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Stadt Würzburg führt neues Logo ein

Stadt Würzburg Logo
Stadt Würzburg Logo, Quelle: Stadtverwaltung Würzburg

Stadt Würzburg Logo

Die Stadt Würzburg präsentierte vor kurzem ihr neues Stadtlogo. Das neue Logo löst das seit 20 Jahren genutzte Stadtlogo ab, nicht jedoch das Stadtwappen, die rot-goldene Sturmfahne. Die Stadtverwaltung war dabei im Designprozess um Transparenz bemüht.

Zunächst ließ man im städtischen Intranet die eigenen Mitarbeiter über die entwickelten Logos abstimmen. Fünf Entwürfe standen zur Auswahl. Anschließend ging man mit den letzten drei Vorschläge in die Öffentlichkeit und ließ die Bürger abstimmen. Die Frage ist: führte das Verfahren zum bestmöglichen Ergebnis?

Stadt Würzburg Logo

Der offiziellen Beschreibung kann man folgendes entnehmen: „Das Logo zeigt den linksbündig, in den versalen Lettern der Schriftart Finnegan gesetzten Schriftzug „Stadt Würzburg“. Die Schrift Finnegan wurde von Jürgen Weltin entworfen, der in Würzburg Grafik Design studiert hat. Links davon, durch eine senkrechte Haarlinie abgetrennt, ist die scherenschnitt-artige Silhouette der Würzburger Innenstadt (Neumünster, Marienkapelle, Grafeneckart und Dom) zu sehen. Darunter befindet sich, mit zur Mitte hin dünner werdenden Linien dargestellt, eine zweite Form, die an eine Spiegelung der Innenstadt im Wasser des Mains erinnert. Bei genauerem Hinsehen erkennt man darin allerdings die ebenfalls aufrechtstehende Silhouette der Festung Marienberg.“ Schön und gut. Aber wieso musste der Schriftzug einen derart kontrastarmen Grauton bekommen? Auf Plakaten werden die Menschen immer nur den „roten Klecks” erkennen. Wieso ist die senkrechte Haarlinie hingegen schwarz und läuft höher als der Schriftzug? Und wieso steht die surreale Spiegelung nicht auf dem Kopf, wie es sich für eine Spiegelung gehört?

Positiv ist sicherlich, dass endlich einmal von „CD“ die Rede ist, wenn das Erscheinungsbild gemeint ist und nicht von einer Erneuerung der „CI“. Mit Blick auf die vergangenen Logowechsel kann man feststellen, dass gerade im Umfeld städtischer Marketing-Aktivitäten nicht jede Begrifflichkeit korrekt angewandt wird. In Erfurt zum Beispiel scheint es doch eher eine vage Vorstellung davon zu geben, was CI, CD, Dachmarken und eine Strategie sind. Schade ist nur, dass trotz allem Bemühen, das Ergebnis nicht zu überzeugen weiß.

Ein bestmögliches Ergebnis sieht in meinen Augen anders aus. Als Außenstehender ist es mir unbegreiflich, weshalb man auf ein Silhouetten-Thema gesetzt hat, statt mit einem bekannten und seit mehreren Jahrhunderten bewährtes Zeichen zu arbeiten. Wenn mans genau nimmt, ist die Silhouette gar keine. Sie ist eine Collage von Umrissen. Ein Architektur-Potpourri, das es in dieser Anordnung gar nicht gibt. Die Ansammlung von Sehenswürdigkeiten erscheint nicht nur überladen, sie wirkt zudem sehr künstlich. Es bleibt bei dem Versuch die typischen Merkmale der Stadt herauszuarbeiten. Eben “das Typische” ist nicht zu sehen. Ich sehe keine Stadt in Unterfranken sondern Klein-Istanbul.

Die Fahne liefert genug Stoff, um sie zwanzigfach zu interpretieren. Ein Fahnenlogo, das beim Bürger durchfällt ist noch lange kein Indiz dafür, dass “der Bürger” lieber ein Stadtlogo ohne Wappen möchte. Vielleicht hätte man ja sogar die Verwendung des Wappens zur Bedingung für einen Entwurf machen sollen. Mit Blick auf das Ergebnis drängt sich mir dieser Gedanke jedenfalls auf. Ende Februar 2010 soll das komplette Corporate Design der Stadt Würzburg vorliegen.

Danke Maria für den Hinweis.

Dieser Beitrag hat 58 Kommentare

  1. Zitat aus wuerzburg.de:

    “… Grafiker Markus Westendorf erstellte über 50 verschiedene Entwürfe…”

    – ein Scherzkeks?
    – ein Workaholic?
    – ein absolut Unentschlossener?

    Wahnsinn!

    Mein erster spontaner Eindruck zum Signet: eine recht orientalisch wirkende Silhouette, finde ich eher etwas seltsam…

  2. Oh man. Sorry aber das ist ja mal gar nichts. Schon allein das da nicht das gespiegelt wird was man eigentlich erwartet wenn man eine Spiegelung sieht. Also wenn er wirklich 50 Entwürfe gemacht hat und das der beste ist dann hat er vielleicht den Beruf verfehlt oder die Vorgaben waren einfach grauenhaft. So oft ich auch hochscrolle und irgendwas schönes daran suche, ich finde es einfach nicht.

  3. Das Signet Logo will mir noch nicht so recht gefallen. Die Linie zwischen Test und Silhouette hätte man schon wegen des hohen Kontrastes zwischen den beiden Elementen weglassen können. Die “Spiegelung” erfüllt auch keinen richtigen Zweck, sorgt eher für Verwirrung, um darin die genannte Festung Marienberg zu erkennen muss man mehrmals hinschauen. Ein Logo sollte doch aber auf den ersten Blick wirken und seinen Zweck erfüllen. Bilderrätsel gehören meiner Meinung nach in kein Logo.

  4. Bitte, gern geschehen.

    Bin wirklich gespannt auf die Reaktionen hier. Mir gehts nämlich irgendwie ähnlich wie den Leuten über mir: ich weiß nicht so recht etwas mit dem neuen Erscheinungsbild anzufangen.

    Grüße aus Würzburg.

  5. Das muss man gar nicht kommentieren. Das tut es fast von selbst, wenn man sich durch den Weblink klickt und Sätze wie diese humorvoll zu geniessen versteht ..

    …Mit den daraus resultierenden Zielvorgaben entstanden im Graphikbüro des städtischen Eigenbetriebs CTW ca. 100 Ideenskizzen. 20 Entwürfe wurden der internen Arbeitsgruppe zur Diskussion vorgelegt. Diese Gruppe wählte 12 Logoentwürfe für eine Präsentation für den Lenkungsausschuss aus. Die fünf ausgewählten Stadtzeichen wurden den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt zur Abstimmung im Intranet vorgelegt. An dieser Abstimmung beteiligten sich 380 Mitarbeiter. Die drei bestplatzierte Entwürfe würden im Rahmen einer Publikumsbefragung von Bürgern und Besuchern der Stadt Würzburg einer Akzeptanzstudie unterzogen. 57% der befragten Bürger und Besucher bevorzugten das auch von den Mitarbeitern präferierte “Siegerlogo“!..

    Da kann ich mir den kreativen Prozeß richtig vorstellen. Und die visionäre Kraft der Stadtangestellten dazu. Besonders, wenn man sich noch den Newsletter der Tourismusgesellschaft (CTW) vom Oktober anschaut. Das Titelbild mit den “ruhenden” Spaten und dazu die Unter-/Titelzeile beschreiben sicher treffend den Zustand im “Eigenbetrieb”.

    Fazit: Wieder mal eine Chance verpasst. Bleibt zu hoffen, dass auch leitende Stadtangestellte zunehmend in diesen Blog geraten und irgendwann in der Lage sind aus den Fehler zu lernen.

  6. Zu der Spiegelung:
    Ich gebe ja zu, dass mir beim ersten hinsehen auch nicht aufgefallen ist, dass sich da was anderes spiegelt und ich auch dachte, dass die Spiegelung ja falsch rum sei. Wenn man sich aber mal damit beschäftigt, dann stimmt das schon. Es spiegelt sich nämlich der rote Umriss von oben. Die weiße Aussparung, die Burg Marienberg, bildet sich quasi aus dem leicht veränderten Umriss der Spiegelung. Von daher ist die Spiegelung logisch durchaus korrekt, wenn man von der künstlerischen Verfremdung absieht.


  7. als Titel des Corporate Handbuches, sicherlich auch als Logo edler gewesen; hier geht der Schriftzug auch nicht so unter

  8. Die Typografie ist mir zu anspruchslos, der Versalsatz laienhaft. Der Name hängt nach unten durch, wirkt wie noch nicht ausgerichtet. Mit Wohlwollen kann man davon ausgehen, daß »Stadt« und die Silhouette auf der selben Grundlinine liegen. Das bringt nur visuell nicht viel, es wirkt trotzdem unausgerichtet.

    Der Trennstrich klebt zu weit oben, überragt das S, ist aber bestenfalls mit dem W auf einer gemeinsamen Grundlinie – wirkt jedoch so als würde er weiter oben beginnen.

    Warum der Trennstrich schwarz, der Text jedoch blaugrau ist, erschliesst sich mir auch nicht so recht. Und durch die Ausführung der »Spiegelung« werden Darstellungsprobleme in kleineren Größen am Screen regelrecht erzwungen.

    Alles in allem nicht nur geschmacklich zumindest diskussionswürdig, sondern handwerklich auch einfach sehr schlecht gemacht.

  9. Mein erster Gedanke war: Da hat jemand vergessen, die Spiegelung nach der Erstellung im Pathfinder noch um 180° zu drehen. Mein zweiter Gedanke war: Hat Würzburg eine türkische Partnerstadt? Solche Insider-Gags sollte man in Logos bitteschön vermeiden.

    Die senkrechte Linie wird ja normalerweise gesetzt, um eine Bildmarke, die keine gerade Kante besitzt, doch irgendwie mit dem Schriftzug zu verbinden. Da die Silhouette hier jedoch sehr wohl eine gerade Kante besitzt, ist die Senkrechte quasi ein Detail zuviel.

    In diesem Falle wäre weniger sicherlich mehr gewesen:

    Sonntagmorgens zwischen 08:09 und 08:14 Uhr zusammengefummelt

  10. Bin bei der Kritik dabei. Die Spiegelung finde ich aber nicht so schlecht. Sie ist das einzige unerwartete am Logo. Da bin ich tatsächlich kurz hängengeblieben. Da die untere Silhouette nicht der oberen entspricht frage ich mich natürlich: Sind das die Gebäude der anderen Mainseite? Das wäre eine schöne inhaltliche Erweiterung. Man hätte das ganze auch gut nutzen können, um zum Beispiel das moderne Würzburg zu spiegeln.

  11. So sehe ich das auch. Die “Spiegelung”, die auf den zweiten Blick die Festung zeigt, ist doch ein interessanter grafischer Effekt. Leider wird das durch die turmüberladene Stadtsilhouette zunichte gemacht. Dieser Senkrechtstrich ist wirklich nichts fürs Auge. Und die Typo erst … ich kann mir die Logoentwicklungsunddabeivernichtungskommission lebhaft vorstellen :-)

  12. Es ist doch klar, wenn so viele, nicht über den nötigen Sachverstand verfügende Leute über einen Entwurf zu entscheiden haben, mehrfach nachgebessert werden muss. Ich bin mir sicher, dass das vorliegende Logo der langweiligste und schlechteste Entwurf von allen ist.

  13. Hätte man sich beschränkt auf die Silhouette der Marienfestung wäre es gut geworden.
    Die Ansammlung von Türmen aus der Stadt wirkt jetzt wie die Hagia Sofia in Istanbul.
    NewsShit! hat es bereits illustriert: weniger wäre mehr.

  14. Kann man eigentlich den Prozess der Entscheidungsfindung irgendwo nachlesen? Zum Beispiel die letzten fünf Logoentwürfe, die zur “Abstimmung” anstanden?
    Diese Geschichte entfacht doch sehr des Designers Neugier….

    Als ich das Logo gerade zum ersten Mal (hier im dt) sah, war ich sehr erleichert., Endlich wieder einmal etwas, das eine Grundlage für eine Diskussion über Gestaltung liefert. Ja, der senkrechte Strich sitzt etwas unentschlossen und die graue Schrift ist wahrscheinlich nicht praxistauglich, weil zu hell im Kontrast zum Rot, aber die Idee mit der nicht ganz korrekten Spiegelung finde ich nett. (Der Vorschlag, den Spiegelungseffekt einfach wegzulassen, überzeugt mich nicht. Damit wäre der Entwurf kein ernstzunehmender mehr)

    Dass am Ende Laien “ohne Sachverstand” über ein Logo entscheiden, das ist wohl die Realität. Mich wundert, dass sich darüber ernsthaft jemand erbost. Diese Tatsache und der Umgang damit ist Teil des Jobs.

  15. Selbst wenn man die schlussendliche Entscheidung den Laien zugesteht, und dafür den Gestalter nicht zur Verantwortung ziehen kann, bleiben die peinlichen handwerklichen Fehler, die nicht den Entscheidern angelastet werden können.
    Über Geschmack lässt sich – teilweise – streiten, über die Güte der handwerklichen Umsetzung nicht. Da wurde gepfuscht, kann man drehen und wenden wie man will.

  16. @ Daniel Ja, über die handwerklichen Details kann (und sollte) man reden.
    Man müsste an allen Elementen des Entwurfs noch feilen (s.o.). Irgendetwas stimmt zum Beispiel auch mit den horizontalen Linien der Spiegelung nicht. Abstand und Strichstärken passen noch nicht.
    Im Prinzip müsste jetzt noch eine Ausarbeitung des Entwurfs kommen.
    Solche Details erkennt ein Laie aber nicht, das müsste der Gestalter “ansagen”.

  17. Irgendetwas stimmt zum Beispiel auch mit den horizontalen Linien der Spiegelung nicht. Abstand und Strichstärken passen noch nicht.
    Im Prinzip müsste jetzt noch eine Ausarbeitung des Entwurfs kommen.

    Die Linien können in dieser Form am Screen auch kaum stimmen, da in kleinen Größen schlicht die Auflösung eines Monitors nicht ausreicht um die dünnsten Linien darzustellen, bzw. klar zu trennen. Das versuppt grundsätzlich. Dazu kommen dann noch Interpolations»fehler« und wenn dann auch noch als JPEG gespeichert wird zusätzlich Kompressionsartefakte… das kann nicht funktionieren.

    Ebenso kritisch wird es in kleinen Größen im Druck aussehen, sobald gerastert statt Vollton gedruckt wird… keine Fehler der Entscheider, kein »viele Köche verderben den Brei« sondern einfach handwerklich schlecht gemacht.
    Das sind einfach zu viele Details bei denen man sich als fachkundiger wundern muß. In der großen Version fällt auch die schlechte Detailtypografie noch mehr auf.

  18. Dieses Ergebnis ist mal wieder geeignet, die Frage zu diskutieren, wie man mit Auftraggebern umgehen soll, die ohne Sachverstand und Blick fürs Detail über unsere Arbeit entscheiden. Die beim Vorschlag einer originellen Ideenskizze sagen: “Oh, ich möchte aber gerne noch einen Trennstrich!” oder “Oh, es muss aber die Stadtsilhouette mit allen Türmen sein, sonst kriegen wir Ärger mit dem Domprobst!” usw. Also: Was man tun soll, wenn man an den Punkt gerät, wo man als Gestalter seine Arbeit eigentlich hinschmeißen möchte, weil der AG überall reinpfuscht und die angebotene Expertise einfach nicht angemessen zur Kenntnis nimmt. Was tut man dann?

    Wobei man die Schuld an dieser konkrete Würzburger Misere nicht allein dem AG zuschieben kann, zumindest was das Handwerkliche betrifft: Wären alle Vorentwürfe handwerklich einwandfrei gewesen, so hätte es auch einen Siegerentwurf ohne Makel gegeben.

  19. @Daniel
    Dass die Linien auf dem Bildschirm unregelmäßig aussehen ist mir schon klar.
    Ich hatte etwas anderes im Auge. Was passiert, wenn das Logo verkleinert wird? Lösen sich die Linien dann noch auf? Wieviele braucht es eigentlich, um den Effekt noch hinzukriegen? Wie müssen die Strichstärken verteilt sein, damit der Effekt am Besten umgesetzt wird?

  20. Die Idee mit der Spiegelung gefällt mir, jedoch hätte ich sie ohne Erklärung wohl nicht verstanden. Damit ist wohl auch klar, dass zu viel Wissen über die Stadt Würzburg nötig ist, um das Logo verstehen zu können. Alle anderen sehen wohl eher die Skyline von Istanbul mit einer falschen Spiegelung.

    Das Laien über das “Sieger-Logo” entscheiden, halte ich für eine sinnvolle Idee, allerdings nur unter der Vorraussetzung, dass Profis vorher eine Vorauswahl aller “funktionierenden” Logos getroffen haben. Dies scheint hier allerdings nicht der Fall gewesen zu sein, denn:
    1) Die Aussage des Logos funktioniert nicht
    2) Bei der Darstellung auf Visitenkarten oder im Web verwandelt sich das Wasser in eine undefinierbare Suppe
    3) Die Farbe der Wortmarke geht gar nicht!

    Warum genau diese Position des Trennstriches gewählt wurde und die Wortmarke nicht in die optische Mitte platziert wurde, bleibt wohl das Geheimnis des Designers.

    Fazit: Das Logo wirkt frisch und modern, kommt für mich aber über des Status eines Entwurfs nicht hinaus.

  21. Also dass mit der Spiegelung hat m.E. nach schon ansatzweise seine Richigkeit…
    Man blickt von der gegenüberliegenenden Mainseite auf die Altstadt von Würzburg, im Rücken liegt die Marienfestung, deren Spiegelung man vor sich im Wasser sieht (ja, wer damals in Physik aufgepasst hat wird feststellen, dass das wohl auch nicht so ganz richtig sein kann).

    Unterm Strich kann auch ich kaum ein gutes Haar an dem Signet lassen (außer der roten Farbe):
    Die Silouette ist viel zu kleinteilig – der Steifen-als-Verlauf-Ersatz zu oldschool – Die Haarlinie VÖLLIG überflüssig und die Typo zu schwach….

    Schade!

  22. Ich lege meine Hand dafür ins Feuer, dass spannendere und ansprechendere Ergebnisse als dieses herausgekommen wären wenn es eine Zusammenarbeit zwischen der FH/Fakultät für Gestaltung und der Stadt gegeben hätte.

    Ich weiß, dass die Stadt Würzburg finanziell am Tropf hängt. Daraus lässt sich wohl auch das niedrige Budget von unter 5.000 Euro erklären.

    So kriegt man unterm Strich ein weiteres Silhouetten-Städtelogo serviert, das hier nicht zu Unrecht von einigen demontiert wurde.

  23. Ich verstehe nicht so ganz weshalb der Begriff “Stadt” im Logo überhaupt noch erwähnt werden muss. Soviel Redundanz sollte bei 130 000 Einwohnern nicht notwendig sein.
    Naja, vermutlich liegt hier der Hase in der Stadtverwaltung begraben.

  24. Die Bildmarke gefällt mir sehr gut, die Schrift inkl. der Haarlinie ist allerdings nicht sonderlich gelungen..

  25. Wenn man den Istanbul-Vergleich außer acht lässt, hat das Signet auch noch eine ziemlich eindeutige Aussage (wenn man die Stadt “kennt”):

    In dieser Form zeugt es von einer Stadt mit zerrütteter Identität.

    Denn es ist mit Sehenswürdigkeiten aufgefüllt, die es im real existierenden „Nachkriegs-Würzburg“ nicht gibt. Das Stadtbild ist – von einigen wenigen, mehr oder weniger gut wieder hergestellten Prunk-Bauten und Gotteshäusern – ausschließlich von Nachkriegsbauten dominiert.

    Vor dem zweiten Weltkrieg war Würzburg vermutlich eine sehr repräsentative Stadt mit vorzeigbarem visuellen Selbstverständnis. Leider hat sie das komplett verloren und aus meiner Sicht bis heute nicht wieder herstellen können. Die „Skyline“ von Würzburg ist eindeutig nur Schau. Aus diesem Grund hat sie damals gegen Bonn als Hauptstadt-Kandidat wohl auch verloren? Eigentlich eine nette Stadt, die sicherlich einiges zu bieten hat, nur eben KEINE Altstadt.

    Insofern passt die Bildmarke aus meiner Sicht nicht zu Würzburg.

  26. Sehr zeitgemäß. Man zeigt Kirchtürme und Kirchen. Und wer geht noch hinein? Ist eine Stadt nicht mehr als die Summe seiner steinernen Sakralbauten? In W. anscheinend nicht. Hier gehen die Kirchturmuhren noch anders…

  27. Achims Artikel ist ein gutes Beispiel fuer harte, aber sachbezogene Kritik – und wie man mit der Arbeit anderer umzugehen hat.

    Meiner Meinung nach ist das Logo zu eklektisch. Auch die Verwendung serifen-loser Schrift kann das nicht aendern. (Ich finde die Assoziationskette serifen-los = modern uebehaupt sehr fragwuerdig) Am Ande wirkt alles etwas altbacken, sogar mehr als bei alten Logo. Wie Achim schon sagte, das eigene Stadtwappen zeigt auf, wie man mit Reduzierung mehr Staerke erzeugt.

    Die Idee der “falschen” Spiegelung ist eigentlich sehr schoen und pfiffig. Leider versinkt sie im optischen Ueberfluss. Dieser Ueberfluss wird auch im praktischen Einsatz Probleme bereiten.

  28. Gab es da nicht einen Internetwettbewerb auf der Plattform Jovoto???
    Dort gab es meiner Meinung nach ein paar Gute Ansätze, wie das neue Stadtlogo aussehen könnte.

    Ich finde das geht ja mal gar nicht.

    Die Stichwörter, die hier schon gefallen sind, passen super.

    Orientalisch, was für eine Spiegelung, Potpurree von Sehenswürdigkeiten usw.

    Das ist einfach zu viel.

    Das Mit der Linie kann doch nur Unwissenheit oder mangelnde Kenntnis sein. Es sieht schlicht und einfach falsch aus!!!

  29. “57% der befragten Bürger und Besucher bevorzugten das auch von den Mitarbeitern präferierte “Siegerlogo“!

    Gratulation! 57% der Bürger, sowie die Mitarbeiter haben sich für ein abgedroschenes und langweiliges Klischee, kein Logo, entschieden, das weder etwas aussagt, geschweige denn irgendeine Emotion oder Wertvorstellung zuläßt. Es ist genauso fade wie all die anderen Stadtlogo-Scheusslichkeiten, welche durch eine Selektion von Laien zu Ehren kamen. Es müffelt nach Zeitgeist und stereotypen Sehgewohnheiten die man dann auch besser übersieht.

    So genug der Aufmerksamkeit.

  30. 20 Entwürfe wurden der internen Arbeitsgruppe zur Diskussion vorgelegt. Diese Gruppe wählte 12 Logoentwürfe für eine Präsentation für den Lenkungsausschuss aus. Die fünf ausgewählten Stadtzeichen wurden den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt zur Abstimmung im Intranet vorgelegt.

    Ich lach mich schlapp, da sieht man’s wieder:
    “A camel is a horse designed by a committee.”

    Dass da nur Quatsch bei rauskommt, ist klar. Der arme Designer… :((

  31. Wilkommen bei “Disneyland Resort Würtzburg”
    Wie bei Thomas (Komentar 18.) war das auch mein 1. Gedanke.
    Der Schriftzug ist eindeutig zu hell.
    Trotz , besser als Erfurt.

  32. “Alles Walzer”?
    Es gab mal eine Zeit in Europa (18. Jahrhundert), in der alles Türkische avantgarde war (“Alles turkia” quasi). Jetzt scheint es wieder so weit zu sein. Soeben ist ein histor Roman erschienen (Das Caffeehaus von Roman Rausch > Bau der Residenz, Kaffee in Mainfranken mit einem oriental. Caffeehaus, das es tatsächlich in der sehr barocken Stadt mal gegeben haben soll).
    Ist das ein neuer Trend? Haben sich das Rathaus und der Schriftsteller abgesprochen? Oder bereitet man uns so auf den Beitritt der Türkei zur EU vor?
    Da wird die Bratwurst im Dönerlaibchen sauer …

  33. Mal ganz abgesehen von der kuriosen Istanbul-Bildmarke, die auch bei längerem Hinsehen und Nachdenken nicht so recht in Einklang, mit dem absolut ver-über-regulierten bürgerlichen Würzburg, kommt, finde ich die Tatsache, dass der Schrift-Schnitt von einem Ehemaligen der dort ansässigen Fakultät Gestaltung stammt, eigentlich ganz nett …

    PS: Main-Post, 10. März 1976, Lokalteil. Ein Foto vom Boden eines riesigen Weinfasses, hochkant an den Straßenrand gestellt, darunter steht: „Würzburg. Als ,Weinfass an der Autobahn’ wirbt Würzburg künftig an allen Ausfallstraßen der Stadt. Die Inschrift, die auf die Bedeutung Würzburgs als ,Europastadt’ hinweist, steht auf Original-Fassböden. Das macht jedem, der es noch nicht wissen sollte, deutlich, dass man in Würzburg auch einen guten Schoppen schlürfen kann.“

  34. Schon wieder ein Logo mit einem senkrechte Strich, das ist ausser langweilig nur noch einfallslos und unnötig.

  35. Hallo,

    dass neue Logo ist eigentlich cool, aber irgendwie schaut es aus als wäre die Stadt Würzburg Orientalisch (Arabien, Türkei etc.)! Naja jedenfalls war das mein erster Eindruck!

    Gruß Dejo

  36. Es gibt immer viel zu kritisieren.

    Positiv: Würzburg hat sich entschieden ein neues Logo entwerfen zu lassen.

    Negativ: Was soll das? Als ehemaliger Würzburger muss ich sagen: da ist noch viel luft nach oben, oder? Man sollte nicht zwingend alle Würzburger über ein Logo der Stadt entscheiden lassen. Mitspracherecht ist ok, allerdings hätte man dann auch 3 unterschiedlichere Logos zur Abstimmung bringen können.

    Herr Rosenthal muss natürlich im Video in diesem Sinne von “etwas frischer” reden. Wäre sonst ja auch unglaubhaft und nicht nachvollziehbar, wenn ein Bürgermeister ein Logo kritisieren würde. Sehr schön finde ich aber “etwas frischer”, was die Vermutung nahe legt, dass es nicht das frischeste logo ist, das Würzburg verdient hätte.

    Monumente sind natürlich für Würzburg sehr naheliegend und durchaus angebracht. Aber wieso wird versucht alle Denkmäler, etc. in einem logo unterzubringen? “Less is more”? Ganz ehrlich, die Festung hätte es vollkommen getan. Den Gedanken der Spiegelung hat glaube ich keiner zu Ende gedacht. Das regt mich so sehr auf. Meiner Meinung nach ist das lustiger Grafiker-Jargon, der definitiv über das Ziel hinausschiesst.

    Wie erschrocken wäre ich, wenn ich am Ufer des Mains stehen würde, jemand macht ein Foto von mir und nun das: mein Spiegelbild bin nicht ich, sondern ein anderer. Hä? Ja, ja, man könnte jetzt mit freier Interpretation des Grafikers argumentieren. Damit kann man alle zum Schweigen bringen. Aus meiner Sicht wäre es sinnvoller gewesen, wenn schon Silhouette (völlig ausgelutschtes Thema), dieser auch den nötigen Raum im Logo zu geben (breiter). Vielleicht wäre es dann auch keine orientalische Anmutung mehr. Aber nur aus Platzmangel die Festung als “Spiegelung” unten zu platzieren deutet für mich auch auf die wahrscheinliche Verzweifelung eines Grafikers hin, der an den massigen Vorgaben seines Auftraggebers zu ersticken droht.

    Die Trennlinie sitzt völlig deplatziert an ihrem Ort, an keinerlei Linie ausgerichtet, oder doch? Aber wahrscheinlich diente hier als Argument die Dynamik. Prima. Der Schriftzug ist definitiv zu hell. Hey Würzburg, ihr müsst euch doch nicht verstecken. ran ans Selbstbewusstsein. Dieses kann auch grafisch ausgedrückt werden. Vielleicht beim nächsten Mal.

    Ich bin unendlich traurig, da ich mir doch etwas mehr von einem neuen Logo und für Würzburg erhofft habe.

  37. Liebe Stadt Würzburg,

    wenn ich ein Wappen mit mir rumtrage, warum verstecke ichs dann? Warum nimmt das Stadtlogo nicht einen Pinselstrich darauf Bezug?

    Klar sind Dom, Neumünster, Grafeneckart, Marienkapelle und Marienberg zusammen so schön wie Istanbul. Natürlich ist ein Grau todschick und die Haarlinie schneller gezogen als ein Kopf aus dem Krea-Tief auftauchen kann. Andererseits kann man den Kopf sogar für Ideen, die im Logo stecken, loben… Nebbich.

    Liebe Stadt Würzburg, bitte beantworte zuerst einmal die eine Frage!

    Wünscht sich ein
    Nicht-Designer

  38. Oh jeh,

    das kommt dabei raus, wenn zuviel Leute mitentscheiden: orientalische Anmutung, nichtverständliche Spiegelung, deplatzierte Trennlinie zwischen Bild und Wortmarke…
    Da war ja fast das vorige Logo besser ;-)

    Fremdschäm, das hat Würzburg wirklich nicht verdient…

    Ein Würzburger

  39. Würzstambul

    Das war das erste, was mir bei Betrachtung des Logos in den Sinn kam. Alle formalen, inhaltlichen und emotionalen Fährnisse dieses Gestaltungsansatzes sind bereits hinreichend belichtet worden. Was aber mir aber bei diesem Beispiel besonders aufgefallen ist, war der dankenswerterweise sehr ausführlich geschilderte Designprozess, der sich nun von der Motivation bis zum Ergebnis detailiert darstellt.

    Dieser Designprozess in sich durchaus strukturiert, jedoch nicht zielführend. (Das Ergebnis betrachtend gelinde gesagt geschäftsschädigend, es sei denn Würzburg will sich endlich zu seinen orientalischen Wurzeln bekennen)

    Hier hat man einfach gutmeinend die schlimmste aller Methoden zur Designevaluierung als prozessübergreifendes Diktat angewandt: den Hausfrauentest.

    Klar, als Profi kann man hier lachen oder wahlweise die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Aber es ist ein typisches Beispiel für das tiefe Unverständnis der Nichtdesigner unter der Bevölkerung im Umgang mit Designprodukten als solchen, und der Herstellung solcher natürlich insbesondere.

    Was fehlt ist jemand, der unabhängig berät, wie man einen Designprozess durchführt, oder überhaupt mit Designern spricht, damit man auch das bekommt, was man sucht, aber noch nicht kennt.

    Diese Stellen gibt es leider nicht, da jeder, der es könnte befangen ist, weil er selbst Anbieter eben dieser Leistung ist. Klar: der Metzger rät zu Fleisch und der Fischer zu Fisch.

    Die Leute sind nicht dumm, sie haben lediglich keine Ahnung. Das ist ein großer Unterschied. Sie erkennen Gestaltungsbedarf, suchen einen Weg und beschreiten diesen bis zum Ergebnis, hinter das sie sich zunächst offensichtlich auch stellen. Was will man eigentlich mehr?

    Natürlich: bessere Ergebnisse. Und die bekommt man wenn man sich aus dem Elfenbeintürmen herauslehnt und den Menschen hilft zu verstehen, warum Blinddärme in die Hände von richtigen Ärzten und Designaufgaben in die Hände von richtigen Designern gehören. Aber dazu gehört auch dass die Ärzte wie die Designer wieder mehr den Menschen, denn den Eigenschaftsträger in den Fokus bekommen. Zudem fehlt in der Designausbildungslandschaft eine grundsätzliche Übereinkunft dessen, was Design überhaupt ist. Selbst im akademischen Umfeld wird gerne noch das Bild genialischen Künstlerdesigner gefeiert, welcher morgens irgendwo zwischen Klo und Kaffee den bahnbrechenden Einfall hat, mit der sein Kunde fortan auf die Medienwelt losgelassen wird. Daneben gibt es aber glücklicherweise mittlerweile auch diejenigen die Design als vielschichtigen, hochkomplexen Prozess begreifen, dem man nur mit Wissen und Arbeitsteilung entgegen kann.
    Dieses Schisma spiegelt sich auch in der Ausbildungssituation wieder:
    Da finden wir nicht nur munter die ganze Bandbreite vom akademischen Autodidakten über den siebensemstrigen Frontalunterricht preussischer Elemtarschulprägung bis hin zum Abendselbststudium. Mehr noch Designer darf sich einfach jeder nennen. Bemüht man sich doch in eine Ausbildung bleibt es schwammig, denn die Ausbildung zum Mediengestalter kann man für den aussenstehenden unterschiedslos von der IHK-Lehre bis zum universitären Masterabschluss durchlaufen. Wenn Ärzte so ausgebildet würden, Kunstfehler wären nciht die beklagenswerte Ausnahme, sondern die tägliche Routine. Wie es bei bei uns Designern eben der Fall ist, wie jeden ein einfacher Blick aus dem Fenster in die urbane Wirklichkeit lehrt.

    Das Problem liegt eindeutig nicht auf Seiten der Nichtdesigner.

    Grüße, Guido

  40. Bin heute im Art of chocolate gewesen, um dort die Pralinen mit dem Würzburg Logo zu kaufen.
    Doch welch ein Schreck, das Motiv sah plötzlich ganz anders aus.
    Mir wurde erklärt, das neue Würzburg Motiv sei Vorgabe der Stadt.
    Ich kann nur für mich sagen, absolut schrecklich!
    Es sieht aus, als würde ein Plastiksticker auf einer Praline kleben!
    Künstlich und unappetitlich.
    Ich werde zukünftig die Pralinen mit dem Motiv nicht mehr verschenken!

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