Neues Logo für Modemarke Balmain

Balmain Logo, Quelle: Balmain

Balmain, ein 1945 vom französischen Modeschöpfer Pierre Balmain gegründetes Modeunternehmen mit Sitz in Paris, legt sich ein neues Logo zu. Erstmals seit knapp 70 Jahren ändert sich damit das Gesicht des Labels.

Nach turbulenten Zeiten, in denen das Modehaus kurz vor dem Ruin stand, hat man bei Balmain, unterstützt vom katarischen Invester Mayhoola, nun abitionierte Pläne. Chief Executive Massimo Piombini möchte das Modelabel in den nächsten Jahren zu einem Milliardengeschäft entwickeln. Vor diesem Hintergrund wird der Markenauftritt auf einen, nach Ansicht des Unternehmens, zeitgemäßen Look umgestellt.

Kreativdirektor Olivier Rousteing betonte im Rahmen der Vorstellung des neuen Logos, dass es nicht darum gehe, mit Traditionen zu brechen. Es gehe vielmehr darum, in die Zukunft zu blicken und dabei das Erbe von Pierre Balmain zu berücksichtigen. Der seit 2011 für die künstlerische Leitung verantwortliche Rousteing bekräftigte, ihn habe beim Redesign das Erbe des Hauses inspiriert. Entstanden ist das neue Logo von Balmain in Zusammenarbeit mit der Agentur Adulte Adulte (Paris).

Balmain Logo – vorher und nachher

Balmain Logo – vorher und nachher

Das Markenlogo, das zuletzt Ende der 1950er Jahre verändert wurde, präsentiert sich gänzlich neu gestaltet. Lediglich der zentrische Aufbau und die Schreibweise „BALMAIN PARIS“ bleiben erhalten. Neben der Umstellung der Wortmarke auf eine nunmehr serifenlose Schrift springt vor allem die neue Bildmarke ins Auge. Zukünftig wird die zu einem Monogramm verschmolzene Buchstabenkombination B und P ein prägendes Erkennungszeichen des Modelabels Balmain sein. Die Buchstaben stehen dabei sowohl für „Pierre Balmain“ wie auch für „Balmain Paris“. Rousteing erklärte, er wolle das Monogramm zum Symbol für französischen, zeitlosen Luxus machen.

Kommentar

Burberry hat es getan, zuvor Saint Laurent, Celine, und nun also Balmain. Ein prägnanter, weltweit bekannter Schriftzug wurde gegen einen ausdruckslosen, generischen Sans-Serif -Schriftzug ausgetauscht. Anders als bei den zuvor genannten Modemarken beschränkt sich das Redesign bei Balmain jedoch nicht allein auf die „Schöpfung“ eines einfallslosen Schriftzugs. Mit dem neu entworfenen Monogramm verfügt Balmain über einen echten Markenwert (Asset), der Wiedererkennbarkeit garantiert und fortan das Profil des Labels entscheidend prägend dürfte, gerade im Umfeld von Social Media, das für Modemarken von zentraler Bedeutung ist.

Das neue Logo bricht weniger mit den Firmentraditionen, als es auf den ersten Blick erscheint. Denn tatsächlich transportiert die „BP“-Form, da sie den Charakter des Outline-Serifenschriftzugs zitiert, ein Stück weit die Geschichte des Hauses. Der an eine handgefertigte Gravur erinnernde Look bleibt, wenn auch nur im Monogramm, erhalten. Die Transformation aus einem einst verstaubten Modehaus zu einem in der Szene angesagten Label scheint, wie sich auch anhand der Präsenz auf Instagram & Co. und der Unterstützung zahlreicher Celebrities zeigt, bereits geglückt.

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5 Kommentare zu “Neues Logo für Modemarke Balmain

  1. Sicherlich hatte der alte Schriftzug mehr Prägnanz und der neue kommt sehr beliebig daher. Trotz allem sieht das neue Logo, vor allem auf den Kleidungsstücken, keinesfalls schlecht aus und das vorallem dank dem Monogramm.
    Das Monogramm könnte sich meiner Meinung nach zu einem in Zukunft sehr prägnantem Statussymbol entwickeln in der Branche der Luxusmode. Denn darum geht es den Käufern solcher Produkte zum großen Teil doch.
    Dafür ist das Monogramm durchaus optimal und verliert dennoch nicht gänzlich den Bezug zu seinen Wurzeln. Der neue Look wird sicherlich auch eine jüngere Zielgruppe besser erreichen, was sicherlich auch Absicht des neuen Deisgns war, da die Profilierung durch (Luxus-)Marken gerade bei einem jüngeren Publikum eine immer größere Rolle spielt. Ob man diesen Trend gut heißen will, ist die andere Frage…

  2. Das Monogramm ist super, wenn auch etwas zu weit links im Kreis. Insgesamt aber stimmig und kein bisschen langweilig, trotz serifenlos.

  3. Definitiv die richtige Entscheidung, dieses Monogramm zu entwickeln. Es ist sowohl einprägsam als auch schlicht. Genau richtig, will man es an Klamotten verarbeiten. Denn auch grob gestickt oder in Leder eingestanzt oder auf einem Metallknopf graviert, kann man es genauso wiedererkennen wie als großflächigen Aufdruck. Und es bleibt eindeutig besser im Gedächtnis (gerade auch für Nichtfranzosen) als der holzige Markenname.
    So gesehen alles richtig gemacht

    Durchweg kritisch muss ich jedoch auch die Ausrichtung hin zu auffälliger Statuskleidung gerade auch bei jüngeren Menschen sehen – was Simon schon angedeutet hat. Beachtet man die immer mehr zunehmenden gesellschaftlichen und ökologischen Probleme in der Kleidungsindustrie und in einer sich verstärkt in arm und superreich aufspaltenden Gesellschaft, ist es fraglich, ob es jetzt wirklich die richtige Zeit ist, eine neue hedonistisch anmutende, auffällige Nobelmarke zu generieren. Diese Art extrovertierten Luxuslebens halte ich in vielerlei Hinsicht für gefährlich.

  4. Nicht dass der bisherige Schriftzug ultra-markant gewesen wäre, aber der neue ist leider, wie in der Branche neuerdings üblich, völlig beliebig und gesichtslos. Markant soll dann wohl nur noch die Mode sein … wenn sie es denn ist …

    Das Monogramm ist der einzige Lichtblick der Neuentwicklung, es ist kompakt und gerade in der Modewelt in vielerlei Hinsicht gut anwendbar. Ich danke an der Stelle auch für den B-P-Hinweis, das hatte ich so gar nicht erkannt. Ich persönlich musste dabei irgendwie an das „LB“ von Laura Biagotti (Parfum Verpackung) denken … Daher konnte es mich auch nicht völlig überzeugen.

    Interessant ist natürlich auch die Frage, wie es um das Haus wirklich steht. Vermutlich ist man seit der Kooperation mit H&M 2015 https://www.balmain.com/us/balmain/projects/balmain-x-hm einem breiteren Publikum bekannt, ob dies dem Image geschadet oder geholfen hat, bleibt offen. Auf mich wirkt das neue Design auch ein wenig als Flucht vor dem „alten“ Image, das unter Umständen mit der H&M-Aktion doch etwas verwässert hat, auch wenn dies wohl eine recht erfolgreiche Kooperationen war: https://www.welt.de/wirtschaft/article159526279/Wie-Lagerfeld-und-Joop-ihre-Marken-riskieren.html

  5. Ich finde es gut, wirkt modern, das Signet ist schön und relativ clever mit seinem Bezug zum vorherigen Design. Ansonsten finde ich dass das Verhältnis zwischen Strichstärke des Kreises und der Fette des Schriftschnitts etwas grob und unfein wirkt. Vielleicht hätte man „Paris“ etwas feiner setzen können, oder das B oder das Balmain … so ist alles recht gleichmäßig fett mit einem sehr dünnen Kreis dazu – man hätte mit diesem Fett-Fein-Kontrast sicher noch etwas mehr spielen können. Ich frage mich, wie das auf den Labels der Kleidung wirkt.
    Ansonsten ist es in meinen Augen trotz gerne und oft kritisierter „Groteskisierung“ sehr gelungen, kein wirklicher Verlust von Charakter – es wird ein wenig „bolder“ und etwas arty, was der Marke recht gut zu Gesicht steht. Für mich ein gelungener (nötiger) Schritt in Richtung moderne und digitale Darstellung.

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