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Sankt Petersburg bekommt erstmals ein Stadtlogo

Saint-Petersburg Logo

Sankt Petersburg, nach Moskau die zweitgrößte Stadt Russlands, bekommt erstmals in seiner Geschichte ein offizielles Stadtlogo, mit dem, wie es heißt, auf das touristische Potenzial der Stadt aufmerksam gemacht werden soll.

Noch ist das neue Erkennungszeichen nicht einmal in Russland bekannt. Im Rahmen einer„Willkommen in Sankt-Petersburg“-Road Show werden dieser Tage zunächst Interessenvertreter und Unternehmen aus der Tourismusbranche angesprochen, die dabei helfen sollen, mehr Touristen als bislang anzulocken. Die Attraktivität steigern soll auch ein neues Erscheinungsbild, von dem allerdings bislang noch nicht viel mehr als ein Logo zu sehen ist.

Genauer gesagt handelt es sich um eine ganze Logofamilie, die von der Agentur Art. Lebedev Studio aus Moskau im Auftrag der Tourismusbehörde entwickelt wurde. Ein Dreiklang aus Flussdarstellung (Newa), dreizeiligem Schriftzug und einer darüber befindlichen variablen Bildmarke, woraus im Endergebnis insgesamt 14 Zeichen entstanden sind. Die auf diese Weise zum Ausdruck gebrachte städtische Vielfalt birgt Chancen wie auch Gefahren.

Saint-Petersburg Logos

Im Gegensatz etwa zu der hier im dt mehrfach diskutierten Erfurter Logosammlung, die fälschlicherweise als Dachmarken-Strategie angepriesen wurde, eint die 14 Stadtzeichen Sankt Petersburgs ihre gemeinsame Gestaltungscharakteristik. Alle Bildmarken, seien es Krone, Anker, Kirchturmspitze oder Regenschirm, verfügen über einen einheitlichen Linienduktus. Die Anker-Bildmarke (Abb. oben) findet sich bereits als Logo auf YouTube, Twitter und Facebook. Sie wurde in Anlehnung an das offizielle Wappen der Stadt erstellt, das wohlgemerkt erhalten bleibt.

Wie es von Seiten der verantwortlichen Tourismusbehörde auf Anfrage heißt, wolle man das neue Erkennungszeichen zeitnah an öffentlichen Plätzen, bei Großveranstaltungen und am städtischen Flughafen Pulkovo großformatig präsentieren. Die hierfür erforderlichen Anwendungen seien derzeit in Arbeit.

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Mit der zaghaften Einführung der neuen Logofamilie – eine entsprechende Pressemeldung fehlt – wurde zumindest schon einmal ein Anfang gemacht. Zweifellos hat das städtische Marketing aber noch viel vor sich, sofern das neue Markenzeichen Bekanntheit erlangen soll.

Man darf gespannt sein, wie sich das Vorhaben entwickelt, denn ohne Anwendungsbeispiele ist zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht ersichtlich, ob das Konzept in ein stimmiges, variables und dabei Zusammengehörigkeit ausstrahlendes Gesamtbild mündet oder ob die große Anzahl an Stadtzeichen auf dem Weg zu einer überzeugenden visuellen Identität zum Stolperstein wird.

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Dieser Beitrag hat 15 Kommentare

  1. Ich bin überrascht, mit wieviel Unaufgeregtheit und wenigen Stilmitteln ein solch eigenständiges Logo geschaffen wurde, dass seine Eigenständigkeit auch noch mit den unterschiedlichsten Symbolen und unterschiedlichen Schriften, wie der lateinischen und der kyrillischen Schrift funktioniert. Das traditionelle Elemente mit modernem Design umgesetzt wurden, setzt dem Ganzen im wahrsten Sinne noch die Krone auf. Ich kann nicht alle Symbole deuten, doch bin ich mir sicher, dass sie alle ihre Bedeutung haben. Mir gefällt’s.

  2. Ich wundere mich eher, dass dieses Logo so gar nicht „russisch“ daher kommt, wie es doch (gefühlt) derzeit bei allen Gelegenheiten in Russland en vogue zu sein scheint?

    In diesem Fall scheint mir das eher kontraproduktiv. Gibt es nicht in Florida auch eine Stadt dieses Namens? Daher wäre dem (russischen) St. Petersburg m.E. mehr geholfen, auf „russische“ Optik zu setzen. Zumal die Florida-Variante ebenfalls als Stadt am Meer auf sich aufmerksam macht …

Kommentare sind geschlossen.

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