25 Kommentare zu “Das neue Logo der Grünen – diesmal ganz basisdemokratisch

  1. @Nick: Hehehe, netter Wortwitz. Fehlt nur noch der Zander, was? ;)
    Zum Thema: nun ja, Designentscheidungen basisdemokratisch zu fällen, hat meiner Meinung nach bisher sehr selten zu sehr guten Ergebnissen geführt. Meist sind die demokratisch gefundenen Lösungen die, die am meisten verwaschen und am charakterlosesten sind. Klar, denn sie treffen eben den Mainstream und schwimmen in der Masse mit.

    Das Logo sieht daher für mich auch zu sehr nach 90er Jahre aus – und nicht nach zukunftsweisender Familien- und Energiepolitik! Schade, denn Vorschlag Nr. 2 sah viel mehr danach aus…

  2. Was soll an Entwurf 2 denn besser gewesen sein? Die Typo? Sie ist starr, wie die Denke eines Kaczynski. Die Bildmarke? Die geschlossene Form steht kurz vor der Beliebigkeit. Googelt doch einmal nach Sonnenblume. Es gibt tausende Motive einer geschlossenen Sonnenblume. Die offene Sonnenblume in Kombination mit der kursive Typo aus Entwurf 1 ist, so weit ich weiß, einmalig. Stefan, deshalb schwimmt es ganz und gar nicht in der Masse mit.

    Was heißt denn schon “verwaschen”? Ein Entwurf, der bei den meisten der Delegierten Zuspruch gefunden hat und zudem formal alle Kriterien erfüllt, kann nur aus einer Sichtweise als “verwaschen” gelten, nämlich aus der eines Designers. Genau darin liegt aber die möglicherweise größte Herausforderung eines Kommunikationsdesigners. Die Aufgabe heißt nicht: Überführe Deine zukunftsweisenden Ideen in eine einzigartige Formsprache, sondern: Liefere unter Berücksichtigung der Vorgaben die bestmögliche Lösung FÜR DIE SACHE UND FÜR DEN KUNDEN. Das dies nicht immer die ausgefeilteste Gestaltung oder gar etwas Originäres entstehen lässt, ist nun einmal ein Umstand, mit dem wohl jeder Gestalter leben muss.

    Ebenso wenig zu vernachlässigen ist das Symbolhafte des Logoprozesses bei den Grünen. Viel wesentlicher als die Frage welche Typo zum Einsatz kommt, ist der Umstand, dass es durch alle Gruppierungen und Verbände hindurch Zuspruch erhalten muss. Es muss von der breiten Masse “gemocht” werden. Darin sehe ich nichts Schlimmes. Es ist eine Vorgabe(und Herausforderung), der man als Designer Rechnung tragen muss. Was nützt einem denn als engagierter Designer eine ausgefeilte Form, wenn sich einige Ortsverbände aufgrund fehlenden Zuspruchs ein eigenes Logo basteln?

    Eben genau WEIL es nicht zukunftsweisend in seiner Formsprache ist, oder bewusst anders als sein Vorgänger sein will (wie der Entwurf der Hirschen) hat es große Chancen die nächsten 20 Jahre zu überstehen.

  3. @Achim: das wird es so wohl auch. Klar, du hast ja auch recht.
    Aber: “die breite Masse” war eigentlich nie die Zielgruppe der Grünen. Und dass eine kursive Futura in versal weniger statisch ist als die Typo in Vorschlag 2, wage ich zu bezweifeln. ;) Und ja, ich gebe zu, meine Kritik wurzelt auf persönlichem Geschmack. Sorry.

  4. Ich frag mich die ganze Zeit, ob dieser grüne Kasten jetzt zum Logo dazu gehört, oder nur als Hintergrund gemeint ist. Was passiert mit dem Logo, wenn es zum Beispiel auf einem Foto steht…?

  5. [Zitat]”Liefere unter Berücksichtigung der Vorgaben die bestmögliche Lösung FÜR DIE SACHE UND FÜR DEN KUNDEN. Das dies nicht immer die ausgefeilteste Gestaltung oder gar etwas Originäres entstehen lässt, ist nun einmal ein Umstand, mit dem wohl jeder Gestalter leben muss”[/Zitat]

    Jawohl, das klingt so richtig und so schön nach Schulbuch – aber einmal mehr ist es das beste Rezept für kränkliches Mittelmaß. “Berücksichtigung der Vorgaben”… welche Vorgaben waren das?
    Ich finde das neue Logo spröde, stumpf, altbacken. Was für ein Rückschritt.

  6. Magst Du uns auch sagen warum es spröde, stumpf, altbacken und ein Rückschritt ist? Woran lieber ink, machst Du das “kränkliche Mittelmaß” fest? Was ist überhaupt in Bezug auf ein Logo für die Grünen “Mittelmaß”? Glaubst Du tatsächlich nur avantgardistische Lösungen erfüllen ihren Zweck?
    Etwas nur “gut” oder “schlecht” zu finden, mag ja durchaus eine Berechtigung haben. Ohne eine Begründung oder einen Beleg erscheint solch eine Aussage aber eher kraftlos, findet Du nicht?

  7. Also es ging mir hier wirklich um die Sache, nicht um das Abqualifizieren Deiner Meinung. Da hab ich nicht den richtigen Ton getroffen, Entschuldigung.

    Das mit der “avantgardistischen Lösung” hast Du mir aber jetzt in den Mund gelegt. Von Avantgarde hab ich nicht gesprochen. Aber auch solides Handwerk sieht in meinen Augen anders aus.Welche Belege für die Mittelmässigkeit des Logos soll ich da bringen… da reichen doch zwei Augen, schaut euch das Logo an. Diese Typografie, lieber Himmel, die war vielleicht mal zeitgemäß als die Grünen noch mehr Bewegung und weniger Partei waren. Und von der Typografie lebt das Logo nun mal… die Positionierung der offenen (eigentlich schönen) Sonneblume reißt da auch nichts mehr raus. Dem Logo geht jegliches Profil, jeglicher Charakter ab, den das alte Logo in all seiner Unvollkommenheit wenigstens noch ein bisschen vorzuweisen hatte.

    Du schreibst, dass das Logo auf breiter Basis Gefallen und Zuspruch erhalten muss. Ja, natürlich, das muss der angestrebte Idealfall sein. Das muss aber nicht bedeuten, dass deswegen die breite Masse dazu befragt und zur Abstimmung geladen werden soll. Das ist ein ganz grundsätzliches Problem und hat was mit Kompetenzen und Qualifikation zu tun. Diese ganze Logofindung erscheint mir als eine ziemlich verkorkste Angelegenheit.

    Irgendwer schrieb hier, dass gutes Design keine Basisdemokratische Angelegenheit ist. So polemisch und überheblich das klingen mag, es ist wahr. Welches Selbstverständnis haben wir eigentlich noch von unserer Arbeit?

  8. > jeglicher Charakter ab, den das alte Logo in all seiner Unvollkommenheit wenigstens noch ein bisschen vorzuweisen hatte
    Klar, das neue Signet zeigt wahrlich nicht das Optimum aber hier noch einmal das alte “Logosammelsorium” hochzuhalten kann es ja auch nicht sein. Ich hätte es auch interessant gefunden, wenn man die alte Typo (Frankfurter Medium) in einem Entwurf fortgeführt hätte. Von wegen “Verlässlichkeit und Kontinuität”. Macht sich dann aber in den Präsentationen schlecht, wenn man den Schriftnamen nennt. “Futura” klingt einfach schöner… ;)

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