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Was verdient man als Designer?

Gehalt Designer

… mit dieser Frage hat sich nicht nur im Februar 2010 der BDG beschäftigt und eine Blitzumfrage durchgeführt, deren Ergebnis man mit „sexy und arm“ zusammenfassen kann, sondern aktuell auch Prof. Robert Paulmann vom corporate identity institut. Wie steht es um das Gehalt von Jungdesignern?

In einem PDF, das auf der Site des Instituts zum Download bereit steht, werden die Chancen und Möglichkeiten der Absolventen von Gestaltungshochschulen in Deutschland beschrieben. 70 Agenturen haben sich im Rahmen einer Kurzumfrage die Mühe gemacht und die Fragen, auch hinsichtlich des Gehalts eines Designers bzw. eines Design-Praktikanten, beantwortet. Hier ein Kurzresume: Das höchste Anfangsgehalt bekommt man mit 2.500 € brutto in Freiburg und Stuttgart. Am wenigsten verdient man mit 1.850 € in Bremen.

Dieser Beitrag hat 36 Kommentare

  1. Selbst 20 Jahre nach dem Mauerfall werden nur fast ausschließlich westdeutsche Agenturen befragt, trauriges Armutszeugnis…

    Das aber mal außer Acht gelassen, zeigt die Umfrage, wenn auch nicht repräsentativ, vieles, was man auch aus der Realität kennt. So sieht man, dass 76% zwar Praktika anbieten, freie Mitarbeiter oder gar Festangestellte nicht eingestellt werden. Wieso sollte man auch, wenn die Praktikanten doch die gleiche Arbeit für viel weniger oder notgedrungen sogar ohne Lohn die selbe Arbeit verrichten. Daran hat nach meiner Erfahrung nach auch nach dem Beschluss, Praktikanten müssen einen Grundlohn erhalten, nichts geändert.

    Positiv sehe ich die Aussage, dass der Abschluss quasi keine Rolle für die Arbeitgeber spielt. Als Student im Bachelorstudiengang hatten einige die Befürchtung, die Wirtschaft würde diesen Abschluss nur als “halbes Studium” ansehen.

  2. Interessant, aber: Die Durchschnittsrealität sieht leider vermutlich noch viel düsterer aus. Freiwillige Angaben von ausgesuchten Agenturen in den alten Bundesländern ergeben nun mal kein Abbild der Wirklichkeit. Da wird der ein oder andere Knauser sicher lieber keine Angabe gemacht haben oder das eingetragen haben, was er grundsätzlich schon irgendwie bezahlen würde wenn er sonst nicht mehr wissen würde wohin mit seinem Geld.

    Wenn man die Leute erst einmal so weit hat, dass sie 6-12 Monate ein unbezahltes Praktikum gemacht haben, kann man anschließend prima bei der Gehaltsverhandlung fragen, was der Absolvent unbedingt zum Leben benötigt (Viel kann es ja nicht sein ging die Monate ja auch ganz ohne). Lässt der Neuzugang sich zu einer unbedachten Äußerung hinreißen, gilt der Deal. Das heißt auf dem Arbeitsvertrag stehen dann noch 200 EUR weniger. Nach der Probezeit (6 Monate – woher soll man dann auch wissen ob die Person nicht ganz anders als im einjährigem Praktikum arbeitet) wird dann um 100 EUR angehoben, nach weiteren 6 Monaten wiederum – so hat man das Thema Gehaltserhöhung für mindestens 2 Jahre aus der Welt geschafft (gab ja gerade eine) obwohl man einem jungen Menschen nur das bezahlt was er auf Studentenniveau unbedingt benötigt.

    Weitere Interessante BDG-Umfrage: http://www.bdg-designer.de/pdfs/BDG_Blitzumfrage_Januar_2010.pdf

  3. interessanter beitrag, danke! diese werte kann ich aus meiner eigenen erfahrung bestätigen. eigentlich traurig, denn diese gehälter werden sogar master-absolventen angeboten. mein “rekord” waren ein mtl. gehalt von 1.800 eur brutto bei einer agentur in freiburg. davon kann kein mensch gut leben. mein rat wäre, sich bereits während des studiums wertvolle kontakte zu agenturen aufzubauen und nach erfolgreicher beendigung selbstständig durchzustarten. ist zwar auch nicht einfach und geht vermutlich nur wirklich gut, wenn man viel unterstützung z.B seitens der familie oder des partners erhält, kann sich aber bei gewisser anstrengung durchaus auszahlen. ich bin jetzt genau seit einem jahr selbstständig, und das angegebene durchschnittsgehalt habe ich mittlerweile erreicht – und zwar netto, bei wesentlich weniger auslastung, als ich sie in einer agentur erleben würde. also leute: habt mut, traut euch und verkauft euch bloß nicht unter wert. auch am anfang kann man “nein” sagen! viele grüße, mad

  4. Leider leider sieht die Realität tatsächlich noch viel düsterer aus. 1.850 € als Anfangsgehalt? Davon können die Designer mancherorts nur träumen. Und das in einer stressigen Arbeitswelt, in der unbezahlte Überstunden zum täglichen Programm gehören.

  5. Die Realität sieht tatsächlich recht düster aus. Auch als “alter Hase” hat man keine guten Karten. Die Wirtschaftskrise wird immer wieder gerne vorgeschoben, niedrige Gehälter zahlen zu müssen. Wenn man 10 Jahre keine Gehaltserhöhung, geschweige denn eine Gehaltsanpassung mehr bekommen hat, ist das sehr demotivierend. – Das ist, wie man so hört, nicht unüblich. Mich wundert immer wieder, dass die Agenturchefs nicht begreifen, dass unmotivierte Mitarbeiter nicht unbedingt die besten Ergebnisse abliefern.

  6. kurzer nachtrag zu den fehlenden büros aus ost-deutschland:

    wir haben ca. 200 büros in deutschland, österreich und der schweiz angeschrieben, darunter natürlich auch büros aus ost-deutschland, wenn auch wenige. leider haben wir von dort nicht genug zahlenmaterial bekommen, ebenso aus der schweiz und österreich. wir finden das auch sehr schade und hoffen, dass sich beim nächsten mal mehr büros aufraffen können…;) wir bleiben dran.

  7. Ich kann von großen internationalen Werbeagenturen berichten die fertigen Designern 1500,- EURO anbieten … dieses Gehalt kann sich mit einer großen Portion Durchhaltevermögen und Frustrationsresistenz innerhalb von 6 Jahren verdreifachen. Hierzu sind allerdings Agenturwechsel nötig.
    Das funktioniert so lange, wie sich willige Studenten für Jahresparktika und dann auch gerne mal ohne Studienabschluss für wenig Geld ausbeuten lassen.

  8. Hallo Robert,

    toll das ihr hier mitlest!

    Das Grundproblem ist ja generell, dass bei so einer Umfrage nur der mitmacht, der ein gutes Gefühl hinsichtlich seiner Zahlungspraxis hat. Wer ein schlechtes Gewissen hat, gibt eben einfach keine Rückmeldung. Dazu kommt m.E. das man nur allzu schnell die Beiträge aufrundet solange man sich sicher sein kann, dass niemand einen entlarven kann.

    Wobei ich es schon spannend finde, welche Kriterien ihr bei der Auswahl der Agenturen hattet wenn nur 200 Agenturen angeschrieben wurden. Bei der Auswahl kann man ja schon das Ergebnis massiv beeinflussen. Dummerweise kommen ja nicht alle Medienschaffenden in einer hippen Agentur mit Kicker in der Lounge unter sondern landen durchaus in einer Welt von der die “Page” so weit entfernt ist wie der Mond.

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