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Erzbistum Köln erhält neues Corporate Design

Erzbistum Köln Logo, Quelle: Erzbistum Köln
Erzbistum Köln Logo, Quelle: Erzbistum Köln

Das Erzbistum Köln hat sich ein neues Corporate Design zugelegt. Nachdem in der vergangenen Woche bereits das neue Logo vorgestellt wurde – dieses enthält anstelle des Kölner Doms eine Neuinterpretation des Wappens des Erzbistums – wurde gestern auch der Webauftritt relauncht.

Kurz zum Hintergrund. Die römisch-katholische Kirche in Deutschland ist in 27 Verwaltungsbezirken aufgeteilt, den Bistümern, auch Diözesen genannt. Die Diözesen sind in Deutschland relativ eigenständig und unabhängig, was sich auch im Visuellen ausdrückt, wie die unterschiedlichen Logos der Bistümer veranschaulichen. Das Erzbistum Köln ist mit rund 1,74 Millionen Katholiken das mitgliederstärkste Bistum im deutschsprachigen Raum. Nun richtet sich die Diözese im Visuellen neu aus. Ein neuer zeitgemäßer Markenauftritt solle helfen, den Wandel im Erzbistum Köln sichtbar zu machen, wie es im Rahmen der Präsentation des neuen Designs heißt.

Auszug der Pressemeldung

„Ge­rade in die­ser he­raus­for­dernden Zeit ist es ent­schei­dend, die viel­fäl­tigen guten Sei­ten der Kirche nach außen hin deut­licher sicht­bar zu mac…

Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 26 Kommentare

  1. Ich finde die Umsetzung des neuen Logos grundsätzlich auch sehr gut.
    Auch die neue Typo finde ich sensationell.
    Nur die Ausrichtung von Wort- und Bildmarke halte ich für schwierig.
    Bei der Kombination des Logos mit einem darunterplatziertem Bild im Gestaltungraster, kann ich die vertikale „Typo-T” und „Wappen-Kreuz“ – Achse und die Platzierung der einzelnen Elemente des Logos nachvollziehen.
    Ohne diesen visuellen Anker muss ich mir Zeit nehmen und die Ausrichtung suchen. Dann hängt die Bildmarke erst einmal willkürlich platziert schräg unter der Typo.

  2. Das Wappen zu modernisieren und als Logo zu verwenden, ist allemal besser als die dünnen Linien des Doms im alten Logo. Was mich extrem stört ist diese seltsame, unausgewogene Schrift. Gerade im Logo wirkt diese nicht modern sondern irgendwie falsch und unruhig. Eine Schrift wirkt nicht allein dadurch modern, dass Regeln, die von Typografen zur guten Lesbarkeit erstellt wurden (Bleisatz) völlig unbeachtet bleiben. Der Schriftzug des Signets ist vielleicht ungewöhnlich, aber meiner Meinung nach unpassend und nicht gut. Besonders mißlungen ist die Buchstabenreihenfolge “rzbis” im Wort Erzbistum. Zudem wurde hier anscheinend kein Ausgleich der Buchstabenabstände vorgenommen. Diese Wort ist ein ganz wichtiger Bestandteil des Signets. Leider wirkt das ganze Logo dadurch unausgewogen – schade.

    1. Danke Miriam.

      Auch wenn ich hinsichtlich der Beurteilung der Schriftwahl zu einem anderen Ergebnis komme, kann ich Deine Sichtweise nachvollziehen. Folgendes möchte ich, um auf Deine Kritikpunkte einzugehen, ergänzend einwerfen.

      Je ausgewogener, harmonischer und gefälliger eine Schrift, umso weniger fällt diese auf. Was bedeutet: eine unscheinbare Schrift kann weniger oder gar nicht punkten, wenn es darum geht Identität zu stiften. So allerdings, mit einer Schrift, die bildhaft gesprochen, auch Ecken und Kanten hat, denn diese braucht es um aufzufallen und in Erinnerung zu bleiben, ist bereits anhand einer einzigen Textzeile wie „Dein Gestaltungswille ist willkommen“ in Kombination mit den gewählten Farben zu erkennen, dass das Erzbistum Köln Absender dieser Botschaft ist. Da braucht es kein Logo.

      Genau das ist doch eines der Hauptziele im Corporate Design: dass eine Marke nicht nur anhand des Logos sichtbar ist, sondern dass diese auch über Farben, über die Typo und andere visuelle Ausdrucksformen zu erkennen ist > Die Bedeutung von Schrift für die Identität.

      Bei der Bewertung, ob eine Schrift (oder andere CD-Elemente) als passend oder unpassend eingestuft wird, greifen sowohl objektive wie subjektive Kriterien. „Irgendwie falsch und unruhig“ ist eine subjektive Bewertung. Ein persönliche Wahrnehmung. Bauchgefühl ist wichtig. Nur darf und sollte dieses bei der Bewertung nicht das einzige Kriterium bleiben. Und klar – wir als Außenstehende haben noch einmal einen anderen subjektiven Blick auf die Dinge, als jene in dem Projekt involvierten oder für das Bistum arbeitenden Personen. Wer etwa täglich das bronzene Schild vor Augen hat (Abb. unten), das an der Fassade des Generalvikariats in Köln angebracht ist, wird die „Valizas“ womöglich gar als dezent bewerten, zumindest als dezenter als die hier für die in Versalien gesetzte Wortmarke verwendete Schrift.

      Bronzeschild – Generalvikariat Erzbistum Köln, Quelle: Erzbistum Köln, Foto: BoeckerBronzeschild – Generalvikariat Erzbistum Köln, Quelle: Erzbistum Köln, Foto: Boecker

      Das Bronzeschild und andere historischen Schriftdokumente sind ein wichtiger Bezugspunkt, wenn es darum geht, die Marke neu auszurichten. Diese Bezugspunkte sind es, die das Fundament jeder Corporate-Design-Konzeption bilden. Ich sehe in der Verwendung der „Valizas“ den Versuch, Altes und Modernes zu verbinden. Einen gelungenen.

      Thema Lesbarkeit / Barrierefreiheit

      Da, wie gesagt, noch keine Medienanwendungen produziert wurden, kann ich das Design als Außenstehender nicht abschließend bewerten. Was sich jetzt schon sagen lässt, ist: je kleiner die Darstellungsgröße des in Valizas gesetzten Textes, umso schwieriger lesbar ist dieser. Von daher scheidet die Valizas aus meiner Sicht als Schrift auch für Fließtext aus.

      Nicht nur Du, Miriam, auch Christian hat, im Rahmen seiner Gegenrede, das Thema Lesbarkeit angesprochen. Konkret hat Christian die Frage aufgeworfen, ob die Art der Verwendung der Valizas im Kontext des Webauftritts barrierefrei ist. Nachdem ich mir das einmal angeschaut habe, kann ich sagen, jein. Ich konnte spontan einen Anwendungsfall ausmachen, bei dem der Einsatz der Valizas nicht den Anforderungen hinsichtlich Barrierefreiheit entspricht. Genauer gesagt ist die Verwendung der goldfarbenen Überschriften vor grauem Grund nicht W3C-konform. Denn das Kontrastverhältnis ist in diesem Fall zu gering. Dieses liegt bei 2.86, müsste jedoch, um ausreichend Lesekomfort zu gewährleisten, mindestens 4.5 betragen (siehe Contrast (Minimum) (Level AA) ).
      Goldfarbene Überschriften auf weißem Untergrund hingegen sind, bezogen auf den Kontrast, unkritisch. Hier gilt es allerdings zu beachten, dass Text nicht zu klein dargestellt werden sollte.

      Zur Veranschaulichung hier der betreffende Anwendungsfall:

      Einsatz der „Valizas“ auf erzbistum-koeln.de - Farbkontrast
      Einsatz der „Valizas“ auf erzbistum-koeln.de – Farbkontrast

      1. Ich glaube nicht das diese Schrift einen geschichtlichen Bezug hat. Diese Art der Schrift ist gerade einfach im Trend, derzeit ist Diese oder Ähnliche meine bevorzugte Wahl für künstlerische oder modische Projekte.

  3. LUZI als Schrift, wie passend. Wenn schon massiv gecancelled und hinterfragt wird ist die KIRCHE sicher viel zu wenig in der Schusslinie. Deswegen Rrrespect vor der subtilen Wahl von LUZI als Typo, LUZIFER war wohl aus ;)

  4. Die Valizas finde ich eine großartige Wahl, denn sie erinnert mich mit ihren geschwungenen Formen auf den ersten Blick spontan an den Stil von Bronzekunst aus den 60er/70er Jahren, wie es sie in zu dieser Zeit neu errichteten Kirchengebäuden häufig gibt. Das mag jetzt zunächst altbacken klingen, vermittelt aber im Gegenteil ein vertrautes und heimeliges Gefühl. Retro-futuristische Idylle quasi. Sehr schön!

  5. Mir gefällt das neue Logo ausgesprochen gut, aber mir war sofort klar, dass hier in meiner Heimat Köln die üblichen Verdächtigen sofort die Messer wetzen würden. Eine inhaltliche, gar fachliche Auseinandersetzung findet – wie Achim schon treffend bemerkte – in vielen Lokalmedien überhaupt nicht mehr statt.

    Wo soll sie auch herkommen wenn – wie in den Kölner Print-Organen – gefühlt nur noch über den Effzeh oder neue Fressbuden berichtet wird. Besonders gerne natürlich, wenn Poldi einen neuen Döner aufmacht, da gerät der EXPRESS jedes Mal in Exstase. Jede Deppenfirma hat hier in Köln hat einen Dom im Logo und jedes Mal, wenn eine Firma sich zu einem mutigeren Logo ohne Dom entscheidet, wittern die Medien Klickzahlen. Lokaljournalismus in Deutschland ist inzwischen ein ganz trauriges Thema, natürlich den Auflagenverlusten geschuldet, aber zum Teil auch selbst herbeigeführtes Elend. In Köln kommt erschwerend natürlich noch die extreme Selbstverliebheit in die vermeintlich tollste Stadt Deutschlands hinzu.

    Zurück zum Logo: mir gefällt besonders die Farbwahl und die Orientierung an den 12 Monaten. Ich bin nicht katholisch und hab’s nicht so mit Gott, aber orientieren sich die Farben auch am Kirchenjahr, bestimmten Feiertagen usw.? Vielleicht könnte das ja jemand mal versuchen zu entschlüsseln.

    1. Ja. Die Farben orientieren sich exakt an den Farben, die im Kirchen Jahr vom Priester getragen werden. Jedenfalls erkenne ich das als Ex-Messdiener. Ich, als katholisch sozialisierter Kölner Designer, bin begeistert von der Qualität des neuen CD und vor allem von der Retro Futuristischen Schriftwahl. Ob der schöne neue Schein die Institution rettet, wird die Zeit zeigen.

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