Marienberg zusammen so schön wie Istanbul. Natürlich ist ein Grau todschick und die Haarlinie schneller gezogen als ein Kopf aus dem Krea-Tief auftauchen kann. Andererseits kann man den Kopf sogar für Ideen, die im Logo stecken, loben… Nebbich.

    Liebe Stadt Würzburg, bitte beantworte zuerst einmal die eine Frage!

    Wünscht sich ein
    Nicht-Designer

  3. Oh jeh,

    das kommt dabei raus, wenn zuviel Leute mitentscheiden: orientalische Anmutung, nichtverständliche Spiegelung, deplatzierte Trennlinie zwischen Bild und Wortmarke…
    Da war ja fast das vorige Logo besser ;-)

    Fremdschäm, das hat Würzburg wirklich nicht verdient…

    Ein Würzburger

  4. Würzstambul

    Das war das erste, was mir bei Betrachtung des Logos in den Sinn kam. Alle formalen, inhaltlichen und emotionalen Fährnisse dieses Gestaltungsansatzes sind bereits hinreichend belichtet worden. Was aber mir aber bei diesem Beispiel besonders aufgefallen ist, war der dankenswerterweise sehr ausführlich geschilderte Designprozess, der sich nun von der Motivation bis zum Ergebnis detailiert darstellt.

    Dieser Designprozess in sich durchaus strukturiert, jedoch nicht zielführend. (Das Ergebnis betrachtend gelinde gesagt geschäftsschädigend, es sei denn Würzburg will sich endlich zu seinen orientalischen Wurzeln bekennen)

    Hier hat man einfach gutmeinend die schlimmste aller Methoden zur Designevaluierung als prozessübergreifendes Diktat angewandt: den Hausfrauentest.

    Klar, als Profi kann man hier lachen oder wahlweise die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Aber es ist ein typisches Beispiel für das tiefe Unverständnis der Nichtdesigner unter der Bevölkerung im Umgang mit Designprodukten als solchen, und der Herstellung solcher natürlich insbesondere.

    Was fehlt ist jemand, der unabhängig berät, wie man einen Designprozess durchführt, oder überhaupt mit Designern spricht, damit man auch das bekommt, was man sucht, aber noch nicht kennt.

    Diese Stellen gibt es leider nicht, da jeder, der es könnte befangen ist, weil er selbst Anbieter eben dieser Leistung ist. Klar: der Metzger rät zu Fleisch und der Fischer zu Fisch.

    Die Leute sind nicht dumm, sie haben lediglich keine Ahnung. Das ist ein großer Unterschied. Sie erkennen Gestaltungsbedarf, suchen einen Weg und beschreiten diesen bis zum Ergebnis, hinter das sie sich zunächst offensichtlich auch stellen. Was will man eigentlich mehr?

    Natürlich: bessere Ergebnisse. Und die bekommt man wenn man sich aus dem Elfenbeintürmen herauslehnt und den Menschen hilft zu verstehen, warum Blinddärme in die Hände von richtigen Ärzten und Designaufgaben in die Hände von richtigen Designern gehören. Aber dazu gehört auch dass die Ärzte wie die Designer wieder mehr den Menschen, denn den Eigenschaftsträger in den Fokus bekommen. Zudem fehlt in der Designausbildungslandschaft eine grundsätzliche Übereinkunft dessen, was Design überhaupt ist. Selbst im akademischen Umfeld wird gerne noch das Bild genialischen Künstlerdesigner gefeiert, welcher morgens irgendwo zwischen Klo und Kaffee den bahnbrechenden Einfall hat, mit der sein Kunde fortan auf die Medienwelt losgelassen wird. Daneben gibt es aber glücklicherweise mittlerweile auch diejenigen die Design als vielschichtigen, hochkomplexen Prozess begreifen, dem man nur mit Wissen und Arbeitsteilung entgegen kann.
    Dieses Schisma spiegelt sich auch in der Ausbildungssituation wieder:
    Da finden wir nicht nur munter die ganze Bandbreite vom akademischen Autodidakten über den siebensemstrigen Frontalunterricht preussischer Elemtarschulprägung bis hin zum Abendselbststudium. Mehr noch Designer darf sich einfach jeder nennen. Bemüht man sich doch in eine Ausbildung bleibt es schwammig, denn die Ausbildung zum Mediengestalter kann man für den aussenstehenden unterschiedslos von der IHK-Lehre bis zum universitären Masterabschluss durchlaufen. Wenn Ärzte so ausgebildet würden, Kunstfehler wären nciht die beklagenswerte Ausnahme, sondern die tägliche Routine. Wie es bei bei uns Designern eben der Fall ist, wie jeden ein einfacher Blick aus dem Fenster in die urbane Wirklichkeit lehrt.

    Das Problem liegt eindeutig nicht auf Seiten der Nichtdesigner.

    Grüße, Guido

  5. Bin heute im Art of chocolate gewesen, um dort die Pralinen mit dem Würzburg Logo zu kaufen.
    Doch welch ein Schreck, das Motiv sah plötzlich ganz anders aus.
    Mir wurde erklärt, das neue Würzburg Motiv sei Vorgabe der Stadt.
    Ich kann nur für mich sagen, absolut schrecklich!
    Es sieht aus, als würde ein Plastiksticker auf einer Praline kleben!
    Künstlich und unappetitlich.
    Ich werde zukünftig die Pralinen mit dem Motiv nicht mehr verschenken!

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