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Dallmayr Ethiopia im neuen Design

Dallmayr Ethiopia Visual
Dallmayr Ethiopia Visual, Quelle: Dallmayr Ethiopia

Dallmayr, einer der bekanntesten deutschen Kaffeeproduzenten, hat seiner Kaffeespezialität „Ethiopia“ einem Relaunch unterzogen. Die Verpackung des äthiopischen Hochlandkaffees präsentiert sich fortan ganz in gelb und mit illustrativen Gestaltungselementen im Zentrum.

Die Produkte Dallmayr Ethiopia 500g gemahlen und Ganze Bohne werden ab Ende Februar 2022 im neuen Design im Einzelhandel sowie online unter dallmayr-versand.de erhältlich sein. Neu hinzu kommt ab April 2022 die Packungsgröße 750g Ganze Bohne. Das Unternehmen verknüpft die Einführung des neuen Verpackungsdesigns mit seinem sozialen und nachhaltigen Engagement in Äthiopien und verspricht sich vom Redesign mehr Sichtbarkeit des Produktes im Regal.

Auszug der Pressemeldung

Das Interesse an nachhaltigen und qualitativ-hochwertigen Produkten wächst und immer mehr Menschen sind bereit, für zertifizierte Lebensmittel mehr Geld auszugeben. Dallmayr nutzt die Entwicklung und sorgt dank neuem, aufmerksamkeitsstarken Packungsdesign für mehr Sichtbarkeit von Dallmayr Ethiopia im Regal. Die sonnengelbe Verpackung besticht durch ihre Klarheit. Als Sinnbild für den Ursprung des Spitzenkaffees ist im Zentrum der Packung nach wie vor das äthiopische Hochland im modernen Aquarellstil dargestellt. Die Herkunft der Bohnen und das Geschmacksprofil sind auf den ersten Blick für den Verbraucher sichtbar. Die Verpackungsrückseite informiert mit ausführlichem Storytelling über das Engagement von Dallmayr in Äthiopien und transportiert die Projektarbeit transparent nach außen.

Dallmayr Ethiopia – vorher und nachher
Dallmayr Ethiopia – vorher und nachher, Bildquelle: Dallmayr, Bildmontage: dt

Bereits im Zuge der Umstellung der Sorten Crema und Espresso d’Oro 2018 hatte der Kaffeeproduzent das bisher für die Marke Dallmayr typische Zweifarbenschema Dunkelbraun/Beige verlassen. Nun geht Dallmayr auch bei Ethiopia diesen Weg, um dem Produkt mehr Spezifik, mehr Eigenständigkeit zu verleihen, so das Ziel. Gleichzeitig forciert Dallmayr den Einsatz illustrativer Gestaltungselemente, wie sie bereits bei den Produkten Röstkunst und Gran Verde greifen. Während die bisherige Ethiopia-Verpackung der von Dallmayr Prodomo recht ähnlich ist, sorgt die neue Aufmachung mit gelber Verpackung nun für ein offensichtliches Differenzierungsmerkmal.

Kommentar

Ein seit Jahren bestehender Trend im Verpackungsdesign setzt sich fort. Dort, wo bislang fotografische oder fotografisch-ähnliche Darstellungen verwendet wurden, kommen oftmals nun illustrative Gestaltungselemente zum Einsatz. Das Ziel ist klar: auf diese Weise möchte man dem Produkt mehr Individualität, mehr Persönlichkeit und auch mehr Handwerklichkeit angedeihen lassen. Letztere hat im Zuge der deutlich veränderten Wahrnehmung von Konsumenten in Sachen Ressourcen, Umwelt und Verpackung(smüll) an Bedeutung zugenommen. Handwerk/Handmade ist heute WIEDER ein Qualitätsmerkmal, kein Malus. Konsumenten erwarten zudem, dass sich Hersteller und Produzenten in Sachen Ressourcen-schonender Umgang klar, ausführlich und substanziell positionieren. Bloße Lippenbekenntnisse und in Pressemeldungen aufbereitete Versprechen reichen nicht mehr aus.

Hinzu kommt, auch diese Entwicklung ist anhand des vorgestellten Redesigns von Ethiopia ablesebar, dass die soziale Dimension im Jahr 2022 in Marketing, Werbung und der Kommunikation und somit auch im Design eine viel größere Rolle spielt als noch vor einigen Jahren, Stichwort Verantwortung. Hersteller, die in sogenannten Entwicklungsländern produzieren lassen, stehen zunehmend in der Erklärungspflicht, dass sie sich auch vor Ort für faire Arbeitsbedingungen und soziale Standards einsetzen, schlichtweg weil Konsumenten dies von ihnen erwarten. Auf der visuellen Ebene dienen beispielsweise Herkunftssiegel, um diesbezüglich Vertrauen zu stiften. Bei Ethiopia soll zusätzlich ein in Nationalfarben gehaltener Landesumriss Authentizität vermitteln.

Eine spannende Entwicklung, die marktübergreifend zu beobachten ist, beispielsweise auch in der Textil- oder auch Beauty-Industrie. Vom Verpackungsdesign alleine lassen sich viele Konsumenten nicht mehr so einfach verführen. Entscheidend ist zunehmend die Geschichte hinter einem Produkt (StoryTelling) wie auch ein klares Bekenntnis zum nachhaltigen Handeln.

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Dieser Beitrag hat 6 Kommentare

  1. Wenn Ethiopia nun ausschert aus dem seit Jahrzehnten gelernten (und sofort wiedererkennbaren) Dallmayr-Standarddesign, bleibt es dann bei Dallmayr Prodomo und bei Dallmayr Standard erhalten?

  2. Vor allem das Thema Nachhaltigkeit sollte bei Kaffee viel mehr in den Fokus rücken, ein gutes Beispiel ist hier wie ich finde Truesday (https://truesday.coffee). Auch die neue Anordnung des Siegels hebt das hervor.

    Leider finde ich die Farbwahl etwas ungünstig, auch in Verbindung mit dem Aquarell kommt leider keine Assoziation zu Kaffee auf. Mein erster Gedanke war Bad Reichenhall Salz und danach im Aufsteller Kaba Kakao. Aber das ist vielleicht sehr subjektiv.
    Ohne den goldenen Anteil wirkt der Kaffee auch deutlich weniger hochwertig.

  3. Was mich ja wirklich interessieren würde, ist ob der Trend zum handgemachten, manuellen in diesem Packungsdesign soweit geht, dass man die Freistellung der Aquarell-Illustration auf der Farbfläche bewusst so dilettantisch gestaltete (Eine Sonne mit Schattenkante kommt einfach immer gut!).
    Dieses Prinzip, einfach zwei Elemente aufeinander zu kleben, ohne sich großartig darum zu kümmern ob das auch passt, unterstützt den individuellen, self-made Look deutlich mehr, als wenn die Illustration für sich, bzw. schlicht besser eingebettet stehen würde.
    Das Ziel, ein bisschen mehr nach einem Fair-trade-Nischen Produkt auszusehen, wird in meinen Augen erreicht – bin mir aber nicht sicher ob ich das gut finden soll…

  4. „Bloße Lippenbekenntnisse und in Pressemeldungen aufbereitete Versprechen reichen nicht mehr aus.“

    Das halte ich für reines Wunschdenken. Ich glaube, den allermeisten Konsumenten reicht genau das zur Gewissensberuhigung völlig aus. Genau wie uns als Land ein blau-gelb illuminiertes Brandenburger Tor völlig ausreicht in diesen Tagen.

    1. reines Wunschdenken

      Es ist sicherlich weit mehr als das. „Mehr als die Hälfte sind der Meinung, dass ihr Verhalten zur Lösung von Umweltproblemen beitragen kann. Jeder Zweite gibt an, dass Nachhaltigkeit der Grund für die Verhaltensänderung war. Darüber hinaus sind Verbrauchende auch bereit, auf bestimmte Produkte zu verzichten, wenn diese nicht den Nachhaltigkeitsstandards entsprechen.“ (Quelle)

      Auch wenn die Aussage, ein illuminiertes Brandenburger Tor sei völlig ausreichend, eine Zuspitzung ist, denke ich nicht, dass man derlei Dinge – Solidaritätsbekundung für die Ukraine und die Kaufentscheidung hinsichtlich eines Kaffee -, miteinander vermengen sollte. Sie haben nichts miteinander zu tun.

  5. Mmmh, mit einiger Entfernung betrachtet könnten in dem Display auch Kaba-Kakao oder Ricola-Bonbons stehen.

    Ich weiß nicht so recht, aber so richtig warm werde ich mit der neuen Gestaltung nicht.

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