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Kritik an red dot design award und an Peter Zec

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Kritik an Red Dot Design Award

Eine Gruppe von Designern, die unerkannt bleiben möchte, übt seit kurzem öffentlich Kritik an Peter Zec sowie an dem von ihm initiierten „red dot design award“. Zec ist Kommunikations- und Designberater, er war Präsident des internationalen Dachverbandes der Industriedesigner ICSID (International Council of Societies of Industrial Design) und eben auch Initiator des red dot award. Der red dot award dürfte selbst vielen Menschen ein Begriff sein, die wenig bis nichts mit Design zu tun haben. Seit 1954 vergibt das Design Zentrum Nordrhein Westfalen Preise „für herausragendes Produktdesign“. Im Jahr 2000 kam der Bereich communication design hinzu. Dieser international anerkannte Designpreis gilt gemeinhin als eine der begehrenswertesten Auszeichnungen weltweit.

Die anonyme Designergruppe kritisiert auf der kürzlich gelaunchten Website red-dot-design-award.com Peter Zec und die Vergabemodalitäten des Designpreises. Damit die Identität der kritikübenden Personen im Verborgenen bleibt, wurde die Domain mittels Whois Privacy Protect registriert, einem Service, der dafür sorgt, dass kein namentlicher Eintrag in die Whois-Datenbank bei ICANN erfolgt. Die Initiatoren, die unter dem Pseudonym „Design-Kommando“ agieren, haben mich dieser Tage per E-Mail angeschrieben, worauf ich sie bat, einige Fragen zu beantworten.

Was konkret werft Ihr Peter Zec bzw. dem red dot award vor?

Design-Kommando: Peter Zec hat mit dem red dot design award die Designbranche in Geiselhaft genommen. Wer glaubt, bei red dot sei gutes Design entscheidend für die Prämierung einzelner Produkte, der irrt. In Wahrheit entscheidet einzig und allein das für die Preisvergabe an red dot bzw. Peter Zec bezahlte Geld.

Letztlich sind es die Konsumenten, die durch die willkürliche Prämierung und Kennzeichnung mit dem roten Punkt in die Irre geleitet werden und somit das Vertrauen in Design als wertbestimmendes Merkmal von Produkten verlieren.

Was wollt Ihr mit der Website erreichen?

Design-Kommando: Red-dot-design-award.com ist ein von Design-Enthusiasten betriebenes Blog, das über die hässliche Wahrheit hinter dem bekannten red dot design award des sogenannten “Designberaters” Peter Zec informieren will. Unser Ziel ist es, zu zeigen, mit welcher Beliebigkeit der red dot design award vergeben wird und wie dies der Glaubwürdigkeit der gesamten Designbranche schadet. Designer und Konsumenten dürfen sich dies nicht länger gefallen lassen.

Warum erhebt Ihr die Kritik aus der Anonymität heraus?

Design-Kommando: Wer bei Peter Zec und dessen zweifelhaften Methoden an Kiezgrößen und Charaktere aus Mafiafilmen denkt, liegt nicht ganz falsch. Wer den Mut aufbringt und sich mit derart skrupellosen Personen anlegt, muss seine Identität schützen.

Wäre es der Sache und der Diskussion nicht förderlich, wenn die Identität der kritikübenden Personen eindeutig wäre?

Design-Kommando: Peter Zec schadet nicht einzelnen Personen, sondern dem Ansehen der gesamten Designbranche. Red-dot-design-award.com ist das Sprachrohr einer Bewegung, die sich gegen den Ausverkauf des Designs durch den red dot design award auflehnt. Einen Personenkult, wie ihn Peter Zec betreibt, wollen wir bewusst vermeiden.

Wie viele Personen stehen hinter dem Projekt?

Design-Kommando: Wir vertreten alle Design-Enthusiasten.

Die Ansprache auf der Website ist ja sehr direkt, sehr offensiv. Habt Ihr nicht die Befürchtung, dass ihr mit diesem Ansatz Menschen eher verschreckt, als dass Ihr sie für Eure Sache gewinnt?

Design-Kommando: Eine klare Botschaft bedarf einer klaren und unmissverständlichen Sprache. Wir zeigen eine Auswahl von Produkten aus den aktuellen red dot design yearbooks für Produktdesign, deren zweifelhafte Preiswürdigkeit durch die dafür vorgebrachten und teils absurd-hilflosen Begründungen auf skurrile Weise unterstrichen wird. Daraus ergibt sich eine offensive Komik, die zum Nachdenken anregen soll.

Welchen Stellenwert hat der red dot award in Euren Augen?

Design-Kommando: Der red dot design award ist käuflich und somit unglaubwürdig.

Welchen Stellenwert hat Design für Euch?

Design-Kommando: Als Design-Enthusiasten richten wir unsere gesamte Wahrnehmung, unser Denken, Handeln und Fühlen auf Formen und Formgebung aus.

Design betrifft nicht nur Designer, sondern ist zugleich Initiator und Spiegel des Zeitgeists. Design prägt den Habitus einer jeden Kultur. Design-Preise dienen der Orientierung für dieses kollektive Handeln. Es wäre daher eine Sünde, diese kulturelle Prägung einem käuflichen System wie Peter Zecs red dot design award zu überlassen.

Habt Ihr selbst schon einmal einen red dot award erhalten?

Design-Kommando: Nein und nein, danke! Übrigens: Einen red dot erhält man nicht, man erkauft diesen bei Peter Zec.

Hier geht es zur Aktionswebsite der Designergruppe:
[Update: 11.06.2012] Die Website wurde vom Netz genommen (siehe Kommentar)

[Update 20.06.2012] Mittlerweile ist bekannt, dass die Domain red-dot-design-award.com aufgrund einer einer richterlichen Anordnung durch Peter Zec vom Netz genommen wurde. Der Inhalt wurde auf die neue URL www.designkommando.org übertragen.

Natürlich kann und will ich die Vorwürfe samt Interview nicht einfach so im Raum stehen lassen. Ich möchte versuchen, sie einzuordnen.

73 Kommentare

  1. Zu den Vergabemodalitäten des Red Dot kann ich nicht viel sagen, es bräuchte schon einen Juror, der die Abläufe offenlegt. Hilfreich ist es jedoch, im Vorfeld ein gutes Verhältnis zum Design-Centrum NRW au´fzubauen, z.B. indem man mal einen der Mitarbeiter von Herrn Zec ins eigene Büro zu einer kleinen Betriebsbegehung einlädt.
    Dies wirft sicherlich einige Fragen auf.
    Der Red Dot ist ein Preis, der eine Marketingfunktion besitzt. Fast jeder kennt ihn, er unterstützt Kaufentscheidungen, Designbüros verhilft er zu neuen Kunden, da er oft der einzige Designpreis ist, den die Mitarbeiter in den Marketingsabteilungen der Unternehmen kennen und wertschätzen. Er bringt sicher mehr als eine Urkunde vom TDC.
    Auch wenn die Initiative der “anonymen Enthusiasten” etwas pennälerhaft daher kommt – die Fragen, die gestellt werden sind generell die richtigen. Nämlich, ob der Red Dot wirklich ein Indiz für “wahrhaftige” Designqualität ist, oder ob er stattdessen nur jährlich eine große Preiswurst produziert.

  2. Aber ist doch bei all diesen Preisen das Gleiche. Die Jurys bestehen immer aus alten Hasen aus der Branche die sich seit Ewigkeiten kennen und die sich die Preise selbst verleihen. Einmal Red Dot, ADC oder IF immer Red Dot, ADC und IF.

  3. Nicht in meinem Namen!
    Obwohl ich ein Design-Enthusiast bin, vertritt das Design-Kommando mich nicht. :-)
    Ich entscheide nach meinem Willen und nicht nach irgendeinem Designpreis. Ein Designpreis ist für mich nur eine Aufforderung, dem Produkt einen zweiten Blick zu gönnen, mehr nicht.
    Das Design-Kommando scheint in dem Interview aber die Wirkmacht eines »red dot« genauso hoch anzusetzen wie die Verleiher dieses Preises. Es ist eine fast schon rührende Vorstellung, daß der Kunde automatisch das awardede Produkt kauft. Gerade Desing-Entusiasten haben ihre eigene Meinung. Im Gegensatz zu Kunden, die sich keine eigene Meinung in Punkto Design zutrauen. Nur für letztere wäre der »red dot« ein Kaufkriterium. Also hat sich das Design-Kommando die falsche Zielgruppe gesucht. Daher sieht das für mich wie die übliche Koalition der Nieausgezeichneten, Neider, Konkurrenten und Quertreiber aus.
    Auf jeden Fall sind die Nörgeleien auf deren Blog ganz witzig für ein verregnetes Wochenende.

  4. Der Wert des Red-Dot Awards wurde ja in der Öffentlichkeit schon länger diskutiert. Mir wurde einst zugertragen dass ein Professor in Offenbach so ziemlich jeden seiner Studenten durch den Red-Dot-Award schleusen kann.
    Der Wert dieser Auszeichnung lasse ich jetzt einfach mal dahingstellt.
    Die Informationen die das Design-Kommando liefert finde ich jedoch wenig informativ aufbereitet und auch sprachlich wenig ansprechend. Das ganze erinnert mich eher an eine Propaganda-Aktion, bei der hinter jeder Ecke Design-Mord und Verrat vermutet wird. Wer wirklich aufklären möchte, der liefert sachliche Informationen mit dessen Hilfe man sich eine Meinung bilden kann (außer man richtet sich an ein US-Publikum und heißt Michael Moore).

  5. Als jemand der selbst schon an je einer red dot bzw. iF-Preisverleihungen teilgenommen hat, kann ich bestätigen, dass dort Masse vor Klasse geht und die Veranstaltungen vor allem ein riesen Geschäft für ihre Ausrichter sind. Beide Male kamen wir (und die mitgereisten Kunden) uns als Otto-Normal-Preisträger nicht wirklich ernstgenommen vor. Der Großteil der Auszeichnungen wird dort ja nicht mal wirklich offiziell übergeben (wohl weil es sonst kaum möglich wäre, diese Mengen an einem Abend abzuarbeiten), weshalb sehr viele der Preisträger (die dieses Spielchen schon kennen) nicht mal anwesend sind.

    Das Problem existiert also (und zwar nicht nur bem Red Dot). Aber wahrscheinlich muss man sich im Zeitalter rein quantitativer Agenturenrankings in Page & Co nicht wundern, wenn es nicht mehr darum geht, unabhängig und objektiv die wirklich herausragende Arbeiten auszuzeichnen, sondern einfach nur möglichst viele Punkte für irgendein Ranking zusammeln. Die Masse dieser sog. Designpreise ist eher ein bezahltes Produktsiegel (wie das Biosiegel oder der Grüne Punkt) als eine Auszeichnung.

    Als Designer oder Agentur muss man sich entscheiden, ob man bei diesem Rattenrennen mitmacht und viel Geld und Zeit (es gibt Agenturen die beschäftigen ganze Abteilungen nur für die Awardeinreichungen) in dieses System investiert, oder sich ganz raushält, weil man (unabhängig von der Qualität der eigenen Arbeit) allein aus finanziellen Gründen in den Rankings eh nicht konkurrenzfähig.

    Die Art und Weise wie dieses selbsternannte Design-Kommando aber konkret den red dot und Peter Zec aufs Korn nimmt, legt aber die Vermutung nahe, dass hier jemand eine Rechnung offen hat und seine Privatfede vergesellschaften möchte. Mit dieser kindischen Kampagne wird man das Designpreissystem in Deutschland sicher nicht verändern können!

  6. Alle Jahre die gleiche Debatte. Da geht mein Respekt an Juli Gudehus, die es nicht bei Kritik belassen hat, sondern einfach gleich ihren eigenen Award ausgerufen hat und nun zeigen kann (und wie ich sie kenne, wird), was man anders und vielleicht besser machen kann.

    Wir haben mit nodesign in den vergangenen Jahren immer mal wieder if, red dot und andere Sachen mitgemacht, nicht weil es Kunden bringt (das passiert zumindest bei uns nicht), sondern aus Daffke – oft einfach, weil uns die Sachen gefielen und wir glauben, dass es unseren Auftraggebern etwas zurückgibt, ihnen zeigt, dass zumindest *irgendwer* zu schätzen weiß, dass Sie uns eine etwas längere Leine gegeben haben, dass Design sich eben doch lohnt. Die Schilderchen und Urkunden, die da kommen, senden wir meist sofort an die Auftraggeber, wir sammeln sowas nicht. Auf der Site ist es schön, darauf hinzuweisen, aber nicht essentiell – wir glauben manchmal sogar, dass es Kunden vergrault («Wer so viel Preise hat, ist doch zu teuer für uns…»). Wenn du bei sowas mitmachst, sollte es aus Spaß sein. Mir ist egal, ob wir gewinnen oder verlieren. Und beides war schon der Fall. Wettbewerbe ernst zu nehmen ist schlecht für den Kopf: entweder nimmt man sich zu wichtig (wenn man gewinnt) oder man kriegt Selbstzweifel (wenn man verliert). Wenn man das Geld hat und mitmachen kann, sollte man es einfach als kleinen Spaß/Luxus machen, nicht zuviel drüber nachdenken. 2010/11 haben wir kaum an Awards teilgenommen, zu viel zu tun und privat auch zu viel Zeug, das sehr viel wichtiger war als die Designwelt.

    Grundsätzlich aber aus der Position eines mehrfachen Teilnehmers:

    – Wir haben bisher gewonnen und verloren. Man kauft sich nicht ein. Wettbewerbe kosten Geld, um die Druckkosten, Präsentation usw zu tragen und natürlich weil es auch ein Geschäftsmodell ist (deshalb gibt es ja inzwischen so viele von den Dingern). Sprich: Teilnehmen und Gewinnen kosten Geld, sicher. Aber man «kauft» sich nicht ein, denke ich. Ebensowenig wie an einer guten Privatschule die Studiengebühr garantiert, dass man einen guten Abschluss kriegt. Und: Niedrigere Gebühren würden denn Wettbewerbsmarkt NICHT verbessern, sie würden nur mehr Amateure anziehen. Für Studenten gibt es gesonderte Wettbewerbe (und fast alle etablierten wie TDC/ADC usw bieten Studentenarbeiten inzwischen Raum), aber für eine halbwegs solide laufende Agentur sollten die Kosten für Wettbewerbe tragbar sein – es sei denn, man räumt ZU viele Preise ab, dann werden die Doppelseiten rasch heftig. :-D.

    – Ich habe nie Besuch vom RedDot gehabt – eigentlich leider. Ich mag das Museum und den RedDot durchaus, auch wenn mir die Veranstaltung an sich immer etwas zu steif angelegt ist und ich der Kritik, dass die Bände von if und RedDot langsam aber sicher bibeldick werden teile – der TDC-Annual bringt mir da durchaus mehr Inspiration. Aber zumindest uns – wir sind natürlich nicht Strichpunkt oder Meta – ist nie irgendwas bei irgendeinem Wettbewerb untergekommen, was auch nur halbwegs nach Kickback oder Bestechungsversuch klänge.

    – Niemand ist gezwungen, bei Wettbewerben mitzumachen. Niemand. Und wenn niemand mehr mitmachen würde – ergo sich oder seinem Büro einen Vorteil verspricht bzw es bessere Alternativen gibt – werden schlechte Awards untergehen. Das man Wettbewerbe langsam aber sicher unter einer vagen Kosten-Nutzen-Relation vergleichen kann und muss, ist richtig (und da gibt es ja Ansätze). Dass Ranking, das auf solchen Wettbewerben basiert, etwas albern ist, auch richtig ist, weil natürlich Großagenturen und klassische Werber, die im Design etwas wildern hier viel mehr Stuff einreichen können, weil mehr Kunden und Angestellte als ein 5-20-Mann-Laden im klassischen Design. Aber die Kritik sollte fundiert und sachlich sein, und sich nicht an einer Person festmachen, das ist Schulhof-Niveau und persönlich rufabschneidend, ohne Beweise vorzulegen. Schon rein rechtlich ein dünnes Eis – und vielleicht eben deshalb auch anonym formuliert.

    – Und das ist eigentlich der Breaker – im Web ist es so einfach, anonym alles und jedes zu schreiben und es führt zu einer Art Web-Tourette. Geht mir ja auch so, nur mache ich es nicht anonym und muss zumindest zu dem Zeug stehen, dass ich irgendwann mal geschrieben habe. Wer anonym postet, keine Beweise liefert, und bei der Frage was Design ist nicht über Phrasendreschen hinaus kommt – dem vertraue ich einfach nicht. Wenn morgen Martin Fengel, Sascha Lobe und Olaf Leu mit zehn anderen schreiben, der iF sei eine Mafia – dann hat das mehr Gewicht. Und selbst, wenn es keine etablierten Designmacher sind, würde ich Namen und Gesichtern, die man einordnen kann, mehr Vertrauen. Es gibt Situationen, da ist Anonymität ein Vorteil, dies ist keine davon – das schlimmste, was passieren könnte wäre ja, keinen RedDot mehr zu gewinnen :-D.

    Deshalb der Aufruf, liebes Design-Kommando (schon der Name!): Butter bei die Fische und Klartext reden, mit eigenem Namen und bitte mit plausiblen Argumenten und Beweisen und nicht mit Dildos und Mafia-Sprüchen. Dann können die Betroffenen auch reagieren – und müssten es dann auch. Sich einzubringen und über die Qualität von Design und Wettbewerben, Design-Presse und -Buchmarkt zu diskutieren macht in dieser kleinen Branche (jede kleine Brache ist etwas inzüchtig, oder?) absolut Sinn, man muß es nur eben mit offenem Visier machen, sonst hat es keinen Wert sondern ist trolling. Und geht nach hinten los. . .

    So ist es nämlich bei all der Anonymität und Nebligkeit doch eher so, dass ich hier eine (dann allerdings GENIALE) Viral-Kampagne FÜR den RedDot vermuten würde. :-D

  7. Auch wenn mir beim Besuch des red dot museums in essen hin und wieder ungläubig der kiefer aufklappt und ich dem Komitee des red dot einen gewissen Apfelfetisch unterstelle (okay, im Vergleich zu anderen Exponaten relativiert sich das auch wieder…) – bei gewissen Fallbeispielen der red dot Kritiker habe ich den Eindruck, dass diese das entsprechende Produkt lediglich aus der zugegeben Aussagebefreiten Lobhudelei des red dot Kataloges kennen. Oberflächlichkeit gegen Oberflächlichkeit – bravo Leute!

    Ich danke Achim Schaffrinna für den Artikel und seine Stellungnahme!

  8. Auf der »Regeln«-Seite wird es dann endgültig albern:

    »Bitte respektieren Sie die Meinungen anderer und verzichten Sie in Ihren Kommentaren auf pauschale Herabwürdigungen, Beleidigungen oder diskriminierende Kommentare jeglicher Art.«
    Quelle: http://www.red-dot-design-award.com/regeln/

    In meinen Augen indiskutabel, diese grundsätzlich sinnvolle Auseinandersetzung substanzlos und aus der Anonymität heraus anzustoßen. (Oder wir fallen wirklich gerade, wie HD schon geschrieben hat, auf eine brilliante Kommunikationsmaßnahme des red dot selber hinein ;-) )

  9. Ich finde das Niveau dieser “Kritiker” ziemlich bedenklich, es klingt eher als wollen sie diesen Peter Zec so oft wie möglich beleidigen anstatt sich kritisch mit den Preisträgern bzw. den eingereichten Arbeiten auseinander zu setzen. Scheint eher ein persönlicher Zwist zu sein anstatt einem angeblichen Klüngel…

  10. “Der red dot design award ist käuflich und somit unglaubwürdig.”

    Es hätte nur dieses Satzes mit einem Verweis zu den Einreichbedingungen bedurft. red dot bzw. iF-Award sind nicht dotiert, sie kosten 2.000 bzw 3.000 EURO. So ist es nicht verwunderlich, daß auch das Schleckerlogo “prämiert” wurde. Echte Gewinner sehen anders aus.

  11. Erfahrungsbericht:
    Die Vermutung, man könne nur an Designpreisen teilnehmen, wenn man bereit ist, einen gewissen Geldbetrag zu zahlen, stimmt. Allerdings – so meine Erfahrung als Gewinnerin – wird der 1. fällige Betrag (die Teilnahmegebühr) für den Verwaltungsaufwand und der 2. Betrag (der nur im Falle eines Gewinns gezahlt werden muss) für die Produktionskosten des Buches und vermutlich das Ausrichten der Preisverleihung verwendet. Das ist der übliche Ablauf …
    Immerhin muss ein Büro angemietet werden, in dem an die 6.000 Einreichungen lagern, dann gibt es immer zwei bis drei nette junge Damen und Herren, die telefonisch und elektronisch Fragen rund um den Preis beantworten, ein renommierter Designer schlägt sich mit der Gestaltung des Buches herum und so weiter …
    Ich versichere, dass im Zuge der Wettbewerbsteilnahme und Preisverleihung des red dot 2009/10 niemand an die (kleine, weniger bekannte) Agentur, für die ich damals als Art Direktorin tätig war, herantrat und anbot, gegen Geld Awards zu erkaufen.
    Insofern erschienen mir die Wettbewerbsabläufe und -kosten damals als nachvollziehbar und gerechtfertigt.

    Die Verwunderung über die 4,5 Kilogramm, die das red dot Jahrbuch 2009/10 auf die Waage bringt, haben in der Agentur dann allerdings auch Anlass zum Nachdenken gegeben …

  12. Diese Form der Kritik ist unter jeder Gürtellinie, alleine die Anonymität wäre Grund genug diesen selbst ernannten Enthusiasten jegliche Wahrnehmung zu verweigern, aber auch die Form der Kritik auf der Webseite kommt im Niveau nicht über Mobbing-versuche von Pubertierenden hinaus.

    Ich finde es sehr, sehr enttäuschend dass hier im DT diese Form der neuen “Internet Freiheit” propagiert wird. Hier wird ohne jeden stichhaltigen Beleg eine Person und ein Unternehmen diffamiert und beleidigt. Die sehr bewusst gewählte Anonymität dürfte wohl er in der Angst vor (berechtigter?) Strafverfolgung begründet liegen als in den eher fantasiert wirkenden “Mafiösen” Kreisen.

    Unabhängig vom Wahrheitsgehalt der Vorwürfe oder der Fragwürdigkeit solcher Wettbewerbe: Ich weigere mich zu akzeptieren dass uns das Internet in mittelalterliche Rechtsverhältnisse zurückwirft, in denen Menschen im Schutze der anonymen Masse meinen das Recht in Ihre Hand nehmen zu müssen, andere anprangern und mit mit Dreck bewerfen.

  13. @ Achim Schaffrinna:
    eine kurze Frage zu den von Dir genannten Zahlen der Einreichungen und Auszeichnungen – wie kommst Du darauf, dass etwa jede 5. Arbeit 2011 im Bereich Communication Design ausgezeichnet wurde? Es gab 6.468 Einreichungen, von denen 608 einen red dot erhielten. Weitere 78 Arbeiten erhielten einen best of the best, davon waren 10 die grand prix sieger.
    Sind es nicht eher 10% Prozent aller Einreichungen, die ausgezeichnet wurden statt der von Dir genannten 20 Prozent?

  14. Jürgen, ich bin ein großer Freund von Echtnamen, das habe ich oftmals betont. Kritik nur deshalb generell zu verurteilen, weil sie aus der Anonymität heraus erfolgt, halte ich für sehr bedenklich. Es gibt gute Gründe, die im Bedarfsfall FÜR die Anonymität sprechen. Vermeidung von Strafverfolgung zählt für mich dazu. Guttenplag wäre ohne die Anonymität der Autoren bereits nach wenigen Tagen gestorben. Dafür hätten die von Guttenberg bestellten Anwälte sicherlich schnell gesorgt. Das nur generell.

    Ich halte es in diesem Fall für ganz wichtig, die Aktions-Website und die darauf erhobenen Vorwürfe nicht unkommentiert zu lassen. Wenn mit Dreck, Eiern oder Schuhen geworfen wird, dann kann ich nichts negatives darin erkennen, die Werfer zur Rede zu stellen. Im Anschluss kann sich jeder sein eigenes Bild machen. Das ist ein ganz normaler Prozess der Meinungsbildung, der, so mein Eindruck, gerade in der Designbranche viel zu selten erfolgt.

    Eine Branche, die sich nur selbst feiert und Kritik per se ablehnt, so sie denn anonym erfolgt, braucht sich nicht wundern, wenn sie von Anderen nur milde belächelt wird.

    @Hendrik
    Danke, die Zuordnung der Sparten war falsch. Richtig lautet es nun: Etwa jede fünfte eingereichte Arbeit erhielt 2011 eine Auszeichnung im Bereich product design, in der Sparte communication design ist es etwa jede zehnte Arbeit, die einen red dot erhielt.

  15. Danke, Achim.

    Weil meine Frage wäre nämlich, ob Ihr es wirklich für ein Mißverhältnis haltet, wenn 90 Prozent der Einreichungen leer ausgehen und 10 Prozent prämiert werden? Ich kann daran nichts Auffälliges oder Bedenkliches feststellen.

  16. Einziger Zweck dieser Website ist die Diffamierung von Peter Zec und seines Unternehmens. Sie wird nicht von „enthusiastischen Designern“ oder, wie hier naiv übernommen wurde, “einer Gruppe von Designern” gemacht, sondern von einer Person, die offenkundig tief von Herrn Zec verletzt wurde (und die jetzt viel Zeit hat).

    Wer der legitimen Meinung ist, Produktwettbewerbe dürften keine Gebühren erheben, sondern sollten mit Steuergeldern finanziert werden, der würde dies unter einer anderen url tun, ohne persönliche Diffamierung, „Mafia“-Slang und sexuelle Niveaulosigkeiten. Er würde nicht nur Red Dot, sondern alle großen Produktwettbewerbe, die von privaten Institutionen durchgeführt werden, anprangern – und ein ordentliches Impressum angeben.

  17. Die Art und Weise mag nicht die beste sein, aber auch ich habe keine gute Meinung vom Red Dot. Wie Hans Heydebreck schon anmerkte, kostet allein das Einreichen eine bestimmte Summe. Bei einer Prämierung – wie es so schön auf der Internetseite steht – ist die Buchung des Winners’ Package obligatorisch.

    Das heißt im Klartext: zu den knapp 300€ Anmeldung kommen 2820€ bis 5450€.

    Wie bei allen Prämierungen kann man sich erstmal von dem Logo an sich auch nichts kaufen…

  18. Ich schließe mich einigen Vorrednern (-schreibern) an. Die Art und Weise der Kritik riecht doch sehr nach Viral – was ich doppelt beschämend fände, da doch mehr als ein Funken Wahrheit hinter den Aussagen steckt.

    Liebes Design-Kommando, Peter Zec trägt weiße Anzüge, das macht ihn zumindest ungefährlich. Die Anonymität und Angst vor seiner Rache ist somit unbegründet.

  19. @ Matthias #21:

    Es stimmt, dass bei Auszeichnung die Buchung des Winner Packages obligatorisch ist. Aber wie kommst du auf solche Zahlen? Als Early Bird Rabatt zahlt man bei Einreichung 140,00 €, bei Auszeichnung 1.285,00 € für den red dot bzw. 1.810,00 € für den best of the best. Das ist weniger als die Hälfte von dem, was du schreibst.

    Edit: oder ist das bei dem product award anders?

  20. @Achim: Ich finde nicht dass es reicht die Kritiker “zur Rede” zu stellen, insbesondere wenn dabei nichts weiter rum kommt als weitere Behauptungen und, ja, Meinungen.

    Hier wird ausschließlich suggeriert! Es wird behauptet die Vergabe könnte “beliebig” zugehen (in einem Designwettbewerb, wirklich?) und Herr Zec würde “Geld” gegen Preise eintauschen (Banal, jede Teilnahme kostet Geld, ohne Gebühren kein Preis).

    Was mir nicht schmeckt ist die Form der Kritik die lediglich auf Einschätzungen beruht, die Anonymität und die Energie die hinter der Präsentation steckt. Diese hat das potential dem Kritisierten echten, wirtschaftlichen Schaden zuzufügen (in dem sein Unternehmen diskreditiert wird).
    Und das, ich wiederhole mich, einzig aufgrund haltloser und anonymer Behauptungen, gegen die sich der beschuldigte aufgrund der Anonymität und der Tatsache das es sich lediglich um Vermutungen handelt nicht wehren kann, es werden keine Fakten präsentiert deren Falschheit evtl. nachweisbar wäre. Eine Behauptung wie “diese Auszeichnung ist nicht gerechtfertigt” ist nur eine Meinung die sich durch nichts in der Welt widerlegen lässt.

    Ich habe wirklich keine hohe Meinung von Designwettbewerben im allg., aber diese Form der Kritik ist unredlich und unehrlich.

  21. Auch ich halte die Kritik im Grunde genommen für nicht ganz unberechtigt
    – die Art und Weise ist allerdings unter aller Sau, feige und armselig.

    Und: Letztendlich gilt das für alle renommierten Designpreise: Irgendwie muss
    das ganze Brimborium ja auch finanziert werden und niemand wird
    gezwungen mit zu machen

  22. Welch armselige Aktion. Ich kritisiere auch gerne an Designwettbewerben herum und wir haben schon oft im Fontblog darüber diskutiert. Aber was sollen dies anonymen Anschuldigungen bringen? Solche Heckenschützen sind doch nur Wasser auf die Mühlen jener Politiker, die das Internet – seit Guttenplag und Vroniplag – endlich kontrollieren wollen. Der Verdacht liegt nahe, dass diese Person (es werden doch hoffentlich nicht mehrere sein) in den vergangenen Jahren fleißig von dem nun kritisierten Designpreis profitiert hat.

  23. @Jürgen (#24)
    Dass jede Teilnahme an einem Designwettbewerb Geld/Gebühren kostet, ist falsch. Siehe hierzu etwa auch der Verweis auf den Staatspreis. Auch wenn der Eindruck durchaus manchmal entstehen kann – die Designwettbewerbswelt besteht ja nicht nur aus red dot, if und ADC.

    Und dass „nichts weiter rum kommt als weitere Behauptungen und, ja, Meinungen“ würde ich im Hinblick auf den gesamten Artikel, die Statistik am Ende sowie den zahlreichen konstruktiven Kommentaren (auch durch Dich) natürlich gerne relativiert wissen.

  24. Schade. Für mich erscheint das Vorgehen schon aufgrund der gestalterischen Aufmachung höchst unseriös. Und auch im Detail geht es nicht professioneller zu: hier melden sich Leute zu Wort, die für hochwertigstes Design einstehen wollen und verwenden statt der korrekten Anführungen das Zollzeichen.
    Am meisten störe ich mich aber an der gewählten Tonalität. Finde ich manche Modalitäten bei Designpreis-Vergaben auch fragwürdig, befürchte ich doch, dass sich mit den hier vorliegenden Äußerungen die Gräben zwischen Initiatoren und Kritikern nur noch vertiefen und sich nichts ändern wird. Ich für meinen Teil distanziere mich jedenfalls von der Gruppe, für die die anonymen Designer hier sprechen wollen.

    In diesem Zusammenhang noch ein Hinweis darauf, was die »Großen« zum Thema sagen:
    Diskussion über die Relevanz von Rankings, Jurys und Award-Shows anlässlich des aktuellen
    Design-Rankings vom Horizont: Sind Design Awards ihr Geld wert?
    Heinrich Paravicini und Erik Spiekermann streiten über Jurys, Rankings und Abzocke.

    (HORIZONT, 23. Februar 2012, PDF ca. 4 MB via Mutabor)

  25. @Achim: Ich meinte nicht “jede Teilnahme” an einem Designwettbewerb sondern “jede Teilnahme” am Red Dot Wettbewerb. Auch die Verlierer zahlen ihre Gebühr. (Womit der Vorwurf der Käuflichkeit zumindest wackelig wird).
    Und bei der Kritik am Interview (“kommt nichts bei rum”) habe ich mich auch nur auf das Interview bezogen. Diese(r) Enthusiast antwortet nicht auf deine Fragen, weicht aus und gibt nur Andeutungen oder Vermutungen von sich. Als Journalist hätte ich das dem Gegenüber nicht durchgehen lassen, aber erstens ist das natürlich dein Blog und zweitens bin ich kein Journalist.

  26. @Jürgen
    Dass der „Enthusiast“ ausweicht, bzw. seine auf der Aktions-Website bereits verfassten Formeln runter rasselt, das ist eindeutig so! Anhand der Antworten wird klar, wie viel (oder eben wie wenig) dahinter steckt. Hätte ich das durchgehen lassen, wäre das Interview unkommentiert erschienen. Dann hätte man mich natürlich gerne teeren und federn dürfen.
    (2 x hätte… egal… ;)

  27. Ich bin der Meinung, dass dieses anonyme “gebashe” nicht sein darf.
    Wenn dann mit offenem Visier.
    Was ich aber rechtlich seeeeehr bedenklich finde, ist die Tatsache, dass auf der Seite Gewinner-Arbeiten mit Bild gezeigt und beschrieben werden.
    Mich würde interessieren, inwiefern hier Bildrechte geklärt wurden, ob man sich bewusst ist, dass dies durchaus als “üble Nachrede” gelten kann.
    Gegen Herrn Zec zu schimpfen ist das eine, aber Arbeiten so zu verunglimpfen ist das andere.
    Oder gilt all die gute Etikette nichts mehr in Zeiten von facebook, Internet + Co ?
    Ich jedenfalls höre schon die Anwälte scharren und dann ist’s auch vorbei mit der anonymen Website.

  28. Weit attraktiver für Anwälte dürfte die Liste der Industrieunternehmen sein (darunter BMW. Bosch, Daimler, Miele, …), über die einfach mal behauptet wird, das sie »Zec bezahlen«, was man im gegebenen Kontext sicherlich mit »schmieren« übersetzen darf.

  29. in jedem Fall sollte(n) sich der / die Seitenbetreiber das beim Red Dot gesparte Geld auf die Seite legen.
    Für diverse Klagen, die sicherlich kommen werden.
    Bin gespannt, wie lange die Seite online bleibt.

  30. bohren dicke bretter: nic sagt zum whois “Whois Privacy Protection Service, Inc.” – kein impressum, kein kontakt. server-standort vermutlich weissdergukuck wo, dürfte jedenfalls rechtlich schwer beizukommen sein.

  31. @ Achim Schaffrinna

    Ich bin auch “ein Freund von Echtnamen”. Und da es hier im Blog manche Beiträge einen Werbe- bzw. Gewinnspielcharakter haben – sollten sie auch so gekennzeichnet werden (so wie es in Medien üblich ist “Anzeige, etc…”). Aber nein sie stehen hier anonym in Reihe und Glied mit anderen konstruktiven, fachlichen Beiträgen. Ist irgendwie doppelte Moral… aus meiner Sicht.

  32. Andi, der Umstand, dass der besagte Artikel Deiner Meinung nach nicht ausreichend gekennzeichnet ist – untergebracht ist die Aktion in der Kategorie dt-Aktionen und so mit sehr wohl als solche ersichtlich –, hat aber jetzt nicht wirklich viel mit dem Thema Kritik an red dot zu tun, oder? red dot > Kritik > Anonymität > dt-Aktion? Doppelmoral? Ich kann Dir jedenfalls nicht so ganz folgen.

    Den Relaunch-Artikel von Flyerpilot hätte ich einleitend noch etwas besser „erklären“ können, das ist richtig, hab dies auch im Vorfeld angedacht gehabt, jedoch wieder verworfen. Aber „anonym”? Da der Artikel keine bezahlte Werbung darstellt – Advertorials gibt es nicht im dt –, wäre es zudem unsinnig, ihn mit „Anzeige“ zu versehen. Bei allen anderen ähnlich gearteten Artikeln ist der Aktionscharakter eindeutig, weshalb Dein Pauschalurteil der Sache nicht gerecht wird. Schau Dir die Artikel an.

    Ich bin auch “ein Freund von Echtnamen”.

    dann verstehe ich nicht, weshalb Du unter einem Quasi-pseudonym hier den Kommentar verfasst hast.

    Übrigens ist Dein Kommentar nicht zensiert worden, wie Du in einem Folgekommentar gemutmaßt hattest, er ist schlichtweg zunächst in die Moderationsschleife von WordPress gewandert.

  33. Mal in aller Deutlichkeit: Hier investiert jemand Geld und viel Zeit, um Herrn Zec persönlich (!) anzugreifen. Die Seite ohne Impressum ist, wie wir alle wissen, justiziabel, verleumderisch, und (falls keine modernistische PR-Strategie von Red Dot) auf Geschäftsschädigung aus. Alle Angriffspunkte à la „zu viele Auszeichnungen“ oder „Gebühren = Jury ist korrupt“ könnten 1 zu 1 auch für andere private Awards gelten, aber man fokussiert voll auf Zec.

    Und Sie, geschätzter Achim Schaffrinna, geben diesem debilen Medium eine Plattform, nennen die Web-Adresse, zeigen Ihren Lesern den Screenshot und übernehmen bereitwillig gleich im ersten Satz die Formulierung „Eine Gruppe von Designern“, ohne diese Lächerlichkeit in Zweifel zu ziehen. Das finde auch ich bedenklich.

  34. ich finde es bezeichnend, das sich so ein Schrott nicht auf fontblog wiederfindet, sondern hier. Die Seite enthält keine Kritik, weder an Designpreisen noch am Red Dot im Speziellen. Das ist eine Diffamierung einer einzelnen Person, dem Designtagebuch eine Plattform bietet.

  35. Wäre mir das Thema für Fontblog angeboten worden, hätte ich es möglicherweise aufgegriffen. Ich finde es gar nicht so schlecht, dass es in einem (nur einem!) Designblog diskutiert wird. Mehr Aufmerksamkeit wäre tatsächlich zu viel.

  36. Thomas, die Aussage, ich hätte die Formulierung „Eine Gruppe von Designern“ übernommen, ist falsch. Die Formulierung stammt nun einmal von mir. Auf der Aktions-Website ist von „engagierten Designern“ die Rede. Wer will, kann in meiner Formulierung eine Abschwächung, eine Wertung erkennen, natürlich etwas Wohlwollen voraus gesetzt.

    Was ich insgesamt sehr schade finde… hier wäre ja nun mal wirklich die Chance gewesen, Farbe zu bekennen. Stattdessen wird fröhlich aus der Anonymität heraus Kritik geübt. Wie kann man denn eine Impressumspflicht einfordern, selbst aber mit Kurznamen oder Pseudonymen kommentieren? DAS genau ist die Doppelmoral, die Andi M. und Sie, geschätzter Thomas, glauben, mir unterstellen zu müssen. Ich persönlich finde das ebenso bedenklich, wie das Aufsetzen der Website.

    Die Sache wird ja nicht besser, in dem man sie totschweigt. Irgendwo poppt sie später auf, wird thematisiert und Leser schicken mir E-Mails, in denen ich gefragt werde, warum ich dazu noch nicht Stellung bezogen habe. Zumindest kann ich mir vorstellen, dass es so kommen könnte. Ich nehme lieber in Kauf, von vereinzelten, anonym auftretenden Personen kritisiert zu werden, als dass ich mir selbst den Vorwurf machen müsste, ich hätte nicht reagiert. Dass es unterschiedliche Ansichten darüber gibt, wie zu reagieren ist, nun gut, die gibt es. Angemessen ist relativ, Lächerlichkeit auch. Ist es nicht ebenso lächerlich, einer Logodublette einen Designpreis zu verleihen? Ich denke schon, zumindest erscheint es äußerst fragwürdig. Ich halte den Artikel jedenfalls für angemessen, vor allem auch darin, eine Diskussion anzustoßen.

  37. @ Schaffrinna

    Sie haben zur Thematik “Kritik an Designpreisen” einfach den falschen Aufhänger genommen. Im Unterschied zu dem anonymen Blog, beleidigen die halb-anonymen Kommentare hier niemanden. Für das Designtagebuch verhält sich das Ganze sogar recht zivilisiert.

    Wenn es Ihnen wirklich um einen Auseinandersetztung mit der Thematik gegangen wäre, hätte eine Zusammenstellung von kritischen Artikel die es in der letzten Zeit gegeben hat, Stylepark, designreport etc… ein deutlich fundierteren Charakter gehabt.

    Wie sie sicherlich auch gemerkt haben diskutiert hier kaum jemand über Designpreise, daher finde ich auch ihre Haltung diesen Unsinn hier zu publizieren, recht fragwürdig.

  38. Wie sie sicherlich auch gemerkt haben diskutiert hier kaum jemand über Designpreise

    Eine wirklich überraschende, weil vollkommen an der Realität vorbeigehende Feststellung. Allein der Begriff „Designpreis“ kommt in den Kommentaren 9 mal vor, die Verwendung durch Sie und mich ausgenommen. Den Vorwurf der Doppelmoral, werte ich als Adressat dieser Kritik freilich auch etwas anders, als Sie es tun. Und auch was die Diskussionskultur hier im dt betrifft glaube ich, dass Ihnen da etwas der Überblick fehlt. Natürlich wird gerne auch mal aus kürzester Distanz draufgehalten, auf das Design auf ein Logo. Wenn eine Kritik jedoch ins Persönliche oder gar Diffamierende droht zu driften, „moderiere“ ich. Das kommt jedoch extrem selten vor!

  39. Mir zeigt die Debatte eins:
    Dass Kreative nicht sehr mutig sind.
    Die Initiatoren nicht, die Kritiker aber auch nicht. Man versteckt sich.

    Ich danke Achim für sein Engagement. Und dass er nicht gleich alle Artikel dazu zusammengestellt hat, mei. Man kann sich im Netz schon selbst ein Bild machen, er ist nicht meine Servicetante. Ich wusste ja nicht einmal überhaupt davon, so gesehen gebührt dem Blog hier meine Anerkennung, das aufgegriffen zu haben.

  40. fakt für mich ist zum beispiel, dass eine ehemalige kommilitonin den red dot mit ansage bekommen hat, noch bevor ihre arbeit fertig war, weil der verantwortliche prof kontakte hatte. und ihre arbeit war echt alles andere als preiswürdig. übrigens von seinen studenten, haben bloß seine lieblinge den preis erhalten, und zwar alle seine lieblinge.

    die besten brauchen zumindest diesen preis nicht. es gibt sehr viele designer in der welt, die grundsätzlich awards boykotieren.

    wenn man ehrlich zu sich ist und eigene arbeit schätzt und liebt, dann ist der eigene anspruch die latte und nicht die meinung von den wichtig gemachten dritten.

  41. Was ist eigentlich mit den zu Recht ausgezeichneten Arbeiten? Fallen die jetzt ganz unter den Tisch, weil gleich alles Murks ist, wenn eine red dot Jury einen rosa Dildo prämiert? Oder gönnen wir der Mehrheit an wirklich tollen Arbeiten diese Anerkennung? Wer hat eigentlich mal einen Blick in die Jahrbücher geworfen oder war selbst auf der Ausstellung, um sich ein Bild von der mehrheitlichen Qualität zu machen? Reichen zwei Hände voll Arbeiten, um dem Rest diese abzusprechen?

    Geht es jetzt um das Können oder Nichtkönnen der Jury oder darum, dass ein Unternehmen mit dem Marketing eines Designawards Geld verdient, weil die Politik dem Design keine Bedeutung beimisst und es nicht schafft, Awards finanziell zu unterstützen, damit diese sich selbst tragen?

  42. gutes design ist mit red dot oder auch ohne gutes design, letzten endes ist das problem, dass diejenigen, die keine eigene meinung haben gelinkt werden.

    und in deutschland ist die allgemeine empfindung für wirklich gutes design sowieso viel schwächer als wo anders, da bräuchte man eine institution, die auch die allgemeinheit lehrt.

    ein genialer kulturphilosoph sagte mal:
    damit man weiß was gut ist, muss man auch wissen, was schlecht ist

    eigentlich wäre das der richtige weg, sowie die goldene himbeere neben oscar

  43. na ja wenn ein laie, der eben nicht im designbetrieb tätig ist, eine werbung für ein produkt sieht und dieses produkt damit wirbt, dass es den red dot gewonnen hat, dann wird eben dieses zum benchmark für den laien. ist es aber schlechtes design, wird eben schlechtes design zum benchmark. oder?

    das ist ja genau das problem, es geht weniger um die designer, die sowie so mit den awards die ganze zeit sich selbst feiern

  44. Ich finde nur, dass zwischen schwarz und weiß noch ne Menge grau ist. Mag sein, dass die eine oder andere Auszeichnung ein Fehlgriff ist. Ob das gleich eine Benchmark im Sinne der falschen Designerziehung ist, wage ich zu bezweifeln. Dazu braucht’s glaube ich ein bisschen mehr.

    Dann scheint es ja hier um die Berechtigung von Designawards generell zu gehen und nicht um den kommerziellen Aspekt. Auch ein Award, der ein Preisgeld vergibt, könnte eine Fehlentscheidung treffen.

  45. @dness
    Impressumspflicht besteht für Seiten aus Deutschland. Die Seite ist über Privacy Protect registriert und liegt vermutlich nicht auf einem deutschen Server und hat auch keine .de-TLD.

    Ich find das Thema Awardschwemme – grad beim red dot – sehr interessant und auch diskussionswürdig. Mir ist das die letzten Jahre durchaus auch aufgefallen, dass man manche Auszweichnung nur schwer nachvollziehen kann.
    Die Art und Weise wie es die Person/en um red-dot-design-award.com machen, ist aber in meinen Augen höchst fragwürdig und unseriös.
    Es drängt sich auch bei mir erheblich der Eindruck auf, dass man hier nicht über fragwürdige Prämierung diskutieren, sondern vielmehr Herrn Zec unbedingt ans Bein pi…en möchte.

    Um zur Kerndiskussion beizutragen: Ich denke der Red Dot täte gut daran, selbst wenn 10% Auszeichnungen nicht viel erscheinen mögen, hier die Anzahl der Auszeichnungen (evtl. auch die der Kategorien) deutlich zusammen zu streichen. Ich denke das wir uns größtenteils einig sind, dass Klasse besser als Masse ist. 10 Kategorien mit je 10 Awards (5 Awards und 5 HM) wären imho ausreichend.

  46. hey!
    was is mit meinem comment?
    zu lustig? soll hier nicht aufgelockert werden?
    eure seriosität in allen ehren.
    aber das thema designpreise und deren sinn/ unsinn haben viele hier erschöpfend beleuchtet.
    da fand ich mein lieblingsvideo wiedermal als einzige noch passende ergänzung.
    (der comment hier muss/sollte übrigens nicht freigeschaltet werden)

  47. Dein Auflockerungsversuch in Ehren kunstbanause, der zuvor gepostete Kommentar samt Video hatte allerdings rein gar nichts mit dem Thema zu tun, deshalb habe ich ihn entfernt, auch weil sowas tendenziell gerne weitere Offtopic-Kommentare anzieht.

  48. Jedem, der ernsthaft etwas mit Design zu tun hat, wird schon länger klar sein, dass der red dot award nicht wirklich eine Auszeichnung für “gutes” Design ist. Zusammen mit anderen teilweise zweifelhaften Awards und Rankings fällt er wohl eher in die Kategorie “Selbstbeweihräucherung für Agenturen”.

    Warum der Blog der “engagierten Designer” ausgerechnet den red dot zur Zielscheibe gemacht hat, bleibt fraglich. Die gebetsmühlenartige Wiederholung des Namen Peter Zec lässt vermuten, dass es sich um ehemalige Mitarbeiter handelt, die persönliche Gründe haben.

    Außerdem ist vieles auf der Internet-Bashing-Seite eher semi-lusitg und recht flach: “Stattdessen inszeniert sich Zec in der Öffentlichkeit als Design-Dandy. Wer hierbei an Kiezgrößen und Charaktere aus Mafiafilmen denkt, liegt nicht ganz falsch.”

  49. Die Website dieser anonymen Designer ist voll von anhaltslosen Unterstellungen. Die sprachliche Form, wie die Blogeinträge verfasst wurden gleicht der einer Boulevardzeitung. Gegen Kritik ist ja nichts einzuwenden, aber dann bitte auch sachlich.
    Mit diesem eher radikalen Auftritt tun sie sich selbst keinen Gefallen.

  50. So. Jetzt hab ich ein bischen mehr Zeit und kann erklären warum das Video imho nicht offtopic ist. Das der Stil der “Kritiker” sich selbst diskreditiert haben andere hier schon zur Genüge erörtert. Dennoch stehen wir hier vor einem (nicht gerade neuem) gesellschaftlich relevanten Problem.
    In Amerika gibts für solche Zeitgenossen einen eigenen Terminus.
    Und dieser wird in meinem Link/ Video/ Vorschlag kurz und prägnant geklärt.
    In Mitteleuropa ist das wahrscheinlich als “Viel Feind – Viel Ehr” bekannt.
    Wenn dazu noch missionarischer Eifer (der Feinde) addiert wird, haben wir eben diese moderne Form: Hater.
    Und ja, offtopic ist, dass Katt Williams der witzigste Stand-Up-Comedian der Welt ist.
    Kann ich nur empfehlen, die Thematik der Hater wir in einigen seiner Programme in einer Vielfalt von Jesus bis zum Kumpel von nebenan erläutert.
    Jetzt dürfte ich die wichtigsten Keywords eingebaut haben.
    ;)

  51. tjoa, vorwürfe ohne beweise sind immer n armutszeugnis.

    ich hab nen red-dot und ich bin da durchaus stolz drauf. warum auch nicht. ist doch schön zu sehen wenn auch andere das zeug das man so macht gut finden. gelegentlich tut etwas bestätigung durchaus auch mal gut. :D
    wir sind eine kleine spezialisiert agentur mit wenig mitarbeitern, kleiner reputation und so. dennoch haben wir dort eingereicht und erfolg gehabt. und außer den gebühren haben wir nichts “extra” bezahlt. wäre auch noch schöner, denn ja, es ist schon teuer genug. und wenn man gewonnen hat wirds noch etwas teurer. ist das schlimm? ja vielleicht, aber erstens machen es alle anderen auch so (IF, GDC, ADC usw.), es ist also nicht so, das nur der red-dot so funktioniert und zweitens reduziert das die menge der einreichungen was durchaus hilfreich sein dürfte. :D

    schön wäre hier eine sinnigere diskussion über das thema nutzen von awards an sich. grundsätzlich ist das nämlich eine immense selbstbeweihräucherung – und die ist meiner meinung nach beim ADC zum beispiel wesentlich schlimmer. beim red-dot kann wenigstens nur zeug eingereicht werden das es tatsächlich auch gibt oder das so umgesetzt wurde. (wobei sicherlich auch hier eine dunkelziffer existiert) aber ein preis der darauf beruht das agenturpraktis goldideen knüppeln die dann mal eben schnell irgendwo angeschlagen werden, damit man die einreichungskriterien erfüllt sind wesentlich ärmer. und da muss ich sagen, lieber nen roten punkt als nen nagel. fühlt sich für mich unter pest
    und cholera als die bessere wahl an. :)

    und ja, auch ich frage mich manchmal warum dies oder jenes n preis bekommen hat. aber mal ehrlich, wo geht einem das nicht so? wenn ich das ADC jahrbuch durchschaue oder andere awardbücher frage ich mich auch häufig wer da mit wem geschlafen hat damit das gewinnen konnte. aber thats life. design ist zu einem gewissen grad auch geschmack und somit subjektiv. daher freut es mich auch das die jury des red dot relativ groß ist und ständig wechselt.

    es ist wie mit der mappenberatung an der uni. in einem jahr wird man quasi ausgelacht, kommt man im nächsten jahr mit dem selben kram finden die leute es geil. das ist menschlich, hat was mit trends und empfindungen zu tun. wer es anders möchte soll in die statistik, mathematik oder was anderes klar belegbares gehen. der ist im design irgendwie falsch.

    btw: ich finde in der tat das die produkte von fun factory ein sehr gutes produktdesign haben. insbesondere zu dem schund der in dem bereich sonst so angeboten wird. warum darf nicht auch n sexspielzeug nen designpreis bekommen? meinetwegen darfs auch nen industriedesignpreis fürs nächste hekler&koch geben. geiles design ist geiles design. unabhängig von moral, verwendung oder ethischen ansichten – finde ich jedenfalls.

  52. Ich hatte zunächst spontan den Blog auf sämtlichen SoMe-Kanälen gepostet, doch dann wieder rausgenommen, weil ich einen Bog ohne Impressum nicht ernst nehmen kann. Das A und O im Netz ist Offenheit und Seriosität. Das sehe ich hier nicht.

    Was den “reddot design award” an geht, so kann ich nur bestätigen, dass es hier m.E. nicht wesentlich anders läuft, als bei vielen anderen Awards. Wir selbst nehmen hin und wieder sporadisch an diesen Wettbewerben teil und haben hier und da auch schon mal was gewonnen, wie z.B. auch beim reddot. Ausser die üblichen Teilnahmegebühren haben wir nie etwas zusätzlich gezahlt oder mit penetranten Teilnahmen geglänzt.

  53. Da ich bereits in einigen Jahren als Jurorin beim red dot communication design mitwirken durfte, verfolge die Diskussion natürlich auch mit Interesse und möchte nur einige Punkte klarstellen:

    1. Die Jury wird bei seriösen Wettbewerben immer offen gelegt. So auch beim red dot – diese wechselt übrigens hier von Jahr zu Jahr und Jurymitglieder dürfen natürlich keine eigenen Arbeiten einreichen bzw. werden disqualifiziert. Jeder hat also durchaus die Möglichkeit, sich direkt bei den Jurymitgliedern über das Prozedere zu informieren – kurze Mail genügt wohl.
    2. Auch beim red dot gibt es Gold, Silber und Bronze (diese Auszeichnungen heißen hier Grand Prix, best of the best und red dot). Der Grand Prix wird nur einmal pro Kategorie vergeben – ich sehe hier also keine “Preisschwemme”.
    3. Natürlich werden die Ergebnisse immer kontrovers diskutiert werden – auch ich bin nicht immer mit der Oscar-Vergabe einverstanden … Allerdings werden von außen oft nur ein, zwei Abbildungen des Projekts wahrgenommen – steckt nicht oft viel mehr dahinter?
    4. Zum Designkommando: Anonyme Kritik kann schlicht nicht ernst genommen werden – stecken dahinter wirklich “Kommunikations”-designer? In diesem Fall sollte es seine Haltung und Definition von Kommunikation einmal überdenken …
    5. Und last, but not least juriere ich immer nach bestem Wissen und Gewissen (und unentgeltlich) – schließlich steht ja auch der eigene Name letztlich “unter den Ergebnissen”. Ich habe eine Einflußnahme eines Professoren (wie zuvor erwähnt) auch noch nicht erlebt und frage mich, wie das bei diesem Juryablauf gehen soll (es braucht schließlich mehr als eine Jurorenstimme für eine Auszeichnung). Nach wie vor empfinde ich es – gerade vom selbsternannten Designkommando – ziemlich respektlos, ohne eine einzige Rückfrage solche Unterstellungen zu verbreiten.

  54. Allerdings werden von außen oft nur ein, zwei Abbildungen des Projekts wahrgenommen – steckt nicht oft viel mehr dahinter?

    Zunächst einmal herzlichen Dank für Ihren Kommentar. In der Tat steckt da mehr dahinter. Hier sprechen Sie einen wichtigen und, wie ich meine, wunden Punkt an. Eben weil das so ist, weil im Rahmen einer Auszeichnung nur einige wenige Fotos des jeweiligen Preisträgers zu sehen sind, die nur ansatzweise Einblick in ein Gesamtkonzept gestatten, wäre es umso wichtiger, die mit einem Preis bedachten Arbeiten entsprechend textlich zu begleiten. „Kommentare der Jury“ finden sich, wenn überhaupt, nur zu den mit dem Grand Prix ausgezeichneten Arbeiten und hier auch nur jeweils der aktuellen Preisträger. Von den allermeisten Arbeiten fehlt eine für Alle einsehbare Begründung seitens der Jury. Allerdings ist diese ganz essentiell, um die Entscheidungen der Jury nachvollziehen zu können. Die offensichtliche Flut an Preisträgern in Kombination mit einem ebenso offenkundigen Mangel an Transparenz sind keine guten Begleiter eines Preises.

    Wer auf der Website von red dot versucht, detaillierte Informationen bezüglich vergangener Preisträger ausfindig zu machen, wird scheitern. Links zu Jurybegründungen resultieren nicht selten in einer Fehlerseite.
    Mal ein Beispiel: Das 2010 mit dem red dot ausgezeichnete Corporate Design für den Flughafen Frankfurt Hahn findet sich als Pressemeldung zwar auf der Website des Flughafens, auf der Website von red dot sucht man nach dem Projekt vergebens. Flughafen und Agentur können sich über viele Jahre mit der Auszeichnung schmücken, warum und was eigentlich ausgezeichnet wurde, darüber gibt es keine Informationen.
    Noch ein Beispiel: Von der 2011 ausgezeichneten Arbeit für HOCH III, einer Bar in Hamburg, gibt es zwar die obligatorischen Hochglanzabbildungen, eine Begründung der Jury, was an dieser Arbeit auszeichnungswürdig gewesen ist, fehlt jedoch. Dabei würde es mich wirklich interessieren, was konkret an dem Design, in dessen Zentrum eine Logodublette steht, ausgezeichnet ist bzw. sein soll. Die Stadt Hildesheim nutzt schon länger, und schon länger als die Bar, eine nahezu identische Logomarke als Stadtlogo. Natürlich kann auch einer Jury so ein Lapsus mal durchrutschen. Statt allerdings eine Null-Information zu propagieren, täte der Veranstalter gut daran, Stellung zu derlei Vorfällen zu nehmen.

    Eine mit einem red dot ausgezeichnete Arbeit hat gut Chancen im gleichen Jahr einen if design award einzuheimsen. Und natürlich erhielt die HOCH3-Logodublette auch vom if einen Preis. Von einer Art Automatismus zu sprechen, wäre eine bösartige Unterstellung, allerdings konnte ich in den vergangen Jahren durchaus eine Art wiederkehrendes Muster ausmachen, gerade zwischen diesen beiden Veranstaltern. Die nachfolgende Erklärung unterstützt diesen Eindruck.

    Anfang des Jahres hatte ich auf Anfrage bei der zuständigen Jury beim if award eine Art nachträgliche Begründung von einem Vertreter der Jury erhalten, die ich hier einmal veröffentlichen möchte:

    Das “Ausgezeichnete” an dem Hoch 3 Corporate Design das konsequente Spiel mit 3 Ebenen: Café, Bar, Club; 3 Etagen; 333 nummerierte Member Keys sowie das positiv/negativ Spiel zwischen H und III und nicht zuletzt die Produktion der einzelnen CD-Medien. Das alles hat mit dem Hildesheimer Corporate Design nichts zu tun.

    Das haben übrigens andere Jurys genauso gesehen. Der Hoch 3 Auftritt erhielt bisher folgende Designauszeichnungen: ADC Auszeichnung 2011, Red Dot Award Winner 2011, Corporate Design Preis Auszeichnung 2011, Deutscher Designer Club Auszeichnung 2011 und jetzt iF Communication Design Gold Ward Winner 2012.

    Wir denken zusammenfassend, dass das Konzept die Auszeichnung verdient hat. Sicherlich ist die Vergabe solcher Preise auch immer mit ein wenig Subjektivität behaftet aber das liegt in der Natur der Sache.

    Ich bin der Meinung, dass Erklärungen wie diese (die im ersten Abschnitt) unbedingt öffentlich aufbereitet gehören. Jede Auszeichnung sollte mit solch einer Begründung seitens der Jury ausgestattet und auch noch Jahre später auffindbar sein. Gerne darf diese durchaus auch noch ausführlicher sein.

    Ein Anfang wäre es, wenn man die fehlerhaften„Kommentare der Jury“-Links auf den hier vorgehaltenen Unterseiten reparierte. Wünschenswert wäre es, wenn Gewinnerlisten nicht nur leichter als bislang zugänglich wären, sondern, dass diese darüber hinaus die angesprochenen Jurybegründungen enthielten. Und meinetwegen dürfen es gerne ein paar Hundert red dot Auszeichnungen weniger im Jahr sein, sodass auch wirklich die Chance besteht, mit einer kreativen Leistung aus der Masse hervorzustechen. Derzeit ist dies nämlich nicht möglich.

  55. Aber gerne – für sachliche Diskussionen bin ich immer zu haben ;-)
    Das mit der Begründung mag durchaus sein – darauf hat ja die Jury keinen Einfluß. Allerdings ist es ehrlich gesagt nicht unerheblich Arbeit, gewissenhaft die vielen Einsendungen zu prüfen. Wenn ich dann noch zu jedem ausgezeichneter Arbeit eine fachliche Abhandlung schreiben sollte, dann würde ich mich keiner Jury mehr zur Verfügung stellen – wie schon geschrieben, es ist ja quasi ein “Ehrenamt”.
    Und es stimmt, das eine Arbeit meist mehrere Auszeichnungen bekommt. Das spricht doch aber nur für die Qualität der Arbeit, da verschiedene Jurys unabhängig voneinander zum gleichen Ergebnis kamen. Und über Qualität läßt sich nunmal selten streiten. Die Veranstalter stehen meist im Wettbewerb zueinander – eine “Absprache” ist daher eher abwegig.
    Was die Anzahl der Auszeichnungen angeht: Würden Sie bei einem Wettbewerb mitmachen, bei dem die Chance 1:6000 steht, eine Auszeichnung zu erhalten? Eine gewisse Einreicherzahl ist jedoch erforderlich, um einen Wettbewerb zu finanzieren …
    Hinzu kommt: Die eingereichten Arbeiten haben meist schon ein sehr hohes Niveau (denn ein Designer weiß meist genau, ob er gerade einen Bread&Butter-Job vor sich liegen hat oder einen, der aus der Masse heraussticht und damit “einsendewürdig” ist) – dies und alleine dies muß sich meiner Meinung nach in Wettbewerbsergebnissen widerspiegeln. Ich war aber durchaus schon bei Wettbewerben, die beispielsweise gar keinen ersten Preis vergaben. Das ist für den Ausschreiber nicht schön, zeigt aber, wie genau eine wirklich Fachjury hinsieht.
    Und dann gibt es Wettbewerbe, deren Niveau generell nicht so hoch ist – was also tun? Gar niemanden küren? Ich sehe das dann eher wie bei einem sportlichen Wettkampf: Wenn zehn Läufer antreten und der Schnellste schafft die 100 Meter erst nach 20 Minuten ist er trotzdem “Erster” – ich kann ja nur vergleichen, was auf dem Tisch liegt und nicht mit dem, was ich sonst so kenne …
    Wie gesagt, ich bin mit keinem Wettbewerb wirtschaftlich oder persönlich “verbandelt”, möchte aber nur einmal aufzeigen, daß Jurys die Preise keinesfalls auswürfeln, sondern viel Zeit aufwenden und sich ernsthaft den Einreichungen widmen. Ich für meine Person nehme jedenfalls solche Termine sehr ernst. Wie die Veranstalter letztlich kommunizieren, ist natürlich deren Sache und vielleicht gibt es hier noch Verbesserungspotential.

  56. Die Aufschneiderei, Peter Zec wäre ein Klischee aus Mafia-Filmen oder im Theater vorgeführten “Kiezgrößen”, dient nur der PR. Warum zugeben, dass man sich nur vor Verleumdungsklagen schützen will, wenn man mit der Anonymität auch dick auftragen kann? Eine kleine Gruppe, die ihre tatsächliche Größe hinter einem Spiegelkabinett avantgardistischer Ansprüche verstecken muss, wehrt sich gegen den “Ausverkauf” industriellen(!) Designs und gibt zudem noch durch ihre Philosophie der “reinen Lehre” vom Design, die sie wie eine Doktrin leben und durch Agitation verteidigen, die eigentliche Oberflächlichkeit ihrer kleinen kritischen Bewegung preis.

    Und wie alle Avantgardisten fürchten sie, dass ihnen durch eine andere Avantgarde der Rang abgelaufen wird – als ob der dumme Kunde nicht selbst einschätzen könnte, ob ein Produkt einen Award wirklich verdient, ob erst ein Award gutes Design als gutes Design erkennbar macht, so als ob man als Avantgarde den Geführten erklären muss, welchen Geschmack sie zu pflegen haben. Design ist doch und irgendwie auch nicht eine Frage des Geschmacks – industrielles Design richtet sich vor allem anderen ganz wesentlich nach der Funktion des Produkts. Gegeben, dass alle Designer im gleichen hohen Maß etwas von ihrer Arbeit verstehen – und deshalb auch Preise wie den red dot gewinnen – verbindet sich Design symbiotisch mit der Produktfunktion und trifft eine Aussage über die Zweckmäßigkeit des Produkts.

    Wenn man die Welt vor einer Schwemme an red dots retten will, geht man in das Award-Kuratorium, in die Jury oder wer auch immer über die Vergabe bestimmt, und ändert die Vergabekriterien. Es ist allerdings zu bezweifeln, dass es bei industriellem Design überhaupt möglich ist, kritischer an Design heranzugehen. Wie bei allen industriellen Verfahren ist auch beim Design gegeben, dass sich durch den Wettbewerb eine Schule herausbildet, sodass ein Verfahren allgemein wird. Wenn immer mehr ihre Produkte nach so einem Prozess qualitativ hochwertig gestalten, dann wird es für einen Industrie-Design-Preis auch immer mehr Nominierungen geben, sodass nicht nur der Geschmack des Zeitgeists, sondern auch der Zweck von Design höchster Güte massenfähig geworden ist.

    Diese eklektische Gruppe der Kritiker will allerdings weder eine breite Marktfähigkeit guter Produktgestaltung noch den Sieg der Relevanz von Design in der Industrie akzeptieren und beharrt auf die kritische Auslese durch eine Prämierung im Wettbewerb, statt die Prämierung einer praktizierten Philosophie, die sich immer weiter durchsetzt.

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