IphiGenia Gender Design Award

International Gender Design Network (iGDN) verleiht erstmals Gender Design Award

IphiGenia Gender Design Award

Erstmals wird in diesem Herbst der vom International Gender Design Network (iGDN) ausgelobte IphiGenia Gender Design Award vergeben. Die Preisverleihung findet am 12. Oktober 2017 im Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK) statt.

Beim Gender Design sei es einfacher, so das iGDN, Beispiele für stereotypes, schlechtes und sexistisches Design zu finden als wirklich interessante und gut durchdachte Entwürfe. Der IphiGenia Gender Design Award soll dazu beitragen, so wünschen es sich die Initiatoren, dass sich sowohl Konsumenten wie auch auf verantwortlicher Seite die Designer dem Thema geschlechterstereotypes Design bewusst werden.

Die ersten Preisträger des Awards sind die New Yorker Firma Thinx sowie die dänische Agentur Mindshare. Die Jury hat den von Thinx entwickelten Slip mit Tamponfunktion ebenso ausgezeichnet wie die von Mindshare kreierte Image-Hack-Kampagne, mit der nach Ansicht der Jury stereotype Frauenbilder durchbrochen werden.

Nähere Infos zum Award und zu den Preisträgern finden sich im folgenden Interview, das die Initiatorin des Awards, Prof. em. Dr. Uta Brandes, dem Deutschlandfunk gab.

Die Preisträger:

2017 iphiGenia Gender Design Award „Evolution“: Menstruations-Slip – THINX

Menstruations-Slip – THINX

Pressetext zur Preisvergabe

„Mit dem „iphiGenia Gender Design Award/iGDA Evolution 2017“ für Unternehmen, die insgesamt gender-sensibel produzieren und kommunizieren, wird das junge New Yorker Unternehmen THINX ausgezeichnet. THINX produziert nicht nur völlig neue, attraktive und nachhaltige Menstruations-Slips, sondern kommuniziert die Produktpalette außerordentlich innovativ, sozial engagiert und offenherzig. Zusätzlich hat THINX die Stiftung „Global Girls Club“ gegründet, die Mädchen und junge Frauen aufklärt, ihnen zu Bildung und Selbstbewusstsein verhilft.
www.shethinx.com/pages/it-works

2017 iphiGenia Gender Design Award „Revolution“: Image_Hack – Mindshare

Mindshare Shutterstock

Pressetext zur Preisvergabe

Der „iphiGenia Gender Design Award/iGDA Revolution 2017“ für ein spezielles Produkt, eine Kampagne, Kommunikations-Strategie oder für Designforschung wird an Mindshare Denmark vergeben. Die Agentur startete eine Konventionen durchbrechende einzigartige Initiative, um die mit stereotypen „Shutterstock“-Frauenbildern überschwemmte Werbewelt stattdessen mit realistischen Fotos unabhängiger, starker Frauen zu kontrastieren. Der von der Firma Dove mitgetragene „Image Hack“ durchbricht das stereotype Frauenbild durch eine subversive Strategie und exzellentes Design. www.youtube.com/watch?v=UmDtdInvTvM

7 Kommentare zu “International Gender Design Network (iGDN) verleiht erstmals Gender Design Award

  1. Super Sache! Vor allem die Image_Hack-Kampagne finde großartig, in der Stockfoto-Welt längst fällig.
    Dove als Partner solcher Aktionen gab es ja schon öfters mal.

    Ein noch junger Award mit viel Potenzial. Es bleibt zu hoffen, dass er Geschlechterstereotype in alle Richtungen unter die Lupe nimmt.
    (Ein Gruß ans Edeka-Team, das weiß, wie Männer und wie Frauen zu grillen haben…)

  2. Ich finde die Image_Hack Idee genial!! Aber leider scheint sie nicht (mehr) zu funktionieren. Wenn ich Beautiful woman bei shutterstock suche kommen die gleichen langweiligen Vorzeigedamen :-(
    Zumindest das Video und die Botschaft bleiben bestehen..

  3. Tolle Idee. Frauen möglichst als unweiblich darstellen (idealerweise schießend, prügelnd, pöbelnd) und ihnen vormachen, daß das erstrebenswert sei.

    Wahre Frauen wird das nicht überzeugen. Zum Glück!

    • Und ihnen vorzumachen, dass es erstrebenswert ist nur gut auszusehen und möglichst knappe Kleidung zu tragen, nur um Männern zu gefallen ist die bessere Alternative? Das passiert nämlich in den meisten Kampagnen.

      Sei hübsch, schlank und sexy und die Welt steht dir offen statt sei stark, mutig und lass dich von Klischees nicht beeindrucken. Wow, wie tief dieses Denken doch bei manchen noch verankert ist…

    • Danke! Dein Kommentar ist der beste Beweis, dass dieser Award berechtigt und derartige Kampagnen längst überfällig sind, umfasst er doch direkt mehrere der kritisierten Probleme:
      1. Stereotype Kategorisierung (weiblich/unweiblich)
      2. Fehlende Sensibilisierung für die Ernsthaftigkeit des Themas („vormachen“)
      3. Der feste Glaube, besser zu wissen, was die „wahre“ Frau (was ist das überhaupt?) will, denkt, darf und kann, als jede Frau für sich selbst

      Ob irgendeine Darstellung von sich selbst erstebenswert ist oder nicht, hat man zum Glück selbst zu entscheiden.
      Wir sehen Frauen bei Kontaktsportarten und klassisch männerdominierten Berufen und fürchten gleich, die Weiblichkeit ginge verloren, man dürfe ihnen nicht „vormachen“, unfrauliche Dinge zu tun sei erstrebenswert oder gar geduldet? Wo kommen wir da hin, ohne Sexismus in der Werbung?!

      Machen wir uns nichts vor. Frauen sind in der Werbung nach wie vor zum überwiegenden Teil eine hübsche Dekoration und Beigabe zu dem eigentlich beworbenen Produkt. Die Image_Hack-Kampagne bietet dazu einen Gegenpol, indem sie starke, selbstbewusste, normale (wenngleich trotzdem dem aktuell vorherrschenden Schönheitideal entspringende) Frauen zeigt.

      Was noch gesagt werden sollte: Sexy != Sexismus. Letzteres gilt es zu bekämpfen, ersteres ist genauso Teil der Selbstbestimmung, wie sich dagegen zu entscheiden.

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