Belgischer TV-Sender Eén im neuen Design

Eén Logo, Quelle: Eén

Der belgische TV-Sender Eén, ein Sender der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt „Vlaamse Radio- en Televisieomroeporganisatie“, vollzieht derzeit die Umstellung auf ein neues Design. Die Zahl „1“ ist fortan wieder das Erkennungszeichen von Eén.

Eén, 1953 gegründet, ist der erste und damit älteste niederländischsprachige Sender in Belgien. Der Sender ist in erster Linie auf die Regionen Flandern und Brüssel-Hauptstadt ausgerichtet. Eigenen Angaben zufolge erreichte Eén im vergangenen Frühjahr wöchentlich rund 68,5 % der Flamen – damit sieht sich Eén als Marktführer in Flandern. 2005 erfolgte die Umbenennung in „eén“ (zu deutsch „eins“), zuvor hieß der Sender TV1. Nun kehrt der Sender zur „1“ als Erkennungszeichen zurück. Das Redesign, das in den kommenden Wochen auch On-Air vollzogen wird, geschieht vor dem Hintergrund umfangreicher Programmänderungen.

Eén Design (2019), Quelle: Eén

Eén Design (2019), Quelle: Eén

Auszug der Pressemeldung

„In einer sich wandelnden Medienlandschaft muss man nicht nur in Bezug auf das Programm innovativ sein, sondern auch das visuelle Erscheinungsbild weiterentwickeln. Ab dem 2. September ist Eén völlig neu. Das neue Erscheinungsbild von Eén gilt plattformübergreifend, sowohl im Fernsehen als auch online. Die Stärke von Eén sind die Programme mit warmen und erkennbaren Persönlichkeiten von hier. Das leistungsstarke neue Logo hebt diese Programme hervor und bringt die Bilder zum Sprechen.“

Eén Logo – vorher und nachher

Eén Logo – vorher und nachher

Ein abgerundetes Sechseck wird zum zentralen Gestaltungselement des Senders. Das Sechseck kommt sowohl innerhalb der neu geschaffenen Bildmarke mit eingebetteter „1“ zur Anwendung, und es dient als Maske für Bildausschnitte und Ebenenkompositionen. Neue Hausschrift des Senders ist die Proxima Nova, mit der unter anderem Titel und Sendezeiten in Programmankündigungen in Versalien gesetzt sind – auch im Webauftritt kommt die geometrische Sans-Serife als Webfont zum Einsatz, wo sie die Bariol abgelöst hat.

Entwickelt wurde das Design von der Agentur Hello Charlie (London/Bristol).

Kommentar

Ein ziemlicher Einschnitt, wie man ihn nicht jeden Tag sieht. Mit Blick auf die bisherigen 11 Logos von Eén wird deutlich, dass es nicht das erste Mal ist, dass der Sender einen solchen Sprung macht. Die Zuschauer des Senders müssen ein hohes Maß an Anpassungsbereitschaft mitbringen. Diesen scheint das neue Design, so jedenfalls lesen sich die Reaktionen im Umfeld von Social Media, mehrheitlich zu gefallen. Der Promo-Trailer (siehe unten) ist schon schick. Mit der Wiedereinführung der „1“ als Erkennungszeichen möchte man offenbar den Anspruch der Marktführerschaft untermauern.

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9 Kommentare zu “Belgischer TV-Sender Eén im neuen Design

  1. Mutig. Sowas könnte sich die ARD oder das ZDF auch mal trauen. Ich finde es gelungen, da man jugendlicher rüberkommt. Ein ebenfalls gutes Beispiel ist die BBC. Meine Sicht als Laie.

    • Sieht noch jemand anstatt eines Sechsecks einen Würfel?

      Ansonsten eine durchaus waghalsige Veränderung. Könnte auch ein komplett anderer Sender als zuvor sein.

      • Hab auch den Würfel gesehen. In der Logo History gab es schon immer krasse Änderungen. Zuletzt, als man von der Ziffer zum Wort überging, und jetzt halt wieder zurück.

        Ich find das Ergebnis okay. Einzig negativ fällt mir der umgedrehte Play-Pfeil in der 1 auf. Dieser steht nunmal nicht für Vorwärts oder Fortschritt, sondern er weist zurück.

  2. Wow okay die ganzen verschiedenen Logos über die Jahre, waren ja schon so unterschiedlich, da dürfte sich jetzt auch keiner mehr über ein weiteres Redesign wundern :D Mit gefällt das neue erstmals wirklich gut, vielleicht hällt es sich jetzt ja länger…
    Ich finde es nämlich ähnlich prägnant und gut wie das des Ersten Deustchen Fernsehens, auch wenn die beiden von den Farben und Animationen natürlich unterschiedliche Zielgruppen ansprechen bzw. unterschiedlich „hip“ anmuten. Ich würde mich also freuen wenn es nun etwas länger hält. Well done!

  3. Auf mich wirkt es gefällig und modernistisch. Wie ein Eingeständnis wie sehr das Fernsehen seine gesellschaftliche Relevanz abgegeben hat.
    Kein Mut, keine Haltung – weich und platt.

    24/7 senden ist auch keine Lösung. Nur die Perlen übrig lassen. Zwischendurch Sendepause – Ernst. Würde die Qualität verbessern. Auch im deutschen Fernsehen.

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