Linotype zündet neue Stufe bei Webfonts

Linotype Webfonts

Linotype schaltet in Sachen Webfonts einen Gang höher. Das im Mai gelaunchte Webfonts-Portal bietet seit gestern über 7.000 Schriften zur Auswahl an und führt Bezahl-­Abonnements für Agenturen und Webdesigner ein. Anders als bei den von Fontshop vertriebenen Webfonts, die jeweils eine Einmalzahlung vorsehen und in der Grundlizenz (500T pi) bei 40 Euro starten, entrichtet man bei Linotype eine monatliche Nutzungsgebühr, die sich nach der Zahl der Seitenaufrufe richtet.

Das kleinste Standard-Webfonts‐Abo gibt es für 9 Euro pro Monat. Es beinhaltet insgesamt 250.000 Seitenaurufe für eine beliebige Anzahl an Domains. Die Professionell-Webfonts‐Version startet ab einer monatlichen Gebühr von 90 Euro für insgesamt 2,5 Millionen Seitenaurufe, ebenfalls auf einer unbegrenzten Anzahl an Domains. Erst in diesem Paket ist der Download jeder verfügbaren Schrift möglich, um etwa vor Live-Gang des Webprojekts auch Entwürfe mit den ausgewählten Schriften anzulegen.

Weiterhin stehen rund 2.200 Schriften bereit, die sich gratis in das eigene Webprojekt implementieren lassen, sofern diese denn nicht mehr als 25.000 Seitenaufrufe pro Monat produzieren. Die Zahl der Seitenaufrufe lässt sich deshalb sehr leicht beziffern, da die Schriften allesamt auf externen, von Linotype betreuten Servern liegen, was freilich Vor- und Nachteile hat. Vorteil: man muss die Schrift nicht erst installieren. Nachteil: Webseiten bedienen sich mehrerer Quellen, was unter Umständen den Seitenaufbau beeinträchtigt. Wir reden hier über ca. 20-150 KB, die pro Schrift zusätzlich geladen werden. Übrigens stehen auch diese 2.200 Schriften als Download zur Verfügung.

Ich habe mich einmal im Webfonts-Portal angemeldet und mir darauf hin eine eigene statische Testseite angelegt: Darstellung von Webfonts. Hier ist überall meine Hausschrift DIN im CSS hinterlegt, rein um das Prinzip zu testen. Dabei habe ich auch festgestellt, dass die CSS-Anweisungen nicht zu 100% überschrieben werden. In der Testseite ist die Schrift innerhalb der Navi weiterhin Arial, obwohl diese eigentlich hätte überschrieben werden sollen. Bei der Integration des Code-Schnipsels spielt es offenbar keine Rolle, ob man ihn zwischen den <head> oder den <body> tag packt. Hier gibt es im nachfolgend aufgeführten Tutorial und im Admin-Bereich widersprüchliche Angaben.

Derzeit gibt es im Portal außer Englisch keine Sprachauswahl. Die Preise sind lediglich in US-Dollar angegeben. Ein Termin für eine deutschsprachige Umgebung steht noch nicht, es wird aber daran gearbeitet. Auch die Usability der Admin-Umgebung ist noch ausbaufähig. Das Stöbern nach Schriften gestaltet sich doch etwas schwierig, da die Filterfunktionalität keine Mehrauswahl erlaubt.

Wie man die Schriften in die eigene Website integriert, zeigt das folgende Video-Tutorial (5:25min).

28 Kommentare zu “Linotype zündet neue Stufe bei Webfonts

  1. Extensis, der Hersteller von Suitcase bietet mitlerweile mit WebINK auch eine Webfont-Lösung an, die auch auf dem Abo-Modell aufbaut. Beim Kauf vom neuen Fusion 3 bekommt man aktuell 1 Jahr gratis.

    Das ist hier der Vollständigkeit halber evtl. eine Erwähnung wert.

    PS: Habs noch nicht getestet, aber wird wohl ähnlich funktionieren.

  2. @Achim – Das ist ja mal was ganz Neues. Ich denke, so pauschal lässt sich die Behauptung wohl kaum halten, denn wenn Server A gerade am Limit ist, hingegen Server B, auf dem sich das Gros an Daten befindet, ordentlich arbeitet, verzögert sich der Aufbau, da der Zugriff auf Server A eingeschränkt ist. Oder liege ich da jetzt vollkommen daneben?

    Was Tim schreibt, ist richtig. Stichwort Performance bzw. Content Delivery Network bzw. die Fähigkeit der Browser, eine bestimmte Anzahl paralleler Downloads von einer Domain zu verarbeiten. Daher werden Bilder, Stylesheet usw. bei Seiten wie amazon oder ebay von eigenen Domains (amazon-images.com, ebaystatic.com usw.) ausgeliefert. Falls du ein wenig Infos zum Thema brauchst, schaust du dir mal die Best Practices an.

    Wenn ein Server hingegen am Limit ist, dann hilft dir auch ein CDN nichts.

  3. Zum Thema, wo das externe CSS eingebunden werden soll. In der ursprünglichen Beta-Phase der WebFont-Software war es noch »scheinbar« egal. Auch jetzt wäre es logisch egal. Aber…

    dennoch ist es immer zu empfehlen solche Daten im Head-Bereich reinzuladen:
    1. semantisch ist dies der korrekte Weg
    2. ist es schneller, denn der Browser kann den HTTP-Request früher setzen und auswerten und somit das CSS parallel zum Seitenaufbau laden.

  4. weiß zufällig jemand wieviel es kostet, wenn man ca. 6 mio seitenaufrufe pro monat hat? multipliziert man dann einfach mit 20? wird’s teurer oder billiger? darf man dann die fonts auf eigenen servern ablegen?

Kommentar verfassen

Folgende HTML-Elemente können verwendet werden: <b> <i> <img src="meineurl"> <a> <blockquote>