120 Kommentare zu “Facettenreiches Burghausen

  1. @31: Der Wutbürger schlägt zu. Scheint wirklich eine Aufflammen unserer Dekade zu sein, zu jedem Entscheid muss die eigene Meinung (die natürlich oberste und einzige Instanz zu sein hat) postuliert werden. Dabei vergisst man leicht, dass Geschmack eben kein verlässliches Attribut ist: Gerade Design, Kunst und Gestaltung provoziert grundsätzlich unterschiedliche Geschmäcker, dass sieht man in Literatur, Film, Architektur, Automobilbau und natürlich auch ganz klassisch im Kommunikationsdesign allen Ortes. (Schon mal die Diskussionen über das neue Design der Mercedes M-Klasse gelesen?)

    Jan Stoltenhoff schrieb schon 2003:

    Ein Problem könnte vielleicht auch darin liegen, dass eigentlich jeder Mensch glaubt, ein visuelles Gespür zu haben, weil man sich zum Beispiel einen Miro-Druck auf das Klo gehängt hat. Jeder hat natürlich auch ein visuelles Gespür, aber jeder glaubt etwas von Design zu verstehen und es beliebig kritisieren zu können.

    Also tut man als Gestalter gut daran, sich von Geschmäckern zu lösen, denn diese Schlacht kann man bei der Unterschiedlichkeit und Vielschichtigkeit nicht gewinnen, sondern sich auf das eigene Handwerk zu besinnen.

  2. Eben bei facebook gesehen:
    „Sodalla Leute, es wird leider KEIN neues Burghausen-Logo geben. Die Tourismus-Chefin verweist auf eine Umfrage auf einer Designwebseite (siehe unten) auf der andere Grafiker das Logo als sehr gelungen bewerten. Und das ist für die Burghauser Touristik aussagekräftiger als die Meinung der Burghauser hier auf facebook. Ich werde diese Vorgehensweise in der nächsten Wochenblatt-Ausgabe entsprechend kommentieren.“
    mit entsprechendem Verweis auf diesen dt-Artikel

  3. Ich denke nicht, dass das Melbourne-Design hier als Vorlage diente. Falls doch wäre es im Variantenreichtum dieses M-Logos recht schwierig gewesen keine Ähnlichkeit herzuleiten.
    Auch Melbourne „könnte“ sich einer 100 Jahre alten Vorlage bedient haben:

    Hier ein verblüffendes Beispiel:
    http://www.whoch2wei.at/WAGNER_WERK/pressebilder/11_cubiCZmus.jpg

    Kubismus war eine Stilrichtung dessen Anfänge 1900 waren. Die Grundformen des Burghausen-Logos als „Melbourne-a-like“ darzustellen ist ein wenig engstirnig gedacht, findet man diese Stilrichtung doch auf zahlreichen Fassaden, Gegenständen, Malereien …

    Wie schon im Beitrag 23 zu lesen war: Wer Burghausen kennt weiß, dass die Stadt nicht nur aus einer Burg besteht. Auch wenn diese deutlich sichtbar auf der Anhöhe thront ist es nicht die Aufgabe eines Logos diese zu bewerben. Vielmehr geschieht dies durch geschickte im einheitlichen Design/Überlegungen gehaltene Marketingmethoden dessen Anfang man mit einer Broschüre setzte. Über einzelne Komponenten der CI kann man diskutieren, muss man aber nicht. Ob man nun Salzkristalle, Diamanten oder Häuserdächer im Logo erkennen zu scheint, ist zweitranging. Das Logo-Design ist gegenüber den meisten anderen Städten dieser Größe erstaunlich modern, vielleicht etwas zu modern. Ein vernünftiges Logo mit einem dazugehörigen Marketingkonzept zu entwickeln ist ein langer Prozess. Diese getrennt voneinander zu Diskutieren ist sinnlos. Auch ist zu beachten: Entscheidungen/Kritiken, die in wenigen Sekunden gefällt/geschrieben wurden, sind meist nicht viel wert. Eine Regel, die sich schon seit Anbeginn der Menschheit bewahrheitet hat.

  4. Aufgabe eines CD und eines Slogans ist es zu allererst, ein „suggestives Fass“ aufzumachen, das interessant genug ist, den Betrachter zu animieren, den Inhalten dahinter näher zu treten. Alles andere ist hübsch gemachtes Deko-Branding. Und da erinnert ein noch so irgendwie gestaltetes B einfach an nichts als B. Nicht an Burg, nicht an den Jazz, nicht an die Grüben und die Altstadt, nicht an den Wöhrsee und auch nicht an den innovativen Industrieplatz Burghausen, genau so wenig wie an die lange Geschichte der Stadt. Nach den 3 Bau-Steindl, die über viele Jahrzehnte völlig unmotiviert für diese Stadt gestanden haben, nun mit einem orangen Bau-Steindl zu operieren ist völlig „unter der Latte durchgesprungen“ und keine Kommunikationsleistung für das Dritte Jahrtausend. Inspirationswert 0. Und nicht zu verwechseln mit der Aufforderung „Be Jazz“, die z. B. im Logo der Jazzwoche mit dem B’JAZZ beinhaltet ist – gemacht vor 15 Jahren.

  5. Wenn ich verantwortlich wäre, würde ich aufgrund der Kritik von seiten der Bürger auf facebook und der Experten hier im dt Forum das Gesamtkonzept noch einmel nachjustieren lassen. Vielleicht muss man garnicht soviel ändern um Logo und Kampagne authentischer und emotionaler zu machen. Es ist ja nicht schlecht nur eben noch nicht ganz das Richtige.

  6. Ich finde das neue CD sehr gut. Als geborener Burghauser und in Stuttgart tätiger Designer freue ich mich, dass meine Heimatstadt endlich auch gestalterisch Niveau bekommt…

    Jetzt muss auch noch die Website nachziehen…

  7. Liebe Margit,
    man kann sich auch zu Tode nachjustieren …

    Und wenn ich das sehe, was ich auf der Facebookseite dieser Bürger sehe, wehen mich da doch recht altbackene Entwürfe an, ein Grauen.

    Facebooks Para-Demokratie ist kein guter Ort für gutes Design.

  8. Liebe Vroni,
    das ist natürlich keine Frage im Vergleich zu altbackenen Vorschlägen ist das hier erste Liga.
    Die Macher verstehen was von ihrem Handwerk. Gute Arbeit. Aber die Bildmarke „B“ ist zu beliebig, ist nicht ausgereift. Wir Designer sollen einer Sache dienen. Das Ziel ist nicht erreicht, wenn ein Corporate Design nur schön und ästetisch aussieht. Es muss auch paßen. Intern und extern für Identität und Aufmerksamkeit sorgen und auf einen Blick erkennen lassen um was es sich handelt. Ob Firma, Produkt oder Stadt.
    Wer ist bei einem Städteauftritt der Kunde? Die Stadtverwaltung? Die Stelle für Stadtourismus? Oder auch die Bürger? Vielleicht Alle? Man brauch sich nur die Gesichter der Fotos der Präsention anzusehen um zu ahnen was da wahrscheinlich für eine Stimmung im Raum war: http://www.wochenblatt.de/nachrichten/altoetting/regionales/Burghausen-Logo;art22,83608,C::cme11266,251498
    Aber wenn es so einen Unmut gibt, sollte man es doch nochmal unter die Lupe nehmen und eben gegebenenfalls Nachjustieren bevor das Signet überall erscheint und von der Bevölkerung nicht richtig angenommen wird. Nachjustieren führt nicht zum Tode, wenn der Designer gut ist.

Pingbacks

Antworten auf ron imelauer Antworten abbrechen

Folgende HTML-Elemente können verwendet werden: <b> <i> <img src="meineurl"> <a> <blockquote>