Die besten Logos | Eine persönliche Sammlung
Ich habe mir einmal die Zeit genommen und meine ganz persönliche Liste mit “besten” Logos bzw. Markenzeichen zusammengestellt. Herausgekommen ist dabei eine kleine Reise um den Globus. Die Sammlung enthält Beiträge aus England, Neuseeland, Deutschland, Kanada, Schweiz, Australien und Frankreich. Allesamt Länder, in denen ich übrigens selbst schon war. Wer’s genauer wissen will folgt diesem Pfad.
Die Auswahl ist subjektiver Natur. Das erste Kriterium ist, ob mir ein Logo überhaupt gefällt. Sympathie ist das zweite schwer fassbare Kriterium. Das WWF-Logo ist mir einfach sympathischer, als alle anderen Signets. Hier spielt zugegebenermaßen auch das Thema dahinter eine Rolle. Der Schutz von Tieren ist einfach eine gute Sache. Alle ausgewählten Logos haben eines gemeinsam. Sie stellen jedes für sich eine absolut originäre Form dar. Mal ist dies eine reine Wortmarke, mal eine reine Bildmarke in der Regel aber eine Kombination aus beiden.
Die Platzierung im Detail
WWF – Platz 1.
Die Bildmarke zeigt den großen Panda. Das Zusammenspiel der schwarzen Form und der offenen weißen Flächen, die vom Auge zu einem Ganzen komplettiert wird ist unübertroffen. Gezeichnet wurde der Panda von einem der Gründer des WWF, dem Engländer Peter Markham Scott. Zur aktuellen Form der Wort-Bildmarke führte es aber die Firma Landor Associates in den 80zigern unter der kreativen Leitung von Jerry Kuyper.
Te Papa – Platz 2.
Das Neuseeländische Nationalmuseum in Wellington ist immer ein Besuch wert, aber das nur am Rande. Ich habe das Logo ausgewählt, weil der Fingerabdruck besonders gelungen ist. Ganz im Zentrum zeigt dieser in einer Linie die für Neuseeland so typische Form eines sich aufrollenden Farnzweiges. Die gesamte Linienführung visualisiert sehr gut die Maori-Kultur, die sich unter anderem in Ornamenten und in der Tätowierkunst widerspiegelt.
Canton – Platz 3.
Vielleicht die beste Wortmarke, die es gibt. Stilistisch meisterhaft nimmt die serifenlose Schrift von links nach rechts an Stärke zu. Wie ein Ton, ein Klang, der an Intensität und Lautstärke zunimmt. Perfektion aus deutschen Landen.
Woolmark – Platz 4.
Das Markenzeichen der Wollindustrie hängt millionenfach an Pullovern, Schals und anderen Kleidungsstücken. Eben deshalb muss es so leicht und kostengünstig wie möglich reproduzierbar sein. Die in sich greifende dreifache Linienstruktur verleiht der Form eine plastische Anmutung, wie der eines Wollknäules. Diese Bildmarke erkennt jeder auf Anhieb, es bedarf keinem Zusatz.
Jack Wolfskin – Platz 5.
Was man selbst gerne trägt muss einfach gut sein. Aber im Ernst. Das Tazzen-Symbol steht als Sinnbild für Natur und Naturverbundenheit. Die Tageszeitung taz verlor in den 80igern einen Rechtsstreit um die Bildmarke. Seitdem darf die Zeitung die Tatze nur noch in Verbindung mit dem Zusatz “die tageszeitung” einsetzen. Über die stark serifenbetonte Schrift kann man zwar streiten aber nicht über den zur Marke zugehörigen Claim. Dieser ist nämlich auf einer Rangliste mit “den besten Claims” bei mir auf Platz 1: “Draußen zu Hause.”
Air Canada – Platz 6.
Das Firmensignet der Kanadischen Fluggesellschaft ist wenig spektakulär. Das muss es aber auch gar nicht sein. Das Ahornblatt ist das visuelle Erkennungszeichen für das Land Kanada. Die bei Airlines oft eingesetzte Kreisform umschließt das Blatt. Auch die serifenlosen Großbuchstaben mit großer Laufweite fallen eher durch ihre Schlichtheit auf, wenn überhaupt. Das komplette Signet bildet aber wie ich finde eine Einheit, der man sich nicht entziehen kann.
Puma – Platz 7.
Die Marke aus dem bayrischen Herzogenaurach hat in den letzten Jahren erfolgreich, wie keiner ihrer Konkurrenten die Sparten Mode und Lifestyle neu belebt. Das Markenzeichen zeigt den im Namen tragenden Puma im Sprung. Zwar habe ich mich schon immer gewundert, dass er “zurück” springt und nicht nach vorne – also nach links und nicht nach rechts – aber so wird die Wortmarke natürlich besser integriert. Einfach ein “cooles” Markenzeichen.
UBS – Platz 8.
Was möchte ein Investor, wenn er sein Geld in andere Hände gibt? Richtig, Sicherheit. Ganz besonders gilt dies natürlich für ein Schweizer Unternehmen. Folgerichtig besteht die Bildmarke aus einem symmetrisch angeordneten “Schlüssel-Dreizack”. Die so erzielte Form verströmt gemeinsam mit der Serifen Schrift Zuverlässigkeit, Solidität und Verschwiegenheit.
Dairy Good – Platz 9.
Ganz und gar nicht konservativ ist die Bild-Wortmarke einer Image-Kampagne der Australischen Milchindustrie. Ein oder mehrere hochspringende Milchtropfen perlen innerhalb eines blauen Kreises und bilden dabei menschähnliche Figuren, die die Arme hochwerfen. Das Logo ist einige Jahrzehnte jünger, als die anderen neun aufgeführten, was man ihm auch ansieht. Die dezente 3D-Optik wäre meiner Meinung nach gar nicht notwendig gewesen, denn die Verbindung der beiden Ideen steht im Vordergrund und diese ist einfach perfekt umgesetzt. Im Zeitalter von Web2.0 aber durchaus eine moderne Formsprache.
Shell - Platz 10.
Ok, Sympathiepunkte konnte das Unternehmen bei mir nicht sammeln. Deswegen auch nur Platz 10. Aber die 1904 erstmalig vorgestellte Form der Muschel, in der heute sternenförmige Sonnenstrahlen pure Energie verströmen, gehört sicherlich mit den Olympischen Ringen und dem Mercedes-Stern zu den besten und bekanntesten Bildmarken weltweit. Sicherlich bei weitem nicht so filigran, wie letztgenannter aber ebenso einprägsam.
11 Kommentare zu 'Die besten Logos | Eine persönliche Sammlung'
Konstruktive Kommentare bevorzugt
Nichts gegen kurze Einschätzungen. Floskeln wie "sieht aus, als wärs vom Praktikanten" oder "Griff ins Klo" sollten allerdings im Sinne einer sachlich geführten Diskussion vermieden werden. Auch beim Kommentieren darf jeder gerne kreativ werden. Das wird in diesem Blog sogar ausgezeichnet.Unterstützend können die folgenden HTML-Schnipsel verwendet werden.
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Ist das ERCO-Logo nicht die bessere Verarbeitung des Canton-Themas?
@ThomasS: Das Thema ist sicherlich ähnlich. Auch wenn Rotis-Schöpfer Otl Aicher persönlich Hand angelegt hat, so wirkt die ERCO-Wortmarke auf mich zwar immernoch zeitlos aber eher wie die einfachere Variante des CANTON-Logos.
Schöne Zusammenstellung! Eine kleine Anmerkung allerdings: Das “beste” Logo ist meiner Ansicht nach das Mitshubishi-Logo. Einfache Darstellung (1 Farbe), geometrisch, modern&klassich in einem, zeitlos, gefüllt mit Inhalt (Propellerblätter)….
Die Zusammenstellung gefällt mir auch. Ich finde vor allem Jack Wolfskin und Puma und Woolmark klasse. Nomen est omen – meint nomen est logo. Treffender, einfacher und zeitloser geht es wohl nicht mehr.
Prima Blog übrigens – ich komme jetzt öfter mal vorbei…
[...] Noch ein Tipp: Bevor man mit Farben arbeitet oder sich sogar an Farbverläufen macht, immer erst in einer Schwarzweiß-Variante überprüfen, ob die Form alleine wirkt. Oft “kaschiert” ein gutes Farbkonzept eine wenig stimmige Grundform. Schau Dir das WWF-Logo an oder das Woolmark-Zeichen. Beide kommen gänzlich ohne Farbe aus, denn die Form ist perfekt! [...]
You missed the FedEx logo… in my oppinion one of the best logos out there.
Ist Shell nicht ein englisch-niederländischer Mischkonzern??
Sehr nette Auflistung. Die Idee vom Canton-Logo finde ich klasse, finde aber man hätte sie sicher besser umsetzten können. Auf mich wirkt sie ein wenig unharmonisch vor allem das “C”…
[...] auffällige Ähnlichkeit zum Firmenlogo der Leuchtenfirma Erco wurde bereits in den Kommentaren dieses Beitrags im Design Tagebuch angesprochen. Auch die Wortmarke des Mode-Labels Ambiente zeigt unverkennbar eine Verwandschaft. [...]
“Shell – Platz 10. Ok, Sympathiepunkte konnte das Unternehmen bei mir nicht sammeln. Deswegen auch nur Platz 10″
Geht es um die besten Logos oder die beste Öffentlichkeitsarbeit?
[...] Also dann, wir wünschen viel Spaß beim kreativ werden. Hier ein kleiner Tip. [...]
Das SBB-emblem fehlt. Sofort erkennbar, das schweizerkreuz ist drin, die pfeile symbolisieren bewegung, es ist sogar in einzeilen-ASCII darstellbar … einfach genial! Für mich das beste bahnlogo und sicher eines der besten 10.
(Die farbgebung der schweizer IC-doppelstockwagen mit ihrer trennkante in fenstermitte und der dominanz finsteren dunkelgraus sowie leicht verschmutzender weißer flächen gefällt mir dagegen gar nicht.)