77 Kommentare zu “Stadt Wolfsburg führt neues Erscheinungsbild ein

  1. Alle Wölfe sehen sich ähnlich. Das liegt in der Natur der Sache. Würden sie sich nicht ähnlich schauen, dann wäre zumindest einer von ihnen ein Schwein. Oder ein Elephant. Oder was weiss ich…

    Aber ganz im Ernst: Eine extrem mutige Kommunikationslinie. Witzige Headlines, schöne Gestaltung. Würde mir gern mehr davon wünschen.

  2. Dem Wolf die Attribute “Kraft, Ausdauer, Geschick, Stärke und Überlegenheit” zuzuordnen, halte ich für sehr konstruiert. Für mich war der Wolf immer etwas eher beängstigendes aus der Sagen und Mythenwelt. Ok…die Stadt heisst nunmal Wolfsburg, daran kann man erstmal nix ändern, aber vielleicht trägt die Darstellung auch nicht gerade dazu bei eine andere Assotiation aufkommen zu lassen.

    Alleine für sich gestellt finde ich die Gestaltung erstmal sehr ansprechend. Ob sie zur positiven Präsentation der Stadt, den Behörden und iherer Bewohner dient, halte ich für äußerst fraglich. Im Rahmen einer Theather- oder Kunstausstellung zum Thema Wolf, hätte ich es sehr schön gefunden, aber als weitreichendes Konzept für die Stadt finde ich es wirklich sehr düster. Es erinnert mehr an einen dieser tscheschischen Märchenfilme als an eine weltoffene, moderne und freundliche Stadt. Daher kann ich im Moment auch nicht ganz nachvollziehen, das die Meinungen hier so außergewöhnlich positiv ausfallene.

    Als äußerst positiv zu sehen ist:
    Der Designer versteht sein Handwerk (könnte aber vielelicht etwas übers Ziel geschossen sein.)
    Die Stadt Wolfsburg hat den Mut über die “herkömmliche” Städte-Gestaltung hinauszugehen, die ja viel zu oft aus 1. Quadrat als Logo wählen, 2. Officina auswählen, 3. fünf Pastellfarben bestimmen, 4. viel zu schmales Webseitenraster wählen, 5. Pseudo-Anwednungsbeispiele erstellen, besteht.

  3. Im Sinne der Gestaltung stimme ich Christian absolut zu:
    “Mir fehlt die Überhöhung, die Inszenierung und auch die notwendige Messerspitze Rafinesse, die eine visuelle Idee langfristig überstehen lässt.”

    Inhaltlich ist das aus meiner Sicht ein visueller Todesstoß einer Stadt. Wer möchte in einer Stadt wohnen wo die Wölfe heulen? Kann mir das mal jemand ernsthaft erklären????

  4. @Max
    Nein, tut es nicht. Die zwei Logos sehen völlig unterschiedlich aus, besitzen eine komplett andere Farbgebung und haben nichts miteinander zu tun. Und: ich bezweifle, ob die Bekanntheit der türkischen Nazis in Deutschland so groß ist, dass man vor Angst einen großen Bogen um Wolgsburg macht.
    Geschweige denn vor Hippsters mit XXL-Retro-“HeulenderWolfbeiVollmond”T-Shirt.

  5. @ CL
    Das ist es wohl auch, was ich mit »düster« meinte. Wäre es ein Tier, welches nicht so negativ belegt ist, wäre das wohl auch schon wieder etwas anderes. Bei Anwendungen ohne »poppige« Bildsprache wird es meiner Ansicht nach noch kritischer, da diese noch etwas Farbe, Frische und einen humorvollen Klang mit sich bringt.
    Auf der anderen Seite wirbt Berlin mit einem Bären und es wohnen trotzdem immer noch ca. 3,4 Millionen Leute da ; )

    Was die formale Gestaltung der Bildmarke anlangt, bin ich ebenfalls Christians Ansicht. Aufgrund der inkonsequenten Typo gehe ich mal davon aus, dass hier noch die Skizze zu sehen ist, und eine überarbeitete Bildmarke folgt. Da es sich bei der DIN um eine stark konstruierte Sans handelt, wünscht man sich entweder mehr Harmonie oder eben mehr Kontrast bzgl. Bildmarke. Wobei ich mehr zur harmonischen, ebenso konstruierten Variante eines Wolfes neige. Der bisherige Ansatz ist da wirklich noch zu unentschieden und ebenso belanglos.

    Noch etwas zur Typo: die dünnen Schnitte der DIN vertragen noch etwas mehr »Luft« bei den Zeichenabständen. Auch der Größenkontrast zur Fetten wirkt noch etwas unentschieden.

  6. Na wenn der Wolf so düster belegt ist, dann sollte die Stadt ihn vielleicht ganz aus dem Namen streichen. Nur noch Burg. Obwohl einem bei Burg natürlich wieder düstere Assoziationen zum Mittelalter kommen …

  7. Sowohl das Logo als auch die Plakatentwürfe sind sehr cool. Wolfsburg verbinde ich dadurch mit Kunst, Wissenschaft, Forschung … Zukunftsoffen. Eine schöne Balance zwischen spielerisch-leicht und klar strukturiert. Und bitte keine DIN im Logo – der Kontrast zwischen organischem Wolf und kantigen Serien finde ich sehr passend und wichtig.

  8. Der Wolf in dieser Silhouette wird vom Wolfsburg in den Stadionanzeige-Animationen verwendet. Die entstehende visuelle Nähe der VW-Repräsentanten (Club + Stadt ums Werk) ist sicherlich nützlich, um die Identifikation der Werkarbeiter mit ihrerm Unternehmen… äh… Club… äh… Heimatort zu stärken. Gelungen.

    Die Idee, den Wolf links unten zu platzieren finde ich abschwächend. Die Blickführung nach rechts unten ist angenehmer, der “Zeige-Effekt” des Wolfs auf den Inhalt für meine Wahrnehmung deutlicher.

    Interessant, dass auf einen einzelnen Stadt-Slogan verzichtet wird. Vielleicht ein neuer Maßstab? Die Stadt, die “Lust an Entdeckungen” verspricht, ist für mich ebenso uneindeutig und damit beliebig, wie
    – immer anders
    – viel vor. viel dahinter.
    – immer mittendrin
    – überraschend anders
    – (Stadt X) ist anders / macht Spaß / erleben

    Um nur ein paar Lowlights aus der wikipedia-Liste zu zitieren.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Stadtmarketing#Slogans

    Toitoitoi nach Wolfsburg, auf dass die zündenden Slogans der einzelnen Plakate und Anzeigen weiterhin so pfiffig bleiben, wie die der beiden Beispiele.

  9. Ich finde die Wirkung des Posters gelungen. Wenn man sich aber den Balkenmitwolf ohne den Rest anschaut…naja, könnte traurig aussehen, hat aber auch etwas starkes. Ich könnte mir auch vorstellen, dass die Stadt mutig ist und sich dafür entscheidet.

  10. @ #17 und #30:
    Bitte nicht Stadtwappen (= amtliches Symbol der städtischen Behörden) und Logo des Stadtmarketings (= imagebildende Maßnahme) durcheinanderwerfen.

    Im übrigen darf man schon etwas Verständnis dafür haben, dass die Wolfsburger als Bürger einer Retortenstadt (Zur Erinnerung: Bis 1945 hieß Wolfsburg „Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben“) froh sind, dass sie heute mit dem Begriff “Wolf” ein Bild haben, das ihnen eine gewisse Identität verleiht – auch wenn hier und da eine gewisse Überstrapazierung festzustellen ist.

  11. @ Janni: Ach so, Achim hatte oben nur die Stadt Wolfsburg erwähnt, nicht das Marketingbüro. Ich weiß aber nicht, ob ich dann besser mit dem Wolf klar käme. Warum konstruiert man hier Geschichte, statt mit dem sinnvoll umzugehen, was da ist: Einer Stadt ohne Geschichte. Wie gemacht für etwas Neues, Freies, Ungebundenes. Wie gemacht für konzeptionelle Typo etc.

  12. Einen Wolf (den ich keinesfalls negativ besetzt sehe, weil ich Wölfe schön finde) im Zusammenhang mit Wolfsburg, gleich mit den türkischen Faschos zu assoziieren, wäre mir im Traum nicht eingefallen. Selbst mir mit eher linker Sozialisation nicht. So völlig durchpolitisiert wird wohl nur ein kleiner Prozentsatz der Zielgruppe sein. Und das ist auch gut so, lass doch einfach mal die Kirche im Dorf, Max :-)

    Und gerade eben den Kontrast des Schriftzuges »Wolfsburg« zusammen mit der DIN finde ich spannend und gut, das sollte man lassen. Noch solche Legonippel auf den Balken wäre dann doch zuviel des Guten, warum noch dem Betrachter mit der Keule erklären, worum es da geht? Der Spruch klingt zwar abgedroschen, aber weniger ist wirklich mehr in dem Fall.

    Ich finde das wirklich gelungen und alles andere als düster. Meinen Applaus hat das Logo.

  13. Idee: Wolfsburg gleich Wolf?
    Die Verbindung der Stadt Wolfsburg zu einem Wolf und die Umsetzung eines Logos in Form einer konkreten Wolfsillustration wirken äußerst naheliegend und wenig abstrahiert, was leider nur wenig Raum für Fantasie und Kreativität schafft. Der schwarze Balken am unteren Rand wirkt etwas plump und statisch. Da kann man nur hoffen, dass die Bild-Textkonzepte diesen Raum wieder mit dem nötigen Leben füllen und die fehlende Emotionalität auf spielerische Weise ausgleichen können. Denn ohne eine farbintensive, knallige Bildsprache wäre das ganze visuelle Konzept nur ein düsteres Trauerspiel.

    Fazit
    Die illustrative Darstellung eines Wolfes schafft noch lange kein Logo. Der Wolf wurde zwar gut und stilsicher illustriert, eine spannende Idee ist dahinter aber nicht zu erkennen. Dass eine Überarbeitung des bestehenden Erscheinungsbildes mehr als nötig war, steht dabei außer Frage. Nach so vielen Jahren ist das Logo in die Jahre gekommen und wirkte verstaubt und unzeitgemäß.

    Am Ende könnte ein solch wackeliges Konzept in der öffentlichen Meinung schnell zu Fall gebracht werden. Die fehlende Sicherheit in der Präsentation des neuen Erscheinungsbildes und die darauf folgende Testphase könnte schnell zu einem „Wolfsburg 21“-Debakel und am Ende gar zu einem Design-Volksentscheid führen.

    Weiter führender Link: Brandmeister Blog

  14. Ich finde das gezeigte Design auch sehr schön. Die schrille, plakative Farbigkeit braucht es einfach, damit der Wolf und das Schwarz-weiße nicht zu düster daherkommt.

    @Achim: Bitte keine “Burg” integrieren, sonst wird es zu platt – ist ja kein Montagsmaler. Es soll m.E. schön reduziert bleiben.

    Aber eine Grotesk für Wolfsburg halte ich auch für eine gute Idee, über die man nochmal nachdenken sollte. Das macht den Wolf wieder etwas “moderner” und nimmt ihm wieder einen Stückchen “düster” mehr fort.

    Im übrigen denke ich, dass der Wolf links und nach rechts schauend besser aufgehoben ist, so schaut er in die Zukunft. Bisher wird der Betrachter vom Wolf der entgegen die Leserichtung jault gestoppt, was auch etwas zum “düsteren Gefühl” beitragen kann.

  15. Für alle, die noch nicht in Wolfsburg waren (was wohl die Mehrzahl ist): Der Wolf ist schon seit Jahrhunderten das Wahrzeichen der Stadt, lange bevor irgendwelche Nazis (egal wo) sich das ausgesucht haben. Die heulenden Wölfe stehen im übrigen schon seit vielen Jahren in der Fußgängerzone: http://www.flickr.com/photos/67855182@N00/2043090310/

    Aber Schubladen sind ja immer was feines, nech? Meinung bilden, reinpacken, fertig.

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