Neues Branding für Tourismusmarke Kanada

Canada Tourism Logo, Quelle: Destination Canada (DC)

Die nationale Tourismusagentur Kanadas (Destination Canada) hat vor wenigen Tagen ein neues Branding für ihre Tourismusmarke präsentiert. Inspiriert wurde das neue Signet von der Nationalhymne Kanadas „O Canada“.

In einem wettbewerbsintensiven globalen Markt möchte man Kanada nicht mehr nur noch als ein Ziel auf der Landkarte verstanden wissen, sondern mit Hilfe des neuen Brandings eine Einladung aussprechen, sich mit Kanadiern, dem Land und der lokalen Kultur in Verbindung zu setzen, wie es im Rahmen der offiziellen Pressemeldung heißt.

Dreizehn Jahre nach Einführung der „Canada Keep Exploring“-Marke setzt Kanada im Tourismusmarketing nun auf glühende Herzen – „For Glowing Hearts“ lautet die neue Tagline. Die Weiterentwicklung der Marke erfolge zudem vor dem Hintergrund der Transformation der Tourismusagentur, hin zu einer stärker digital ausgerichteten, datengetriebenen Organisation. Ein roter in Herzform gesetzter „CANADA“-Schriftzug soll eine emotionale Verbindung mit Reisenden herstellen.

Auszug der Pressemeldung

„Reisende wollen heute mehr als nur ein Erlebnis – sie wollen transformiert werden. Sie wollen bewegt werden “, so Ben Cowan-Dewar, Vorsitzender des Vorstands von Destination Canada. „Die Markenentwicklung basiert auf der Überzeugung, dass das Reisen die Menschen und Kanada nachhaltig verändern wird. So teilen wir unsere Leidenschaft mit der Welt.“

Kanada Tourismus Logo, Quelle: Destination Canada (DC)

Kanada Tourismus Logo, Quelle: Destination Canada (DC)

Kommentar

Ein Herz als Logo. Wie einfallsreich. Oh Kanada. Auch wenn der Bezug zu Nationalhymne schlüssig und die Umsetzung als Wortmarke zumindest optisch interessant erscheint, ist die Idee doch mittlerweile ziemlich abgedroschen. Als gäbe es abseits jeglicher Herzsymbolik keinen anderen Weg eine Marke emotional aufzuladen.

Im Hinblick auf das von der Tourismusagentur veröffentlichte Brand-Booklet (Screenshot / PDF), das von seiner avantgardistischen Machart her eher an das Programmheft eines Schauspielhauses erinnert, bin ich wirklich gespannt, in welcher Form dieses Design mit Brutalismus-Anleihen dann später zur Anwendung kommt. Ich möchte bezweifeln, dass sich mit solch einem schroffen, kantigen Look die gewünschten positiven Emotionen auf Seiten der Reisenden wecken lassen. In jedem Fall ein spannendes Branding, das stark polarisieren dürfte, auch außerhalb der Designszene.

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15 Kommentare zu “Neues Branding für Tourismusmarke Kanada

    • Ich denke das war wegen der Unterlänge nicht machbar. Meine Sicht als unqualifizierter Laie. Ansonsten harmonieren die Buchstaben sehr gut mit dem Blatt.

      • Vermutlich wird dieses Logo dann in keiner Speziellen Quebec-Fassung vorkommen. ;)
        „VISIT MONTREAL IN UEBEC.“

        Edit: Ach steht ja unten schon :)

  1. Die aktuellen Logos bestehen entweder aus einem Herz oder einem Kreis. Der Rest gönnt sich vermehrt gar kein Logo mehr.

  2. Ja, das ist ein Herz. Dennoch kann ich mich irgendwie nicht so richtig daran stören (was mich selbst verwundert), da es einfach gut gemacht ist. Ein stylishes Markensymbol mit gelungenen Buchstaben, die Positionierung des Arhornblatts gefällt mir, die des Claims auch. Das Brandbooklet knallt eh wahnsinnig. Insgesamt ein netter Mix aus Minimalismus, Avantgarde, 60er Brutalismus und einer gewissen Zeitlosigkeit. Was soll ich machen… ich mag’s.

  3. Ich finds ebenfalls ganz gut. Allerdings lässt die Lesbarkeit bei kleiner Darstellungsgröße (z.B. Handy) zu wünschen übrig. Da war das Alte besser.

    • Warum man das Q ausgespart hat, ist auch für mich nicht nachvollziehbar.

      Allerdings ist die Separat Black, so der Name der kantigen Schrift, ja nicht der einzige Font, der im Zusammenhang mit der Marke verwendet wird, siehe:

  4. Nach den vielen Logo-Belanglosigkeiten im Tourismus, ein echter Lichtblick. Das Logo ist einfach gut. Das Herz habe ich nicht gesehen und es ist unwichtig. Die Besonderheit und eigenARTigkeit ist das wirklich GUTE.

  5. Das Logo finde ich okay, wenn auch nichts Besonderes. Aber warum man dann so einen generische Indiefilmmusik in den Trailer packt, ohne auch nur ein einziges Mal wirklich Bezug auf die Hymne zu nehmen, die offenbar eine Rolle spielen soll, erklärt sich mir nicht. Bis zum Schluß könnte das auch eine Werbung für Zigaretten, Autos, Jeans oder jedes x-beliebige Disounterprodukt sein. Wenigstens mal ein paar Motive hätte man – verfremdet, wenn man diese Fabrikmusik eben haben will – in einzelnen Momenten herausstellen können.
    Daß die Musik auf einem Höhepunkt einfach abgewürgt wird, ist auch eine fürchterliche Entscheidung. Spätestens hier hätte ich doch mal den Anfang der Hymne anklingen lassen.

  6. Mal abgesehen vom angedeutetem Herz und dem fehlenden Q, was die Suisse Intl ja definitiv hat, also hat man es vielleicht beim Tippen des Brandbooks schlicht vergessen… Was ist denn da mobil bei der Webseite los?
    Das Video ragt soweit nach rechts aus dem Viewport raus, dass man die Hälfte der Seite nach links rausschieben kann. Hat man da auch nicht richtig hingeschaut? ;-)

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  7. Was ich mit Kanada assoziiere: Weite Natur und freundliche Menschen. Das Logo repräsentiert mit seinen – wie Achim treffend schreibt – „Brutalismus-Anleihen“ das Gegenteil. Im Video fällt das krass auf, dass das knallige, unruhige, kantige Logo nicht zu den Bildern passt. Das alter Logo war auch nicht perfekt, wirkte immerhin deutlich wärmer, einladender.

    • Vielleicht will ja Kanada inzwischen mehr sein als immer nur Wildnis, Lachse, Trapper, Whisky und freundliches Landvolk. Vielleicht hat Kanada auch Städte, Kultur und Bildende Kunst und will dies mehr in den Vordergrund rücken. Könnte doch sein, oder? Das könnte diese herzige Art Brut erklären, dass sie vom traditionellen Landburschen-Image weg wollen.

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