Amazon Music bekommt ein neues, leicht „schräges“ App-Symbol

Amazon Music App-Symbol

Amazon Music ist derzeit hinter Spotify und Apple Music der nach Abonnentenzahlen drittbeliebteste Musik-Streaming-Dienst weltweit. Im Zuge des jüngsten Updates der Amazon-Music-App wurde auch ein neues App-Symbol eingeführt. Wer sich das App-Symbol einmal genauer ansieht, wird eine ungewöhnliche Entdeckung machen.

Dass App-Symbole im Zuge eines Updates erneuert werden, ist nichts ungewöhnliches. Zwischen UI Design und Corporate Design besteht eine wechselseitige Beeinflussung. Änderungen am Corporate Design beziehungsweise am Markenauftritt haben logischerweise Auswirkungen auf das UI Design. Da die digitalen Medien mittlerweile gewissermaßen der Motor einer Marke sind, können Anpassungen am Interface Design einer App umgekehrt Einfluss auf das Corporate Design insgesamt haben. Das grelle Ultramarinblau im App-Symbol von Amazon Music fällt allerdings komplett aus dem visuellen Rahmen, in dem sich Amazon bislang bewegt. Bei genauerer Betrachtung offenbart das App-Symbol einen handwerklichen Fehler, ein echtes Kuriosum.

Amazon Music App-Symbol – vorher und nachher

Amazon Music App-Symbol – vorher und nachher

Im neuen App-Symbol kommt nun, so wie in den meisten anderen Amazon-Apps auch, der Amazon-Schriftzug zum Einsatz. Statt die Bildmarke (Pfeilbogen/Lächeln) mit dem Wort „music“ zu kombinieren, steht dieser Zusatz nunmehr unterhalb des Amazon-Logos. Vorher war es eine Verschmelzung der Amazon-Marke mit dem Produkt Music, nun ist die Logik innerhalb der Darstellung: Hauptmarke gefolgt von Sub-Brand, mehr oder weniger getrennt. In den vergangenen Jahren hat Amazon bezüglich der Gestaltung eigener App-Symbolik viel ausprobiert. Und noch immer scheint man sich nicht im klaren darüber zu sein, wie mit Sub-Brands umzugehen ist.

Ungewöhnlich ist das jüngst veröffentlichte App-Symbol nicht nur aufgrund des Ultramarinblaus, das innerhalb der Music-App bis dato keine Verwendung findet und daher wie ein Fremdkörper wird, sondern auch weil die „music“-Wortmarke einen nach links verschobenen i-Punkt enthält. Gut zu sehen ist dies in der vergrößerten Ansicht. Natürlich fragt man sich, wie so etwas passieren kann, denn schließlich bilden Punkt und Stamm des i eine feste Einheit. Eine Einheit, die sich nur dann auflösen lässt, wenn der Buchstabe in seine Vektorenbestandteile händisch umgewandelt wird. Schwer vorstellbar, dass der leicht „schräge Look“ beabsichtigt ist. Daher ist zu erwarten, dass der Fehler mit  einem der nächsten Updates korrigiert wird. Schon kurios – ein visuelles Easter Egg kurz vor Weihnachten.

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Update 10.01.2019: Nach gerade einmal vier Tagen wurde das Symbol erneut modifiziert. Danke auch an Malte für den Hinweis. Der Punkt sitzt nun mittig und darüber hinaus hat das App-Symbol auch wieder einen Farbverlauf. So sieht das Symbol derzeit aus:

Amazon Music App-Symbol (2019)

Amazon Music App-Symbol (2019)

13 Kommentare zu “Amazon Music bekommt ein neues, leicht „schräges“ App-Symbol

  1. Da wurde wohl an der Zentrierung der beiden Wortmarken gearbeitet – „ah, das ‚music‘ muß noch n Stück nach rechts“, zack, Bereich markiert ohne den i-Punkt mitzunehmen und ’n Stück nach rechts verschoben. Lustig nur, dass es bis zum Release wirklich niemanden aufgefallen ist.

  2. Es war einfach nicht frech genug.
    Nachdem man dann mit der Farbwahl schon ultramarin, ähm, ultrafrech geworden ist, war der verschobene Punkt nur konsequent und das Tüpfelchen auf dem i!

  3. Wäre es Absicht, wäre es definitiv deutlicher.
    Kann mir das nur erklären, dass man überlegt hat, die Entfernung des Punkts zum i zu ändern, im vielleicht den Leerraum zwischen beiden Schriftzügen zu vergrößern bzw zu verkleinern, um eben diese angesprochene Separierung von Marke und Submarke zu betonen, oder eben auch, um die Zweizeiligkeit nicht zu streng wirken zu lassen. Und bei diesem Rumtesten ist man bestimmt verrutscht.
    Ich muss auch zugeben: Im Wortbild stört der i-Punkt als einziger Bestandteil in der Oberlänge schon etwas.

  4. Scheußliche Farbe, besonders der lila-Schimmer um die Buchstaben. Abstände/Verschiebung einfach nur peinlich für eine derart große Marke die damit Millionen scheffelt!

    • Moin… ja das denke ich mir wirklich jedes Mal, wenn ich auf die Amazon Seite gehe… die sieht noch aus, als wären wir im Jahr 2008 stehengeblieben.
      Ebenso die Prime Video App… auch absoluter Bullshit. Nicht unbedingt vom visuellen Eindruck, viel mehr von der Usability.

      • Genau das gleiche denke ich auch. Amazon hat zwar ein sehr cleveres Logo, aber das Designkonzept ist in vielen Fällen fragwürdig bzw. verbesserungswürdig.

        Die Prime-Video-App verfolgt teilweise ein anderes Konzept als Amazon Music. Allein schon, dass in dem einen Namen Prime steht und im anderen nicht, verwirrt. Beide Produkte gehören immerhin zum gleichen Gesamtpaket. Amazon Music verwendet altertümliche blau-schwarz-Verläufe, während Prime Video weitestgehend auf ein dunkelgraues, flaches Schema setzt. In beiden Apps werden unterschiedliche Schriftarten genutzt. Die Prime-Video-App und die Amazon-App haben beide ein Hamburger-Menü, die sich aber gänzlich und scheinbar grundlos unterscheiden. (Und es gibt sicherlich noch mehr, war jetzt nur oberflächlich)

        Da fragt man sich wirklich, ob ein Unternehmen wie Amazon nicht mehr Wert auf Design legen sollte oder ob vielleicht irgendwo doch ein tieferes Konzept versteckt ist, das einfach nur schwer zu finden ist :D.

  5. Nebenbei vermisse ich doch sehr die emotionale Darstellung, die Lust auf Musik/Akustik macht. Das Motiv ist sehr förmlich, dafür, dass es doch um Spaß, Rhythmus, Klang, Lebendigkeit geht. Da finde ich die Gestaltung anderer solcher Anbieter oder auch von diversen Music-Player-Apps zumindest etwas gelungener.

    • Guck an. Die Lebensdauer des App-Symbols lag damit bei gerade einmal vier Tagen. Nach wie vor für mich unverständlich, wie man einen solchen Blauton verwenden kann, obwohl er ja im UI an keiner Stelle zum Einsatz kommt.

      • Ist natürlich ungeschickt, das Logo zu ändern ohne das UI anzupassen, allerdings sicher der Komplexität geschuldet, die Interfaces von den einzelnen Prime-Diensten (Music und Video) zu vereinheitlichen. Geht ja nicht nur um die Services auf den Mobile-Devices (die sich ja wirklich arg unterscheiden), sondern auch um andere Geräte wie den Fire-TV-Stick, Apps für Konsolen wie die PS4, XBOX One und und und…

        Ich schätze das ist der ungeduldige Versuch, kurzfristig mit den prägnanten Farben der Mitbewerber (Spotify s. o., Apple Music und Google Play Music) – die doch um einiges knalliger ausfallen als es Prime Music bisher tat – um die Aufmerksamkeit der Nutzer zu konkurrieren.

        Ob sie sich mit der Auswahl des Farbtons einen Gefallen getan haben, steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt.

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