Skip to content

Airport Nürnberg – wo Albrecht Dürer als „Frequent Traveller“ abhebt

Der Flughafen Nürnberg, nach Fluggästen in Deutschland derzeit auf Platz zehn rangierend, legt sich im Zuge einer für 2015 geplanten Marketingoffensive einen neuen Namen sowie ein neues Logo zu. Die Umbenennung von „Airport Nürnberg“ zu „Albrecht Dürer Airport Nürnberg“ ist Teil eines Entwicklungskonzepts, mit dem der hoch verschuldete Flughafen wieder auf Kurs gebracht werden soll. Anlass vor Freude abzuheben gibt das bislang Präsentierte allerdings nicht.

Sinkende Passagierzahlen und ein anwachsender Schuldenberg haben den Nürnberger Flughafen in den vergangenen Jahren immer tiefer in die roten Zahlen rutschen lassen. Die Stadt Nürnberg und der Freistaat Bayern sahen sich veranlasst, dem Flughafenbetreiber mit Krediten in Höhe von 70 Millionen unter die Arme zu greifen. Gelder, mit denen auch das Erscheinungsbild modernisiert werden soll. Eigenen Angaben zufolge erwarte man für das laufende Jahr erstmals seit 2010 wieder die Zahl von 4 Millionen Passagieren zu erreichen.

Sichtbares Zeichen der Umgestaltung ist nicht nur ein dezent modifiziertes Signet, das weiterhin ein in einem Kreis eingeschlossenes „N“ als Bildmarke vorsieht, auch die im Webauftritt des Flughafens erstmals integrierten Marken-Unterseiten signalisieren ein verändertes Selbstverstä…

Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 33 Kommentare

  1. Ein wie immer sehr gut geschriebener Artikel. Mir macht es Freude nicht nur Meckerkritiken lesen zu können, sondern auch welche, die Hand und Fuß haben, ordentlich begründet sind und von jemandem geschrieben wurden, der weiss was er schreibt. Bitte weiter so Herr Schaffrina!

    So viel Zeit für Lob muss sein.

    Es ist einfach nicht mehr die Zeit Marken zu “Greenwashen” … wobei hier “Imagewashing” vermutlich eher zutrifft. Prominente und hinkende Konzepte sind heute keine hinreichenden Stützpfeiler und Begründungen mehr um derartiges zu rechtfertigen. Ein Logo ähnlich einem Albrecht Dürer Signet und als “Flughafen” bezeichnet wäre an dieser Stelle angebrachter um die alten Werte zu zeigen, als ein nach längst überholter Manier gestaltetes Ding das nicht einmal ein neues Logo der Marke Nivea sein sollte.

    1. Volle Zustimmung. Aus dem “AD” (Albrecht Dürer) hätte man eine modernisierte Version mit “AN” (Airport Nürnberg) machen können. Hier wäre zumindest das “Airport” gerechtfertigt gewesen. Wäre dann auch naheliegend und selbst ohne die Wortmarke für die meisten Leute als “Dürer-Stil” erkannt worden. Oder gibt es da womöglich Markenrechte, die nicht verletzt werden durften?
      Naja, allgemein wurde wohl wiedermal nich lange und gut genug nachgedacht, sondern einfach wieder etwas unter Druck rausgepresst. Da entsteht meistens nur Brei… Sehr schade!

  2. Ich habe etwas gebraucht um statt einer amplitudenähnlichen Welle ein “N” zu erkennen. Ohne Artikel und Überschrift zu lesen hatte ich etwas wissenschaftliches erwartet. Etwas besser wäre es sicherlich geworden, wenn man den Neigungswinkel des alten Zeichens aufgegriffen hätte. An die beiden Ü’s kann ich mich einfach nicht gewöhnen.

    Die Deutung “entspannt abheben” ist offensichtlich aus der Luft gegriffen oder im Nachhinein als Deutung formuliert worden. Entspanntes abheben impliziere ich mit einem sanften Aufstieg und nicht mit einer Berg- und Talfahrt. Selbst wenn der linke Teil des “N” die Landung darstellen soll, würde ich dann doch lieber, oder gerade deswegen, mit dem Auto fahren wollen.

Kommentare sind geschlossen.

An den Anfang scrollen