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Was verdient man als Designer?

Gehalt Designer

… mit dieser Frage hat sich nicht nur im Februar 2010 der BDG beschäftigt und eine Blitzumfrage durchgeführt, deren Ergebnis man mit „sexy und arm“ zusammenfassen kann, sondern aktuell auch Prof. Robert Paulmann vom corporate identity institut. Wie steht es um das Gehalt von Jungdesignern?

In einem PDF, das auf der Site des Instituts zum Download bereit steht, werden die Chancen und Möglichkeiten der Absolventen von Gestaltungshochschulen in Deutschland beschrieben. 70 Agenturen haben sich im Rahmen einer Kurzumfrage die Mühe gemacht und die Fragen, auch hinsichtlich des Gehalts eines Designers bzw. eines Design-Praktikanten, beantwortet. Hier ein Kurzresume: Das höchste Anfangsgehalt bekommt man mit 2.500 € brutto in Freiburg und Stuttgart. Am wenigsten verdient man mit 1.850 € in Bremen.

Dieser Beitrag hat 36 Kommentare

  1. Die Ergebnisse sollten wirklich mit Abstand betrachtet werden, denn in der Realität wird für “frische Absolventen” nach meinen Erfahrungen deutlich weniger gezahlt. Aber wer nimmt schon gern an einer Studie teil und legt offen, wie wenig er zahlt? In der Regel hat sich nach meiner Erfahrung etabliert: Absolventen gern als Praktikanten oder max. Junior Designer einzustellen und max. 1600,- zu zahlen. Senior Designer und Art- Creativdirektoren verdienen dafür recht gut (ab 2500,-) aber dazu müssen mutig die Agenturen gewechselt werden.

    In den Niederlanden ist es per Gesetz untersagt, Hochschulabsolventen als Praktikanten einzustellen. Dies kann ich nur befürworten, so wird das Ausbeuten sinnvoll verhindert.

  2. @thomas:
    im prinzip hast du natürlich recht – aber wir haben im pdf ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich hierbei NICHT um eine repäsentative umfrage zur gesamtsituation handelt. dass die ziemlich mies ist, muss nicht zum x-ten mal dargelegt werden. uns war vielmehr wichtig darzustellen, was aus unserer sicht seriöse büros bezahlen und verlangen – und auf diese weise eine art richtwert zu ermitteln, der für absolventen hilfreich sein kann während der bewerbungsphase. wem also nun 1600€ angeboten werden, kann mit sicherheit davon ausgehen, dass er über den tisch gezogen werden soll.

    auf einem anderen blatt steht, dass selbst dieser ermittelte »richtwert« immer noch sehr weit unten liegt und natürlich nicht befriedigend ist. ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass die jeweiligen büros soviel zahlen, wie möglich ist. das wiederum kann nur bedeuten, dass die büros für ihre leistungen schlecht bezahlt werden und nur entsprechende gehälter zahlen können.

    und damit haben wir m.e. das grundproblem erreicht, nämlich den »wert von design« in der öffentlichkeit – die honorare sinken seit jahren: johannes erler hat das im fontblog ausführlichst beschrieben. die gründe dafür sind vielfältig und liegen nicht zuletzt auch im hochschulbereich (qualität der ausbildung, anzahl an absolventen, abgrenzung designer/mediengestalter etc., etc.). insofern sind auch wir als hochschulen hier in besonderem maße gefragt, lösungen zu finden – und immer wieder auf das problem hinzuweisen.

  3. im Prinzip haben alle antworten hier recht. Was ich aber (der noch nie für eine große Agentur gearbeitet hat) noch einwerfen möchte ist, dass wenn man direkt nach dem Studium (auch für einen “Frechheitslohn” von unter 2.000 oder wie z.T. gesagt unter 1.500 Euro) für eine Werbeagentur wie JvM, Hirschen oder sogar internationale größen Ogilvy & Mather arbeitet sich der Lebenslauf doch sehr viel besser anhört, als “3 Jahre in einer 2-Mann agentur in kleinnirgendwo”. Ich finde das die ersten 3-5 Jahre nach dem Studium noch zum Studium gehören, und wer es sich leisten kann sollte in der Zeit so viel Agenturen wie möglich mitnehmen.
    Man muss es sich aber leisten können. Mit Kind und eigenheim sieht sowas natürlich anders aus. Da hilft nur (wie schon gesagt) Selbstständig machen…

  4. ja… selstständig machen ist der einzige Ausweg aus dem grauen Gehaltsjungel. Klein haben alle einmal angefangen, daher ist es Quatsch nur auf Grund einer Selbstständigkeit auf das dicke Geld zu hoffen. Das macht vielleicht den Unterschied… als Angestellter kommt man nach hause, legt die Füße hoch und genießt den Rest des Tages. Als Unternehmer hat man nie Feierabend… auch kein Wochenende. Sobal ein Kunde kräht, stehste auf der Matte. Auch an einem wunderschönen Sonntag Nachmittag, das nennt sich dann Service und Kundenbindung.
    Naja, ich hatte als Angestellte zwar weniger Geld in der Tasche, aber auch wesentlich mehr Freizeit und weniger Sorgen. Aber mir gefällts.

  5. ich dachte ja, es hätte sich seit diesem artikel (http://www.zeit.de/2005/14/Titel_2fPraktikant_14) schon was getan, immerhin ist der von 2005. es geht aber scheinbar nicht nur design-studenten so. in anlehnung an renes kommentar möchte ich fragen, was hat das studium für nen wert, wenn man sich nach dem abschluss erst seine rechtfertigung erarbeiten muss!? da stimmt doch was nicht. 13 jahre schule, damit man studieren kann, ein jahrespraktikum damit man an ner aufnahmeprüfung teilnehemen darf; hat man die bestanden studiert man 4-5 jahre um danach was zu haben??? dann darf man in ner tollen agentur ein praktikum machen und von den “großen” lernen. juchu. // das stellt doch das ganze hochschulsystem in frage!

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