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Stadt Nürnberg führt neues Erscheinungsbild ein

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Stadt Nürnberg Logo

Die Stadt Nürnberg ändert ihr Stadtlogo und führt – aus Kostengründen nach und nach – ein neues Erscheinungsbild ein. Anfang der Woche wurde das zukünftige Design im Rahmen einer Präsentation vor ca. 100 potentiellen Anwendern aus allen Geschäftsbereichen der Stadt vorgestellt. Die neue Wort-Bild-Marke ersetzt das seit 1993 existierende Erkennungszeichen der Stadt und soll zur besseren Erkennbarkeit der Marke Nürnberg beitragen. „Uns geht es vor allem darum, die Marke Nürnberg zu stärken. Die Bürgerinnen und Bürger, aber auch Besucher und Unternehmen sollen klar erkennen: Immer dort, wo das Markenzeichen mit der reduzierten Burgsilhouette und dem Stadtnamen ,Nürnberg‘ draufsteht, steckt auch ein Angebot oder eine Leistung der Stadt Nürnberg dahinter“, so Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly.

Vorausgegangen war ein fast zwei Jahre andauernder Prozess, an dessen Ende nicht nur ein neues Markenzeichen sondern ein komplettes Designsystem steht, das in der Gestaltung zum einen ein hohes Maß an Flexibilität ermöglicht, zum anderen aber jederzeit die Wiedererkennbarkeit der Marke sicherstellt.

Stadt Nürnberg Logos

In der Gegenüberstellung von altem und neuem Logo ist sehr schön zu erkennen, wie sperrig das bisherige Stadtlogo in Bezug auf die Darstellung war. Die stark horizontale Ausprägung hat so manchen Laien wie Kreativen gleichermaßen vor Probleme gestellt. Auch deshalb ist das alte Logo im Rathaus unter den wenig klingenden Bezeichnungen „Krokodil“ und „Lokomotive“ bekannt.

Mit der sukzessiven Einführung des neuen Corporate Designs will die Stadt sich nach außen und in ihren Publikationen insgesamt einheitlicher darstellen. Bislang fehlte eine stringente Designvorgabe für die Stadt und ihre Verwaltung, viele Dienststellen hatten eigene Erscheinungsbilder entwickelt. Umso wichtiger war es, die unterschiedlichen Referate in den Designprozess mit einzubeziehen und ihre individuellen Anforderungen zu berücksichtigen.

Die Kosten der Umstellung werden mit bislang 100.000 Euro beziffert (Quelle: nordbayern.de). Verantwortlich für das Redesign ist die Braunschweiger Agentur wirDesign, die sich in einer bundesweiten Ausschreibung gegen 140 Firmen durchsetzten konnte.

Status Quo

Anwendungsbeispiele / CD-Vorgaben

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47 Kommentare

  1. Mir will noch nicht so recht einleuchten, was an diesem Logo für Wiedererkennbarkeit sorgen soll… Es fehlt die Idee, das besondere Etwas, die Einzigartigkeit. Silhouetten und vollfarbige Flächen (insbesondere in Rot) hat man in kommunalen Erscheinungsbildern wohl schon zuhauf gesehen.

    Der Sinn der unterschiedlichen Liniendicke erschließt sich mir auch nicht und ich frage mich, ob der echte Burgturm auch so unsymmetrisch erscheint.

    Bleibt abzuwarten, wie sich das neue Erscheinungsbild in den ersten Umsetzungen macht.

    Grüße aus Bonn

  2. Ganz provokant …Was ist daran neu? naja wenn der Kunde es so will, dann wird es auch so gemacht. Ich kann mir auch vorstellen, dass während dieses Entscheidungsprozess eine Menge Leute befriedigt werden mussten, was zu einer wenig innovativen Lösung geführt hat.

    Mich interessiert das ganze in der kompletten Umsetzung, Geschäftsausstattung, Orientierungssysteme etc.

    PS.. eine SPD-Nähe lässt sich nicht verhehlen :)

  3. Das ist wieder ein perfektes Beispiel für einen beratungsresitenten Kunden mit zu vielen Entscheidern. Der alte Spruche “Zu viele Köche verderben den Brei” wird wohl nie unmodern werden. Mich würe interessieren, wie das Konzept von wirDesign ursprünglich ausgesehen hatte. Denn eigentlich machen die Braunschweiger schon auch hübschere Sachen.

    Bei aller Kritik muss man natürlich anmerken, dass es durchaus eine positive Entwicklung ist. Diese Querformatlogo ist ja derart sperrig, dass dieser Schritt in jedem Fall nötig war.

  4. Ja, mir kommt es auch so vor, als wäre dieses Ergebnis der “goldene Mittelweg” gewesen – und der eigentliche Vorschlag der Agentur war wesentlich forscher. Wie man sich so aber gegen 140 andere durchsetzt und dann doch ein verwaschenes Logo ohne Charakter herauskommt – tja… Sorry für die harsche Kritik, aber so kommt es bei mir an: verwechselbar, charakterlos, altbacken (der negative Bruder von “traditionell”).

  5. Ich bin auch gespannt, wie die Anwendungen dann ausschauen. Das neue Logo gut zu integrieren scheint mir auf den ersten Blick zwar einfacher als das horizontal ausgerichtete alte Logo – aber besonders einfach wird es nicht. Man betrachte mal die Fotos der Vorstellung auf Nürnberg.de genauer..

    Das kuriose daran ist ja, dass das Logo – mehr oder weniger in dieser Form – bereits vor gut einem Jahr vorgestellt (oder zumindest gezeigt) wurde (siehe nordbayern.de).

    Das neue Logo ist sicher ok, aber herausragend finde ich es nicht, dazu ist die Kombination von Typo, Sillouette und roter Flächer irgendwie nicht ausgewogen genug. Es wirkt m. M. nach immer noch ein wenig zu sehr wie ein Banner, denn als Logo.

  6. Im Vergleich zum bisherigen Logo wirklich eine Verbessung, allene weil es nun wesentlich kompakter und damit leichter einzusetzen ist.

    Allerdings nerven mich die Stadtsilhouetten inzwischen wirklich.
    Sehr schön finde ich hingegen wie die Strichstärke der Silhouette langsam ansteigt was einem erst auffällt wenn man Linienbeginn und Ende vergleicht

  7. Außer der Beseitigung des ganz offensichtlichen Problems des alten Logos (zu breit) ist eigentlich nichts geschehen. Der Schriftzug wurde unter die Burg geschoben, fertig. Der Rest ist rein handwerkliche Minimalaufhübschung (über die man sich formal streiten kann). Soll die Linie eine Art ein Kardiogramm sein? Alte Gemäuer und trotzdem am Puls der Zeit?

    Als ich damals zum ersten Mal von der Ausschreibung gehört habe, fand ich das Thema sehr herausfordernd und habe mich gefragt, was Nürnberg – wo ich lange gelebt habe – wohl außer “wir haben hier eine Burg” charakterisieren könnte. Nach Meinung der Verantwortlichen offenbar nichts. Schade, inhaltlich ein Armutszeugnis für Nürnberg. Mit viel Aufwand eine Chance vertan.

  8. Wirkt sehr angestaubt und altbacken – gerade wenn man sieht, was Städte wie Melbourne auffahren. Schade um die vertane Chance, sich ein moderneres Erscheinungsbild jenseits der Burgromantik zu bemühen.

  9. Eine Stadtsilhouette für ein Stadtlogo zu verwenden ist nahe liegend und auch in Ordnung – wenn auch nicht sehr auffällig. Mir gefällt die Zunahme in der Strichstärke. Nur den Stadtnamen hätte ich nicht in Versalien (Futura o.ä.?) gesetzt. Die Spitzen des N ergeben eine unangenehme Gegenrichtung.

  10. Es gibt Aufträge, bei denen will der Klient kein «neues» Logo – selbst wenn die Designer oder Berater dies vorschlagen – sondern nur eine Art Politur. In letzter Zeit kommt dazu eine mitunter etwas paradoxe Logik, Relaunches zu starten, die zwar neu sein sollen, aber möglichst unauffällig – in Zeiten leerer Kassen wirkt es halt nicht gut, sich ein teures Redesign zu verpassen. Also macht man ein Redesign (das ja nicht billiger wird, nur weil es nicht neu aussieht), das aber möglichst eng am Vorbild bleibt. Ich halte diese «Wasch mich aber mach mich nicht nass»-Strategie für eine versäumte Chance, weil keine Erneuerungsimpulse und vor allem keine Chance, grundsätzlich über die eigenen «inneren Werte» nachzudenken gegeben ist.

    Aber klar – bei 140 «Ausschreibungs»-Anfragen, einem evtl. Pitch und zahlreichen Entscheidern ist klar, dass wirDesign selbst bei den besten Absichten einfach (leider!) nicht in der Position ist, Change Management zu begleiten oder Umdenken zu entfachen, sondern für einen wahrscheinlich schon vorher klar umrissenen Job angeheuert wird und diesen versucht, souverän und sauber umzusetzen. Verloren hat in diesem Fall der Auftraggeber, der die Designer vielleicht zu spät ins Boot holt, oder der in seinem Denken zu befangen ist, um sich zu redefinieren und strategisch zu hinterfragen und neu aufzustellen.

  11. Erster Gedanke: »That’s soooooo 90ies«.

    Sprich: Es sieht aus wie jedes x-beliebige Stadtlogo, dass so in der 90er Jahre Logo-Flut über uns kam. Stadtsilhouette, Name, fertig. Mal mit geraden Linien, mal mit stilisierten Pinselstrichen. Bevor ich das »vorher/nachher« bei der Logo-Gegenüberstellung gelesen hatte, dachte ich im ersten Moment, es handele sich um eine Ergänzung, wie das Logo auf Briefbögen oder Flyern platziert werden sollte o.ä.
    Abgesehen davon, dass es freilich mehr Platz spart, ist das neue Logo genauso antiquiert wie das vorherige.

  12. Nachgedanke:
    Ganz schön, wenn man diese Site liest, wie die Artikel zusammenpassen, weil sich das Theater Mannheim gerade von genau dieser Logik trennt (Architektur, rot, Name) und Stuttgart zeigt, wie es – trotz einiger spürbarer Kompromisse – eben doch etwas besser geht, indem man überlegt ob eine Stadt als soziales Gefüge nicht mehr sein kann als ein paar Häuser ;-D.

  13. Ich finde es gut. Ist keine überragende Idee, aber die Umsetzung ist sauber und sicherlich sehr flexibel einsetzbar, ganz im Gegensatz zum Vorgänger-Logo. Aber das Ausschreibungen mit 140 Teilnehmern überhaupt erlaubt sind, wundert mich dann doch. Weiß übrigens jemand, welches das Gebäude im alten Logo ganz links ist, welches es nicht ins neue Logo geschafft hat?

  14. Angesichts der neuen Medien: Ich merke immer mehr, dass es ein Fehler ist, CD oder schlimmer noch «Branding» vom Alltag zu entkoppeln. Wenn ich Muster sehe – sei es für Druckmedien oder Screenmedien – auf denen «Hier steht eine Headline» steht, wird mir etwas bang. Auftraggeber haben die seltsame Angewohnheit, Büro A mit dem CD und Büro X mit den Alltagsmedien zu betrauen, wobei X dann mit dem Design von A halt klarkommen muss, anhand eines Brandbooks, Styleguides oder wie immer man das nennen will. Abgesehen davon, das 80% dieser Guides in der Praxis niemandem weiterhelfen und Design zu einer starren, untoten Angelegenheit von mittlerem Management und «an Regeln halten» herunterdefinieren, entstehen so Medien, die ich gern «Template»-Design nenne. Die sehen alle etwas gleich aus, weil alle Sorten von kurzer oder langer Headline gehen muss, weil das Bildmateriel zwar vage vorgegeben, aber irgendwie eben auch egal sein muss, und am Ende hat man eine Art Powerpoint-Template, das man schlechter und mal besser ist, meist vor allem aber eher gleichförmig und fade.

    Dem kann man nur begegnen, indem die Firma, die das Erscheinungsbild macht, dieses auch mindest ein Jahr umsetzen und implementieren muss. Nicht begleiten, machen. Das wird jeder halbwegs guten Studiokultur entgegenkommen, macht eine andere Budgetierung des CD an sich möglich, bindet Studio und Auftraggeber viel angenehmer und erzeugt den Druck, ein CD zu bauen, dass man SELBST auch ein Jahr lang anpacken mag und nicht einem anderen Büro vor die Füsse knallt :-D. Und das ein Jahr oder mehr Zeit hat, zu wachsen, korrigiert zu werden, zu entstehen. Ich hab so derart gute Erfahrungen mit diesem Prozess, dass ich mich wundere, warum immer noch Frontal-CD gemacht wird, wo a priori ganz offenbar sein muss, dass es in der Praxis nicht gut funktioniert und die Nachkorrektur fast schon um die Ecke liegt. Es hilft zudem bei der Ausschreibung, weil nicht alle Büros in Konzeption UND Umsetzung gut sind. Am Ende geht es ja nicht nur um ein Logo und ein paar Basics, sondern auch um Word-Formulare, Stempel, Wandzeitungen, Intranets, Signaletiken, Veranstaltungsplakate, Broschüre, Booklets und und und – zahllose kleine Medien, die aus der Adlerperspektive leider gern vergessen werden, die du aber auf dem Radar hast, wenn du sie später selbst machen musst :-D.

    Das vermeidet den Trend zu austauschbaren Rastern und «freien Flächen», die dafür sorgen dass von der Post über Banken bis zur Kleinstadt inzwischen überraschend viele CDs so ähnlich sind wie WordPress-Templates.

  15. in einer nahen tageszeitung (NZ) war letztens eine story – genau über dieses thema – und dort haben die sämtliche logos aller großstädte aufgereiht und und haben darum gebeten selbst zu prüfen, welches logo denn als erstes ‘bemerkt’ wird. und siehe da: es war tatsächlich dieses neue nürnberg-logo. ansonsten “gerät alles zu einer lachnummer” (Zitat NZ), weil man 100.000 euro für eine farbkorrektur ausgegeben habe…

  16. Dem kann man nur begegnen, indem die Firma, die das Erscheinungsbild macht, dieses auch mindest ein Jahr umsetzen und implementieren muss.

    Das ist ein schöner Gedanke, der allerdings nur bei kleineren Unternehmen zum Tragen kommen könnte, denn größere Unternehmen verfügen meist über eigenes Kreativpersonal, das bei solch einem Vorgehen zunächst einmal Däumchen drehen würde.
    Allerdings kann man sich nur dafür aussprechen, dass verantwortliche Kreative möglichst lange eingebunden werden, sodass diese beratend und evaluierend den Umstellungsprozess begleiten. Denn klar ist: mit Vorstellung des neuen Designs und Freigabe eines Styleguides fängt die Arbeit für das Unternehmen, in diesem Fall die der Stadt, erst richtig an.

  17. @+t2:

    weil man 100.000 euro für eine farbkorrektur ausgegeben habe…

    Oben steht »Die Kosten der Umstellung werden mit bislang 100.000 Euro beziffert«. Nur wer kann denn sagen, was alles in diesem Geld enthalten ist. Sollten sie allen Agenturen, die bei der Ausschreibung dabei waren, nur 500 € Aufwandsentschädigung für die Entwicklung des Pitch-Vorschlags gezahlt haben (wobei ich mal davon ausgehe, dass die erst eine engere Aushwal gemacht haben), wären das schon 70.000 Tacken.

    Solche großen Zahlen werden gerne erwähnt, um zu demonstrieren wie die Stadt Geld zum Fenster rauswirft. Aber wenn man Design, Abwicklung und alle anderen Posten sowie Nutzungsrechte usw. zusammennimmt kann es bei so einem umfangreichen Projekt schon mal in die sechsstellige Richtung gehen.

  18. Für mich sieht es aus, als würde Nürnberg in Flammen stehen.
    Ich verstehe das konzeptionell auch nicht mit der zunehmenden
    Strichstärke. Sieht alles sehr wackelig und unruhig aus.
    Die Typo passt aber sehr schön zur Bildmarke.

  19. So wie ich das sehe soll die Markenklammer randlos gedruckt werden. Was bei professionell gedruckten Werken kein Problem ist, sorgt im Verwaltungsalltag bei Kleinstauflagen garantiert für Verdruss. Viele Laserdrucker drucken immer noch mit Rand. Also muss entweder das Logo angeschnitten oder ein weißer Rand drumherum. und schon ist das schönste Gestaltungsraster für die Katz.

  20. >denn größere Unternehmen verfügen meist über eigenes Kreativpersonal
    Okay, gutes Argument – wenn es eine Inhouse-Grafik gibt, sollte man aber einen festen Zeitraum kooperieren, führen, gemeinsam bewerten und zur Not sogar einen Mitarbeiter vor Ort haben. Was ja oft genug auch der Fall ist – oft genug aber auch nicht, überraschenderweise, weil der Auftraggeber das nicht will und Kosten vermeiden will – obwohl genau durch solche Dinge eher Geld gespart wird. Eine gute Implementierung ist die wichtigste Sache, finde ich immer. Und wenn man als Designer weiß, dass man in dieser Phase noch an Bord ist, antizipiert man Probleme ganz anders, weil sie so oder so kommen – also macht es dann Sinn, VORHER alle möglichen Dinge abzuklopfen und viel Gespräche zu führen, Konsens zu schaffen, Möglichkeiten abzuklopfen, Probleme zu beseitigen.
    Und wenn ich für jedesmal wo einem Auftraggeber Dinge erst quasi NACH der Einführung auffallen, zehn Euro kriegen, ich könnte mir ein Schloß am Strand bauen. Das ist auch völlig normal und richtig so. Insofern plädiere ich bei CD – ob groß oder klein – immer für eine gemeinsame öffentliche Betaphase. Ich bin aber andererseits auch immer sehr dagegen, neues Erscheinungsbild so groß als Presseevent aufzuziehen – lieber leise und nachhaltig neu kommen :-D.

  21. Hmmm… das CD Ist mir in dieser Form ein wenig zu generisch und beliebig. Ich verstehe den Ansatz, es möglichst offen und die eigene Stadtmarke dezent zu halten. Das Ergebnis könnte aber genauso gut für einen regionalen Energieversorger, für eine Bank oder für ein Gesundheitszentrum herhalten. Die Markenklammer (alternativ auch Spannungsbogen oder Spannungsbalken genannt) ist schon x-mal da gewesen und nun wirklich nicht neu. In diesem Fall hat sie wie von Winteretti angemerkt auch Schwächen im Bezug auf die spätere Anwendung von Normalsterblichen …

    … Und deshalb geht nichts ohne die Mitarbeiter. Die interne Akzeptanz entscheidet über die Wirkung nach außen. Die Stadt Nürnberg hat genau das bei der Entwicklung ihres neuen Corporate Designs berücksichtigt.

    Da kann man nur zustimmen und das Einbeziehen der Stadtmitarbeiter begrüßen (das Einbeziehen der Mitarbeiter sollte im übrigen bei jedem Auftrag Pflicht sein, weil es das Corporate Design auch NACH der Übergabe am Leben hält und somit entscheidend verbessert…).
    Um einen etwas plumpen Vergleich zu spannen: Das bessere Essen bekommt man aber immer noch, wenn ein (kleines) Koch(-team) seine Kompetenz am Kochkopf ausspielen kann. Oder schmeckt die TK-Pizza von Dr. Ö. besser als die selbstgemachte Steinofenpizza beim alteingesessenen Italiener um die Ecke?…

    Corporate Design ist mehr als eine Wort-Bild-Marke…

    Auch richtig. Klingt bei Betrachtung dieser Wort-Bild-Marke aber nach einer Entschuldigung. Ein durchdachtes Corporate Design und eine STARKE Wort-Bild-Marke schließen sich nämlich nicht aus, sondern sind das, was man als Ergebnis erwartet, wenn man hohe Ansprüche ans Design stellt. Hier lese ich raus: “Ja, wir wissen es… das Logo ist nicht so dolle, aber dafür meckert auch niemand.”

    Ich bin dennoch gespannt auf die weitere Umsetzung des Corporate Designs. Seine finale Stärke erhält es tatsächlich durch die sich mit dem Design befassenden Personen im Stadtumfeld.

  22. Ich finde es passt als Weiterentwicklung des alten Logos mit einem Rahmen der die Bereich ganz gut unter ein Dach stellt. Vielleicht war mehr auch nicht gefragt? Man sollte abwarten, wie sich das im Stadtbild so macht und dann beurteilen.

  23. Als olle Ex-Nürnbergerin (jetzt München) gebe ich auch mal meinen Bratwurstsenf dazu.

    @ Shawi
    SPD-Nähe?
    Das Rot ist nicht wegen der SPD, die in Nürnberg unter Ex-OB Schönlein zugegebenermaßen sehr lange dran war. Und nach CSU-Intermezzo mit OB Maly wieder mit einem SPD-Mann dabei ist.

    Das Rot stammt einfach nur aus der mittlealterlichen Franken-Heraldik (rotweiße Zacken von oben).

    Für Nürnberg war es sicher ein langer innerer Weg, zu diesem homogenisierten Zeichen zu kommen. Da ich die Nürnberger und ihre Mentalität etwas kenne: bodenständig und manchmal bieder und detail-pusselig. Dafür dann aber auch wieder zuverlässig und treu. Der Mittelfranke macht es sich nie einfach, er schuftet. Warum hat er aber so viele Agenturen gescreent, das ist doch (eitler?) Wahnsinn. 140! Aber so sans: fleißig. Aber viel hilft halt nicht viel.

    Zum Logo:

    Würde es als Vignette betrachten, nicht als Logo.
    Die unterschiedlichen Strichstärken der “Burg”-Linie mit dem Sinwell-Turm wirken dennoch etwas unglücklich. Wie wenn ein Kardiogramm entgleist bis zum Rand in Richtung Herzklabaster. Und dann das Papier ausgeht.

    Ja, bieder ist es. Neue Idee ist keine drin.
    Sie haben nun mal nur ihre Kaiserburg, ihre Mittelalter-Stadtmauer fast ganz herum um die Altstadt, ihre Bratwörscht auf Kraut und ihre Mittelindustrie (Spielzeug, Stifte). Und Tourismus. Der Tourismus ist eng an die Burg und das mittelalterliche Stadtbild geknüpft. Er ist für Nürnberg − neben der Gewinnung von Unternehmen − ein wichtiger Faktor. So banal wie einleuchtend. Wer Nürnberg mal außerhalb des Christkindlmarkts besucht hat, weiß das. Es ist eine sehr schöne Mittelalterstadt, genau deswegen wird sie geliebt und international stark besucht.
    (Die Reichsparteitage und das Zeppelinfeld natürlich nicht zu verschweigen.)

    Daher ist die Burg niemals gar nie nicht verkehrt und ein hypermodernes kristallines, architekturales “N” bzw. “M” wie bei Melbourne wäre overdosed, nicht der richtige Weg.

    Der Wörder See ist noch im Angebot, er ist nett aber zu klein, man ist nicht Genf.

    Fränkische Bratwörscht^^ sehe ich auch nicht im Logo, obwohl sich der Bratwurst-Röslein an der Burg oben sich sicher drüber freuen würde. :-) Also bleibt die Burg. Wenn man nicht das Gebäude der MAN oder Siemens an der Tannerstraße nehmen will …, halt das letztere is zu nah an Fürth …

    Ich hätte mir halt nur eine frechere Umsetzung der international bekannten Burg-Linie gewünscht als nur dicker werdende Strichstärken. Sieht aus wie eine Übung aus alten Rapidograph-Zeiten, als ich in Nürnberg noch Student war (seufz!, ach war das toll mit Rapidograph, Tusche und Reißschiene …)

  24. Also ich muss sagen, von “neu” oder gar “erfrischend” sehe ich bei diesem Entwurf rein gar nichts.

    Ich denke dieser Logo ist ein Verbrechen und Rausschmiss von Steuergeldern! Ich meine ja nur, dass Nürnberg – wie so viele Deutsche Großstädte – auf der einen Seite Ausgaben und Unterstützungen einstampfen oder kürzen muss, dann aber den Größenwahn besitzt, für 100.000 Euro ein neues Logo entwickeln zu lassen, dass “nur” eine geringfügige Weiterentwicklung des Alten ist in meinen Unwissenden Augen.

    Weiterhin finde ich es eine ziemliche Frechheit, dass, wenn man schon wie Nürnberg, eine Hochschule von mindestens nationalem Niveau in der Stadt hat (Ohm-Hochschule) UND mit der Akademie der bildenden Künste auch noch eine weitere Ausbildungsstätte, die eher künstlerische Entwürfe bringen könnten, und die Fachhochschule Ansbach ist jetzt auch nicht so weit weg (dort gibt es auch einen Grafikdesign Kurs). Und all diese aufgezählten Grafik(studenten) hätten es mit Sicherheit für weit weniger Geld (wahrscheinlich deutlich besser) gemacht…

    Interessant auch, dass die neubelogote “Welt”stadt Nürnberg aktuell wieder einmal darüber nachdenkt, die Sperrzeit abermals auf 2 Uhr (am Wochenende auf 3 Uhr) zurückzusetzen. Riecht Ihr auch eine versteckte Gegenfinanzierung für das verkorkste Stinkteure neue Logo?

    http://www.curt.de/nbg/index.php?option=com_content&task=view&id=3369&Itemid=43 Bericht des Stadtmagazins curt

    In München geht man da anders vor… OB Ude sieht sich vor Ort um in der Nachtgastronomie, spricht mit diesen und versucht die Probleme der Wirte zu verstehen…

    PS: @ Peter:
    Das Gebäude, welches es nicht in das neue Logo “geschafft” hat, könnte die Mauthalle sein. Oder die Jugendherberge, die sich in der Burg befindet…

  25. @ Daniel H. @ Peter:

    Da sieht man mal wie schlecht das alte in seiner Aussage war: Das Gebäude ist selbstverständlich die Kaiserburg, das Konglomerat im Logo stellt die BURG dar. Von Norden gesehen….

    Steht nicht oben, dass die komplette Umsetzung oder CD 100000 gekostet hat? Ich denke das wurde in der Presse falsch dargestellt.

    @Daniel H.: Dein Kommentar ist etwas “plakativ” und am Designthema vorbei? Ich bin froh, dass man Profis an eine solche Arbeit lässt (Auswahl aus 140 Agenturen) vielleicht isses auch ein Vorteil wenn jemand nicht aus Nürnberg stammt und eine Aussensicht beisteuert. wirDesign macht doch ganz schicke Sachen und hat Erfahrung mit CD-Entwicklung. Mir gefällt die Umsetzung und ich bin schon froher Erwartung wie das in Nürnberg aussehen wird.

  26. …ich persönlich finde das alte – von der Silouette her – klarer: Blick über Nürnberg
    Im neuen Logo sieht der rechte Turm durch den Anschnitt aus, als würde er brennen. Auch die zunehmende Linienstärke verstärkt das.

    Die Platzierung der rechteckigen roten Fläche auf verschiedenen Medien ist einfacher, als mit dem schlauchförmigen alten Logo.

  27. Warum das ganze an eine Agentur aus Braunschweig vergeben wird ist mir schleierhaft. Hier in Nbg gibt es namhafte Agenturen und auch noch gute Agenturen mit kreativen Köpfen die davon Ahnung haben. Das ganze wirkt abgekupfert und erinnert doch stark an Siemens. Hätte man lieber eine Art Wettbewerb oder Showroom gemacht mit Bewertung.

  28. @Andi Angenommen Du wärst der Kunde und das von wirDesign entwickelte Konzept hätte Dich nicht nur überzeugt, sondern vollkommen begeistert. Würdest Du tatsächlich ein weniger stimmiges Konzept vorziehen, nur weil die hierfür verantwortliche Agentur aus der Region stammt? Nicht wirklich, oder?

  29. Der Vollständigkeit halber – das Thema neues Logo und Tradition hatten wir hier ja schon ein paar mal:
    Wenn ich mich richtig erinnere gab es mal ein Nürnberg Logo, das ungefähr so aussah:

    Auch wenn’s arg 70ert – so daneben fand ich das gar nicht:

    Im Gegensatz zu den hier diskutierten Logos transportiert dieses Nürnberg-Logo eine ganze Menge vom alten, und zwar abstrakt, ohne abzubilden oder zu historisieren. Aus dieser Sicht meiner Meinung nach um eine ganze Ecke origineller.
    Aber halt schon lange gesehen und eventuell leider einfach abgenutzt…

  30. Weil das hier gefragt wurde: beide Logos zeigen die Burg von Südwesten oder Südosten, so dass Sinwellturm und Fünfeckturm sich fast überdecken. Beim neuen Logo ist ein Gebäude weggefallen, dabei handelt es sich um den Palas (ohne t) mit dem Heidenturm. Wäre über dem Schriftzug wohl zu unruhig geworden. Die Mauthalle steht übrigens mitten in der Altstadt. :)

  31. […] Sytuacja mnożenia znaków w nieskończoność ma swoje dobre strony, o ile to można tak nazwać, czyli zaspokojenie kreatywności, na każdym poziomie, i jednocześnie łatwiejszego utożsamiania się, w ramach mniejszego przedsięwzięcia, z takim znakiem. Problemem zaczyna powstawać gdy poszczególne szczeble jednej organizacji zaczynają tworzyć własne warianty czy po prostu nowe znaki. To akurat jest także problemem  uczelni wyższych i rządów. Z punktu widzenia miasta, jako całości, tworzy się chaos informacyjny i wizualny, a przeciętny człowiek ma problem z wyodrębnieniem i przypisaniem tego co miejskie, miastu podlega, a co nie miejskie, co jest z miastem powiązane, a co nie. Powstaje problem kodowania takiej ilości znaków, w naszym bezpośrednim otoczeniu, i w efekcie przesyt. Jak to wyglądało, w małym wycinku, widać na fotce zaczerpniętej z Design Tagebuch. […]

  32. Ich finde, hier wird zu negativ über das neue Logo gedacht. Ein Stadtlogo bleibt sicher für mindestens 15 Jahre erhalten, da ergibt es wenig Sinn, Experimente zu machen oder etwas zeitgeistiges, was in 5 Jahren niemand mehr sehen kann.

    Die breiter werdende Linie macht es etwas dynamischer als das alte, weniger breit ist es auch und das ganze CD, das drumherum erstellt wurde, ist schlüssig und scheint mir gut anwendbar.

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