Neuer Markenauftritt für Pizza Hut
Pizza Hut, die mit über 15.000 Filialen in derzeit 93 Ländern vertretene, weltweit größte Pizza-Restaurantkette erneuert ihren Markenauftritt. Die vor wenigen Tagen angekündigten Veränderungen seien die größten in der Geschichte der Marke. Nicht nur das Branding werde sich ändern, auch die Produkte selbst und deren Zutaten würde man neudefinieren..
Hintergrund: Pizza Hut gehört zum Mutterunternehmen Yum! Brands, zu dessen Portfolio auch die Marken Kentucky Fried Chicken (KFC) und Taco Bell gehören. Anders als die zuletzt genannten Restaurantketten seien die Umsätze in Pizza-Hut-Filialen in letzter Zeit enttäuschend gewesen, so Branchenexperten (link USA TODAY). Mit ein Grund hierfür sei das veränderte Konsumverhalten, das auch in den USA zunehmend von dem Wunsch nach einer Kalorien ärmeren Ernährung bestimmt sei. „We know that American tastes and preferences are evolving, and this new menu is designed to completely wow them,“ so Wiley Bates, Vorstandsvorsitzender bei Pizza Hut, der diese Entwicklung bestätigt. Unter anderem werde man nun erstmals Pizzen anbieten, die weniger als 250 Kalorien pro Stück hätten.
Unter dem Motto „Flavor of Now“ soll das neue Markenkonzept in den kommenden Wochen beworben werden. Adressiert wird mit der Kampagne insbesondere die jüngere Generation. Dementsprechend mutiger als bislang gibt sich der neue Markenauftritt.
Immer wieder interessant zu sehen, wie anhand der Vielzahl von Logoveränderungen in kurzer Zeit ein wirtschaftlicher Schlingerkurs ablesebar ist, so auch in diesem Fall. Bis Anfang des Jahres noch mit Glossy-Look versehen, präsentiert sich das Logo nun nahezu von jeglichem Schmuckwerk befreit. Flach wie der Hut ist auch das Design. Die Grundformen sowohl der Bildmarke wie auch der handschriftlichen Wortmarke bleiben erhalten. Wie schon im Ursprungslogo deutet die Kreisform nun auch im neuen Logo auf das Kernprodukt der Marke.
Verantwortlich für den neuen Markenauftritt zeichnet die Agentur Deutsch Inc. (LA). Auf Twitter und Facebook wurde bereits auf das neue Logo umgestellt. Kommende Woche startet in den USA die erste Kampagne.
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Wer jemals einen amerikanischen Film / eine amerikanischen Komödie in den letzten 30 Jahren gesehen hat, dem sollte klar sein das es sich um dem Gegenstand im Logo um das typische Dach einer amerikanischen Pizza Hut / Pizza Hütte Filiale handelt. Mir kommt es so vor als wenn ich es so schon 1000 mal gesehen habe. Nix Hut.
Die englischen Begriffe “hut” und “hat” ähneln sich, im amerikanischen Slang wahrscheinlich ganz besonders. Bin mir sehr sicher, dass sich da jemand einfach eine Wort-Spielerei erlaubt hat, so a la “the hut with a hat” – siehe die berühmten Gebäudedächer ;)
Für eine amerikanische Firma macht es tatsächlich wenig Sinn, sich an deutschen Begriffen zu orientieren. Aber es ist eben auch nicht von der Hand zu weisen, dass das Symbol mehr nach Hut als nach Dach aussieht. Daher wäre das für mich die einzige logische Herleitung…
Auf Englisch heißt HUT nun mal “hat” und nicht “hut”, sonst hätten die Amis sicher Pizza HAT gesagt.
Hut gibt es im Englischen aber auch, dann bedeutet es “Hütte”. Deswegen habe ich auch von “englischen Begriffe[n]” geschrieben…?
Ich frage mich halt, warum die Dächer und das Logo sonst dermaßen nach Hut aussehen sollten, und nicht eher wie ein normales Dach. So liegt die Assoziation doch visuell einfach sehr nah, selbst wenn man Engländer oder Ami ist. Irgendwoher wird das ja wahrscheinlich mal gekommen sein…
@Jen: Ich sehe da nicht wirklich einen Hut bzw. nur mit sehr viel gutem Willen – wenngleich ich nicht nachvollzieheln kann wieso man ein ein Hüttendach einen Hut hineininterpetieren muss, nur weil die drei Buchstaben h-u-t im deutschen eine andere Bedeutung haben als im englischen.
Die Erklärung “warum es kein normales” Dach gibt ist doch naheliegend: Die Betreiber suchten nach einer individuellen Form die aus weiter Entfernung erkennbar ist. Zudem drängte es sich wohl auf, aufgrund des Namens “Hütte” eine Architektur zu finden, die sich deutlich von einem herkömmlichen Gebäude unterscheidet. Die Frage bleibt offen ob man in einer Zeit, in der Gastro-Betriebe in den Staaten sehr extrovertierte, futuristische Architekturen verbaut haben (Mc-Donalds M, White Castle, etc). einen Hut nicht sehr viel deutlicher visualisiert hätte, hätte man denn einen “bauen” wollen.
Aber über allem steht der Name dieser Kette, der nunmal “Hütte” und nicht “Hut” lautet – ich behaupte mal, dass der Bezug zum Hut ganz allein uns Deutschen vorbehalten ist. Dieses Gebäude war nie als Kopfbedeckung gedacht, sollte nicht so aussehen wie eine Kopfbedeckung und demnach zeigt auch das Markenzeichen keine Kopfbedeckung, sondern das bewusst und mit Absicht zum Erkennungszeichen erkorene Dach der Restaurants.
alles sehr interessant – bin hin und her gerissen. Aber wieso hat (hatte) Mc Donalds auch diese Hüte bzw. Hütte?
z.b.:
https://www.mcmassachusetts.com/11790
…das ist abgeleitet vom Hut von “Ronald McDonald”, der nun von Happy abgelöst wurde, weil es so selten den Hut getragen hat.
@Achim: “Manchmal hilft es einfach, den gesunden Menschenverstand einzuschalten.”, “Zu sagen, die Bildmarke zeige keinen Hut, wie es hier und da zu lesen ist, ist geradezu absurd” sind schon heftige Angriffe. Ich weiss, Du wirst wieder argumentieren, dass es schließlich Dein Blog ist … aber die Argumente Anderer so abzuwerten ist ziemlich krass und enttäuschend.
Lieber Gerald, wo habe ich denn jemals geschrieben, dass es schließlich mein Blog ist, und ich deshalb machen könne was ich wolle? Ich denke, da hast Du etwas in den falschen Hals bekommen. Schreib mir bitte (mail {ät} designtagebuch.de), worauf Du anspielst und ich werde versuchen, Deine Vorbehalte diesbezüglich auszuräumen. Ich werte keinesfalls die Argumente Anderer ab. Wenn ich, wie in diesem Fall, vom Gegenteiligen überzeugt bin, ist mein Anspruch, die vorgebrachten Argumente zu entkräftigen. Der Verweis auf den Gebrauch des Menschenverstandes ist Ausdruck meiner Verwunderung. Mehr nicht.
Hallo Achim, ich hatte vor geraumer Zeit meine Verwunderung/Enttäuschung darüber zum Ausdruck gebracht, dass (damals!) kaum noch über Design sondern über ne Menge anderen Kram geschrieben wurde und ich es schade fände, da ich ja regelmäßig auf diese Seiten käme, gerade weil ich Neues aus der Welt des Designs lesen wollte. Deine Reaktion war damals, dass ich nicht gezwungen wäre, her zu surfen, schließlich sind es Deine Seiten und Du entscheidest was hier steht. Das war für mich seinerzeit soweit nachvollziehbar, wenngleich ich es etwas befremdlich fand.
Zum Disput bzgl. Hut or Roof: Die Diskussion erinnert mich an die ewige Diskussion über Huhn oder Ei. Niemand kann wirkliche stichhaltige/verbriefte Argumente vorbringen. Worte wie “absurd” sind aber nicht dazu erfunden worden, eine echte Diskussion zu führen. Poster wie Jan haben sehr viel Recherchearbeit geleistet und interessante Argumente aufgeführt. Diese dann als “absurd” zu bezeichnen ist nicht angebracht. Ich denke, in einer Face to Face Diskussion hättest Du eher versucht, argumentativ zu agieren, statt Deine Meinung als die einzig richtige darzustellen. Eventuell warst Du genervt, dass Deine Worte in Frage gestellt wurden. Das ist aber keine Legitimation für abfälliges Verhalten sondern sollte eher motivierend wirken, bei den nächsten Artikeln noch genauer zu werden. Hat sich jemand die Mühe gemacht, mal bei yum! nachzufragen?
For Yum! Media Inquiries, please call 502-874-8200
For Yum! International Media Inquiries, please call 502-874-7400
Ich hoffe, Du fühlst Dich nicht angegriffen, denn das wäre das Letzte, was ich mit meinem Post bezwecken wollte.
Gruß
Gerald
In der Tat hat Jan viel recherchiert. Das finde ich auch klasse. Was aber bringt eine Recherche, eine Diskussion, wenn im Hauptargument Artikel falsch wiedergegeben und „Fakten“ konstruiert werden? Ich habe keinesfalls, wie Du, Gerald, behauptest, Jans Argumente als absurd bezeichnet. Das ist nicht richtig. Meine Einschätzung bezog sich auf besagten Artikel im Netz. Von einer „Diskussion auf Augenhöhe“, wie Du es nennst, finde ich schon, darf man erwarten, dass man sich an Fakten hält, findest Du nicht auch?
Abgesehen davon habe ich sehr wohl stichhaltige Belege für den Gebrauch des Hutes als Erkennungszeichen nachgewiesen, noch bevor Pizza Hut über eine entsprechende, identitätsstiftende Architektur verfügt hat. Dieser entscheidende Punkt findet sich, folgt man der Geschichte Pizza Huts, überall bestätigt. In keinem Kommentar wurde dies widerlegt. Wenn Pizza Hut selbst schreibt, das Logo zitiere die typische Dachform, ergänze ich lediglich, dass diese Dachform wiederum die Hutform zitiert.
Zu sagen, das Dach sei ausschließlich Dach, gleicht einer Art Selbstreferenzialität. Das ist, als würde man etwa ein Stadionbau nicht mit der Form einer Schüssel oder eines Kessels assoziieren. Davon abgesehen: Kein Haus der Welt, auch keines von Pizza Hut, verfügt über ein Dach mit derlei Bögen, Winkel und abgerundeten Ecken, wie man sie in der Bildmarke findet.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Architekten in ihren Skizzen ein solches Zeichen hervorbringen, wenn diese ein Haus mit Dach zeichnen. Deswegen entspricht die oben abgebildete Form auch nicht der eines Daches, sondern eher der eines Hutes. Dass die offizielle Darstellung von Yum!Brands eine andere ist, ist bekannt, daher braucht es auch keines zusätzlichen Telefonates. Aber: zwischen Intention und Assoziation besteht ein Unterschied.
Das frühere Commerzbank-Logo wurde von den Verantwortlichen schon immer als „Quatre vents“ bezeichnet, also als vier Windrichtungen. Dennoch dürften die meisten Menschen in dem Zeichen zuallererst eine Sonnendarstellung erkennen. Die ganze Welt sieht in Hello Kitty eine Katze, nur der Hersteller meinte kürzlich überraschend, es handele sich um ein menschliches Wesen, die Figur verkörpere ein kleines Mädchen. Ohren und Katzenschnurrbart sind in etwa so menschlich wie die Darstellung der Bildmarke im Pizza-Hut-Logo architektonischen Ursprungs ist.
Hallo Achim,
verzeih bitte, aber diese Beleg sind mir entgangen. Du verweist auf ein Foto auf dem sowohl Dach wie Logo zu sehen sind, woraus konstruierst du denn den “Beleg” dass es den “Hut” vor dem “Dach” gab? Und was ich persönlich wichtiger finde: Es findet sich kein einziger Hinweis in all den hier zitierten Artikeln und Beiträgen, in denen das Pizza-Hut Emblem im englischsprachigen Raum mit einem Hut assoziiert wird. Was macht dich so sicher dass es trotzdem so “gemeint” sein könnte? Obwohl es im englischen keinerlei Bezug zum “Hut” gibt, sehr wohl aber zur “Hütte”?
Ich bin da ganz bei Jan Kercher, es sind (im Rahmen dieser Diskussion) keine Belege für die eine oder die andere These zu finden – es erscheint aber, auch wegen des Mangels an Erwähnungen des Wortes “Hat” im Kontext des zu findenden Materials, viel wahrscheinlicher, dass die eckige Form im Emblem ein Dach darstellt, das Dach, dass aus dem Gebäude, und der Wortmarke, wie sie früher aussah, eine “Hütte” macht.
Bei allem Hin- und Her drängt sich inzwischen die Frage auf, in welcher Form uns eine eindeutige Auflösung dieser Frage im Leben voran bringen würde :-). Vielleicht müssen manche Fragen gar nicht letztlich beantwortet werden.
Beste Grüße,
Jürgen
Ich fände es ja schon schön, wenn einige Wenige aus dem Diskurs mitnehmen würden, Unternehmenssprech und -darstellungen nicht eins zu eins zu übernehmen, sondern diese zu hinterfragen.
Hut (Kopfbedeckung), Hütte, … Was da zuerst war, das ist mir, ganz ehrlich relativ egal, weil ich erschrecke, wenn ich die Folge der Logos bis jetzt sehe: ganz schlecht – aus meiner Sicht. Herusnehmen möchte ich das Logo Nr. 1, mit dem Männchen. Das ist wenigstens witzig, nett (wie auch immer das bezeichnet werden mag). Davon abgesehen trägt das Männchen einen Hut und steht nicht in einer Hütte. Ansonsten denke ich: je neuer das Logo, desto schlechter wurde es.
Selbstverständlich spielt die es eine Rolle, was da im Logo zu sehen ist, das ist schon klar. Aber muss man es so umsetzen. Ich komme nicht drum herum, für mich ist das wirklich primitiv gemacht. Tut mir leid.
Da der Firmenname englisch ist, denke ich seit jeher, dass es sich um die Pizza-Hütte handelt.
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