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Wer bezahlt, siegt. Was sich am Award-Betrieb ändern muss

Logos Kreativ-Awards

Was den allermeisten Design- und Kreativ-Awards heutzutage abgeht, ist ihre Hauptaufgabe. In der unüberschaubaren Masse an Auszeichnungen ist es nahezu unmöglich, heraus zu ragen. Wirklich gute Gestaltungslösungen gehen in der Flut an mehr oder minder guten Arbeiten unter. Wie wertvoll kann eine Auszeichnung sein, die pro Jahr viele hundert Mal vergeben wird? Wie wertvoll kann ein Design-Award sein, bei dem pro Jahr gerade einmal 50 Arbeiten eingereicht werden? In der Kreativbranche geht die Schere zwischen großen Agenturen und kleinen Kreativbüros weit auseinander. Letztgenannte sehen sich der absurden Situation ausgesetzt, dass sie sich trotz bester Leistungen und kreativsten Ideen einen Award gar nicht leisten können.

Die Stuttgarter Designagentur Strichpunkt, mit über 600 Preisen eine der meistausgezeichneten Agenturen in der Branche, steigt aus dem Award-Betrieb aus, zumindest für ein Jahr. Ich sprach mit Jochen Rädeker, Geschäftsführer von Strichpunkt, über die Gründe der Auszeit und über den Award-Betrieb.

Kritik an red dot design award und an Peter Zec

Kritik an Red Dot Design Award

Eine Gruppe von Designern, die unerkannt bleiben möchte, übt seit kurzem öffentlich Kritik an Peter Zec sowie an dem von ihm initiierten „red dot design award“. Zec ist Kommunikations- und Designberater, er war Präsident des internationalen Dachverbandes der Industriedesigner ICSID (International Council of Societies of Industrial Design) und eben auch Initiator des red dot award. Der red dot award dürfte selbst vielen Menschen ein Begriff sein, die wenig bis nichts mit Design zu tun haben. Seit 1954 vergibt das Design Zentrum Nordrhein Westfalen Preise „für herausragendes Produktdesign“. Im Jahr 2000 kam der Bereich communication design hinzu. Dieser international anerkannte Designpreis gilt gemeinhin als eine der begehrenswertesten Auszeichnungen weltweit.

Die anonyme Designergruppe kritisiert auf der kürzlich gelaunchten Website red-dot-design-award.com Peter Zec und die Vergabemodalitäten des Designpreises. Damit die Identität der kritikübenden Personen im Verborgenen bleibt, wurde die Domain mittels Whois Privacy Protect registriert, einem Service, der dafür sorgt, dass kein namentlicher Eintrag in die Whois-Datenbank bei ICANN erfolgt. Die Initiatoren, die unter dem Pseudonym „Design-Kommando“ agieren, haben mich dieser Tage per E-Mail angeschrieben, worauf ich sie bat, einige Fragen zu beantworten.

Flughafen Frankfurt Hahn CD – nachgefasst

Flughafen Frankfurt Hahn Logo mit red dot design award ausgezeichnet

Als mich heute eine E-Mail erreichte, war die Verwunderung groß. Das im März dieses Jahres im dt vorgestellte neue Corporate Design des Flughafen Hahn, zählt zu den Gewinnern des red dot design awards 2010 in der Kategorie communication design. Vor allem aufgrund des Maskottchens, einem „Hähnchen“, fand das vorgestellte CD hier im Blog kaum Zuspruch. Genauer gesagt, es wurde von den Lesern verrissen. Trotz harscher Kritik und Häme und ungeachtet der Pressemeldung, die an Peinlichkeit kaum zu übertreffen ist, wurde die Arbeit von Projekttriangle nun also mit dem namhaften red dot design award ausgezeichnet. Was ist nun der Hahn’sche Gockel? Ein Grund zum Fremdschämen oder ist er ein echter Siegertyp? Wie begründet sich die Unterschiedlichkeit bei der Bewertung des Corporate Designs? Das Beispiel zeigt, wie schwer die Suche nach gutem Design ist. Manchmal gleicht sie einer Gratwanderung zwischen Formvollendung und schlechtem Geschmack.

RedDot Australia – So fern und so vertraut

Aus der Reihe „Das habe ich doch schon einmal gesehen“ fiel mir das Logo des Australischen Fußball Verbandes (Football Federation Australia) in die Finger. Seit der Umbenennung 2005 – ehemals Australian Soccer Association – trägt der Verband ein Logo, das von der Form her hierzulande sehr viel Ähnlichkeit mit dem Signet des RedDot-Design-Awards hat. Zufall? Plagiat? Wer weiß. Der aus einem Band geformte Ball ziert in Australien jedenfalls zahlreiche weitere verbandszugehörige Tochtermarken so z.B. „West“ oder „South Australia“.

Auch Martin zeigt in einem aktuellen Beitrag über das Logo South Africa 2010, dass er sportlich unterwegs ist ;)

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