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Bad Homburg erhält neues Corporate Design

Bad Homburg Logo
Bad Homburg Logo, Quelle: Bad Homburg/Urban Media Project

Bad Homburg Logo

Im hessischen Bad Homburg wurde dieser Tage das zukünftige visuelle Erscheinungsbild der Stadt vorgestellt. Auf Basis eines ganzheitlich angelegten Corporate Designs, in dessen Zentrum ein neu gestaltetes Stadtsignet in Schildform steht, sollen alle städtischen Unternehmen unter der neuen Stadtmarke vereint werden.

Rund ein Jahr lang habe man im Rahmen eines Marken- und Designprozesses an dem nun vorgestellten neuen Konzept gearbeitet, wie es seiten der Stadtverwaltung heißt. Ziel sei es gewesen, eine zeitgemäße und einheitliche Markenkommunikation der Stadt auf den Weg zu bringen, mit der gleichermaßen Bürger, Touristen und Unternehmen angesprochen werden.

Die Harmonisierung unterschiedlicher Identitäten und Absender unter einem gemeinsamen Markendach solle den Wiedererkennungswert verbessern und eine zielgerichtetere Vermarktung ermöglichen. Neben der Stadtverwaltung erhalten zudem alle Tochtergesellschaften und Eigenbetriebe (Stadtwerke, Kur- und Kongreß GmbH, Betriebshof) eine auf einem gemeinsamen Gestaltungskonzept angelegte neue visuelle Identität. Im ersten Schritt werde das neue Design im Rahmen der Bewerbung der Weihnachtsstadt und von Tourismus-Kampagnen zur Anwendung kommen.

Bad Homburg Logo – vorher und nachher
Bad Homburg Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Bad Homburg/Urban Media Project, Bildmontage: dt

Das Vorgängerlogo, eine Kombination aus Stadtwappen und einer davor gestellten blauen Wortmarke, wurde 1994 als Markenzeichen angemeldet und ist seitdem nahezu unverändert im Einsatz. In der neuen Bildmarke wurde das Stadtwappen aufgegriffen, neuinterpretiert und in eine vereinfachte Formgebung überführt. Die im Stadtwappen enthaltenen Hacken können in der neuen Bildmarke auch als gekreuzte Gerichtsstäbe gedeutet werden, ein Verweis auf die ursprüngliche historische Formgebung des Wappens. Als hoheitliches Zeichen solle das heraldische Stadtwappen auch weiterhin zum Einsatz kommen.

Auch die Wortmarke wurde neu gestaltet. Im Gegensatz zu bisher ist der Stadtname nur mehr rein in Versalien gesetzt, und zwar in der Schriftart Euclid Square (Swiss Typefaces). Bei der Schriftwahl habe man sich vom Kurbad-Marketing der 1920er-Jahre insperieren lassen, so die Macher (Annm.: 1927 schuf Paul Renner die Futura, ebenfalls eine geometrische, serifenlose Linear-Antiqua).

Hintergrund für die Erarbeitung der neuen Marke sei der Umstand, dass Kommunikation zunehmend digitaler werde. Die aktuelle Wortbildmarke der Stadt sei in die Jahre gekommen und halte, auch aufgrund ihrer Kleinteiligkeit, den Ansprüchen heutiger Gestaltung und Mediendarstellung nicht mehr stand. „Wir benötigen Logos, die auf allen Kanälen einsetzbar sind und die trotzdem den Markenkern Bad Homburgs transportieren: klassisch und gleichzeitig innovativ!“, erklärt Nina Gerlach vom Stadtmarketing.

Realisiert wurde das Corporate Design in Zusammenarbeit mit der Kommunikations- und Designagentur Urban Media Project (Offenbach am Main) in Abstimmung mit dem Stadtmarketingteam und der Marketingabteilung der Kur- und Kongreß-GmbH.

Kommentar

Klassisch zeitlos und dabei modern. Wobei die bisherige Wortmarke schon sehr eigenständig und wiedererkennbar ist, wie ich finde, insbesondere aufgrund des ausladenden „H“ mit seinen langen und abgeschrägten Vertikalen sowie der Querverbindung zum „o“. Diese fast ikonische und einzigartige(?) Ligatur hätte man meines Erachtes gerne aufgreifen können, Stichwort Evolution.

Ein ganzheitliches Erscheinungsbild auf den Weg zu bringen, in dem alle Tochtergesellschaften/Submarken eingeschlossen und berücksichtigt sind, eben ein Dachmarkenkonzept, ist auf kommunaler Ebene in Deutschland auch heute noch eine große Herausforderung. Denn in der Regel, um es mal salopp zu formulieren, kocht hier jeder sein eigenes Süppchen – Tourismus, Wirtschaftsförderung, Stadtverwaltung, Betriebe. Meist ensteht auf diese Weise ein heterogenes Gemisch unterschiedlicherster Identitäten. Die Zugehörigkeit zur Stadt(marke) ist oftmals nicht zu erkennen. Schön zu sehen, dass man in Bad Homburg diese Herausforderung angenommen hat.

Bei solch einem Relaunch/Redesign geht es, und das wird in Diskussionen auf Facebook meist übersehen, um weit mehr als darum, ein neues Logo einzuführen (und ein womöglich liebgewonnenes Zeichen auszuwechseln). Die Hauptarbeit und die Kernleistung im Corporate Design sind das Auflösen des beschriebenen wildens Gemischs und das Zusammenführen und Harmonisieren aller zugehörigen Entitäten auf eine als zusammengehörig erkennbare Kommunikation. Diese Kernleistung wird von Außenstehenden meist wenig gewürdigt. Getan ist die Arbeit mit der Vorstellung des Neuen gleichwohl noch lange nicht. Der schwierigste Teil steht noch aus, nämlich die Implementierung des neuen Designs. Corporate Design braucht Zeit, um Wirkung zu entfalten. Erst in drei, vier Jahren wird sich zeigen, ob das angestrebte Ziel auch erreicht werden konnte.

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Dieser Beitrag hat 9 Kommentare

  1. Den neuen Blau- und Goldton finde ich gelungen. Es ist nur schade, dass immer mehr heraldische Elemente der zeitgemäßen Reduktion weichen. Das alte Wappen hätte man sicherlich aufpolieren können. Schade!

  2. Gefällt mir so gar nicht. Das neue Logo sieht für mich aus wie von einer Versicherungsgesellschaft. Das alte Logo hatte was, die Schrift war genial gemacht, zeitlos, und das Wappen ist eh schon so angenehm reduziert dass man es wunderbar auch weiter verwenden hätte können.

  3. Ich finde den Beitrag interessant und den Kommentar gut.
    Das einzige was ich generell skeptisch betrachte ist, daß heutzutage alles was minimalistisch ist, als „zeitlos“ beschrieben wird, in der Architektur wie im Design. Diese neue Marke für Bad Homburg wird vermutlich in 10-15 Jahren durch eine „zeitlosere“ Marke ersetzt.
    Vielleicht wäre ein thematischer Beitrag oder eine Diskussion zur Bedeutung von „zeitloser Gestaltung“ mal interessant.

    1. Mit der Begrifflichkeit „zeitloses Design“ hatte ich mich kürzlich in einem Kommentar etwas ausführlicher beschäftigt. Ich stimme Dir grundsätzlich zu Laurin. Meiner Meinung nach ist dieser Begriff eher werblich und weniger beschreibend. Ein Ausdruck, der vor allem im Marketing gerne verwendet wird. „Zeitlos“ ist in diesem Kontext, mehr oder weniger, ein Synoym für „beständig“, „nicht dem Trend folgend“.

  4. Ich finde es sehr generisch und verstehe nicht wie man die Symbolik in einem Wappen durch Reduktion so stark zersötren kann. Ich erkenne da nur noch zwei Steckenpferde und ein zerstückelte Linie on top, die das Wappen auch noch nach links kippen lässt. Erkennt da von euch noch jemand eine Mauerkrone und die zwei Hacken?

    Schriftzug ist wirklich nicht mit Feingefühl gesetzt worden – schließe mich da meinen Vorredner an! Zu guter Letzt ist der Schriftschnitt viel zu Fett, bzw. die Schrift auch nicht sorgfältig ausgewählt. Die Punzen laufen ja schon fast digital zu.

    Einem Studenten würde ich diese Punkte zum Nacharbeiten reingeben.
    Ich weiß aber auch, dass es immer einfach ist zu kritisieren, insofern kann ich nur sagen die Richtung ist schon nicht verkehrt.

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