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Nationalflagge für Neuseeland: Regierung präsentiert Alternativen

five alternatives flag nz

Neuseeland befindet sich, wie im dt berichtet, inmitten eines spannenden, die eigene Nationalflagge betreffenden Prozesses. Nachdem die Regierung im August aus mehr als 10.000 Arbeiten die besten 40 Entwürfe vorgestellt hatte, präsentiert die „Flag Consideration Project“-Kommission nunmehr die zur Wahl stehenden Finalisten.

Über die nun durch die Kommissionsmitglieder ausgewählten Flaggendesigns dürfen Neuseelands Bürger zwischen dem 20. November und dem 11. Dezember im Rahmen eines Referendums abstimmen. Nach einer landesweit kontrovers geführten Debatte wurde auf Druck der Öffentlichkeit mit der „Red Peak-“Flagge eine weitere Alternative mit in die Auswahl aufgenommen. Somit stehen nun insgesamt fünf Entwürfe zur Wahl. Im März 2016 wird in einer zweiten Abstimmung schließlich entschieden, ob das Siegermotiv die neue Nationalflagge des Landes werden soll oder ob das Land weiterhin die bisherige Flagge behält.

Erwartungsgemäß wird das Flaggendesign auch der Finalisten vom Silberfarn dominiert, Neuseelands Nationalsymbol. Aufwendig werden die – zumindest die von der Kommission ausgewählten vier Entwürfe – auf einer eigens eingerichteten Themen-Website der Regierung in Szene gesetzt. Besonders charmant wie auch strategisch clever: im Rahmen der Präsentation werden alle Gestalter/Designer der Flaggen jeweils in einem Video porträtiert, wodurch jede Flagge gewissermaßen ein Gesicht bekommt. Zweifellos wird auf diese Weise das Projekt Nationalflagge zusätzlich emotional aufgeladen/aufgewertet, was die Beteiligung an den Wahlen positiv beeinflussten dürfte. Je größer die Sympathie, die Bürger den neuen Entwürfen entgegenbringen, umso wahrscheinlich wird die Ablösung der bisherigen Flagge. Genau das will der konservative Premierminister John Key und seine New Zealand National Party erreichen.

Was den Designprozess betrifft, muss man der eingesetzten Kommission jedenfalls attestieren, dass sie hochprofessionell arbeitet, was keinesfalls selbstverständlich ist, wie viele andere von Regierungsseite initiierte Designwettbewerbe verdeutlichen, man denke nur an das 150-Jahre-Kanada-Logo. Größtmögliche Transparenz, sollte man hierbei stets voraussetzen, eine Präsentation und Aufbereitung der Entwürfe in dieser aufwendigen Form nicht unbedingt. Ob dies allerdings reicht, die bisherige Nationalflagge abzulösen? Wir werden es im März nächsten Jahres wissen.

Mediengalerie

https://youtu.be/o7pZArnV8KU

Weiterführende Links

[Aktualisiert am 29:09.2015: Neues Artikelbild mit fünf Alternative ergänzt]
Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 31 Kommentare

  1. Dass mit Flagge 2 und 4 der selbe Designer in die Endrunde kam, verstehe ich nicht. Sind doch nur andere Farben. Hätte sich das Kommitee doch für eine der beiden entschieden und so einem vierten Designer eine Chance gegeben. So wäre die Auswahl auch vielfältiger und größer.
    Ich persönlich finde die Red-Peak-Flagge am besten, weil sie deine kleinen Details hat, was meiner Meinung eine Flagge nicht in eine Flagge gehört. Man kann sie von weitem gut erkennen und die Geometrie findet man bisher auch noch in keiner anderen Nationalflagge.

  2. Was habe ich denn da geschrieben?
    Ich meine: …weil sie keine kleinen Details hat, was meiner Meinung nach nicht in eine Flagge gehört (Thema die Flagge aus dem Gedächtnis heraus zeichnen).

  3. Ich finde die Flagge mit der Spirale persönlich am besten. Die Flaggen mit dem Farn und dem Sternenbild sind mir “too much”. Außerdem ist die Verwendung von blau und rot nicht logisch. Seit jeher sind die Farben des unabhängigen Neuseeland weiß und schwarz. Allen voran aufgrund der sehr wichtigen Rolle der neuseeländischen Rugby-Nationalmannschaft. Neuseeländer treten außerdem schon seit Jahrzehnten in allen Sportarten in schwarzer oder weißer Bekleidung auf. Alternativ fände ich daher eine etwas vereinfachte Version der ersten Flagge von links okay.

  4. Zum Thema “kleine Details, die nicht in einde Nationalflagge gehören” schaue man sich bitte mal die Flaggen von beispielsweise Afghanistan, Portugal, Swasiland oder Belize an, um nur ein paar wenige ausgefallene und detailreiche Kreationen zu nennen.

  5. I find das – gelinde ausgedrückt – ungeschickt. Zur Wahl stehen mit #1, #2 und #4 vier Flaggen mit recht ähnlichen Designs und eine schwarz-weiß Version der Koruflagge. Es kann also durchaus passieren, dass sich die Stimmen der Silberfarn-Anhänger relativ gleichmäßig auf die Entwürfe #1, #2 und #4 verteilen und dann #3 gewinnt – falls das passiert müsste man eigentlich über die Top 2 nochmal abstimmen lassen (es sein denn es ergibt sich eine absolute Mehrheit).

    1. Das ist ein sehr guter Einwand Linus. In der Tat erscheint es unklug, beide insbesondere von Kyle Lockwood entworfenen Farn-Motive mit in die Endauswahl aufzunehmen, obwohl sich diese lediglich in der Farbgebung unterscheiden. Die Jury wäre besser beraten gewesen, lediglich die Flaggen zur Abstimmung freizugeben, die über signifikante, eindeutig unterscheidbaren Merkmale aufweisen. Das ist bei den beiden Lockwood’schen Entwürfen nicht gegeben. Ich sehe ebenfalls die Gefahr, dass die Ähnlichkeit dieser Entwürfe ein klares Votum erschwert. Ähnlich argumentierte auch dt-Leser Mars. Was ist, wenn beide Lockwood-Flaggen jeweils 25% der Stimmen erhält und beispielsweise die Koru-Flagge 30% der Stimmen auf sich vereint? Ein solcher Ausgang hieße im Grunde, dass die Mehrheit der befragten Bürger sich eine Nationalflagge mit Farn wünscht, die Regierung jedoch das Koru-Motiv würde einführen müssen. Ein Dilemma. Hier hätte eine klügere Auswahl seitens der Jury vorbeugen können.

  6. Positiv ist anzumerken, dass sich die Tingierungen aller fünf Entwürfe an die heraldische Farbregel halten (Metalle [Silber & Gold = Weiß & Gelb] sollen nicht an Metalle grenzen, Farben nicht an Farben)

  7. Meistens wehen Flaggen nicht, meistens hängen sie. Aber auch dann sollten sie möglichst gut zu erkennen sein und vielleicht auch noch attraktiv aussehen. Genau in diesem Punkt sieht man, welche Entwürfe sich nicht so gut als Flaggen eignen. Die Deformation, denen Flaggen natürlicherweise ausgesetzt sind, machen insbesondere komplexere Formen schwerer lesbar. Glücklicherweise werden auf der Website auch für diese Bewertung entsprechende Bilder präsentiert:

    Silver Fern (Black, White and Blue)
    Bedingt geeignet. Das Kreuz des Südens zusammen mit der Farbabfolge bedingen eine einigermaßen gute Erkennbarkeit.

    Red Peak
    Geeignet. Aufgrund der klaren Struktur ausreichend gut erkennbar.

    Koru
    Ungeeignet. Es ist nur die Kombination schwarz/weiss erkennbar, mit einer deutlichen Überbetonung des schwarzen Anteils.

    Silver Fern (Black & White)
    Bedingt geeignet. Aufgrund der Struktur wird das schwarz-weiss-Verhältnis konserviert, die Farnstruktur bleibt längere Zeit wahrnehmbar, allerdings zeigen sich in der komplett hängenden Fahnen unschöne Teilstrukturen.

    Silver Fern (Red, White and Blue)
    Bedingt geeignet, Begründung oben.

  8. Ich finde auch nicht, dass die vier Entwürfe wie Nationalflaggen aussehen. Ich bin definitiv für den fünften Entwurf, die Peak-Flagge. Meiner Meinung nach ist sie perfekt. Aber klar, schlussendlich muss das Volk sich identifizieren können. Bin gespannt.

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