Was verdient man als Designer?

Gehalt Designer

… mit dieser Frage hat sich nicht nur im Februar 2010 der BDG beschäftigt und eine Blitzumfrage durchgeführt, deren Ergebnis man mit „sexy und arm“ zusammenfassen kann, sondern aktuell auch Prof. Robert Paulmann vom corporate identity institut. Wie steht es um das Gehalt von Jungdesignern?

In einem PDF, das auf der Site des Instituts zum Download bereit steht, werden die Chancen und Möglichkeiten der Absolventen von Gestaltungshochschulen in Deutschland beschrieben. 70 Agenturen haben sich im Rahmen einer Kurzumfrage die Mühe gemacht und die Fragen, auch hinsichtlich des Gehalts eines Designers bzw. eines Design-Praktikanten, beantwortet. Hier ein Kurzresume: Das höchste Anfangsgehalt bekommt man mit 2.500 € brutto in Freiburg und Stuttgart. Am wenigsten verdient man mit 1.850 € in Bremen.

36 Kommentare zu “Was verdient man als Designer?

  1. Hallo Vroni,

    da bin ich ja überrascht und erfreut, dass mein kleiner Blogbeitrag eine so umfassende Antwort von Dir erzeugt hat. Der Antwort (vor allem dem ersten Teil) stimme ich in allen Punkten zu, möchte aber folgendes hinterfragen:
    „Die Lösung:
    Einen anderen Kundenkreis suchen. Ist leichter gesagt als getan.“
    Warum ist das leichter gesagt, als getan? Ein kleines Rechenexempel:
    Wenn Du 23 Leute auf Ihren Geburtstag ansprichst, ist die Wahrscheinlichkeit, das zwei Personen am gleichen Tag Geburtstag haben, bei 50 %. (Geburtstagsparadoxon)
    Das soll nicht heißen, dass ich jetzt auf Geburtstage abziele. Ich meine vielmehr, dass es unter 23 Personen noch viele andere großartige Gemeinsamkeiten gibt.
    Übertrage das jetzt auf Deine (potentiellen) Kunden. Wie viele Kunden spricht man denn als Designer (oder sonstiger „Dienstleister“) denn regelmäßig – persönlich und ehrlich aktiv – an? Meiner Erfahrung nach beschäftigen sich die wenigsten damit und sind lieber den Tag mit „Facharbeit“ beschäftigt. Kunden ansprechen ist nämlich mit einer sehr hohen persönlichen Überwindung verbunden. Es reicht nun mal leider erfahrungsgemäß nicht, Werbebrief oder Mailing oder XING-Visitenkartenparty zu besuchen … (Das Telefon kann zu einem sehr guten Freund werden :-) )
    Ich bin fest davon überzeugt, dass es jeder, der sich traut, Menschen anzusprechen und das SelbstWERTgefühl in sich und die Leistung besitzt, die richtigen Kunden finden kann. Es ist nämlich nichts weiter als eine Annahme, dass große Firmen immer nur große (was ist eigentlich groß?) Agenturen oder Dienstleister „buchen“? Ich kann aus dem Kopf schier unzählige Beispiele aufzählen, wo auch TOP-DAX-Unternehmen mit Ein-Mann-Dienstleistern große Projekte realisieren. Nur Mut. Es ist genau so leicht (bzw. so schwer) einem „Bäcker um die Ecke“ ein Designprojekt zu verkaufen, wie einem Marketingleiter eines Multi-Millionen-Euro-Unternehmens. :-)

  2. @ Markus
    Das ist alles richtig, mit dem Mut und dem Aufwand.

    Das Manpower-Totschlagsargument darf man jedoch nicht vernachlässigen. Große Firmen-Kunden und Top-Dax-Unternehmen sind da sehr unmutig. Mut gehört dann nämlich auf auf der Seiten des Kunden dazu, nach innen/oben zu verkaufen, dass ein 3-Mannstudio statt der gewohnten 50-Leut-Mannschaft jetzt die ganzen Kundenzeitschriften macht :-)

    [Dass es geht, ist nicht die Frage. Ich weiß, wie große Werbeagenturen nach außen mit angeblich Mords-Manpower rumtun – in Wirklichkeit klöppeln das dann 3 Manschkerln zusammen … :-P ]

    Immer die Ihre.

  3. @ –F.
    Danke für die interessante und niederschmetternde Einsicht in Hamburger Buy-Out-Verhältnisse für Freie. In München (Verlagsstadt) vermutlich auch nicht anders.

    (Ich bin keine Freie mit Illustrationen, kann daher nicht 100%ig mitreden. Journalisten kämpfen ja schon länger mit dem Total-Buy-Out)

  4. @Vroni (# 34)

    Ohne noch sehr viel weiter auf dieses „Offtopic“-Thema eingehen zu wollen — sämtliche mir bekannten professionellen Illustratoren, denen dieser „Rahmenvertrag“ zugesandt wurde, hatten abgelehnt, diesen –oder auch die vermutlich ähnlichlautenden „Rahmenverträge“ der anderen Designagenturen– zu unterzeichnen.
    Der Vertrag wurde übrigens auch Designern zugeschickt, in einem Fall sogar einer freien Art Directorin, die sich 5 Jahre zuvor (!) aus der Branche zurückgezogen hatte.

    Und –wie schon erwähnt– selbst Repräsentanten sollen hier ihre Rechte abtreten, obgleich durch ihre Arbeit keine Rechte entstehen und sie an den Werken der von ihnen vermittelten Urhebern keine Rechte innehaben und / oder erwerben.

    Das wirft ein hübsches Schlaglicht auf das offenbar völlig fehlende Rechtsverständnis der Agenturleitung(en), die diese Verträge aufgesetzt haben, weil ihren Auftraggebern die derzeit gültige Rechtslage ja angeblich nicht schlüssig zu erklären ist …

    Doch selbst wenn sich Urheber finden, die diese Verträge unterschreiben und später selbst NICHT klagen, um die Agentur nicht als Auftraggeber zu verlieren — ein kleiner Trost bleibt:
    die Ansprüche auf eine nach § 32 UrhG „angemessene Vergütung“ verjähren für die Urheber zwar nach einer Frist von nur 3 Jahren, aber im Falle des Todes eines Urhebers verbleiben den Erben 30 Jahre (!), um Nachforderungen stellen zu können.

    Und es ist keine leere Drohung: ein großes Verlagshaus verliert derzeit Prozess um Prozess gegen die Erben eines vor einiger Zeit verstorbenen Kinderbuch-Illustrators, der vor zwei Jahrzehnten für eine verhältnismäßig geringe Pauschale Ausmalbücher illustriert hat, die sich noch heute gut verkaufen.
    Das von der Verteidigung des Verlags vorgebrachte Argument, der Illustrator selbst habe ja nichts dagegen gehabt, er habe ja nicht geklagt, wurde von den Gerichten für unerheblich erklärt, die Ansprüche bestehen nach wie vor.

    MEINE Erben sind schon seit langem gebrieft, was sie im Falle meines Ablebens mit den Verwertern meiner Werke, deren Verjährungsfrist für mich leider schon vorbei ist, zu tun haben.

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