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Hagebau wird zur Dachmarke

Hagebau Logo, Quelle: Hagebau
Hagebau Logo, Quelle: Hagebau

Die Unternehmensgruppe Hagebau ordnet im Rahmen einer Dachmarkenstrategie die ihr zugehörigen Marken und führt für diese neue Logos ein. WerkersWelt wird zu „hagebau kompakt“, der Fachhandel kann zukünftig unter der Namen „hagebau profi“ auftreten, und auch die im Handel als „Hagebaumarkt“ geführten Baumärkte bekommen ein neues Logo.

Bereits im Sommer wurde die Dachmarkenstrategie während einer außerordentlichen Sitzung der Franchisenehmer verabschiedet. Sukzessive werden seitdem Anwendungen und Medien auf das neue visuelle Erscheinungsbild umgestellt. Vor Kurzem wurde im Onlineshop unter hagebau.de ein neues Logo eingepflegt.

Für Hagebau sei die Maßnahme ein Meilenstein auf dem Weg zur „führenden Kooperation rund ums Bauen“, so das Unternehmen. „In Zukunft wird uns diese einmalige Kombination unter einer nationalen Dachmarke einen echten Wettbewerbsvorteil verschaffen“, so Jan Buck-Emden, Vorsitzender der Geschäftsführung.

Die Hagebau Handelsgesellschaft für Baustoffe wurde 1964 gegründet und ist heute eine durch rund 300 rechtlich selbstständige, mittelständische Unternehmen im Fach- und Einzelhandel getragene Kooperation. Der Hagebau Gruppe sind mehr als 1.500 Standorte in Europa angeschlossen.

Hagebau Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Hagebau, Bildmontage: dt
Hagebau Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Hagebau, Bildmontage: dt

In den „Nullerjahren“ (2000–2009) waren Logos mit Farbverläufen schwer angesagt (siehe: Immer mehr Logos mit Farbverläufen). Aus dieser Zeit, wie unschwer zu erkennen ist, stammt auch das bisherige Hagebaumarkt-Logo. Farbverläufe spielen nun keine Rolle mehr. Innerhalb der neuen Logoarchitektur wurden jedoch nicht nur Farben reduziert und neu geordnet, auch der grundsätzliche Aufbau sowie die Formgebung wurden modifiziert. Aus einem bislang geschlossenen Emblem-ähnlichen Zeichen wurde eine offene und zudem variable Wortbildmarke. Die grüne Binnenfläche wurde aufgelöst und die bislang rot gehaltene grafische Klammer grün eingefärbt. Der Schriftzug kann auf diese Weise größer als bisher abgebildet werden.

Begleitet wird die Umstellung auf die neue Markenidentität von einer Kampagne, die vor wenigen Tagen unter anderem im Umfeld von Social Media online ging: „Zusammen geht das“, so das Motto. Entstanden ist die neue Markenarchitektur sowie die aktuelle Kampagne in Zusammenarbeit mit „Die Neue Vernunft“, eine Tochter der Agenturgruppe KNSK (Hamburg).

Kommentar

Finde es hochinteressant, wie dank Fortführung der Corporate Farben Rot und Grün und Beibehaltung des Schriftzug einerseits die Wiedererkennbarkeit erhalten bleibt, gleichzeitig jedoch eine andere Bildästhetik geschaffen wurde. Im Zuge der Reduktion von Form und Farben verbessert sich die Handhabe wie auch die Darstellungsqualität in signifikanter Weise. Ein kluges Konzept.

Wenn der Schriftzug eins zu eins übernommen wurde, dann wohl vor allem deshalb, da dieser bei vielen Märkten, mehr noch als das achteckige Signet, als Erkennungszeichen dient (Beispiel: Hagebaumarkt Landau). Unter formal-ästhetischen Gesichtspunkten hätte man sich hier freilich auch etwas anderes, zeitgemäßeres und gefälligeres vorstellen können, als solch einen 80er-Jahre Tech-Look.

Eine Vernunft-getriebene, pragmatische Lösung also. Denn schließlich müssen Kosten für eine neue Signalisation und CD-Ausstattung, zumindest gehe ich in diesem Fall davon aus, von Franchisenehmern/Partnern getragen werden. Je geringer die Kosten und der Aufwand, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass das neue CD implementiert wird. Genau dies ist bei diesem Redesign tatsächlich die bei weitem größte Herausforderung. Ich würde davon ausgehen, dass viele Hagebau-Baumärkte selbst in zehn Jahren noch das alte Signet an der Fassade haben werden. Nicht anders ist es beispielsweise auch bei Autohändlern, die auch viele Jahre nach einem Redesign eines Automarkenzeichens an ihrer Fassade und an Pylonen ein alte Logos verwenden. Bei Marken, die zentral von einem Unternehmen gesteuert werden, verläuft die Implementierung in der Regel zügiger (siehe Hertz, JYSK).

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Dieser Beitrag hat 11 Kommentare

  1. Gefällt mir gar nicht. Als hätte man zuerst das Logo/Icon gebaut (weil das funktioniert ganz gut) und hat dann noch bemerkt das man ja noch eine ausgeschriebene Variante braucht.

    So sieht die ausgeschriebene Variante wie ein Fehler aus.

    1. Die „ausgeschriebene“ Version sieht auch „falsch“ aus. Der Abstand nach oben ist wegen des Aufstrichs des „h“ optisch zu weit oben, wodurch es unausgeglichen aussieht. In der „Signet“-Version ist das anders, wenn man das mal genau übereinanderlegt (habe jetzt keine Möglichkeit einen Verleich hochzuladen). Erfoderlich wurde das wohl, weil sonst der Schtiftzug nicht durch die Öffnung auf der rechten Seite passt.

      1. Wenn man sich auf das „h“ fokusiert magst du recht haben. Für mich rutscht aber bei der ausgeschriebenen Variante das (von die grünen Klammern eingefasste) „a“ in den Mittelpunkt und bildet die horizontalen Fluchtlinien. Dadurch kann ich für mich diese optische Verschiebung nicht feststellen.

  2. „ Ich würde davon ausgehen, dass viele Hagebau-Baumärkte selbst in zehn Jahren noch das alte Signet an der Fassade haben werden.“

    An einigen Filialen (u.a. in Lotte bei Osnabrück) hängt noch ein älterer Schriftzug, der sich zwar nicht großartig von dem aktuellen unterscheidet, aber deutlich blockiger ist. Besagte Filiale wird definitiv vor 2000 eröffnet worden sein, daher gehe ich sehr fest davon aus, dass die meisten Filialen auch in zehn Jahren noch genauso aussehen werden wie jetzt.

    Generell wechseln Baumarktketten ihre Logos m.E. eher selten bis gar nicht, was das derzeitige Redesign von Hagebau meiner Meinung nach noch ein Stück interessanter macht.

  3. …ich halt es für einen großen Fehler, wenn es bei (Re)Designs alleine ums Gefallen geht. Es ist viel komplexer und bezieht auch die Wirkung und Akzeptanz auf die vielschichtigen Stakeholder mit ein…

    Hagebau ist an die Sache richtig rangegangen, hat es verbessert ohne andere Mitwirkende, die den Prozess mit tragen und gestalten müssen, zu verprellen. Letzteres ist unglaublich wichtig und jeder, der einen Transformationsprozess bis zum Ende begleitet, weiß das auch.

    Ich persönlich hatte das grüne Hexagon wahrscheinlich klein, aber vollflächig vor das h gezogen und oben angesetzt, als Signet hätte ich das Hexagon mit einem roten h (mit weißer) Kontur gewählt. Zumindest in einem ersten Entwurf…

    BTW wirkt das Grün des Hexagon dunkler als das Grün im Font.

    Ja, das Ding gewinnt wahrlich keinen Designaward. Allerdings gehe ich auch nicht in einen Baumarkt, nur weil mir deren Logo gefällt (da würde ich nie in irgendeinen Baumarkt gehen)…

  4. Als ich das neue Logo in der Vorschau des Artikels gesehen habe, hätte ich schwören können, dass doch nichts neu daran ist. Aber das zeigt aus meiner Sicht sehr gut, wie sie ihre eigene Identität modern weitergeführt haben.
    Ich finde, das Logo ist sehr gut gelungen.

    Wenn ich das richtig sehe, hatte man allerdings schon vor dem Redesign die antiquierten Farbverläufe des alten Logos entfernt: https://www.hagebau.com/content/unternehmen/presse/downloads/2021/gb_2021_cover.png

  5. Ich persönlich finde Logos mit Verläufen besser, weil damit die Marke einfach stärker wirkt. Es macht einfach ein schönes Gefühl. Aber die 2000er und ganz frühen 10er waren meine Kindheit und Jugend und damit bin ich eben aufgewachsen.

    1. So unterschiedlich kann Wahrnehmung sein. Ich finde tatsächlich, dass klare Farbflächen eine stärkere/solidere Wirkung haben und VERläufe das Ganze nur VERwaschen.
      Zudem sind sie selten handwerklich gut gemacht.
      Das alte Hagebau hat ja nicht nur Verläufe sondern eine Präge- / 3D-Optik wo man sich nicht entscheiden konnte, von wo die Lichtquelle eigentlich kommt…

  6. Sehr gut gelungen, weil der Wiedererkennungswert absolut gegeben ist. Die Reduktion der Farben und Formen garantiert eine leichtere bzw. verträglichere Integration in Werbemittel der Händler (viele Händler kochen da ihr eigenes Design-Süppchen).

    Einzig die Ausrichtung des Oktagons wirkt durch den Aufstrich des „h“ sehr unharmonisch. Eine andere Ausrichtung könnte diese Disharmonie ausgleichen. Ein Beispiel:
    https://imgur.com/WbqKHCX

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