Kia präsentiert neues Markenzeichen

Kia Logo, Quelle: Blackspace

Der südkoreanische Autohersteller Kia Motors hat gestern ein neues Markenzeichen und einen neuen globalen Markenslogan präsentiert. Beide symbolisierten den umfassenden Umbau und die neue Zielsetzung der Marke.

Im Rahmen einer aufwendigen pyrotechnischen Präsentation hat Kia Motors gestern Abend sein neues Markenzeichen vorgestellt. Der südkoreanische Autohersteller sieht in der Umstellung auf ein neues Design den Neuanfang sowohl der Marke wie auch des Unternehmens. Mit der Einführung des neuen Logos wolle das Unternehmen seine Ambitionen unterstreichen, in allen Geschäftsbereichen eine führende Position in der zukünftigen Mobilitätsindustrie zu übernehmen, so Kia. Auch ein neuer Markenslogan wurde gestern vorgestellt, der fortan weltweit zum Einsatz kommen soll: „Movement that inspires“ („Bewegung, die inspiriert“).

Auszug der Pressemeldung

„Das neue Kia-Logo unterstreicht den Anspruch des Unternehmens, zum Inbegriff von Veränderung und Innovation zu werden“, sagt Ho-sung Song, Präsident und CEO von Kia. Die Automobilindustrie befindet sich in einem rasanten Transformationsprozess, und Kia gestaltet die Veränderungen proaktiv mit. Unser neues Logo bringt zum Ausdruck, dass wir Kunden inspirieren möchten, während sich ihre Mobilitätsbedürfnisse weiterentwickeln, und dass unsere Beschäftigten sich den Herausforderungen einer sich schnell verändernden Branche stellen.“

Kia Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Kia Motors, Bildmontage: dt

Kia Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Kia Motors, Bildmontage: dt

Beim neuen Kia-Markenzeichen handelt es sich um eine reine Wortmarke. Das bisher den Schriftzug umgebende Oval verschwindet komplett. Standardmäßig wird das Kia-Logo nun nicht mehr in rot, sondern in schwarz abgebildet. Die Wortmarke ist auch weiterhin in Großbuchstaben angelegt, wobei die Buchstaben ineinander übergehen. Ein Stilmittel, das bewusst so gewählt wurde. Der Schriftzug erinnere an eine Signatur, die wie aus einer Feder gezeichnet und bestehend aus nur einem Strich geformt wurde, wie Kia im Rahmen der Vorstellung erklärt.

Die „symmetrischen, rhythmischen und aufsteigenden Elementen der Wortmarke symbolisieren Selbstvertrauen und Engagement für die Kunden“ und spiegelten die Persönlichkeit von Kia wider, so das Unternehmen. „Kia“ bedeutet in der koreanischen Sprache „aufsteigen“ bzw. „aufsteigend“. Weitere Erklärungen zur Bedeutung des neuen Logos wurden von Kia in einer visuellen Darstellung aufbereitet.

Kia Logo – Front, Quelle: Blackspace

Kia Logo – Front, Quelle: Blackspace

Überraschend kommt die Umstellung nicht. Bereits 2019 zeigte Kia auf dem Autosalon in Genf die Elektro-Studie „Imagine by Kia“, bei der ein ähnliches Logo zum Einsatz kam. Allerdings sind die Buchstaben hier noch weiter auseinander angeordnet.

Entwickelt wurde das neue Logo und das neue Corporate Design der Marke Kia in Zusammenarbeit mit dem Designstudio Blackspace. Das in München ansässige Studio hatte sich im Rahmen eines internationalen Wettbewerbs gegen zahlreiche Agenturen durchgesetzt.

Am 15. Januar will Kia zudem im Rahmen des Online-Events „New Kia Brand Showcase“ weitere Kernelemente des neuen Markenauftritts sowie die veränderte Zielsetzung und Strategie der Marke präsentieren.

Kommentar

Zwei Jahre nachdem Kia erstmals ein neues Markenzeichen in die Öffentlichkeit getragen hat, gewissermaßen als Testballon, vollzieht der südkoreanische Automobilhersteller nun die lang erwartete Umstellung auf ein neues Logo. Sowohl die Öffentlichkeit wie auch die eigenen Mitarbeiter konnten sich in einer Übergangszeit an den neuen Look von Kia gewöhnen. Und der neue Look gefällt.

Die zur Ligatur verschmolzenen, zum Teil stark vereinfachten Buchstaben formen eher ein abstraktes Zeichen denn einen Schriftzug. Und das ist auch vollkommen in Ordnung so. Denn bei einem Logo geht es weniger um Lesbarkeit als vielmehr um Prägnanz und Memorierbarkeit. Das neue Kia-Logo ist originär, und es unterscheidet sich deutlich von Markenzeichen der Mitbewerber. Die vereinfachte Formgebung gestattet zudem maximal Flexibilität.

Audi wird oftmals als Benchmark angesehen, wenn es um die Transformation einer (automobilen) Marke und das erfolgreiche Abschütteln eines Bieder-Images geht. Kia steht dem in nichts nach. Der Wandel, den die Marke Kia insbesondere befördert durch das Produktdesign in den letzten Jahrzehnten vollzogen hat, ist umfassend und die Entwicklung beeindruckend. Auch vor diesem Hintergrund ist das Logo-Redesign absolut nachvollziehbar. Kia Chefdesigner Peter Schreyer, mit dem ich vor acht Jahren ein Interview geführt habe, beschäftigt sich schon lange nicht nur mit dem Produktdesign, sondern eben auch mit dem visuellen Profil der Marke. Das neue Logo verkörpert den Wandel von Kia sowohl als Marke wie auch als Unternehmen, zu dem Schreyer maßgeblich beigetragen hat.

Mediengalerie

Weiterführende Links

Edit 15.01.2021: Heute wurde ein weiteres Video zum Rebranding von Kia veröffentlicht.

16 Kommentare zu “Kia präsentiert neues Markenzeichen

  1. Ich bin kein Nine Inch Nails Fan aber habe dennoch sofort ein “K N” gelesen. Vielleicht hätte man das “A” mit einem kleinen Haken noch besser darstellen können.

    Grundsätzlich aber ein sehr modernes und ansprechendes Logo, wobei ich es aber für die aktuellen Fahrzeugserien noch für zu futuristisch halte.

  2. Mir ist das viel zu nah an dem Font und dem Logo des Mutterkonzerns Hyundai, was aber eventuell die Intention dahinter ist.
    Ich vermisse das bisschen in dem Text oben.

    • Ich kann, abgesehen von zwei nach rechts aufsteigenden Diagonalen, keine visuelle Ähnlichkeiten zwischen der Hyundai-Wortbildmarke und der hier vorgestellten Kia-Wortmarke erkennen, die erforderlich gemacht hätten, auf besagte Wortbildmarke hinzuweisen. Mir liegen keinerlei Infos vor, aus denen hervorginge, dass die Logos von Hyundai und Kia angeglichen und harmonisiert werden sollen. Die stark unterschiedliche Formgebung und Anmutung beider Logos unterstützen meiner Meinung nach auch nicht eine solche These.

  3. Bis auf das man so ziemlich alles herauslesen kann (KN, IAA, KIN, VAN, m) finde ich es gelungen.

    …”und bestehend aus nur einem Strich geformt wurde”…
    Wie soll das gehen?

  4. Zunächst einmal: Gelungen!

    Ich stimmt Dir zu, dass Lesbarkeit weniger wichtig ist bei einem Logo im Vergleich zu Prägnanz und Memorierbarkeit. Mein kleiner Kritikpunkt ist, und das lese ich auch aus den anderen Kommentaren heraus, dass es eben doch lesbar ist, aber eben nicht KIA sondern KN.

    Meine Photoshop-Versuche, da doch noch ein Irgendwas hinzuzufügen, damit es ein A wird, zeigten mir aber, dass das in dieser Konstellation dann hakelig aussieht und der Schwung des ganzen verloren geht. Also: so lassen.

  5. Finde es spannend, wie unterschiedlich die Logos sind, die wir in letzter Zeit gesehen haben:
    Fiat mit seinem Schriftzug, der sein umschließenden Ring verloren haben. Ähnlich von der Idee her wie KIA, aber weniger progressiv bzw. disruptiv.
    Opel bleibt wie es war und verändert Details bzw. bedient sich seiner Vergangenheit.
    Nissan denkt sein Logo neu und bleibt sich treu.
    Toyota geht flat.
    Sehr spannend, dass doch nicht alle das gleiche machen.

    Zum KIA-Logo: Werde mich daran gewöhnen müssen und es auf einem gelungenen Auto sehen, wie z.B. der Stinger, der mir optisch gut gefällt, auch wenn ich mir aktuell keinen KIA kaufen würde.

  6. Bei der Logoaufzählung hast du dieses Logo hier vergessen ;)
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    Zu dem neuen Logo: Es gefällt mir ganz gut. Hier wurde schon viel darüber geschrieben, was man alles daraus lesen kann. Für den russischsprachigen bzw. “Kyrillischen Markt” ist es vielleicht auch etwas problematisch, da man hier КИ, und damit KI liest. Davon abgesehen auf jeden Fall eine Verbesserung!

  7. Sehr spannend gemacht! Es nutzt perfekt die Möglichkeiten und Symmetrien des kurzen Schriftzuges. Aber ich frage mich, worin liegen die großen Vorteile, wenn:

    – die 2 schrägen Winkel beim K und A nicht gleich sind?
    – die 2 Überlängen beim K und A nicht gleich?
    – die 3 Vertikalen bei K, I und A nicht gleich?
    – nicht einmal die Farbe der PR-Bilder reines Schwarz ist?

    Das erinnert mich an die Ungereimtheiten beim VW-Logo. Alles außer perfekte Symmetrie ist hier nicht logisch und hilft der guten Grundidee nicht weiter.

    • Vielen dank für Deinen Kommentar und für das gute Auge Helmut! Ich habe die von Dir angesprochenen „Ungereimtheiten“ einmal visualisiert:

      Man fragt sich in der Tat, weshalb Winkel, Bögen und die Überlänge nicht vereinheitlicht wurden, gerade da Kia das Element der Symmetrie auch innerhalb der Kommunikation betont. Auch wenn offensichtlich die Grundidee nicht zu 100 % konsequent umgesetzt und auf die Anwendung übertragen wurde, muss man doch sagen, dass diese Details den allermeisten Menschen/Beobachtern verborgen bleiben wird.

  8. Um einen Kreis rund „wirken“ zu lassen wird dieser ja optisch auch ganz bewusst minimal gestaucht. Ausgehend von dieser Vorgehensweise könnte man die Vermutung anstellen, dass die optische Differenz angenehmer war als die perfekte Symmetrie. Wie sagte Agent Smith doch noch gleich: “Did you know that the first Matrix was designed to be a perfect human world? Where none suffered, where everyone would be happy. It was a disaster. No one would accept the programm.”

    • Um einen Kreis rund „wirken“ zu lassen wird dieser ja optisch auch ganz bewusst minimal gestaucht.

      Mmh… ad hoc fällt mir kein Beispiel ein, bei dem ein kreisrundes Logo, so wie von Dir beschrieben, gestaucht worden wäre. USA Today, Volkswagen, Pepsi, NASA, Bayer, Mercedes, BMW … alles perfekte Kreise bzw. Kreisflächen. Es ist sicherlich so, dass mathematische Größen, Abstände und Verhältnisse bei der Gestaltung, insbesondere wenn es um ästhetische Aspekte geht, nicht das maßgebliche Kriterium sind. Das ist auch der Grund, weshalb es optischen Randausgleich. Eine allgemeingültige Regel, wonach Kreise generell gestaucht werden müssten, damit sie harmonisch wirken, gibt es nicht.

      Kann es vielleicht sein, dass Du die Besonderheit der sogenannten optischen Mitte meinst? Die Regel besagt, dass ein Objekt, sofern es in der Wahrnehmung als (vertikal) mittig angesehen werden soll, leicht oberhalb der mathematischen Mitte platziert werden muss.

      Aber noch einmal zu Kia. Was ich mir durchaus vorstellen kann ist allerdings, dass sich die Verantwortlichen bewusst für eine nicht-parallele Linienführung der genannten Diagonalen entscheiden haben, um so einen leicht längeren K-Abstrich möglich zu machen. Denn der K-Abstrich gibt der Wortmarke Halt und erdet sie. Dies ist meinerseits jedoch spekulativ.

      Update 13:21 Uhr: wie auf dem soeben unter worldwide.kia.com/int veröffentlichten Visual zu erkennen ist, sind die unterschiedlichen Winkel bei den Diagonalen und auch die unterschiedlichen Breiten der Stämme tatsächlich ganz bewusst so gewählt:

      Kia Logo Architecure, Quelle: Kia / https://worldwide.kia.com/intQuelle: Kia / https://worldwide.kia.com/int

  9. OK, danke. Durch die 33° wird das N deutlich kürzer und wirkt (mit B gesehen) dadurch ähnlich breit wie das K. Was auch ein Grund sein dürfte, worum man auf die schnelle 2 gleichwertige Elemente erkennt und “KN” liest. Sie könnten es auch mit eine “i-Punkt” versuchen. Nein, nur Spaß :)

  10. Gelungen, trotz des Lesbarkeitsproblems. Ich bin froh, das hässliche alte Logo nicht mehr sehen zu müssen. Die Lösung mit bündiger Subline finde ich allerdings wenig inspirierend, eher unangenehm gedrängt.

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