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Buchvorstellung: Designprojekte gestalten

Designprojekte gestalten – Damit Kreativität gewinnt – und sich auszahlt
Designprojekte gestalten – Damit Kreativität gewinnt – und sich auszahlt, Quelle: Verlag Hermann Schmidt

Dass ein Designprozess nicht nur das reine Entwerfen beinhaltet, werden Kreativschaffende nur zu gut wissen, wenn sie schon einmal mit einer zu knappen Deadline, einem zu engen Kostenrahmen oder einem unerwartet  hohen Abstimmungsaufwand zu tun hatten. Katrin Niesen, die 25 Jahre in führenden Design- und Branding-Agenturen tätig gewesen ist, hat den Designprozess selbst zur Gestaltungsaufgabe erklärt und liefert mit ihrem Buch „Designprojekte gestalten“ ein Werkzeug, das jedem Designprozess Struktur verleiht. Im dt wird das Buch vorgestellt und ein Exemplar verlost.

Ein Designprojekt umfasst weit mehr als lediglich die reine Gestaltung, Designer wissen das. Projektplanung, Designanalyse, Ideenfindung, Gestalten, Präsentation und Projektarbeit sind Teilbereiche ebene jenes Prozesses. Für Katrin Niesen stellt die Designanalyse das Fundament im gesamten Designprozess dar. Entsprechend ausführlich widmet sich Niesen im Buch dieser Disziplin. Denn im Gegensatz etwa zum kreativen Brainstorming erlaubt eine solche Analyse eine kompetente Bestandsaufnahme, welche im weiteren Prozess zu Designkriterien und nachvollziehbaren Empfehlungen führt die, wie die Autorin in „Designprojekte gestalten“ ausführt, als Sprungbrett für die eigentliche Kreation dient.

Vor der Kreation steht die inhaltliche Auseinandersetzung. Erst nach einer substanziellen inhaltlichen Auseinandersetzung, die auch eine Recherche einschließt, können Entwurfsarbeiten so angegangen werden, dass die Ergebnisse der einzelnen Entwurfslinien, Niesen nennt diese Designrouten, tatsächlich auch im Einklang mit der Zielvorgabe stehen. Wichtig ist hierbei, so die Autorin, frühzeitig „zu selektieren und von Makro zu Micro zu arbeiten“, um so den Workload (Arbeitspensum)zu reduzieren. Wer schon früh intensiv an Details arbeitet, verliert womöglich die Zielsetzung wie auch den Zeitplan aus den Augen.

Das Buch richtet sich, wie es in der Einleitung heißt, an Gestalter, die Gefahr laufen, sich im immer komplexer werdenden Designalltag zu verlieren und in eine kreative Blockade zu geraten. Wer Zeitdruck und Stress als Rahmenbedingungen quasi zwingend benötigt, um sein kreatives Potenzial entfalten zu können – eine innerhalb der Branche durchaus weit verbreitete Auffassung –, für den ist das Buch womöglich nicht das Richtige. Wer sich jedoch Unterstützung wünscht, um mit stetig steigenden organisatorischen Anforderungen, den oftmals geringen Zeitrahmen, knappen Budgets sowie steigenden Effizienzerwartungen besser zurecht zu kommen, findet in dem Buch eine lohnenswerte Lektüre.

Im Buch werden Fragen beantwortet wie: Wie plane und kalkuliere ich ein Projekt? Wie agiere ich sinnvoll, wenn der Zeitplan von Anfang an zu eng ist? Wie führe ich eine Designanalyse durch und komme zu klaren Empfehlungen? Wie gelingt eine gute Design-Strategie? Wie überzeuge ich Auftraggeber von mutigen Lösungen? Das Thema Präsentation (Wie präsentiere ich meine Arbeit?) wird im Buch nur sehr kurz behandelt. Hierzu gibt es entsprechende Fachliteratur, die diesem Aspekt ein eigenes Buch widmet.

„Designprojekte gestalten“ gibt zweifellos, so mein Eindruck, gute und wertvolle Impulse, den eigenen Designprozess zu strukturieren. Da sich die Arbeitswelt fortwährend verändert, würde ich sagen, dass das Buch durchaus auch für erfahrene, seit Jahren selbstständig arbeitende Kreativschaffende Anregungen bereithält. Wer frisch aus dem Studium kommt, sollte sich die Lektüre schon längst nicht entgehen lassen.

Zu guter Letzt noch eine Anmerkung zum Schreibstil, Stichwort gendergerechte Sprache. Ich empfand es tatsächlich – zur Abwechslung – mal wieder als sehr angenehm, beim Lesen nicht permanent darauf aufmerksam gemacht zu werden, dass es weibliche wie männliche Gestalter, Designer, Manager, Meister, Planer und Auftraggeber gibt. Wer in der Designszene tätig ist und sich für das Buch interessiert, weiß das selbstverständlich. Autoren, egal in welchem Genre sie tätig sind und welches Geschlecht sie haben, sollte die Freiheit zugestanden werden, sich so ausdrücken zu können und dürfen, wie sie es für richtig und passend empfinden. Das dazu.

Haptik und Gestaltung des Buches sind in bewährter Qualität – typisch Verlag Hermann Schmidt eben. Da der meiste Text im Buch bronzefarbenen, leicht schimmernd angelegt ist, bietet es sich an das Buch vielleicht nicht am Abend auf der Couch, sondern tagsüber an einem Platz am Fenster mit ausreichend Licht zu lesen.

Basisdaten zum Buch

Titel: Designprojekte gestalten – Damit Kreativität gewinnt… und sich auszahlt
160 Seiten
durchgehend in zwei Sonderfarben gedruckt (bronze und violett)
Format 15 x 23 cm
Fadengeheftetes Flexcover mit Lesebändchen
Preis: 29,80 €
Alle Details zum Buch unter typografie.de

Designprojekte gestalten – Damit Kreativität gewinnt – und sich auszahlt
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Verlosung

Ich verlose mein Rezensionsexemplar. Schreibe bitte bis zum 17. März 20:00 Uhr in einem Kommentar, warum Du dir das Buch zur Unterstützung Deiner Arbeit wünschst. „Kontroll-Freaks“ dürfen ebenso gerne mitmachen wie „liebenswerte Chaoten“ ;-)

An der Verlosung teilnehmen können alle dt-Leser. dt-Leser mit einer Mitgliedschaft, die an dieser Stelle einen Kommentar hinterlassen, haben eine drei mal höhere Gewinnchance.

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Dieser Beitrag hat 38 Kommentare

  1. Ohja, neue Prozesse aufbauen. Zukünftige Projekte abbilden und nachvollziehbar machen. Dafür wäre ne Lektüre von nöten. Gerne, bitte – danke. :)

  2. Ich würde mir das Buch wünschen, um auch manchen Kunden/Interessenten den Unterschied zwischen Design und Dekoration besser veranschaulichen zu können.

  3. ***************************************

    Ich habe soeben die Verlosung durchgeführt. Über ein Gratisexemplar freuen darf sich…

    Thomas

    Ich wünsche Dir viel Spaß mit der Lektüre!
    Allen Anderen herzlichen Dank fürs Mitmachen!

    ***************************************

  4. Ich leite eine Team aus Projektleiter:innen und Designer:innen und häufig ist hier meine Aufgabe mehr den Prozess als das Produkt zu gestalten.
    Da wären ein paar theoretische Denkanstöße sicherlich super interessant.

  5. So frisch nach dem Studium wünscht man sich den ein oder anderen Leitfaden zur Orientierung. Mir würde es denke ich sehr helfen Prozesse vertieft zu verstehen, um dann praktisch voll durchzustarten:)

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