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Stadt Coburg modifiziert Corporate Design

Coburg Logo (ab 04/2021), Quelle: Stadtverwaltung Coburg
Coburg Logo (ab 04/2021)

Die Stadt Coburg ist derzeit dabei ihr visuelles Erscheinungsbild zu aktualisieren. Die Anpassung des Corporate Designs einschließlich des Stadtlogos erfolge, so die Stadtverwaltung, um mit heutigen Anforderungen in digitalen Medien kompatibel zu sein.

Zuletzt wurde das visuelle Erscheinungsbild der im bayerischen Oberfranken gelegenen Stadt 2004 erneuert. Das Design sei seinerzeit insbesondere mit einem Fokus auf gedruckte Medien entwickelt worden. Heutzutage, wo ein Großteil der Kommunikation im Umfeld der digitalen Medien geschehe, brauche es eine möglichst einfache Gestaltung, die sich leicht auf die unterschiedlichen Formate skalieren lasse. Mit dem neuen Design und dem nunmehr „schnörkellosen“ Logo sei dies nun möglich, wie es in dem begleitenden amtlichen Beschluss heißt.

Coburg Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Stadtverwaltung Coburg, Bildmontage: dt
Coburg Logo – vorher und nachher

Auch zukünftig besteht das Logo aus einer Wortbildmarke. Die aus einer Gebäudesilhouette bestehende Bildmarke wurde dahingehend überarbeitet, dass diese nur noch aus einem Segment besteht. Die rechteckige graue Umrandung wurde ebenso entfernt wie der Zusatz „Werte und Wandel“. Die Wortmarke „Stadt COBURG“ wurde in der Schriftart Montserrat neu gesetzt. In der aktualisierten Form sei das Logo in jeder Größe und auf jedem Bildschirm leichter erkennbar, erklärt die Stadtverwaltung. Dank der gewählten Schriften und des überarbeiteten Gesamtlayouts präsentiere sich die Stadt „reduzierter, leserlicher und klarer“. Dies sei vor allem auch im Hinblick auf eine zunehmende Zahl älterer Bürger wichtig.

Realisiert wurde das Redesign in Zusammenarbeit mit der Agentur Agenten und Freunde (München).

Wie es seitens der Stadtverwaltung heißt, würden digitale Medien wie E-Mails, Newsletter und die Website zunehmend wichtiger. Deshalb wolle die Stadt die Website coburg.de neu konzipieren und umfänglich überarbeiten lassen.

Kommentar

Gebäudesilhouetten sind, wenn es um die Gestaltung von Stadtlogos geht, ein beliebtes und weit verbreitetes Sujet. In diesem Fall bildet die Gebäudesilhouette, und dies ist nur Menschen mit Ortskenntnissen bekannt, die Veste Coburg ab. Ortsunkundige sehen in der Bildmarke womöglich einen Ausschnitt der Stadtsilhouette. Das zeigt die Problematik eines solchen Silhouetten-Logos: um es korrekt deuten zu können, sind Ortskenntnisse erforderlich. Ortsfremden liefert ein solches Zeichen – sehr schön wird dies im Buch Städte und ihre Zeichen beschrieben – lediglich „ein stereotypes Klischee von Stadt“.

Die Stadt Coburg liefert ein typisches Beispiel eines evolutionären Redesigns. Die Maßnahmen sind nachvollziehbar. Im Grunde genommen hätte das vor ca. 17 Jahren eingeführte Logo so nicht durchgehen dürfen. Denn dass ein derart komplexes und zudem starres Logokonstrukt mit einer dünnen grauen Umrandung wenig flexibel und schwierig in der Anwendung ist, war bereits damals bekannt.

Die geometrische Form der Montserrat-Lettern verleiht dem Stadtnamen einen souveränen Ausdruck; so wird aus einem gewöhnlichen Schriftzug eine Wortmarke, die über eine identitätsstiftende Qualität verfügt.

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Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 22 Kommentare

    1. Logisch ist ein Google Font exklusiv. (kleiner Tipp am Rande: die dazugehörigen Artikel von Achim lesen lohnt sich tatsächlich).
      Und warum eine recht fade Farbe der “bildmarke mehr charakter” gegeben haben sollte, ist für mich auch ein Mysterium.

  1. ok, das “COBURG” ist schlanker geworden, das haette ich durchaus fett gelassen. “STADT” koennte mMn eine Nummer groesser sein.

    Zu den oben genannten ‘Unzulaenglichkeiten” (wie zB. US-Mockups und/oder 3D-Verzerrungen) gehoert dann sicherlich auch, dass Sandra Musterfrau eine eMail-Adresse s.mustermnn hat? *tz*

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