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Tagesspiegel präsentiert sich mit neuen Markenauftritt

Tagesspiegel Logo, Quelle: Tagesspiegel
Tagesspiegel Logo, Quelle: Tagesspiegel

Der Tagesspiegel, 1945 in Berlin als Tageszeitung gegründet, hat im September einen Relaunch vollzogen. Der Online-Relaunch sei ein wichtiger Schritt zur Erneuerung der gesamten Marke. Bis das neue Markendesign auch in der Printausgabe sichtbar ist, wird es jedoch noch eine Weile dauern.

Mit 38 Millionen Visits pro Monat gehört der Tagesspiegel zu den reichweitenstärksten Newsportalen in Deutschland. Vor vier Wochen wurde ein umfassender Relaunch vollzogen, der für mehr Übersichtlichkeit sorgen solle. Bislang basierte der Webauftritt auf einem statischen, nicht-responsiven Design. Der Aufbau wie auch die Inhalte wurden, wie es heißt, konsequent aufgeräumt, um so Möglichkeiten zu schaffen, Themen stärker zu gewichten und zu unterscheiden. Mit der Umstellung auf das neue Design mache der Tagesspiegel einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer nationalen Medienmarke.

Tagesspiegel Branding Medien, Quelle: Tagesspiegel
Tagesspiegel Branding Medien, Quelle: Tagesspiegel

Mit dem Relaunch werden die technischen Grundlagen und Workflows der Redaktion modernisiert, denn künftig produziert die Redaktion ihre Inhalte in einem einzigen Editor – für Print wie für Online. „Das ist für uns der Einstieg in die Produktion unserer Inhalte aus einem System”, so die beiden Chefredakteure Christian Tretbar und Lorenz Maroldt.

Neben den Änderungen im Aufbau des Webauftritts wie auch im damit verbundenen Workflow beinhaltet der Relaunch auf Neuerungen in Bezug auf das Markendesign. Der Schriftzug wurde neu gezeichnet und in verschiedenen Varianten für die Darstellung in gedruckten und digitalen Medien optimiert, so Thomas Weyres, Head of Visual beim Tagesspiegel. In diesem Zuge wurde gleichsam die Gestaltung der gesamten „Logowelt“ einschließlich weiterer Submarken harmonisiert.

Tagesspiegel Wortmarke / Logo – vorher und nachher
Tagesspiegel Wortmarke / Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Tagesspiegel, Bildmontage: dt

Ähnlicher Look, und doch komplett verändert. Die Strichstärke wurde angehoben, sodass die Serifen in geringer Darstellungsgröße deutlicher zu erkennen sind. Das vorgestellte Wort „DER“ wurde ebenso entfernt wie die bislang zentrisch platzierten zusätzlichen Schmuckelemente (Globus, rote Banderole). Gleiches gilt auch für den Schatteneffekt, mit dem die Wortmarke bislang versehen war.

Realisiert wurde das neue Design inhouse. In einigen Monaten wird man das neue Markendesign auch innerhalb der Printausgabe sehen, wie die Redaktion auf Nachfrage mitteilt.

Kommentar

Eine sinnvolle und gestalterisch überzeugende Weiterentwicklung, wie ich finde, sowohl des Schriftzugs wie auch des Markendesigns. Der Markenauftritt wird zukünftig konsistenter, die unterschiedlichen Logoabsender einheitlicher. Rot bleibt als Akzentfarbe erhalten, verschwindet jedoch aus dem Markenschriftzug. Die Verstärkung der Serifen bei gleichzeitiger Anhebung der Strichstärke der Wortmarke unterstreicht meines Erachtens den Charakter dieser Wortmarke. Ich bin gespannt, wie sich das Design der Zeitung weiterentwickeln wird.

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Dieser Beitrag hat 7 Kommentare

  1. Das neue Logo wirkt auf mich “wertiger”.
    Beim ersten Blick musste ich erst reflektieren, was denn im alten Logo anders war. Ein Zeichen dafür, das die Typografie weit mehr identitätsstiftend war als die “stereotype” Banderole mit Globus.

  2. irgendwie doch etwas sehr nüchtern – wäre
    wohl auch ein dankbarer jnr. agentur-auftrag
    gewesen. – jedoch handwerklich sicher gut
    (und imo auch überzeugender als zbsp. jüngst
    rnd) inhouse gemacht – nur die einst so mar-
    kante banderole würde ich mir schon zurück-
    wünschen, wie einen diätplan für die Gs und
    starke key visuals á la carte sowie etwas bur-
    gunderrot für ein linkes leitmedium aus vater-
    lands vergessener mutterstadt nicht nur im
    weinshop und auf di lorenzo autogramm sam-
    melkarten.

    1. Karl – wenn sie so gestalten wie sie schreiben d. g. Nacht.
      M.E. kann man auch respektvoller und verständlicher seine Meinung kund tun und Ihren letzten Teilsatz hätten sie sich schenken können – das hat nichts mit dem Thema zu tun und ist einfach nur unreflektiertes Ätzen in blau-brauner Couleur.

      Bussi

    2. @Karl: Wenn das Ihr Markenzeichen in Form und Schrift sein soll und dies zum Lesen anregen soll, dann Glückwunsch. Ich empfand es als reinste Qual und werde den Fehler, solche Textblöcke zu lesen, kein zweites Mal machen. Freundliche Grüße.

  3. Finde die Weiterentwicklung ebenfalls sehr positiv. Alles Unnötige wurde entfernt und der Font lesbarer gemacht. Etwas Mühe machen mir allerdings (wie bereits im alten Logo) die SS mit ihren optisch zu kleinen unteren Bögen. Kleine Kritik auch am Webauftritt: Hier vermisse ich das hellblau und die Logo-Grafik ist einfach zu verpixelt/kantig (wie nennt man nochmal diesen Effekt?).

  4. Eine sehr solide Weiterentwicklung, wenn man bedenkt, dass sie inhouse gemacht wurde, verdient es noch mehr Respekt – denn vermeintlich schon „kleine“ Änderung sind von innen heraus gerne schwieriger durchzusetzen. Die stärkeren Serifen und der Wegfall der Globus-Ergänzung tut in Kleinstanwendungen sehr gut und spendet für mein Empfinden mehr Wertigkeit. Wobei für mich das Arrangement bisher immer eine Auszeichnung für mindere Qualität war …
    Für das Feintuning hätte aber für mich gerne ein Profi von außen helfen dürfen. Ich stolpere ebenso wie Paddy über die SS-Bögen (für mich stehen sie auf dem Kopf), aber das ist vermutlich eine historische Entwicklung der Branche, wenn ich mal kurz zur Süddeutschen schiele …!? Das T ist mir nun ne Spur zu weit weg vom A und, auch wenn es natürlich eine Form der Wiedererkennung ist, mir persönlich nehmen die beiden G zu viel Breite ein. Wenn man schon alles überholt, wäre das für mich auch eine akzeptable Anpassung gewesen …

  5. Das soll also ein Marken-Relaunch sein?!

    Selten so gelacht! :-)))))))))

    Da vergrößert man also nur die “TAGESSPIEGEL”-Typo, ohne jegliche Modifikation, läßt alles andere weg, quasi “reduce to the max” mit viel Whitespace und feiert das als den “neuen” Tagesspiegel ab.
    Und hier wird dann diese völlige Fehlleistung auch noch als Inhouseproduktion entschuldigt, da ja Holtzbrink zu geizig ist, dafür Profis zu beauftragen.
    Das ist lustig. Demnächst läßt man bei Mercedes von den Pförtnern (nichts gegen diese guten Leute) die neue Produktlinie designen.

    So etwas hätte unser Prof seinerzeit im ersten Semester um die Ohren gehauen
    mit dem freundlichen Rat, etwas anderes zu studieren.

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